Spanier vor Liga-Debüt FC Bayern: Jetzt muss sich Neuzugang Álvaro Odriozola beweisen

, aktualisiert am 20.02.2020 - 13:48 Uhr
Kam im Winter auf Leihbasis von Real Madrid zum FC Bayern: Álvaro Odriozola. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Bislang ist Álvaro Odriozola nach seinem Wechsel zum FC Bayern noch nicht wirklich zum Zug gekommen. Am Freitag feiert der Spanier gegen den SC Paderborn sein Debüt in der Bundesliga.

 

München - Das hat sich Álvaro Odriozola mit Sicherheit anders vorgestellt. Der 24-Jährige kam im Winter von Real Madrid auf Leihbasis zum FC Bayern – sein Ziel: Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln. Im Hinterkopf hat der Spanier dabei immer die EM im kommenden Sommer, an der er nur allzu gerne teilnehmen würde.

Bislang ist seine bisherige Bilanz in München allerdings recht überschaubar: Erst ein Kurzeinsatz über sieben Minuten im Pokal gegen die TSG Hoffenheim steht zu Buche. In der Bundesliga wurde er von Bayern-Trainer Hansi Flick bis jetzt vollständig ignoriert und das obwohl der Übungsleiter im Januar unbedingt eine Verstärkung für die rechte defensive Außenbahn wollte.

Odriozola profitiert von Gelbsperren

Am kommenden Spieltag schlägt allerdings die Stunde von Álvaro Odriozola. Wenn der FC Bayern am Freitagabend gegen den SC Paderborn den 23. Spieltag eröffnet, werden mit Jérôme Boateng und Benjamin Pavard zwei Verteidiger gelbgesperrt ausfallen. Beide Defensivspieler sahen beim 4:1-Sieg gegen den 1. FC Köln jeweils ihre fünfte Gelbe Karte.

Gegen das Bundesliga-Schlusslicht wird Flick setzt Flick auf die Dienste des Neuzugangs. Dies bestätigte Bayern-Coach Hansi Flick in der Pressekonferenz am Donnerstag: "Álvaro wird morgen spielen. Er hat es im Training sehr gut gemacht, ich bin zufrieden mit ihm."

So kann sich Odriozola, dem FC Bayern und der gesamten Bundesliga beweisen, dass er zu mehr zu leisten imstande ist, als die ihm bisher zugetragene Statistenrolle zeigt. Mit seinem hohem Tempo kann er auch zu einer Waffe gegen die schnellen Paderborner Angreifer, Streli Mamba, Kai Pröger und Christopher Antwi-Adjei werden.

Erstes Zwischenfazit fällt negativ aus

Der erste Monat beim FC Bayern fiel für Odriozola ernüchternd aus: Zwar hat sich der Neuzugang noch keine Fehler auf dem Platz erlaubt und gibt im Training 100 Prozent – die Chance, sich zu beweisen, bekam er trotz der immer wieder wackelnden Defensive jedoch noch nicht.

So passt es auch ins bisherige Bild, dass es ausgerechnet der Spanier war, der Ivan Perisic im Training in einem Zweikampf so unglücklich traf, dass dieser mit einem Knöchelbruch rund acht Wochen pausieren muss. Eigentlich sollte Odriozola die personelle Notlage der Bayern entschärfen, mit seiner unglücklichen Aktion gegen den Kroaten sorgte er aber dafür, dass Flick in den heißen Wochen der Saison eine Offensivpersonalie weniger zu Verfügung steht. 

Abgeschrieben hat der Trainer seinen spanischen Neuzugang aber natürlich noch nicht. "Er trainiert gut, macht seine Sache gut. Aber klar ist natürlich auch, dass die Qualität auch bei Bayern München sehr hoch ist. Er nimmt die Rolle an, hat eine hervorragende Mentalität und professionelle Einstellung", sagte Flick zuletzt über Odriozola.

Odriozola muss sich bei Bayern beweisen

Bis dato stellt Odriozola nicht die Verstärkung dar, die sich die Bayern-Bosse und vor allem Flick im Winter erhofft hatten. Der Spanier fand zuletzt auch bei Real Madrid kaum Beachtung, bei den "Königlichen" gilt Daniel Carvajal auf der Rechtsverteidiger-Position als gesetzt. Vielleicht auch, weil Odriozola vor allem im technischen und taktischen Bereich immer wieder gewisse Defizite nachgesagt werden.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic schwärmte bei der Vorstellung des Neuzugangs indes noch von dessen fußballerischen Stärken. "Er kann über 90 Minuten hohes Tempo gehen. Er ist sehr schnell und flexibel und hat eine fantastische Technik", so der baldige Sportvorstand.

Bisher ist die Kombination Álvaro Odriozola und Bayern München allerdings noch nicht von Erfolg gekrönt. Doch möglicherweise wird ja im Heimspiel gegen den SC Paderborn die Wende eingeleitet und der Spanier kann endlich beweisen, warum der FC Bayern ihn unter Vertrag genommen hat.

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