Sechs Auswärtsspiele in Folge Die Vielflieger: Der FC Bayern im puren Reisestress

Die Auswärtsstrapazen gehen weiter: Bayerns Nationalspieler (v.l.) Joshua Kimmich, Manuel Neuer und Mats Hummels treten am Samstag in Mainz und am Dienstag in Osnabrück an. Foto: firo, GES/Augenklick, dpa, AZ

Bei AEK Athen sammelt der FC Bayern Punkte – und Meilen. Bis zu sechs Auswärtsspiele am Stück müssen die Profis in diesen Wochen absolvieren. "Meine Freundin sieht mich im Moment nicht so oft", sagt Joshua Kimmich.

 

München - Dieses Gefühl, wenn man in einem Hotelzimmer aufwacht und sich in den ersten noch schlaftrunkenen Sekunden fragt: Wo bin ich? Kennt jeder, der häufig reist.

Die Nationalspieler des FC Bayern könnten in diesen Wochen ein Spielchen draus machen. Wer wach ist, weckt einen Kollegen per Handyanruf: Sag schnell: Welches Hotel? Welche Stadt? Welcher Gegner?

Am Mittwoch ist der FC Bayern wieder in München gelandet, aus Athen kommend. Am Freitag geht’s weiter nach Frankfurt. Spielort Mainz. "Es ist schon krass, wie viel wir derzeit unterwegs sind", sagte Joshua Kimmich nach dem Spiel am Dienstag, "meine Freundin sieht mich im Moment nicht so oft." Zur Erinnerung, liebe Bayern-Profis: Spielort: Athen. Olympiastadion. Wettbewerb: Champions-League, Gruppenphase, dritter Spieltag. Ergebnis 2:0. (Hier der Liveticker zum Nachlesen)

FC Bayern: Der November wird der Heimspiel-Monat

Die Bayern haben aktuell ihre Vielflieger-Wochen. Besser als Tiefflieger wie zuvor. Sie sammeln Meilen – und wieder Punkte. Nach dem 3:1 in Wolfsburg nun das 2:0 bei AEK Athen, es folgen zwei weitere Auswärtsspiele. Samstag in Mainz, kommenden Dienstag im DFB-Pokal bei Viertligist Rödinghausen, ausgetragen im Stadion des VfL Osnabrück. Eine ungewöhnliche, seltene Konstellation durch die zwei Bundesliga-Auswärtsspiele hintereinander, was nur einmal pro Saison vorkommt.

Die Nationalspieler Kimmich, Manuel Neuer, Mats Hummels, Niklas Süle, Thomas Müller und Serge Gnabry waren ab dem 9. Oktober noch mehr aushäusig unterwegs. An jenem Dienstag traf sich die Nationalelf in Berlin, weiter ging es nach Amsterdam (0:3 gegen Holland) und Paris (1:2 gegen Frankreich). Macht für das Sextett – Jérôme Boateng hatte vor dem Spiel in Paris angeschlagen abreisen müssen, saß aber in Wolfsburg und Athen auf der Bank – sechs Spiele in der Fremde am Stück. Aber es ist Besserung in Sicht: Der November wird der Monat der Heimspiele: Bayern hat in der Liga und in der Königsklasse satte vier. Hallo München, servus Heimat!

Joshua Kimmich fühlt sich noch fit

Einer der Vielflieger ist ein Immerspieler: Joshua Kimmich. Der 23-Jährige machte jede der 1.530 Spielminuten mit (13 Pflichtspiele in allen Wettbewerben für Bayern, drei Pflichtspiele in der Nations League und ein Freundschaftsmatch für die Nationalelf). 25,5 Stunden Fußball von Mitte August bis heute. Ob als Rechtsverteidiger wie bei Bayern oder als Sechser bei Joachim Löw im DFB-Trikot.

Spürt er keine Verschleißerscheinungen? "Nein, bisher noch nicht", antwortete der gebürtige Rottweiler (90 Kilometer südlich von Stuttgart). "Ich fühle mich richtig gut, habe keine Probleme. Ich bin fit, gesund und bereit, auch die nächsten Spiele zu spielen." Wogegen nichts spricht. Auch mangels Alternativen. Nach einer Pause habe ihn Trainer Niko Kovac "noch nicht gefragt", so Kimmich, "wir hatten zuletzt auch nicht so viele Optionen".

Rummenigge: Mainz "ein wichtiges in der ganzen Situation jetzt"

Auf den Außenverteidiger-Positionen. Rafinha, der von Mitte September bis letzten Samstag ausfiel, musste in Athen David Alaba auf der linken Abwehrseite ersetzen, weil der mit muskulären Problemen nach seiner Blessur aus dem Gladbach-Spiel (0:3) zu kämpfen hat. Rotation zur Schonung? "Von meiner Seite aus ist es nicht notwendig", meinte Kimmich, "ich komme zum Glück ganz gut durch und werde weiterhin alles dafür geben."

Auch am Samstag in Mainz, beim nächsten Pflichtsieg. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge forderte bei seiner Bankettrede in Athen: "Das wird kein einfaches Spiel, aber ein wichtiges in der ganzen Situation jetzt. Wir müssen versuchen, ein bisschen näher an die Tabellenspitze heranzukommen." Mit einem ähnlichen Sieg ohne Glanz und Glamour wie in Athen? "So lange wir die Spiele gewinnen, ist es mir völlig egal, ob wir glänzen oder nicht." Sagte Reiseleiter Kimmich.

Lesen Sie hier: Die Netz-Reaktionen zu den Kovac-Aussagen

Im Video: Kimmich-Kampfansage an den BVB

 

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