Sieg gegen Wolfsburg Noten zum FC Bayern: Fünf Zweier und eine Fünf für die 100-Tore-Bayern

Der FC Bayern gewinnt zum Saisonabschluss in Wolfsburg. Foto: picture alliance/Kai Pfaffenbach/Reuters-Pool/dpa

Der FC Bayern München gewinnt auch am letzten Bundesliga-Spieltag beim VfL Wolfsburg mit 4:0. So hat der AZ-Reporter die Bayern-Stars gesehen. Die Noten für den Rekordmeister.

 

München - Der neue und alte Deutsche Meister FC Bayern ließ auch am letzten Spieltag nicht locker und gewann souverän mit 4:0 beim VfL Wolfsburg. Die Torschützen: Kingsley Coman, Mickael Cuisance, Robert Lewandowski, Thomas Müller. Damit schafften die Bayern exakt 100 Tore und verpassten den ewigen Bundesliga-Rekord (101 Treffer) von 1971/72 nur knapp.

Mit dem zehnten Auswärtserfolg hintereinander erreichte man die Einstellung des eigenen Rekordes der Bayern unter Pep Guardiola 2013/14 und spielte mit 49 Punkten und 54:10 Toren sogar eine bessere Rückrunde als in der Triple-Saison (2012/13) unter Jupp Heynckes. Die Bayern bekamen nach dem 16. Pflichtspielsieg hintereinander unter Meistertrainer Hansi Flick die Schale überreicht. Die Einzelkritik für den FC Bayern.

MANUEL NEUER, NOTE 2: Nach der Pause gegen Freiburg (3:1) stand der Kapitän wieder im Kasten. Der Nationaltorhüter zeigte seine Klasse bei einem wuchtigen Flachschuss von Brekalo aufs linke Eck – starke Parade mit der rechten Hand (19.). Feuerte seine Mannschaft von hinten an, nicht nachzulassen. Der Mann will jeden Rekord.

ALVARO ODRIOZOLA, NOTE 5: Der Spanier, im Januar von Real Madrid bis Saisonende ausgeliehen, bekam ein (Abschieds-) Geschenk. Zuvor bestritt der 24-Jährige erst drei Pflichtspiel-Einsätze. Mit Schwierigkeiten von hinten heraus die Pässe an den Mann zu bringen. Fehler im Timing und Stellungsspiel. Zu langsam. Nach 62 Minuten ausgewechselt.

JÈRÔME BOATENG, NOTE 3: Der Innenverteidiger bestritt sein 200. Bundesliga-Spiel für den FC Bayern. Gewohnt souverän in der Innenverteidigung gegen die Doppelspitze Ginczek und Weghorst. Bei den 200 Einsätzen für den Rekordmeister ging der Weltmeister von 2014 ganze 159 Mal als Sieger vom Feld.

Cuisance mit erstem Pflichtspieltor für den FC Bayern

DAVID ALBA, NOTE 3: Die Zukunft des Abwehrchefs ist immer noch nicht geklärt. Der Vertrag des Österreichers läuft bis 2021, der Verein würde gerne verlängern. Alaba zögert. In Wolfsburg locker und lässig, lupfte den Ball auch mal über die anstürmenden Angreifer.

ALPHONSO DAVIES, NOTE 3: Gerade zum Bundesliga-Rookie der Saison gewählt. Der Kanadier (19) erhielt gegen Freiburg eine Kunstpause. In Wolfsburg zurück als Linksverteidiger, nahm also wieder sein gewohntes Rekordtempo auf, machte seine Seite dicht, arbeitete viel nach vorne.

MICHAEL CUISANCE, NOTE 3: Der Ex-Gladbacher rutschte für den angeschlagenen Kimmich in die Startelf (drittes Mal dieses Saison). Anfangs mit ziemlich wilder Streuung in seinen Pässen, aber dann: Punktgenauer Linksschuss aus 20 Metern, der links oben einschlägt – 2:0 (37.), sein erstes Pflichtspieltor für Bayern. Holte den Elfer zum 3:0 raus. Olympique Marseille will den Franzosen zur kommenden Saison gerne ausleihen.

LEON GORETZKA, NOTE 2: Dank seiner konstanten Leistungen als zweiter Sechser neben Kimmich einer der Gewinner der Rückrunde. Weil Cuisance Schwächen zeigte, ließ sich Goretzka tief fallen, hatte als defensive Anspielstation viele Ballkontakte, gewann viele Zweikämpfe. Wichtiger Stabilisator. Schöner Chipball auf Müller.

FC Bayern: Gnabry lässt dicke Chance liegen

SERGE GNABRY, NOTE 4: Pausierte gegen Freiburg, leicht angeschlagen. Als Außenstürmer mit insgesamt 19 Saisontreffern (12 in der Liga) der zweitbeste Schütze der Saison. Begann mit Drive und Tempo, knallharte Abschlüsse – gehalten oder daneben. Hätte das 3:0 machen können, verzog aber in Bedrängnis (50.). Hätte das 4:0 machen müssen (56.). Ausgewechselt nach 62 Minuten.

THOMAS MÜLLER, NOTE 2: Erster Rekord, der nach vier Minuten fällig wurde. Sein Pass auf Coman leitete das 1:0 ein. Müllers 21. Torvorlage, damit knackte er den Rekord von Kevin de Bruyne aus der Saison 2014/15. Wie immer mega-engagiert, wollte unbedingt, dass alle Rekorde fallen. "Mr Gier" der Bayern ballerte das 4:0 rein. Zum Vierten der ewigen Bayern-Torjägerliste in der Bundesliga, zu Roland Wohlfarth (119 Tore), fehlt ihm nur noch ein Treffer.

KINGSLEY COMAN, NOTE 2: Der Linksaußen machte seit der Corona-Pause jedes Spiel mit und traf in Wolfsburg zur Führung: feiner Rechtsschuss aus zehn Metern, sein vierter Ligatreffer. Gab auch den Pass zu Cuisance vor dem 2:0. Feierte seine achte Meisterschaft in Folge – mit 24 Jahren! Und das in drei unterschiedlichen europäischen Top-Ligen: mit Paris St.Germain, Juventus Turin und den Bayern.

Lewandowski mit insgesamt 49 Saisontoren für den FC Bayern

ROBERT LEWANDOWSKI, NOTE 2: Traf gegen Lieblingsgegner Wolfsburg in 18 Ligaduellen nun 21 Mal, diesmal jedoch zunächst unglücklich. Vergab eine dicke Kopfballchance, erzielte einen Abseitstreffer. Dann schob er den Elfer zum 3:0 (72.) ein. 34 Bundesliga-Treffer in dieser Saison sind persönlicher Rekord, wettbewerbsübergreifend mit sagenhaften 49 Saisontoren (in 41 Partien).

BENJAMIN PAVARD, NOTE 3: Seit der Corona-Pause machte der Rechtsverteidiger jedes Spiel von Beginn an. In Wolfsburg ließ ihn Flick mal zuschauen, bis er ihn dann doch für Odriozola einwechselte (62.). Belebte die rechte Seite deutlich, doch seine Flanken kamen nicht wie gewünscht.

IVAN PERISIC, NOTE 3: Zuletzt wegen Wadenproblemen zwei Mal nicht im Kader. Der 31-Jährige, für eine Saison von Inter Mailand ausgeliehen, kämpft noch um eine Weiterbeschäftigung. Durfte ab der 62. Minute an alter Wirkungsstätte mitmachen, allerdings auf dem ungewohnten rechten Flügel.

FC Bayern: Coutinho gibt Comeback

PHILIPPE COUTINHO, NOTE 4: Erstmals im Kader nach seiner OP am rechten Knöchel Ende April. Flick brachte ihn ab der 62. Minute, der Brasilianer ging auf den linken Flügel, blieb gleich mal hängen. Erster Einsatz seit der Corona-Pause.

LUCAS HERNÀNDEZ, OHNE NOTE: Lernt aktuell fleißig Deutsch, will sich nach durchwachsenem erstem Jahr kommende Saison durchsetzen, obwohl Paris St.Germain der französischen Weltmeister lockt. Durfte aber der 80. Minute noch mitmachen: für Alaba in der Innenverteidigung.

JOSHUA KIMMICH, OHNE NOTE: Der Mittelfeld-Chef ist einer der "Keyplayer" der Meistermannschaft von Flick, der ihn zum Sechser beförderte. Fehlte im Training angeschlagen, daher zunächst nur auf der Bank. Feierte seine Einwechslung (80.) mit der Faust.

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