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Coronavirus-News: Ärzte fordern Stopp für staatliche Finanzierung der Impfzentren

Das Coronavirus beschäftigt München, Bayern und Deutschland weiterhin. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.
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Der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann, sorgt in München, Bayern und Deutschland seit nun mehr rund zweieinhalb Jahren für teils drastische Maßnahmen. In unserem Newsblog informieren wir Sie über die aktuellen Corona-Entwicklungen in München und Bayern.


Corona-New vom 29.09.2022

+++ Ärzte: "Impfzentren sind ein Angriff auf die etablierte medizinische Versorgung" +++

Bayerns Haus-, Kinder- und Jugendärzte fordern den Stopp der staatlichen Finanzierung der Corona-Impfzentren. "Diese mit Steuergeldern subventionierte Parallelstruktur muss aufgelöst werden. Die Impfzentren sind nicht nur teuer und aktuell und auf absehbare Zeit nutzlos, sondern ein Angriff auf die etablierte medizinische Versorgung in Stadt und Land", sagten Markus Beier, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, und Dominik A. Ewald, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) am Mittwoch in München.

Es sei nicht vermittelbar, dass in Zeiten, in der Beitragserhöhungen in der Gesetzlichen Krankenkassen beschlossene Sache seien und die Erhöhung des steuerfinanzierten Teils der Gesetzlichen Krankenkassen zur Diskussion stehe, "weiterhin eine versorgungspolitisch nutzlose und extrem teure Doppelstruktur vorgehalten wird". Zu Beginn der Pandemie hätten die Impfzentren Sinn ergeben, weshalb die Praxen diese politische Entscheidung damals unterstützt hätten. Mittlerweile sei die Lage aber eine andere.

+++ Wiesn-Welle in München: Corona-Inzidenz liegt jetzt bei fast 700 +++

Die Herbst- und Wiesn-Welle in Bayern nimmt Fahrt auf. Insbesondere in der Landeshauptstadt steigt die Corona-Inzidenz in der zweiten Woche seit Beginn des Oktoberfestes immer schneller, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Demnach liegt die offizielle Inzidenz in München inzwischen bei 695,8. Das bedeutet einen Anstieg um mehr als 172 Prozent binnen Wochenfrist. Lesen Sie hier mehr dazu.


Corona-News vom 28.09.2022

+++ Neuer Impfstoff in Münchner Impfstellen verfügbar +++

Ab sofort gibt es in München den neuen, an die Omikron-Varianten BA.4/BA.5 angepassten, Impfstoff. Der mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist zur Booster-Impfung für Personen ab zwölf Jahren zugelassen und in allen drei städtischen Impfstellen (Gasteig, Marienplatz, Olympia-Einkaufszentrum) sowie bei mobilen Impfaktionen erhältlich.

Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: "Wir haben zuletzt erfreulicherweise eine deutliche Zunahme bei den Impfzahlen an den Standorten des Münchner Impfzentrums festgestellt. Vor allem Booster-Impfungen werden nachgefragt." Die Gesundheitsreferentin appelliert an die Münchner, sich weiterhin impfen und gegebenenfalls boostern zu lassen.

Eine vorherige Registrierung und Terminvereinbarung unter http://www.impfzentren.bayern ist nach wie vor möglich und wird zur Vermeidung von Wartezeiten empfohlen.

+++ Herbst- und Wiesn-Welle: Inzidenz in Bayern und München über 500 +++

Die Corona-Zahlen in Bayern ziehen weiter an. Gut eineinhalb Wochen nach Beginn des Oktoberfestes hat die Sieben-Tage-Inzidenz sowohl in der Stadt München als auch im Freistaat allgemein die Marke von 500 passiert, wie aus am Mittwochmorgen gemeldeten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Für Bayern insgesamt bedeutet der Wert von 503,2 einen Anstieg um gut 67 Prozent im Vergleich zum Wert vor einer Woche. In München hat er sich mit aktuell 547 in diesem Zeitraum sogar mehr als verdoppelt.

München steht mit seiner hohen Inzidenz derzeit in Bayern nicht alleine da. Insgesamt 40 Landkreise und kreisfreie Städte weisen inzwischen Werte über 500 auf. Am höchsten ist die Inzidenz im Landkreis Eichstätt mit 887,5 sowie Landkreis und kreisfreier Stadt Rosenheim mit 866,1 beziehungsweise 814,1. Das sind auch bundesweit die höchsten Werte. Bayern insgesamt weist nach dem Saarland die zweithöchste Inzidenz in Deutschland aus.


Corona-News vom 27.09.2022

+++ Lauterbach kritisiert fehlende Maßnahmen auf der Wiesn +++

Ist die Wiesn-Welle da? Die Zahl der Corona-Infektionen steigt vor allem in München. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kommentierte sie auf Twitter: "Das Oktoberfest wäre mit Testen vor Einlass sicherer gewesen und nicht weniger schön", betonte er. "Bei den Preisen pro Mass wären die Tests auch noch bezahlbar gewesen." Jetzt müssten in der Folge mehr schwere Verläufe und Long-Covid-Fälle behandelt werden.

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+++ Trotz steigender Zahlen: Keine Verschärfung der Corona-Maßnahmen +++

Die Corona-Zahlen in Bayern und speziell in München steigen kräftig an. Unterdessen hat die Staatsregierung am Dienstag keine Verschärfung der Corona-Regeln beschlossen. Die bisher bestehenden Maßnahmen – darunter die Maskenpflicht im öffentlichen Personenverkehr sowie in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen – blieben bestehen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Sitzung des Kabinetts. Er appellierte an die Bevölkerung, ihren Impfstatus aktuell zu halten. Unter anderem seien Impfstoffe gegen aktuelle Omikron-Varianten nun verfügbar.

+++ Oktoberfest-Welle: Infektionszahlen in München steigen rasant +++

Eineinhalb Wochen nach Beginn des Oktoberfests steigen die Corona-Zahlen in München immer schneller. Auf Wochensicht ist die Inzidenz um knapp 77 Prozent auf 424,9 gestiegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen (Stand 3.08 Uhr) hervorgeht. Das ist deutlich mehr als der bayernweite Anstieg von 43,1 Prozent oder der deutsche von 29,4 Prozent. Die Inzidenz ist die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Menschen binnen sieben Tagen.

Beim Oktoberfest ist Abstandhalten zu anderen Besuchern im Zelt nicht möglich.
Beim Oktoberfest ist Abstandhalten zu anderen Besuchern im Zelt nicht möglich.

Da die Gesundheitsämter an Wochenenden praktisch keine neuen Fälle an das RKI melden, die dieses in die Zahlen des jeweils nächsten Morgens einrechnen kann, ist Dienstag in der Regel der erste Tag der Woche, an dem sich deutliche Anstiege in den Inzidenzen zeigen.

Ein Zusammenhang des Anstiegs mit dem Oktoberfest lässt sich derzeit zwar kaum beweisen, er liegt aber nahe: Auch bei anderen Volksfesten hatte sich häufig etwa eineinhalb Wochen nach Beginn ein deutlicher Anstieg in den Inzidenzen gezeigt. Oft waren diese dann noch gut eine Woche weiter gestiegen. Auch Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfest eine Wiesn-Welle vorhergesagt.

Die Inzidenzzahlen haben inzwischen allerdings ein Stück weit an Aussagekraft eingebüßt. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Corona Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

+++ Schniefen statt Piksen: Forscher entwickeln nasale Corona-Impfstoffe +++

Die Schleimhautimpfstoffe sollen eine Immunität direkt am Eintrittsort von Sars-CoV-2 aufbauen und die Erreger dann zügig bekämpfen. Anfang September wurden zwei Präparate in Indien und China zugelassen. Dutzende weitere Kandidaten befinden sich in Entwicklung, einige werden bereits in klinischen Studien getestet.

Der Impfstoff des chinesischen Herstellers CanSinoBIO wird inhaliert und ist als Booster zugelassen. Das indische Präparat, entwickelt vom Unternehmen Bharat Biotech, ist auch für die Grundimmunisierung zugelassen und wird in die Nase gegeben. Beide Präparate beruhen auf abgeschwächten Adenoviren, einer Gruppe von Viren, die unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen kann. Die abgeschwächten Viren können sich selbst nicht oder nur schlecht vermehren und somit keine Krankheiten auslösen. Sie transportieren aber genetisches Material von Sars-CoV-2 in die Zellen der Schleimhaut, woraufhin der Körper Antikörper und andere Abwehrstoffe gegen das Coronavirus bildet.

Die Hoffnung ist, dass die in den Schleimhäuten aufgebaute Immunität auch für längere Zeit vor Ansteckung schützt und die Weitergabe des Erregers bremst. "Wie gut das funktioniert, wissen wir momentan allerdings nicht, weil bisher nur wenige Daten von zugrundeliegenden Studien veröffentlicht wurden", sagt Leif Erik Sander, Immunologe und Impfstoffforscher von der Berliner Charité.


Corona-News vom 26.09.2022

+++ "Sumpf neuer Untervarianten": Forscher warnen vor heftigem Winter +++

Diese Corona-Prognose für den Herbst und Winter in Sachen Corona klingt nicht sonderlich optimistisch. "Ich denke, es wäre klug, sich sowohl auf eine Zunahme von Covid-19 aufgrund von saisonalen (Verhaltens-)Veränderungen als auch auf eine neue Variante vorzubereiten", twittert Emma Hodcroft, Epidemiologin des Biozentrums Basel.

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Besonders eine Omikron-Sublinie macht den Forschern Sorgen: Laut "Spiegel" zeigt eine schwedische Studie, dass die Untervariante BA.2.75.2 der bislang durch Impfung und Infektionen erworbenen Antikörper-Immunität offenbar gut ausweichen kann. "Bei der gleichen Menge an Antikörpern, die man im Blut findet, wird diese neue Untervariante die Zellen leichter infizieren können als BA.5", zitiert das Magazin die federführenden Wissenschaftler Benjamin Murrell und Daniel Sheward vom renommierten Karolinska Institutet in Stockholm.

Virologe Björn Meyer vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Universität Magdeburg warnt: "Wir sind in einer Phase, wo wir sehr, sehr viele neue Untervarianten sehen, einen Sumpf neuer Untervarianten." Es sei schwer vorherzusagen, welche sich davon am Ende bei uns oder weltweit durchsetzen werde.

+++ Bundeskanzler Scholz hat Corona +++

Bundeskanzler Olaf Scholz ist am Montag positiv auf Corona getestet worden. Er habe milde Erkältungssymptome und sich sofort in der Kanzlerwohnung im Bundeskanzleramt in Isolation begeben, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit. "Die öffentlichen Termine dieser Woche werden abgesagt, interne Termine sowie die angesetzte Zusammenkunft mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder will der Bundeskanzler virtuell wahrnehmen."

Scholz war am Sonntag von einer zweitägigen Reise in die Golfstaaten zurückgekehrt. Vor Antritt der Reise hatte er einen PCR-Test gemacht, der negativ war. Am Sonntag war er nach Angaben aus Regierungskreisen ein weiteres Mal negativ getestet worden.

Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Auf Twitter schrieb sie am Montag: "Jetzt hat mich Corona auch erwischt, zum ersten Mal. Das Virus bleibt tückisch. Passt alle in diesem Herbst gut auf Euch auf!" Faeser hätte an diesem Dienstag an einer gemeinsamen Sitzung der Innen- und Justizminister in München teilnehmen sollen.

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Corona-News vom 25.09.2022

+++ Herbst-Welle in Bayern deutet sich an +++

In Bayern deutet sich eine Corona-Herbstwelle an. Seit knapp zwei Wochen zeigen die Inzidenzen wieder deutlich nach oben, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Am Samstag meldete die Behörde für den Freistaat einen Wert von 367,6. Das waren knapp 63 Prozent mehr als zwei Wochen zuvor. Damit steigen die Inzidenzen in Bayern derzeit deutlich schneller als in Deutschland, wo der Zuwachs binnen 14 Tagen nur knapp 34 Prozent betrug.

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Und die Entwicklung schlägt sich nicht nur in den Inzidenzzahlen nieder, die ja nur noch ein sehr unvollständiges Bild liefern. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit meldete am Samstag 933 Krankenhauseinlieferungen im Zusammenhang mit Corona binnen sieben Tagen. Das sind 31,2 mehr als eine Woche zuvor. Auch die Belegung von Intensivbetten mit Corona-Patienten nimmt seit einiger Zeit wieder zu.


Corona-News vom 24.09.2022

+++ RKI registriert 46.964 Corona-Neuinfektionen +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 308,9 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 8.45 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 294,7 gelegen (Vorwoche: 257,5; Vormonat: 275,3). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 46.964 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 36 613) und 90 Todesfälle (Vorwoche: 88) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.


Corona-News vom 22.09.2022

+++ Münchner wollen den Omikron-Booster +++

Die Impfzahlen in München haben sich im Vergleich zu den Vorwochen etwa verdreifacht. Auslöser: Seit über einer Woche gibt es in den Impfstationen auch die zwei an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Wie die Stadt mitteilt, wurden in der Woche vom 14. zum 20. September 3.105 Auffrischungsimpfungen (3.221 Impfungen insgesamt) verabreicht, in der Vorwoche waren es noch 964 (1.084 Impfungen insgesamt).

"Wir empfehlen allen Bürger*innen, vor allem jenen, die besonders durch eine Infektion gefährdet sind, ihren Impfstatus zu überprüfen und sich gegebenenfalls zeitnah boostern zu lassen. Die Wirksamkeit einer Impfung lässt mit der Zeit nach, eine Auffrischimpfung bietet einen guten Schutz gegen eine schwere Corona-Erkrankung. Für die Münchner*innen gilt es gerade jetzt zum Beginn des Herbstes, sich vor einer schweren Corona-Infektion zu schützen", wird Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek in der Mitteilung zitiert.


Corona-News vom 20.09.2022

+++ Stiko-Mitglied: Auffrischimpfung bevorzugt mit angepassten Präparaten +++

Für Booster-Impfungen will die Ständige Impfkommission (Stiko) laut Gremiumsmitglied Christian Bogdan vorzugsweise den Einsatz der neuen, an Omikron angepassten Präparate empfehlen. An den bisherigen Kriterien für die Gabe von ersten und zweiten Auffrischimpfungen soll sich zunächst nichts ändern, wie der Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Erlangen ankündigte. Das bedeutet, dass zum Beispiel Viertimpfungen nach Auffassung des Gremiums weiterhin nur für bestimmte Gruppen als nötig erachtet werden, wie etwa Menschen ab 60 Jahren und Bewohner von Pflegeheimen.

Noch im Laufe des (heutigen) Dienstags sollte eine offizielle Mitteilung zum Entwurf der Impfempfehlung erscheinen, wie das Informations-Netzwerk Science Media Center (SMC) ankündigte. Es wird sich somit noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung handeln. Änderungen sind noch möglich.


Corona-News vom 19.09.2022

+++ Koordinator über neuer angepassten Impfstoff: "Nachfrage sehr, sehr gering"

Die derzeit schleppende Impfkampagne wird nach Ansicht von Landesimpfkoordinator Daniel Stich (SPD) mit dem Start des an die neuesten Virusvarianten angepassten Impfstoffs wieder an Fahrt gewinnen. "Das erwarte ich und hoffe ich auch, weil es zwingend geboten ist", sagte Stich der Deutschen Presse-Agentur. Bisher hätten sich erst 27 Prozent der über 60-Jährigen in Rheinland-Pfalz für eine zweite Auffrischungsimpfung (Booster) entschieden. Das sei zu wenig. "Corona ist nach wie vor für ältere Menschen und chronisch Kranke ein Risiko und eine Bedrohung."

Der an die Virusvarianten BA.4 und BA.5 angepasste Impfstoff von Biontech/Pfizer werde nach Informationen des Bundes ab dem 5. Oktober ausgeliefert, sagte Stich. Er ging davon aus, dass wenige Tage später das Vakzin auch im Land verabreicht werden könne. Das neue Präparat war vor knapp einer Woche von der Europäischen Kommission zugelassen worden. Stich empfahl aber allen, die den zweiten Booster bekommen sollen, nicht zu warten.

Ein an die Variante BA.1 angepasster Impfstoff ist seit mehr als einer Woche in Rheinland-Pfalz verfügbar. Aber: "Die Nachfrage ist da sehr, sehr gering und wir haben noch Luft nach oben", sagte der Koordinator. In den gut 20 Impfzentren habe es bisher "noch nicht einmal 2.000 Impfungen oder Anmeldungen für den neuen angepassten BA.1-Impfstoff" gegeben.


Corona-News vom 17.09.2022

+++ Lauterbach nennt Wiesn "vertretbar" und ruft zu Vorsicht auf +++

Bundesgesundheitsminister Karl-Lauterbach hat zum Auftakt des Oktoberfestes in München zur Vorsicht aufgerufen. "Ich möchte kein Spielverderber sein: Aber wer die Wiesn besucht, sollte trotzdem aufpassen. Vorerkrankten ist ein Besuch auf jeden Fall abzuraten. Und alle anderen sollten sich vor einem Zeltbesuch aus Rücksicht auf andere testen lassen", sagte der SPD-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Dass das Riesenvolksfest wieder stattfinde, sei vertretbar. "Die Impfbereitschaft, das Verständnis für die Maßnahmen, die Vorsicht der Bevölkerung machen es möglich." Lauterbach selbst hat nach Angaben seines Ministeriums eine Einladung zur Wiesn aber ausgeschlagen.

 +++ Söder geht von mehr Infektionen aus: Keine Überlastung der Kliniken +++

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder erwartet einen Anstieg der Corona-Infektionen nach dem Oktoberfest, aber keine Überlastung der Kliniken.

"Wahrscheinlich wird die Zahl der Infektionen steigen, das ist die Erfahrung der bisherigen Feste", sagte der CSU-Chef dem "Münchner Merkur". "Gleichzeitig messen wir aber zum Glück nirgends eine übermäßige Belastung der Krankenhäuser. Das spricht dafür, dass wir bei Corona in einer neuen Phase sind." Der Staat werde vulnerable Gruppen schützen, aber keine Feiern verbieten. "Schützen ja, absperren nein."

"Man darf die Wiesn auch genießen", sagte Söder. "Corona ist nicht vorbei, aber zum Glück anders als noch vor einem Jahr. Die vergangenen Volksfeste haben das gezeigt. Die Belastung in den Krankenhäusern war in Bayern stabil."

+++ Münchner Mediziner Spinner sieht Wiesn ohne große Sorge +++

Der Infektiologe und Pandemiebeauftragte des Universitätsklinikums rechts der Isar der TU München, Christoph Spinner, sieht dem Oktoberfest ohne größere Corona-Sorge entgegen. "Die Zahl der Atemwegserkrankungen insgesamt ist auf dem Niveau der Vor-Pandemiejahre", sagte Spinner vor dem Anstich am Samstag. Es sei an der Zeit, mit Corona so umzugehen wie mit Erkältungen und Grippe.

Spinner erwartet durch die Wiesn eine Verdoppelung oder Verdreifachung der Corona-Infektionszahlen im Raum München, aber keine Überlastung der Kliniken. Er rät aber Menschen mit erhöhtem Risiko, auf einen Besuch zu verzichten oder zumindest die Enge der Bierzelte zu meiden. "Klar sind vor allem vulnerable Gruppen, wie Immunsupprimierte, weiter von schwerem Covid-19-Verlauf gefährdet."

Spinner verwies aber auch auf die sogenannte Wiesn-Grippe, die regelmäßig zum Fest schon früher grassierte, bedingt durch die große Menschenmasse und die Enge in den Bierzelten. Er selbst freue sich auf das Fest. Er werde zum Anstich gehen - und die erste Woche fast täglich auf der Wiesn sein. Er habe sich so gut wie möglich geschützt und die vierte Impfung längst hinter sich, "auch wenn das keine vollständige Sicherheit" vor einer Infektion bringt, wie Spinner unterstreicht.

+++ Hausärzte: Corona-Lage beherrschbar und Feste vertretbar +++

Die Hausärzte in Deutschland halten die Volksfeste im Herbst angesichts der aktuellen Corona-Situation für vertretbar. "Die Corona-Lage ist aktuell gut beherrschbar", sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Zwar sei davon auszugehen, dass die Infektionszahlen im Herbst wieder steigen, allerdings sei die Ausgangssituation in diesem Jahr "viel besser" als in den vorangegangenen Pandemiejahren.

"Zum einen führt die aktuell dominante Omikron-Variante zu deutlich milderen Verläufen, außerdem besteht in der Bevölkerung durch die Impfungen sowie durchgemachte Infektionen eine viel breitere Immunität", sagte Weigeldt. "Genau wie der Restaurant- oder Kneipenbesuch, gehören Volksfeste zum Leben der Menschen dazu", betonte er. 


Corona-News vom 16.09.2022

+++ Bundesrat beschließt Corona-Regeln für Herbst und Winter +++

Der Bundesrat hat neue Corona-Schutzauflagen für Herbst und Winter beschlossen. Bundesweit eingeführt werden mit dem Beschluss vom Freitag unter anderem Maskenpflichten in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen. Weitere Auflagen wie etwa Maskenpflichten in Geschäften können die Bundesländer verhängen.


Corona-News vom 14.09.2022

+++ Hälfte der Erwachsenen tendiert zu neuer Corona-Impfung +++

Die Hälfte der deutschen Erwachsenen will sich laut einer Umfrage tendenziell mit dem frisch zugelassenen angepassten Corona-Vakzin der Hersteller Biontech und Pfizer impfen lassen.

In der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 24 Prozent der Befragten an, dass sie sich mit dem neuen Präparat gegen die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 impfen lassen wollen – 26 Prozent halten das für "eher wahrscheinlich". 36 Prozent beabsichtigen eine angepasste Impfung dagegen eher nicht (14 Prozent) oder überhaupt nicht (22 Prozent). 14 Prozent der Befragten äußerten sich unentschlossen oder machten keine Angabe.


Corona-News vom 13.09.2022

+++ Münchner Virologin erwartet keine Überlastung +++

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer erwartet keine Überlastung der Krankenhäuser in einer möglichen Corona-Winterwelle. "Wir haben durch die Impfungen und durch die durchgemachten Infektionen eine sehr gute Immunlage aufgebaut", sagte die Medizinerin der TU München der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). In einigen Wochen werde man zwar mit einem Anstieg bei Atemwegserkrankungen, darunter auch Corona, rechnen müssen. Aber: "Unser Immunsystem ist viel besser vorbereitet als in den letzten zwei Jahren." Deshalb erwarte sie nicht, dass es zu einem massiven Anstieg der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 komme.

Die Corona-Impfungen nannte die Medizinerin einen echten "Gamechanger". Vor den Impfungen habe Corona gerade bei älteren Menschen schwere, teils dramatische Verläufe verursacht. "Seit ein Großteil dreifach geimpft ist, ist das komplett anders."

Dagegen müsse man eine verstärkte Grippewelle durchaus befürchten, sagte Protzer. "Da hatten wir durch das konsequente Maskentragen in den vergangenen zwei Jahren sehr wenige Fälle, aber das wird uns dieses Jahr wieder treffen."

Corona-News vom 12.09.2022

+++ Maskenpflicht im Nahverkehr bleibt – auch in Bayern +++

Die Gesundheitsminister der Länder wollen im Herbst an der geltenden Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) festhalten. Das sagte eine Sprecherin des sachsen-anhaltischen Gesundheitsministeriums nach einer Schalte der Ressortchefs der Länder.  Alle Länder behielten die Maskenpflicht im ÖPNV wohl bei, sagte die Sprecherin. Dies sei ein Ergebnis der Beratungen zum Infektionsschutzgesetz. Die Länder seien an einer einheitlichen Umsetzung interessiert.

Der Bundestag hatte in der vergangenen Woche Neuregelungen im Infektionsschutzgesetz beschlossen. Rechtsgrundlagen für die noch verbliebenen Corona-Maßnahmen wären sonst ausgelaufen.

Bundesweit vorgeschrieben sind ab dem 1. Oktober beispielsweise Maskenpflichten in Fernzügen, Kliniken und Arztpraxen. Die Länder können in Eigenregie auch in anderen Innenräumen wieder Masken-Vorgaben ergreifen.

+++ Impfung jetzt auch auf der Bürgerversammlung +++

Mobile Impfteams der Stadt sind ab sofort auf den Münchner Bürgerversammlungen und bieten Erst-, Zweit-, und Boosterimpfungen an. Das Angebot ist kostenlos für alle Teilnehmer, aber auch alle anderen Münchner, die sich dort impfen lassen möchten.

Die ersten Termine: Mittwoch, 14. September (Bürgerversammlung Schwabing-West) und Donnerstag, 15. September (Bürgerversammlung Altstadt-Lehel), beide Male in der Dreifachsporthalle des Adolf-Weber- Gymnasiums, Kapschstraße 4. Geimpft wird jeweils ab 17.30 Uhr bis zum Ende der Bürgerversammlung.

"Durch den Einsatz von mobilen Impfteams bringen wir die Corona-Impfung zu den Bürger*innen und machen auch eine spontane Entscheidung für eine Impfung einfacher. Im Spätsommer und Herbst werden viele Veranstaltungen wieder in geschlossenen Räumen stattfinden", sagt dazu Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.

+++ Lauterbach: "Deutschland hat die strengsten Corona-Regeln" +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat erklärt, dass Deutschland mit seinem neuen Infektionsschutzgesetz im Vergleich zu den europäischen Nachbarn besonders strenge Corona-Regeln habe. "Tatsächlich hat Deutschland im Moment die strengsten Regeln", sagte Lauterbach jetzt im "RTL Nachtjournal" und fügte hinzu: "Ich glaube, dass andere europäische Länder, wenn die Fälle ansteigen sollten, auch noch strengere Regeln beschließen werden."

Lauterbach betonte, dass die Regeln lediglich "Möglichkeiten" und kein "Automatismus" seien: "Zum Beispiel ist die Maskenpflicht im Innenraum jetzt möglich geworden durch das neue Gesetz. Aber wenn wir sehr wenig Fälle hätten, dann würden sie nicht umgesetzt."


Corona-News vom 10.09.2022

+++ Bayern prüft nur bei neuen Mitarbeitern dritte Impfung +++

Bayern fordert zum 1. Oktober nur von neu eingestellten Pflegekräften und anderen von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffenen Mitarbeitern einen Corona-Impfnachweis nach den neuen, strengeren Regeln. Von bereits beschäftigten Personen werde kein neuer Nachweis verlangt, erklärte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag. Zuvor hatte die "Augsburger Allgemeine" darüber berichtet.

"Wer seine Tätigkeit bereits vor dem 1. Oktober aufgenommen hat, für den bleibt alles beim Alten. Es müssen also lediglich zwei Impfungen oder eine Impfung und eine überstandene Infektion nachgewiesen werden", erklärte Holetschek. "Das ist eine massive Entlastung für Betroffene, Einrichtungen, Unternehmen und Gesundheitsämter."

Vom 1. Oktober an verschärft sich, wer als vollständig geimpft gilt. Grob gesagt sind dann drei Impfungen oder zwei Impfungen und eine nachgewiesene Infektion nötig.

+++ Drosten rechnet mit starker Corona-Welle "noch vor Dezember" +++

Der Virologe Christian Drosten erwartet eine starken "Inzidenzwelle" von Corona-Infektionen "noch vor Dezember". Neue Virusvarianten sorgten immer noch für viele neue Krankheitsfälle, warnte der Direktor der Virologie an der Berliner Charité in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Selbst bei leichten Krankheitsverläufen werde dies wahrscheinlich zu erheblichen Arbeitsausfällen führen. "Infizierte kommen vielleicht nicht ins Krankenhaus, aber sehr viele sind eine Woche krank. Wenn es zu viele auf einmal sind, wird es zum Problem", so Drosten. Deshalb müsse die Politik bessere Vorbereitungen treffen.

"Bevor so viele krank werden, dass man nichts mehr einkaufen kann, dass die Krankenhäuser nicht mehr funktionieren oder kein Polizeibeamter auf der Wache sitzt, muss man Maßnahmen ergreifen", sagte Drosten der "SZ". Er forderte die Politik auf, schon jetzt auf einen Konsens hinzuarbeiten, "bei welchen Signalen man wie handeln will". Denn im "im Notfall braucht es sofortige und durchaus einschneidende Entscheidungen". Drosten erwartet unter anderem, dass das Maskentragen in Innenräumen wieder notwendig wird.

Auch der Wirtschaft riet er, sich mit Stellvertreterregelungen und Team-Bildung auf eine Krankheitswelle vorzubereiten. "Ich gehe auch davon aus, dass es durchaus auch Firmen geben wird, die mal für zwei Wochen schließen müssen."


Corona-News vom 08.09.2022

+++ Bundestag beschließt Corona-Regeln für den Herbst +++

Der Bundesrat muss noch zustimmen: Der Bundestag hat am Donnerstag die Corona-Regeln für Herbst und Winter beschlossen. Das Gesetzespaket der Ampel-Koalition, das generell wieder schärfere Vorgaben zu Masken und Tests ermöglicht, erhielt am Donnerstag 386 Stimmen. 313 Abgeordnete stimmten dagegen, drei enthielten sich.  Die Regeln sollen ab dem 1. Oktober bis zum 7. April 2023 gelten.

Mit den neuen Regeln soll einem befürchteten deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen begegnet werden. Bundesweit soll weiter eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen gelten, aber nicht mehr in Flugzeugen. Auch in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen soll es eine solche Maskenpflicht geben. Vor dem Zutritt zu Pflegeheimen und Kliniken soll zudem ein negativer Test vorgelegt werden müssen.

Eine Maskenpflicht in Restaurants und anderen Innenräumen sollen die Länder ab Oktober verhängen dürfen. Auch die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr soll durch die Länder weiter verhängt werden können. An Schulen und Kitas sollen Tests vorgeschrieben werden können. Möglich werden auch Maskenpflichten in Schulen ab Klasse fünf. Bei einer regional kritischeren Corona-Lage sollen die Länder noch weitere Vorgaben verhängen können.

+++ Corona sorgt in Security-Branche für Umsatz-Plus +++ 

Die Pandemie hat den Security-Dienstleistern deutliche Umsatzzuwächse beschert. Von 2019 bis 2021 stiegen die Erlöse im Bereich Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland um 11,9 Prozent auf 9,85 Milliarden Euro, wie die Messe Essen am Donnerstag im Vorfeld der Sicherheitsmesse "Security" (20. bis 23. September) mitteilte. Für mehr Umsatz hätten unter anderem Kontrollen zur Durchsetzung von Corona-Regeln etwa im Einzelhandel oder bei Unternehmen gesorgt, wie der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) berichtete.

Auch Bewachungsaufgaben von Impfzentren und Impflogistik hätten eine Rolle gespielt. "Wir wachsen, aber es gibt auch Herausforderungen", sagte BDSW-Hauptgeschäftsführer Florian Graf. So werde der Anspruch an die Qualität der Dienstleistung größer. Gleichzeitig gebe es derzeit rund 11.500 unbesetzte Stellen. "Der Fokus richtet sich darauf, qualifizierte Mitarbeiter zu finden."

+++ Umfrage zeigt: Corona-Krise stärkt Hilfsbereitschaft +++

Die Corona-Krise hat die Menschen in Deutschland laut einer Umfrage sozial sensibler gemacht. 74 Prozent der Befragten unterstützten diese Aussage in einer repräsentativen Erhebung des Hamburger Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung. 60 Prozent gaben an, die Pandemie habe ihre Lebenseinstellung nachhaltig verändert.

83 Prozent sagten, sie stünden Freunden und Nachbarn öfter für Hilfsleistungen zur Verfügung. "Für Egoismus ist in unserer Gesellschaft immer weniger Platz. Wir müssen mehr zusammenhalten", meinten 86 Prozent der Befragten. Die Umfrage wurde Mitte März dieses Jahres durchgeführt.

In dauerhaft krisenhaften Zeiten rückten die Menschen mehr zusammen, erklärte der Zukunftsforscher Horst Opaschowski. Dabei seien 75 Prozent bereit, sich selbst mehr zu helfen und nicht alle Probleme einfach dem Staat zu überlassen. Die Bürger machten die Erfahrung des Aufeinander-Angewiesen-Seins. Sie unterstützten mehrheitlich Helferbörsen in der Nachbarschaft und Freiwilligenarbeit.


Corona-News vom 07.09.2022

+++ Fällt die Maskenpflicht im Flugzeug? +++

Am Donnerstag will der Bundestag neue Bestimmungen für Herbst und Winter beschließen. Der geplante Wegfall der FFP2-Maskenpflicht in Flugzeugen erhitzt weiter die Gemüter.

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat in der Debatte um Corona-Maskenpflichten zu mehr Absprache mit den Nachbarländern geraten. "Wir haben es schon mehrfach gesehen: Statt die wirklich entscheidenden Themen anzupacken, verrennen wir uns in detailverliebte Debatten", sagte Weigeldt. "Dieses Hin und Her rüttelt heftig an der Akzeptanz in der Bevölkerung. Viele wissen schlichtweg nicht mehr, aus welchen Gründen welche Entscheidungen getroffen werden."

Flugreisende sollen künftig keine Masken mehr tragen müssen. In der Ampel-Koalition hatte die FDP Druck für ein Ende der gesetzlichen Vorgabe an Bord gemacht. Ein Wegfall der Maskenpflicht für Bahnreisende ist nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hingegen keine Option. "Selbstverständlich ist es so, dass das Risiko, sich zu infizieren, in Bussen und im Bahnverkehr sehr viel höher ist als im Flugverkehr", sagte der SPD-Politiker am Dienstag. Er verwies auf die bessere Durchlüftung im Flugzeug.


Corona-News vom 06.09.2022

+++ Holetschek: Bund überlässt Kliniken ihrem Schicksal +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek fordert vom Bund angesichts der steigenden Energiekosten rasche Finanzhilfen für die Krankenhäuser, sonst gerieten viele in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Schieflage, sagte der CSU-Politiker der "Mediengruppe Bayern". 

"Sie müssen trotz massiver Kostensteigerungen und gleichzeitig coronabedingter Personalausfälle unbedingt handlungsfähig bleiben." Besonders die stark gestiegenen Energie- und Strompreise, aber auch weitere Sachkostensteigerungen könnten aktuell nicht kompensiert werden. "Sie gefährden auch die Liquidität der Kliniken."

Die Gesundheitsministerkonferenz habe den Bund bereits aufgefordert, eine rasche Lösung zu entwickeln, sagte Holetschek. Die Mehrkosten könnten etwa durch die Gewährung eines unterjährigen Zuschlags kurzfristig kompensiert werden. "Doch in Berlin bewegt sich nichts", kritisierte der Minister.


Corona-News vom 05.09.2022

+++ Söder zur Wiesn: "Komme ohne Maske" +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (55) will das Oktoberfest in München ohne Mund-Nase-Schutz aufsuchen. "Die Corona-Lage ist derzeit stabil", sagte der CSU-Politiker der "Bild". Es gebe "keine wachsende Belastung in den Krankenhäusern": "Jeder soll eigenverantwortlich entscheiden, ob und wie er die Wiesn besucht. Ich komme ohne Maske."

Mit Blick auf Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte Söder: "Mich wundern die überdrehten Botschaften von Herrn Lauterbach." Nach zwei Jahren Corona-Pause soll das größte Volksfest der Welt wieder normal stattfinden (17. September bis 3. Oktober).


Corona-News vom 04.09.2022

+++ Neuer Corona-Impfstoff: Länder erwarten keinen großen Andrang +++

Beim Verabreichen der neuen, an Omikron angepassten Impfstoffe wollen die Bundesländer vor allem auf niedergelassene Ärzte und Impfstellen setzen – mit einem großen Andrang rechnen sie aber nicht. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Ländern hervor. Impfungen in Apotheken dürften dagegen kaum eine Rolle spielen.

Ab diesem Montag sollen rund 14 Millionen Dosen des BA.1-Präparats von Biontech/Pfizer und Moderna kommen. Wie der Impfstoff in die Arme der Menschen kommt, organisieren die Länder und die Kommunen. Im Detail unterscheiden sich die Strategien.

Corona-News vom 03.09.2022

+++ Bayern befürchtet Chaos bei Attestpflicht für Schüler +++

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat vor einem Chaos wegen der Attestpflicht für Schüler nach einer Corona-Infektion gewarnt. "Die Bundesregierung muss das neue Infektionsschutzgesetz so fassen, dass Kinder und Jugendliche nicht jedes Mal ein ärztliches Attest benötigen, um wieder in die Schule oder in die Kindertageseinrichtung zurückkehren zu dürfen", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen".

Holetschek fügte hinzu: "Ein negativer Schnelltest sollte ausreichen." Der jetzige Entwurf sei praxisuntauglich, belaste die Ärzte und benachteilige Kinder und Jugendliche.


Corona-News vom 02.09.2022

+++ EU lässt Omikron-Impfstoff zu +++

Die Europäische Kommission hat zwei an die Omikron-Variante angepasste Corona-Impfstoffe zugelassen. Dies galt bereits im Vorfeld als sehr wahrscheinlich. Für Deutschland steht eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) aber noch aus.

Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen. Experten der Behörde hatten am Donnerstag grünes Licht für Anträge von Biontech/Pfizer und dem US-Unternehmen Moderna gegeben. 

Bei den Impfstoffen geht es um bivalente mRNA-Präparate, die vor dem ursprünglichen Sars-CoV-2 und vor der Omikron-Sublinie BA.1 schützen.

BA.1 spielt in Deutschland derzeit keine Rolle mehr, Experten gehen aber davon aus, dass die neuen Vakzine auch einen Vorteil gegen den derzeit dominierenden Subtyp BA.5 bringen.

+++ Virologe Streeck: An Omikron angepasste Impfung kein Gamechanger +++

Angesichts der neuen angepassten Omikron-Impfstoffe dämpft der Virologe Hendrik Streeck die Erwartungen. "Der Booster sorgt noch einmal für etwas gesteigerte Antikörperspiegel im Blut von Geimpften. Wie gut er vor einer Infektion schützt, wurde nicht getestet", sagte der Wissenschaftler, der Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung ist, der Deutschen Presse-Agentur.

Man müsse davon ausgehen, dass der Effekt ausfalle wie beim bisherigen Booster, also mit einem Schutz vor Ansteckung für einen ungefähren Zeitraum von drei Monaten. "Ein Schutz vor Ansteckung für einen längeren Zeitraum ist nicht bewiesen und auch nicht wahrscheinlich", sagte der Direktor des Instituts für Virologie der Universität Bonn. Trotz allem sei auch hier ein guter Schutz vor schwerer Erkrankung wie bei den vorherigen Impfstoffen gegeben.

"Man muss ganz deutlich sagen: Die Verwendung des angepassten Impfstoffs ist nicht bei allen Menschen nötig", sagte Streeck. Eine zweite Auffrischimpfung mit dem neuen Präparat mache Sinn für die Gruppen, denen die Ständige Impfkommission (Stiko) dies auch jetzt schon empfiehlt, also bestimmten Gruppen mit einem Risiko für schwere Verläufe – wie Menschen ab 60 Jahren.

Corona-News vom 01.09.2022

+++ Corona-News: Münchner Infektiologe: Angepasste Impfstoffe kommen zu spät +++

Die erwartete EU-Zulassung der beiden angepassten Corona-Impfstoffe kommt aus Sicht des Münchner Infektiologen Clemens Wendtner zu spät. Er verwies in der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag) darauf, dass die Omikron-Sublinie BA.1, gegen die die neuen Mittel besonders gut schützen sollen, in Deutschland keine Rolle mehr spielt. "Man erkennt da mit bloßem Auge, dass der neue Impfstoff zu spät kommt." So langsam sickere bei vielen durch, dass der Impfstoff nicht vollumfänglich das halte, was suggeriert werde, ergänzte Wendtner. Zwar wirkten die Präparate in gewissem Maße auch gegen die aktuell vorherrschenden Sublinien BA.4 und BA.5 – das habe das bisherige Präparat aber auch schon getan.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat am Donnerstag den Weg für die beiden angepassten Impfstoffe freigemacht. Die EU-Kommission muss noch formal über die Zulassung entscheiden. Die EMA-Entscheidung betrifft Anträge von Biontech/Pfizer und des US-Unternehmens Moderna auf Zulassung von sogenannten bivalenten mRNA-Impfstoffen, die vor dem ursprünglichen Sars-CoV-2 und vor der Omikron-Sublinie BA.1 schützen sollen.

Vorbehaltlich der erwarteten EU-weiten Zulassung sollen in den beiden Wochen ab 5. September rund 14 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und Moderna nach Deutschland kommen, die an die Variante BA.1 angepasst sind. Das geht aus einem Schreiben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hervor.

+++ Studie: Corona-Protestbewegung politisch überwiegend rechts geprägt +++

Die insgesamt heterogene Corona-Protestbewegung ist laut einer aktuellen Studie politisch überwiegend rechts geprägt. Zwar seien unterschiedliche weltanschauliche Milieus und auch ideologische Strömungen anzutreffen, jedoch gebe es einen Schwerpunkt bei vorrangig rechten, populistischen bis extremen Einstellungen, teilte der Forschungsverbund Motra am Donnerstag in Wiesbaden bei der Vorstellung seines Jahresberichts 2021 mit.

Motra steht für "Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung", an dem Verbund sind unter anderem mehrere deutsche Universitäten und das Bundeskriminalamt beteiligt.

"Die Corona-Protestbewegung ist politisch-weltanschaulich-ideologisch auffällig stärker rechts als links ausgerichtet", heißt es in dem Bericht. Die Corona-Pandemie sei demnach ein zentraler Treiber eines "von Verschwörungstheorien und Demokratiedistanz unterlegten, überwiegend rechtsaffinen Radikalisierungsgeschehens".


Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der erste Eintrag stammt vom 01. September.

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