Sars-CoV-2 in München und Bayern Coronavirus-News: Zwei neue Todesfälle in München

, aktualisiert am 06.04.2020 - 18:37 Uhr
152 neue Coronavirus-Fälle gab die Stadt München am Montag bekannt. Foto: Peter Steffen/dpa/dpa

Das Coronavirus breitet sich in Bayern und Deutschland aus. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.

 

Das Coronavirus sorgt in München, Bayern und Deutschland für immer drastischere Maßnahmen. In Bayern gelten weitreichende Ausgangsbeschränkungen – das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. In München nimmt die Zahl der bestätigten Fälle indes täglich zu. Wie gefährlich ist der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit COVID-19 auslösen kann? In unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen in Bayern auf dem Laufenden.

  • In Bayern gelten bis 19. April weitreichende Ausgangsbeschränkungen.
  • Alle Gastronomiebetriebe müssen schließen.
  • Alle Schulen, Kindergärten und Kitas sind bis 19. April geschlossen.
  • Der Semesterbeginn der Hochschulen wurde auf den 20. April verschoben.
  • Veranstaltungen sind untersagt, alle staatlichen und städtischen Theater, Konzertsäle und Opern bleiben zu.
  • Die Ladenöffnungszeiten für Supermärkte, Apotheken und Drogerien sind ausgeweitet.


+++ Klinikum in Dachau nimmt Betrieb wieder auf +++

Neben Covid-19-Patienten behandelt ein Klinikum in Dachau schrittweise wieder andere Kranke. "Wir wollen so schnell wie möglich wieder den Normalbetrieb aufnehmen", teilte Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner am Montag mit. Wegen einer Häufung von positiv auf das Coronavirus getesteten Patienten hatte das Krankenhaus alle anderen abgewiesen.

Seit Sonntag könne die ambulante Notfallversorgung des Helios Amper-Klinikums zumindest Patienten aufnehmen, die nicht mit dem Rettungsdienst kämen. Auch die Bereitschaftspraxis und die Geburtshilfe stünden wieder allen offen, hieß es weiter.

Dafür gelten nach Angaben des Klinikums nun strenge Sicherheitsvorkehrungen: Schon in der Notaufnahme gebe es einen eigenen Bereich für Covid-19-Patienten. "Bei allen, die stationär aufgenommen werden, wird ein Abstrich vorgenommen", so der Ärztliche Direktor Professor Dr. Hjalmar Hagedorn. Die Patienten sollen in Einzelzimmern untergebracht werden. Außerdem dürften Schwangere das Klinikum nur durch einen eigenen Eingang betreten und müssten vor einer planbaren Entbindung einen Covid-19-Test machen.

Nachdem sich im Klinikum Dachau immer mehr mit dem Virus angesteckt hatten, habe es eine große Testaktion gegeben: Von den 136 Patienten auf der Normalstation wurde laut Klinik einer positiv getestet, von den knapp tausend Mitarbeitern elf. Sie stünden nun unter Quarantäne. Fünf Tage später sollen alle Beschäftigen nochmals auf eine Infektion überprüft werden.

+++ Krebspatienten werden weiterhin behandelt  +++

Wer aktuell eine Krebsdiagnose erhält, könnte sich fragen, ob und wann er eine Therapie erhält. Hier möchte die städtische München Klinik die betroffenen Menschen beruhigen. "In den onkologischen Zentren stellt die München Klinik weiterhin die Behandlung von Krebspatienten sicher", teilt Raphael Dieke, Sprecher der München Klinik mit. In der München Klinik sei die Daseinsvorsorge (das heißt die Geburtshilfe, Behandlung nach Unfällen und die Versorgung von schweren Erkrankungen) getrennt von der Auseinandersetzung mit der Versorgung von Corona-Patienten gegeben, heißt es von der Klinik weiter.

Dazu zähle auch die Behandlung von Krebspatienten. "Insbesondere heilende Behandlungen und palliative – also symptomlindernde – Therapieformen werden weiterhin vollumfänglich durchgeführt", teilt Dieke weiter mit. Das gelte auch für Krebsoperationen. Generell sei aber das Risiko für Krebspatienten, eine Lungenentzündung zu erleiden, höher als für Gesunde. Deshalb sei abzuwägen, ob und wann Chemo- und Immuntherapien für den Patienten durchgeführt werden sollten.

+++ Forscher starten Blutabnahmen in München +++

Für ihre Studie zur Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung sind am Montag in München die ersten Forscher-Teams zu Blutabnahmen bei freiwilligen Teilnehmern gestartet. Zunächst seien zwei Teams unterwegs, die drei bis fünf Haushalte pro Tag besuchen, sagte Michael Hölscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am LMU Klinikum München, am Montag. "Im Laufe der Woche werden wir die Zahl auf zehn Teams steigern, in der nächsten Woche werden wir 20 Teams haben."

Insgesamt sollen Proben in 3.000 zufällig ausgewählten Haushalten aus München auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden. Damit soll erfasst werden, welcher Anteil der Bevölkerung möglicherweise bereits mit dem Sars-CoV-2-Virus in Kontakt war, ohne es zu wissen. Erste Ergebnisse werde es voraussichtlich in sechs bis acht Wochen geben, sagte Hölscher.

+++ Eisbach fließt wieder +++

Das Referat für Gesundheit und Umwelt lässt die Wassermenge im Eisbach wieder auf den Normalfluss zurückführen. So können die angeschlossenen Wasserkraftanlagen wieder ihre Kapazitäten für eine regenerative Stromgewinnung ausschöpfen. Das Surfen auf der Eisbachwelle bleibt gemäß der geltenden Ausgangsbeschränkung aber weiterhin verboten. "Ich möchte noch einmal dringend an alle Bürgerinnen und Bürger appellieren, Menschenansammlungen zu vermeiden, um so einer weiteren Verbreitung des Coronavirus zu begegnen. Damit sich keine Zuschauergruppen an der Eisbachbrücke sammeln, müssen wir leider das Surfverbot aufrechterhalten", so Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs. Die Polizei wird die Einhaltung des Verbots überwachen.

+++ 16 Todesfälle, 152 neue Infizierte +++

In München wurden am heutigen Montag, 6. April (Stand 13.30 Uhr), 152 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 3.794 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 1.240 Personen, die bereits geheilt sind, sowie 16 Todesfälle (plus zwei zum Vortag).

Am Montag vergangener Woche (30.3.) waren es 245 und damit fast 100 mehr neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 2.501).

+++ 411.000 Kontrollen, 50.000 Verstöße +++

Seit Beginn der bundesweiten Maßnahmen gegen das Coronavirus wurden in Bayern von der Polizei rund 50.000 Verstöße registriert. Zwischen dem Start am 21. März und dem 6. April (6.00 Uhr) habe es im Freistaat rund 411.000 Kontrollen gegeben, teilte das Innenministerium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit.  Rund ein Drittel der Kontrollen hätten sich direkt auf die Überprüfung der vorläufigen Ausgangsbeschränkungen bezogen. Die restlichen Überprüfungen basierte auf die Einhaltung von Veranstaltungs- und Versammlungsverboten sowie Betriebsuntersagen. "Nicht jeder Verstoß führt zu einer Ahndung durch die zuständige Kreisverwaltungsbehörde", sagte ein Ministeriumssprecher.

+++ Neue Corona-Zahlen für Bayern +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Bayern steigt weiter: Im Freistaat sind inzwischen 25.355 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Montag (Stand: 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Den Angaben zufolge sind bislang 444 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

+++ 1.128 neue Corona-Fälle in Bayern +++

In Bayern ist die Zahl der Corona-Infektionen auf insgesamt 24.974 (Stand 06.04., 8.05 Uhr) gestiegen, wie das Robert Koch-Institut meldet. Dass sind 1.128 mehr als am Vortag. Bisher sind in Bayern 437 Menschen aufgrund des Virus gestorben.

+++ Münchner Handwerker fordern Hilfe von der Stadt +++

Sendlinger Handwerksmeister fordern in der Krise Hilfe von der Stadt. Die solle die Steuerbelastung für die kleinen Betriebe sofort senken. "Es wird sonst plötzlich knapp für uns." Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 193 neue Fälle in München +++

In München wurden am heutigen Sonntag, 5. April (Stand 13.30 Uhr), 193 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 3.642 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 1.103 Personen, die bereits geheilt sind, sowie 14 Todesfälle. Am Sonntag vergangener Woche (29.3.) waren es 176 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 2.256).

+++ Ausgangsbeschränkungen am Wochenende - München bleibt vernünftig +++

Gute Nachrichten gibt es von der Polizei. Auch an Samstag und Sonntag habe man bei den Kontrollen nur wenige Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen feststellen müssen, hier es am Sonntag. Alles dazu finden Sie in diesem Artikel.

+++ Heim im Westend: Weitere Bewohner positiv +++

Für das Leonhard-Henninger-Haus im Westend liegen weiter Ergebnisse vor. Demnach sind von den insgesamt 128 getesteten Bewohnerinnen und Bewohnern aktuell 36 positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet, 88 haben ein negatives Ergebnis; vier Befunde stehen noch aus. Bei den Mitarbeitenden sind nach Stand vom Sonntag (5.4., 14.00 Uhr) 19 positiv und 42 negativ. Allerdings stehen auch hier noch 45 Testergebnisse aus.

Die positiv getesteten Bewohner sind nach wie vor im Pflegeheim im Westend untergebracht und werden dort versorgt. Nach Mitteilung der Heimleitung sind sie derzeit alle fieberfrei und weisen lediglich leichte Erkältungssymptome auf. Ähnliche Symptome finden sich auch bei den Mitarbeitenden. Grundsätzlich bleiben derzeit alle Mitarbeitenden, die positiv getestet wurden, daheim. Heimleiter Frank Chylek: "Die Stimmung im Haus ist trotz der Lage gut. Die Mitarbeitenden haben die Situation verstanden und helfen sich gegenseitig."

+++ 126 Millionen Euro Bonus für Pflegekräfte +++

Für ihren oftmals aufreibenden Einsatz in der Corona-Krise will die Staatsregierung allen Pflegekräften in Bayern eine steuerfreie Bonuszahlung von 500 Euro zukommen lassen. "Wir in Bayern reden nicht nur darüber - wir machen das. Wir werden 500 Euro als Bonus an alle Pflegekräfte zahlen", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der "Bild am Sonntag". Den Bonus sollen nach Angaben eines Regierungssprechers alle Pflegekräfte in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten-, Pflege- und Behindertenheimen bekommen - insgesamt 252.000 Angestellte. Den Freistaat koste dies unterm Strich 126 Millionen Euro.

Die Bonuszahlung soll an diesem Dienstag im Kabinett beschlossen werden und das Geld so bald wie möglich bei den Pflegekräften ankommen. "Vorläufig" sollen die 500 Euro einmalig gezahlt werden, hieß es. Je nachdem, wie lange der Kampf gegen das Coronavirus dauert, ist damit nicht ausgeschlossen, dass es später weitere Zahlungen gibt. Zusammen mit Nordrhein-Westfalen ist Bayern das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land.

+++ Kanzleramtsminister Braun warnt +++

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat mit Blick auf die Corona-Pandemie betont, dass der Höhepunkt der Krise in Deutschland noch bevorstehe. Es sei nun die Aufgabe der Bundesregierung, "uns für unsere Bevölkerung auf den schwierigsten Teil dieser Krise vorzubereiten", sagte Braun der "Allgemeinen Sonntagszeitung". "Die Zeit mit den höchsten Infektionszahlen liegt noch vor uns." Vor Beginn der momentanen Einschränkungen habe es eine "Verdoppelung alle drei Tage"gegeben. Damit das Gesundheitswesen nicht überfordert werde, seien Verdopplungszeiten von deutlich mehr als zehn Tagen nötig, sagte Braun dem Blatt. "Wahrscheinlich sogar eher zwölf oder vierzehn Tage."

Zur Situation der Wirtschaft sagte Braun: "Die Vorstellung, dass wir in Deutschland vielleicht bald manche Kranke nicht mehr versorgen können, weil die Zahl der Infektionen hochschießt, ist so schwerwiegend, dass ich sage: Das Wichtigste ist zunächst, dass wir das vermeiden. Dahinter steht die Wirtschaft erst mal einen großen Schritt zurück."

+++ Helios Klinikum: Patientinnen dürfen nach Hause +++

Die Patientinnen der Geburtshilfe dürfen die Klinik heute wieder verlassen und können nach Hause zu ihren Familien. Darüber hinaus können auch alle gynäkologischen Krebspatientinnen entlassen werden. "Das Testergebnis auf das Coronavirus SARS-CoV-2 war bei allen 14 Frauen und bei allen zehn Neugeborenen negativ", erklärt Dr. Sabine Keim, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe.

+++ Gastronomen kochen für Menschen in systemrelevanten Berufen +++

Ab Montag kochen Münchner Gastronomen ehrenamtlich für Menschen in systemrelevanten Berufen. Auch Sterneköche sind dabei. Rund 1.000 Essen werden kommende Woche verteilt, es sollen bis zu 1.000 pro Tag werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

+++ Weniger Kontrollen am Wochenende +++

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern gelten weiter – allerdings will die Münchner Polizei nicht mehr ganz so streng vorgehen wie zuletzt. Die Regeln Kontaktverbot, Abstand halten und Menschenansammlungen meiden, gelten aber uneingeschränkt weiter. Lesen Sie hier mehr dazu.

+++ 145 neue Corona-Fälle in München +++

Die aktuellen Zahlen der Coronavirus-Infizierten in München liegen vor: Dem Update der Landeshauptstadt zufolge wurden am heutigen Samstag 145 neue Fälle bestätigt. Damit sind in München nun insgesamt 3.449 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 929 bereits geheilte Personen und zwölf Todesfälle. Am Samstag vergangener Woche (28. März) waren es 235 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (Gesamt: 2.080).

+++ Bayern: 43 Corona-Tote binnen 24 Stunden +++

In Bayern sind inzwischen 23.049 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Die Zahl der Todesfälle ist nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit binnen 24 Stunden um 43 gestiegen: von 327 auf 370. Das teilte das Landesamt am Samstag auf seiner Homepage mit (Stand 10 Uhr). Den Angaben zufolge waren es am Vortag 20.962 Infizierte.

+++ Vergleich: München top bei Verstößen gegen Beschränkungen +++

Die Polizei wacht allerorts verstärkt über die Einhaltung der Regeln zur Corona-Ausgangsbeschränkung: Wie "Focus Online" berichtet, nehmen es die Münchnerinnen und Münchner nicht so genau damit.

Das Portal vergleicht dabei die größten Städte in Deutschland - Berlin, Hamburg und München - und skizziert, wo wie viele Verstoße während der Ausgangsbeschränkungen gemeldet werden. Demnach seien es in Berlin 1.360 Verstöße, Hamburg liege demnach bei 1.800. In München wurden dagegen seit den Beschränkungen 2.332 Strafanzeigen gezählt. In die Statistik fließen sowohl Straftaten als auch Ordnungswidrigkeiten ein.

+++ Bayern verzeichnet höchste Infektionsquote +++

In Deutschland sind bis zum Samstagvormittag mehr als 85.559 Infektionen (Vortag, Stand 11 Uhr: mehr als 80.500 Infektionen) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer dpa-Auswertung hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 224 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 160,3 die meisten Infektionen, im Bundesschnitt sind es 102,9. Mindestens 1.154 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1.022) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ Corona-Krise: Freistaat richtet Hilfskrankenhäuser ein +++

Der Freistaat bereitet sich mit der Errichtung von Hilfskrankenhäusern auf eine mögliche massive Zunahme an schweren Covid-19-Fällen vor. Besonders geeignet seien bestehende Reha-Kliniken oder andere Einrichtungen mit ausreichender Infrastruktur, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) am Samstag mitteilten. So sollen zusätzliche stationäre Kapazitäten geschaffen werden.

Bereits Ende März hatte Huml angekündigt, dass in den 26 bayerischen Rettungsleitstellen-Bereichen Hilfskrankenhäuser entstehen sollen. Planung und Aufbau würden von den Katastrophenschutzbehörden vor Ort organisiert. Wo und wann eine solche Einrichtung in Betrieb genommen wird, werde in Abstimmung mit dem Gesundheits- und Innenministerium entschieden. Ein Hilfskrankenhaus soll laut Herrmann mindestens 90 Betten umfassen und Huml zufolge möglichst in der Nähe einer bestehenden Klinik eingerichtet und dieser organisatorisch zugeordnet werden.

+++ Auf Abstand? Osterhasen helfen in Münchner Supermarkt +++

Im "Kaufland" in München-Neuperlach helfen fortan Osterhasen dabei, die nötigen 1,5 Meter Mindestabstand zum Gegenüber einzuhalten. Angestellte haben dort eine niedrige Mauer aus Hunderten goldenen Schokohasen vor der Fleisch-, Fisch- und Käsetheke aufgebaut. So können die Kundinnen und Kunden weiterhin mit genügend Distanz an der Theke einkaufen.

+++ Bayern will französische Patienten aufnehmen +++

Bayern nimmt zehn Corona-Patienten aus Paris auf Der Freistaat will in der Corona-Krise zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus Paris zur Behandlung in bayerische Kliniken aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstagmorgen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. "In der Not helfen Freunde", schrieb Söder.

Und: "Europa muss zusammenstehen." Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen. Frankreich gehört neben Italien und Spanien zu den Ländern in Europa, die vom Coronavirus besonders betroffen sind. Seit dem 1. März starben in Frankreich mehr als 6.500 infizierte Menschen. Auch andere Bundesländer nehmen Covid-19-Patienten zur Behandlung auf. In den vergangenen acht Tagen hat die Bundeswehr mehrfach infizierte Menschen eingeflogen.

+++ Aufnahmestopp in Bayerns Pflegeheimen +++

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) reagiert auf die steigende Zahl von Ansteckungen in Pflegeheimen. Am Freitag erließ das Gesundheitsministerium eine Allgemeinverfügung, dass für Pflegeheime in Bayern ab Samstag ein Aufnahmestopp gelte. Huml begründete den Schritt in einer Mitteilung mit den Worten: "Für ältere und pflegebedürftige Menschen besteht eine besonders hohe Gefahr, an COVID-19 mit schwerem Verlauf zu erkranken."

Ausgenommen von der Regelung seien Einrichtungen, die gewährleisten könnten, dass "neue Bewohnerinnen und Bewohner für einen Zeitraum von 14 Tagen in Quarantäne untergebracht werden können". Hierfür benötige es eine Zustimmung des Gesundheitsamts. Auch eine Rückkehr von Pflegebedürftigen aus dem Krankenhaus in ihre Einrichtung sei verboten, sofern eine Möglichkeit der Quarantäne nicht gegeben sei. 

Huml sagte Bayerns Pflegeeinrichtungen gleichzeitig weitere Unterstützung zu. Das Gesundheitsamt richte "eine eigene Task Force" ein, die rund um die Uhr erreichbar ist. Sie berät auch die Behörden vor Ort bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie."

Lesen Sie dazu: Sind Münchner Pflegeheime für Corona-Krise nicht gut genug gerüstet?

+++ Corona im Klinikum Ansbach: Viele Mitarbeiter infiziert +++

Immer mehr Hospitäler in Deutschland schlagen wegen Covid-19-Ausbrüchen Alarm. Jetzt ist das Klinikum Ansbach betroffen. Ist eine interne Feier unter Mitarbeitern der Ausgangspunkt gewesen? Lesen Sie hier mehr dazu!

+++ Helios-Klinik in Dachau nimmt nur noch Corona-Patienten auf +++

Wegen einer Häufung von Covid-19-Erkrankungen nimmt ein Klinikum in Dachau nur noch positiv auf das Coronavirus getestete Patienten auf. Alle anderen werden abgewiesen, wie die Sprecherin des Helios Amper-Klinikums Dachau am Freitagabend mitteilte. Die Zahl der infizierten Menschen steige im Landkreis Dachau - und auch in der Klinik. Wie viele Covid-19-Patienten aktuell dort behandelt werden, teilte die Sprecherin nicht mit. Man versorge derzeit Covid-19-Patienten "aller Schweregrade".

Die Sicherheitsvorkehrungen würden verstärkt. Mitarbeiter der Klinik seien angehalten, im öffentlichen Raum einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich außerhalb ihrer Arbeit in häusliche Quarantäne zu begeben. Zudem würden alle Patienten und alle Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet. Ergebnisse lagen noch nicht vor.

Am Mittwoch hatte bereits eine Münchner Klinik mitgeteilt, den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend aufzugeben. Dort sollten gar keine neuen Patienten mehr aufgenommen sowie keine entlassen werden.

+++ Sommersemester an Bayerns Hochschulen startet planmäßig +++

Das Sommersemester an den bayerischen Hochschulen beginnt trotz der Corona-Krise wie geplant am 20. April. Das Vorlesungsende hingegen wird auf den 7. August verschoben, wie die Universitätenkonferenz am Freitag in München mitteilte. Der Zeitraum, in dem Vorlesungen stattfinden, werde an den Universitäten und Hochschulen flexibel geregelt.

Weiter hieß es, es würden alle Anstrengungen unternommen, um zusätzlich digitale Lehrangebote zu entwickeln und für die bayernweit fast 400.000 Studierenden verfügbar zu machen. "Die Hochschulen sind handlungsfähig und werden die ihnen übertragene Autonomie verantwortungsvoll nutzen."

Das Wissenschaftsministerium begrüßte ebenfalls die gefundenen Lösungen und betonte, dass "für Studentinnen und Studenten hinsichtlich Bafög, Kindergeld oder Krankenversicherung flexible Regelungen gefunden werden und ihnen auch, was die Regelstudienzeit anbelangt, keine Nachteile entstehen".

+++ Auch im Augustinum Corona +++

Auch das Alten- und Pflegeheim Augustinum in Hadern hat nun einen bestätigten Fall von Covid-19. Die betroffene Person ist isoliert worden, alle Kontaktpersonen bereits ermittelt, teilte ein Sprecher am Freitag mit. In mehreren Heimen in München hat sich das Coronavirus ausgebreitet.

Im Augustinum lebt auch der Ex-OB und SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel.

+++ Haus und Grund: Mieten bezahlen! +++

In der Rechtsabteilung des Eigentümerverbands Haus und Grund laufen aktuell die Telefone heiß. Am Apparat: aufgebrachte Vermieter oder auch Mieter. Rudolf Stürzer von Haus und Grund vermutet jetzt: "Das neue Gesetz, das der Deutsche Bundestag letzte Woche verabschiedet hat, wird offensichtlich missverstanden." Das Gesetz sieht vor, dass der Vermieter das Mietverhältnis wegen Mietrückständen im Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni nicht kündigen darf, wenn die Mietrückstände auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. "Es sieht jedoch weder eine Stundung noch ein Leistungsverweigerungsrecht des Mieters vor", sagt Stürzer jetzt. Die Mieten müssten weiterhin pünktlich bis zum dritten Werktag des Monats bezahlt werden. Er ruft dazu auf: "Bei Zahlungsproblemen auf Ihren Vermieter zugehen und eine einvernehmliche Lösung finden!" Das ist übrigens auch die Empfehlung des Mietervereins München.

+++ Radlbauer verschenkt Bikes +++

Radlbauer will sich in der Krise bei den Helden bedanken, die als medizinisches Personal, Mitarbeiter von Supermärkten oder im öffentlichen Nahverkehr in diesen Wochen besonders gefordert sind. 112 von ihnen sollen ein Radl geschenkt bekommen, um "die alltäglichen Sorgen hinter sich zu lassen, frische Luft zu tanken und sich eine Auszeit zu gönnen". Ab sofort und noch bis zum 16. April kann man auf der Radlbauer-Webseite und auf Facebook  Menschen nominieren, die es verdient haben, in dieser besonderen Zeit dieses besondere Dankeschön zu bekommen.

+++ BOB kontrolliert Abstand im Zug +++

An den kommenden Wochenenden und Feiertagen kommt es im Netz von Meridian (Holzkirchen -Rosenheim) und BOB (München –Holzkirchen –Bayrischzell/Tegernsee/Lenggries) aufgrund der Personalsituation bei der DB Netz AG zu vorsorglichen Einschränkungen bei den Betriebszeiten. In der Kernzeit zwischen 5:00 Uhr und 19.30 Uhr verkehrt die Bayerische Oberlandbahn auf diesen Strecken in einem Grundtakt. Außerhalb der Kernzeit zwischen 5:00 Uhr und 19:30 Uhr werden Busse im Schienenersatzverkehr eingesetzt. Zusätzlich werden die Unternehmen einen Sicherheitsdienst einsetzen, um im Interesse und zum Schutze aller die geforderten Abstandsregeln zu kontrollieren. Das Sicherheitspersonal wird an ausgewählten Punkten im Streckennetz von Meridian und BOB den Zustieg und die Einhaltung der Abstandsregeln an Bord der Züge kontrollieren.

Man bitte darum, generell zu prüfen, ob die Fahrt unbedingt nötig ist.

+++ Haft wegen fünf Coronapartys +++

Nach wiederholten Corona-Partys ist ein Mann in Oberfranken für zwei Wochen in Gewahrsam genommen worden. Bis zum derzeitigen Ende der Ausgangsbeschränkungen am 19. April müsse der 34-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt bleiben, teilte die Polizei am Freitag mit. Dort solle er über sein Verhalten nachdenken. Die Polizei war in der vergangenen Woche viermal zur Wohnung des Mannes in Bamberg gerufen worden, weil er Bekannte zum Alkoholtrinken eingeladen hatte. Beim fünften Mal am Donnerstagabend nahmen die Beamten den Mann mit. Im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen sind private Treffen derzeit verboten, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu minimieren.

+++ Weitere Infizierte in Planegger Altersheim +++

Sechs weitere Bewohner sind in de Einrichtung positiv geteste worden, insgessamt erhöht sich die Zahl damit auf elf. Auch Pfleger sind Corona-Positiv: Neun von 31 Mitarbeitern haben das Virus, teilte das Heim am Freitag mit. Das Ergebnis der Reihentestung des gesamten Hauses liegt noch nicht vor.

+++ Münchner Wochenmärkte bleiben geöffnet +++

Die Bauern- und Wochenmärkte in den Stadtbezirken finden auch weiterhin wie gewohnt statt – das gab die Stadt München am Freitag bekannt.

Gleichzeitig werden alle Münchnerinnen und Münchner gebeten, sich so diszipliniert wie bisher an die geltenden Regeln der Allgemeinverfügung des Freistaats Bayern zu halten. Wie bei Supermärkten oder Discountern sollte auch auf den Märkten die Regel beachtet werden, möglichst alleine einzukaufen.

+++ Bayern verschiebt Mediziner-Examen auf 2021 +++

Wegen der Corona-Infektionen wird das Zweite Staatsexamen für Medizinstudierende auf 2021 verschoben. "Bayern setzt damit eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums um. Klar ist: Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber es gibt wichtige Gründe für die Verschiebung - vor allem mit Blick auf das Infektionsrisiko", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München. Auch ohne das Zweite Staatsexamen könnten sich die Medizinstudenten sofort in der Gesundheitsversorgung einbringen und gleichzeitig ihr Studium fortsetzen.

"Es ist mir bewusst, dass wir den Studentinnen und Studenten damit viel abverlangen. Sie haben sich monatelang auf die Prüfungen vorbereitet und stehen in den Startlöchern", betonte Huml. Sie hoffe aber auf das Verständnis von allen Beteiligten. "Mit dieser Regelung können wir die Prüflinge und aufsichtführenden Personen in der aktuellen Situation schützen und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Ausbildung unseres Nachwuchses nicht von Covid-19 gebremst wird."

+++ 205 neue Fälle in München +++

In München wurden am heutigen Freitag 205 neue Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 3.304 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 805 Personen, die bereits geheilt sind, sowie zwölf Todesfälle. Bei den weiteren Todesfällen handelt es sich um drei Münchner COVID-19-Patienten, die im Alter von 87, 90 und 91 Jahren verstorben sind. Am Freitag vergangener Woche (27.3.) waren es 158 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 1.845).

+++ Münchner Anwalt klagt gegen Gottesdienst-Verbot +++

Kurz vor Ostern verlangt ein Münchner Anwalt per Eilantrag vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof die Zulassung für religiöse Zusammenkünfte inmitten der Corona-Krise. "Das absolute Verbot verletzt mich in meiner Religionsfreiheit. Ähnlich den Regelungen zu lebensnotwendigen Dienstleistungsbetrieben wäre eine Erlaubnis mit strengen seuchenhygienischen Auflagen das mildere Mittel gewesen", sagte der Anwalt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Er klage nicht nur als Katholik, sondern auch für andere Christen und Glaubensgemeinschaften, die den gleichen Einschränkungen unterworfen seien. "Hintergrund ist natürlich auch das Osterfest sowie das Paschafest."

+++ Stadt stundet Gebühren für Biergärten +++

Wegen der Corona-Krise müssen Gastronomen in München vorerst keine Nutzungsgebühren für Biergärten und Außenterrassen bezahlen. "Die Sondernutzungsgebühren für die Freischankflächen für das Jahr 2020 werden bis auf Weiteres vollständig gestundet", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Freitag. "Es bedarf keines gesonderten Antrags. Ich habe die Stadtkämmerei gebeten, alles Weitere zu veranlassen."

Wegen der Corona-Ausbreitung dürfen derzeit bayernweit Gastronomiebetriebe nicht öffnen. Unternehmen, die die Gebühr bereits bezahlt haben, soll der Betrag bei der Abrechnung für das Jahr 2021 unter Berücksichtigung etwaiger Entschädigungszahlungen von Bund und Land angerechnet werden. "Für die Abrechnung der Sondernutzungsgebühr gilt insgesamt: Wir werden abwarten, wie lange die Einschränkungen für Gastronomie der Allgemeinverfügung "Veranstaltungsverbote und Betriebsuntersagungen anlässlich der Corona-Pandemie" gelten und natürlich sicherstellen, dass die Wirte nicht mit Gebühren für eine Fläche belastet werden, die sie nicht oder nur eingeschränkt nutzen konnten", sagte Reiter.

+++ München Klinik übernimmt Hotelkosten für Pflegekräfte +++

Damit sich genügend zusätzliche Pflegekräfte zur Versorgung von Corona-Patienten melden, will die München Klinik sogar Hotelkosten für die Freiwilligen übernehmen. Für die Krankenhäuser suche man weiterhin Pflegekräfte und habe dafür kostenfreie Hotelkontingente für Menschen, die nicht in München wohnten, eingerichtet, teilte das Klinikunternehmen am Freitag mit.

In der bayerischen Landeshauptstadt fehlen weiterhin Pflegekräfte zur Versorgung der steigenden Zahl an Patienten durch das neuartige Coronavirus. Nach aktuellen Berechnungen erwartet die München Klinik den Höhepunkt der Patientenzahlen und damit auch der Intensivpatienten voraussichtlich Anfang Mai. "Dafür erhöhen wir unsere Intensivkapazitäten weiter, und dafür brauchen wir auch noch mehr Pflegekräfte", sagte Klinik-Chef Axel Fischer.

Man versuche solche Menschen zu gewinnen, die zum Beispiel früher bereits in der Pflege gearbeitet haben und in der aktuellen Situation helfen möchten. In Schulungen und in Begleitung von erfahrenen Pflegekräften mit Intensiv-Schwerpunkt würden sie für den Einsatz in der Klinik gezielt auf diese Unterstützung vorbereitet.

+++ Innenminister Herrmann: Ausflüge nicht sinnvoll ++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat vor dem Beginn der Osterferien eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus einzuhalten. "Es macht keinen Sinn, zig Kilometer an einen beliebten Ausflugsort zu fahren, wo Sie unweigerlich auf eine große Zahl an anderen Ausflüglern treffen", sagte Herrmann am Freitag in Nürnberg.

Die Landesregierung ist in Sorge, dass die Disziplin in der Bevölkerung über die Ferien nachlässt - zumal die Meteorologen zum Teil hervorragendes Ausflugswetter melden. "Nichts spricht gegen einen Spaziergang auf einem einsamen Waldweg", sagte Herrmann. Jedoch sei gerade an beliebten Treffpunkten in Parks, an Uferpromenaden oder in den Bergen mit so vielen Menschen zu rechnen, dass der Sicherheitsabstand nicht mehr eingehalten werden könne.

Herrmann kündigte scharfe Kontrollen der bayerischen Polizei an. Die zehn Präsidien seien mit 13 Einsatzzügen der Bereitschaftspolizei verstärkt worden. Es drohten für Verstöße teils empfindliche Bußgelder und Strafen. Er sagte aber auch: Eine Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen sei weder geplant noch beabsichtigt. "Wir appellieren an die Vernunft der Bevölkerung."

+++ Polizeipräsident lobt Corona-Disziplin der Bayern +++

Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer ist mit dem Verhalten der Bayern in der Corona-Krise zufrieden. "Ich kann ein ganz großes Lob aussprechen. Die ganz überwiegende Masse unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen in Bayern sind sehr einsichtig", sagte er dem Radiosender "Bayern 2". Auch wenn an beliebten Ausflugszielen manchmal gegenteilige Bilder entstünden, hielten sich die Menschen "in hervorragender Weise an die Vorgaben der Ausgangsbeschränkungen". Dennoch kündigte er verstärkte Polizeikontrollen an - vor allem an den Ostertagen.

Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in ganz Bayern seit dem 21. März umfangreiche Ausgangsbeschränkungen. Legitim ist der Gang an die frische Luft nur, wenn triftige Gründe vorliegen. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" - das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Zudem müssen alle Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben, ausgenommen davon sind lediglich Mitnahme-, Liefer- und Drive-in-Angebote.

+++ Söder: "Die Kurve flacht leicht ab" +++

Obwohl die Infektionen mit dem neuen Coronavirus weiter steigen, ist ein leicht positiver Trend erkennbar. Die Zahl der Neuinfektionen sei auf 9,4 Prozent gesunken, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag in München. "Die Kurve flacht leicht ab."

Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten nur noch in mehr als 6 Tagen. Vor den Schulschließungen habe sich die Zahl alle 2,5 Tage verdoppelt, sagte der Ministerpräsident. Daher sei eindeutig: Ohne die getroffenen Maßnahmen hätte sich die Situation dramatisch entwickelt, so Söder.

In Bayern sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts inzwischen 20.237 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Den Angaben zufolge sind bislang 307 Patienten gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

+++ Wissenschaftler starten Corona-Bluttests in München +++

Zur Erforschung des Coronavirus werden ab Sonntag Mediziner und Wissenschaftler bei zufällig ausgewählten Menschen in München um Blutproben für eine breit angelegte Studie bitten. Viele Infizierte spürten nichts von ihrer Infektion, sagte Professor Michael Hoelscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München, am Freitag in München. Daher sei davon auszugehen, dass es inzwischen eine erhebliche Dunkelziffer an Infektionen gebe -–Schätzungen gingen von zwischen eins und zehn Prozent der Bevölkerung aus.

Mit der Studie könne herausgefunden werden, wie sich das Virus tatsächlich in der Gesellschaft ausgebreitet habe. Hoelscher bat alle Münchner um ihre Unterstützung. Die Forscher würden bei den Proben von der Polizei begleitet, so sei klar erkennbar, dass es sich nicht um Betrüger handle. Pro Probe müssten nur drei Milliliter Blut abgegeben werden. Das Blut werde dann auf Antikörper getestet. Hoelscher betonte, er gehe davon aus, dass die Ergebnisse der Studie auf die Erforschung der Krankheit in ganz Deutschland nutzbar seien.

+++ Virologin: Ohne Maßnahmen eine Million Corona-Tote zu befürchten +++

Ohne geschlossene Schulen und Ausgangsbeschränkungen wären nach Angaben der Münchner Virologin Ulrike Protzer eine Million Corona-Tote in Deutschland zu befürchten gewesen. "Ohne etwas zu tun, hätte das in Deutschland eine Million Menschenleben gekostet", sagte die Wissenschaftlerin von der Technischen Universität München (TUM) am Freitag. Mit den nun getroffenen Maßnahmen könne man davon ausgehen, dass "man diese Zahl auf deutlichst unter 100.000, hoffentlich unter 20.000 senken" könne. Sie warnte aber auch: "Wir haben immer noch in einer Zahl des exponentiellen Wachstums."

Nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steigen "die Zahlen weiter an, jeden Tag". Es sei aber "ein leicht positiver Trend erkennbar". Söder betonte: "Ohne die getroffenen Maßnahmen hätte sich die dramatisch entwickelt, wäre vielleicht sogar eskaliert."

+++ Bayerns Wissenschaftler schließen sich zusammen +++

Zur Erforschung des Coronavirus haben sich in Bayern rund 100 Wissenschaftler und rund 70 Medizinstudenten zu einem interdisziplinären Forschungsteam zusammengeschlossen. Dies teilten Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) am Freitag in München mit. "Gemeinsam arbeiten wir daran, dieses Virus besser zu verstehen, es effektiv zu bekämpfen und erfolgreich aus dieser Krise hervorzugehen", sagte Sibler.

"Mit Teamgeist gegen Corona - 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bayern sowie rund 70 Medizinstudentinnen und -studenten unserer Universitäten haben sich in den letzten zwei Wochen zu einem interdisziplinären Team zusammengeschlossen und sich schnell und professionell auf dieses Projekt vorbereitet", sagte Sibler. Er sprach von einem "wegweisenden Bündnis wissenschaftlicher Expertise", welches ihn hoffnungsvoll stimme.

+++ Todesfall in Altersheim +++

Im Zuge der Corona-Pandemie gibt es in einem Alten- und Pflegeheim der Inneren Mission München einen ersten Todesfall: Im Evangelischen Alten- und Pflegeheim in Planegg verstarb in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eine Bewohnerin. Die 97-Jährige lag schon im Sterben, als bei ihr zusätzlich noch Symptome der Viruserkrankung auftraten. Ein Test ergab dann ein positives Ergebnis.

Derzeit sind in dem Heim, das von der Hilfe im Alter, einer Tochtergesellschaft der Inneren Mission München betrieben wird, sechs Bewohner positiv getestet worden. Sie zeigen Symptome von Husten und Fieber, bleiben aber weiterhin im Pflegeheim. Alle Bewohner und alle Mitarbeitende des Hauses befinden sich derzeit in Testung.

Die Situation im Leonhard-Henninger-Haus im Münchner Westend hat sich insofern verschlechtert, als nun insgesamt 16 Mitarbeitende positiv auf das Virus getestet wurden. 25 Bewohner haben ebenfalls dieselbe Diagnose. Das Ergebnis der Reihentestung der vergangenen Tage liegt nach Auskunft von Geschäftsführer Gerhard Prölß leider immer noch nicht vor, obwohl man um "höchste Dringlichkeit" gebeten habe. Prölß: "Wir sind sehr ungeduldig, weil wir für unsere weiteren Planungen die Informationen brauchen."

+++ Gefälschte E-Mail zum Kurzarbeitergeld im Umlauf +++

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) warnt vor einer betrügerischen E-Mail:Die Absender wollen demnach an persönliche Kundendaten gelangen. Bundesweit werden unter der E-Mail-Adresse kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de unseriöse E-Mails verschickt. Laut BA wird der Arbeitgeber darin unter anderem aufgefordert, konkrete Angaben zur Person, zum Unternehmen und zu den Beschäftigten zu machen, um Kurzarbeitergeld zu erhalten. Im Absender ist keine Telefonnummer für Rückfragen angegeben.

Die Bundesagentur für Arbeit rät Arbeitgebern auf keinen Fall auf die E-Mail zu antworten und diese umgehend zu löschen. "Die BA ist nicht Absender dieser Mail. Die BA fordert Arbeitgeber auch nicht per Mail auf, Kurzarbeitergeld zu beantragen", heißt es in der BA-Mitteilung vom Dnnerstag. Informationen zur Beantragung von Kurzarbeitergeld erhalten Betriebe telefonisch unter der zentralen gebührenfreien Hotline für Arbeitgeber 0800 4 5555 20. Kurzarbeitergeld kann nur über eine Anzeige zum Arbeitsausfall durch den Arbeitgeber erfolgen. Infos zum Kurzarbeitergeld gibt's hier. 

+++ Kein 365-Euro-Ticket? +++

Der noch amtierende Landrat von Starnberg, Karl Roth (CSU), hat angekündigt, dass sein Landkreis die Einführung des 365-Euro-Tickets für Schüler und Azubis verschieben möchte. Eigentlich war die Einführung zum August 2020 geplant. Auf AZ-Anfrage erklärt eine Landratsamt-Sprecherin diese Entscheidung mit einer noch zu "unklaren finanziellen Lage". Doch wenn Starnberg aussteigt, scheitert die Einführung des Tickets zunächst für den gesamten MVV-Bereich – denn es ist die Zustimmung aller Mitglieder im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) nötig.

SPD-Stadträtin Simone Burger schimpft: "Diese Ankündigung ist das völlig falsche Signal." Die "völlig unabgestimmte Panikreaktion" gefährde das "ganz wichtige gemeinsame Angebot". Vor der Entscheidung für ein 365-Euro-Ticket war lange diskutiert worden, um die beste gemeinsame Lösung zu finden. Genau das sollte man jetzt auch tun, fordert Burger.

+++ SPD und CSU fordern Stundungen für Gewerbe +++

Die Ausgangsbeschränkungen haben für viele Münchner Gewerbetreibende teils fatale Auswirkungen. Eine große Belastung ist dabei die Miete, die trotz ausbleibender Kunden oder Aufträge weiterhin gezahlt werden muss. Um zumindest die Mieter von Immobilien der städtischen Tochtergesellschaften zu entlasten, beantragt das Noch-Rathausbündnis aus CSU und SPD jetzt die zinslose Stundung von Gewerbemieten. Die Mietstundung soll rückwirkend für den Zeitraum seit März und noch bis zum Ende der Ausgangsbeschränkungen gelten, schlagen SPD und CSU vor. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl sagt zu dem gemeinsamen Antrag: "Die Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie bringen viele Münchner Gewerbetreibende, aber auch Künstler und Kulturschaffende in wirtschaftliche Bedrängnis." Die Stadt München sei deshalb jetzt umso mehr gefordert, unterstützend einzugreifen, wo es nur ginge. Die zinslose Stundung von Gewerbemieten durch die städtischen Tochtergesellschaften sei eine dieser "wichtigen, akut helfenden Unterstützungsmaßnahmen", so Pretzl. Er kündigt auch an: "Weitere Maßnahmen werden folgen müssen." Das Wirtschafts- und Kulturleben seien zwei "tragende Pfeiler" der Stadt. Pretzl: "Wir müssen jetzt sehr darauf achtgeben, dass diese Pfeiler stark bleiben."

+++ Über 19.000 Infizierte in Bayern +++

In Bayern sind inzwischen 19.153 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind bisher 277 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Donnerstag (Stand 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Den Angaben zufolge waren es am Vortag 17.151 infizierte Personen und 241 Todesfälle gewesen.

+++ Freistaat unterstützt Kino-Betreiber mit Geld +++

Die Kinobetreiber in Bayern sollen vom Freistaat mit mehr als zwei Millionen Euro unterstützt werden. "Corona verändert derzeit alles und trifft auch die Kinos in Bayern mit voller Härte", begründete Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) am Donnerstag in München die Entscheidung. Für Spielstätten mit bis zu sieben Kinosälen soll es Sofortprämien von insgesamt 1,2 Millionen Euro geben. Auch die klassischen Programmprämien etwa für die Filmauswahl oder für besondere Angebote sollen aufgestockt werden. Insgesamt stehen dafür laut Gerlach bis zu 860.000 Euro zur Verfügung.

Daneben gebe es bereits ein Nothilfeprogramm für Unternehmen, das auch für Kinobetreiber gelte, sowie einen bis zu 15 Millionen Euro schweren Notfallfonds für Filmproduktionen und Verleiher. Daran sei Bayern mit bis zu 1,4 Millionen Euro beteiligt. "Mir ist wichtig, dass die Kinobetreiber jetzt schnell und unkompliziert an ihr Geld kommen", sagte Gerlach. Kinobetreiber hatten erst vor kurzem auf ihre Finanznöte hingewiesen, in die sie durch die Schließungen ihrer Häuser wegen der Corona-Pandemie geraten sind.

+++ Aktuelle Corona-Zahlen aus München +++

In München gibt es 173 neue Coronavirus-Fälle – das gab die Stadt am Donnerstagmittag bekannt. Damit sind aktuell 3.099 Infektionen in der Landeshauptstadt gemeldet.

In diesen 3.099 Infektionen sind jedoch auch 645 Personen enthalten, die mittlerweile wieder geheilt. Neun Menschen sind in München bislang am Coronavirus gestorben.

+++ Bayerns Gefängnisse steigen in Masken-Produktion ein +++

Häftlinge in Bayerns Gefängnissen steigen in die Produktion von Mund-Nasen-Schutzmasken ein. In der JVA Aichach hat die Serienproduktion bereits am 26. März begonnen, jetzt ziehen die Gefängnisse in Amberg, Kaisheim und München nach. Dem Bayerischen Justizministerium zufolge sollen in der nächsten Zeit nun 150.000 Schutzmasken in den Gefängnis-Schneidereien des Freistaats genäht werden. Bis zu 45 Gefangene helfen mit.

Der Justizvollzug näht für einen bayerischen Textilzulieferer der Automobilindustrie, der den Freistaat beliefert. Die Firma schickt Masken-Rohlinge in die Gefängnisse, die Gefangenen verarbeiten diese weiter. Dann nimmt die Firma die Ware zurück und liefert sie in das Zentrallager der Staatsregierung.

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) über die Maßnahme: "Ich bin sehr stolz auf den Beitrag, den Gefangene und Mitarbeiter unserer JVAs in der Krise leisten. In der aktuellen Situation müssen alle zusammenhelfen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken."

+++ Geschlossene Münchner Klinik: Wenige weitere Corona-Infektionen +++

Am Helios Klinikum München West sind nach der vorübergehenden Schließung des normalen Krankenhausbetriebes wegen mehrerer Corona-Infektionen nur wenige weitere Patienten positiv auf das Virus getestet worden. Es seien zwar noch nicht alle Ergebnisse da, aber bislang seien die meisten Tests negativ ausgefallen, sagte der Ärztliche Direktor, Reza Ghotbi, am Donnerstag in München.

+++ Söder: Brauchen am Ende Milliarden Masken +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von "Milliarden" Masken. "Wir werden auf Dauer enorm viel Masken brauchen. Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Lkr. Landshut).

Zuerst brauche man die Masken für das medizinische Personal und dann prioritär auch für Alten- und Pflegeheime, sagte Söder. Man brauche die Masken dann aber auch "in der breiten Entwicklung auch irgendwann, wenn es um den Arbeitsschutz geht, um das Miteinander".

+++ Augustiner erlässt seinen Wirten die Miete +++

Tolle Aktion von Augustiner: Die Münchner Brauerei erlässt seinen Wirten für den März die Hälfte der Miete, im April müssen diese überhaupt nicht zahlen. "Dies ist eine ganz außerordentliche Geste, die wir wahnsinnig zu schätzen wissen. Gemeinsam schaffen wir das", teilt der Augustiner Schützengarten via Social Media mit.

+++ Kaniber: Obst und Gemüse könnte teurer werden +++

Wegen fehlender Erntehelfer in der Corona-Krise könnten einige Obst- und Gemüsesorten laut Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber teurer und knapp werden. Beim Wegbrechen von Lieferketten, etwa aus Italien, "könnte es durchaus auch zu Engpässen kommen", sagte die CSU-Politikerin am Donnerstag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Morgen). "Wenn die Ware knapp wird, könnte es auch passieren, dass der Preis für Obst- und Gemüse steigen kann."

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rief indes zu mehr Selbstversorgung in Bayern auf. "Wir müssen deshalb alles tun, um jetzt bei uns den Salat zu pflanzen, die Gurken zu pflanzen und dergleichen mehr", sagte der stellvertretende Ministerpräsident am Mittwochabend in der BR-Fernsehsendung "Jetzt red i". Das gelte für Gemüsebauern und Gärtnereien wie für private Gartenbesitzer. "Wir müssen hier sehr stark auf die Selbstversorgung setzen".

Der Grad der Selbstversorgung von Gemüse liege in Bayern bei 40 Prozent. Bei Obst seien es sieben Prozent, sagte Kaniber im Radio-Interview. Die Bereitschaft der Menschen im Freistaat, als Erntehelfer zu arbeiten sei "riesengroß", sagte sie mit Verweis auf eine Online-Plattform zur Suche nach Arbeitskräften. "Es haben sich schon über 40.000 Menschen eingetragen, vom Kurzarbeiter über den Studenten. Jeder will da mit anpacken."

+++ Piazolo: Ferien werden nicht gekürzt +++

Das Coronavirus hat auch massive Auswirkungen auf den Schulbetrieb – mittlerweile sind sämtliche Schulen im gesamten Land geschlossen. Die Maßnahme soll vorerst bis zum 19. April andauern. Laut Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ist es gut möglich, dass die Schulen am 20. April wieder öffnen – trotz der weiterhin steigenden Infektionszahlen in Deutschland. "Die Lehrer sind darauf vorbereitet, dass wir am 20. April wieder starten", sagte Piazolo im "Bild"-Interview. "Ob das dann auch so kommt, bedarf noch vieler Überlegungen. Wir müssen die Schülerbeförderung klären und brauchen auch einen Vorlauf für die totale Desinfektion der Schulen. Um Ostern herum werden wir entscheiden."

Bei einer Sache ist sich Piazolo aber hundertprozentig sicher: Die kommenden Schulferien werden nicht gekürzt, um verlorengegangene Zeit wieder aufzuholen. "Nein. Die Ferien sind unantastbar. Es wäre denkbar, eine mündliche Nachprüfung in die Ferien zu verlegen."

+++ Bayerns Grüne fordern Corona-Zulage für Pflege und Medizin +++

Während der Corona-Krise sollten alle Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Sektor nach Ansicht der Grünen eine steuerfreie Gefahrenzulage von bis zu 500 Euro pro Monat bekommen. "Für alle Menschen, die (...) jetzt ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, um das Leben anderer zu retten, fordern wir eine monatliche Gefahrenzulage von bis zu 500 Euro (drei Euro pro Stunde)", heißt es in einem 20-Punkte-Plan zur Corona-Krise, den die Grünen im Landtag beschlossen haben. "Applaus mag das Brot des Künstlers sein. Man kann ihn aber nicht essen und seinen Kindern keine Kleidung davon kaufen", sagte Fraktionschefin Katharina Schulze der dpa in München.

In der aktuellen Krise habe die Politik nicht nur die Aufgabe, das Geschehen ins Auge zu nehmen, sondern müsse auch einen "Masterplan" für das Jetzt und das Später entwickeln, betonte Schulze. "Unser Grünes Grundsatzpapier "Corona: Mit Weitblick aus der Krise" liefert hierzu einen Beitrag und soll eine breit aufgestellte politische Debatte anstoßen."

Das siebenseitige Papier umfasst diverse Maßnahmen neben den finanziellen Hilfen - auch für Medien -, mehr Digitalisierung in der Bildung und die Rückkehr zum grenzfreien Warenverkehr in Europa.

+++ Über 200.000 Unternehmen brauchen bereits Soforthilfe +++

210.900 Unternehmen in Bayern haben bisher finanzielle Soforthilfen wegen der Corona-Krise beantragt. Bis Mittwochmittag summierten sich die Hilfen auf 1,579 Milliarden Euro, wie das Wirtschaftsministerium in München auf Anfrage mitteilte. Bislang seien mehr als 283 Millionen Euro bereits ausgezahlt worden. Im Schnitt beträgt die Bearbeitungsdauer der Anträge zehn Tage, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Spitzenreiter im Freistaat ist Oberbayern mit 42.000 Anträgen in Höhe von 315 Millionen Euro, gefolgt von der Landeshauptstadt München mit 35 990 Anträgen über 269 Millionen Euro und Mittelfranken mit 33.000 Anträgen mit einem Volumen von 247 Millionen Euro.

Aus Schwaben stammten bisher 26.610 Anträge (199 Millionen Euro), aus Niederbayern 21.400 Anträge (160 Millionen Euro), aus Unterfranken 18.000 (135 Millionen Euro), aus der Oberpfalz 17.900 Anträge (134 Millionen Euro) und aus Oberfranken 16.000 Anträge (120 Millionen Euro).

+++ Von der Straße ins Netz: Fridays for Future protestiert weiter +++

Wegen der Corona-Pandemie hat die Klimaschutzbewegung Fridays for Future ihre Streiks ins Internet verlagert. "Wir müssen uns natürlich auf die neue Situation einstellen", sagte Anna Volk, Sprecherin der Bewegung in München. Es werde aber weiterhin jeden Freitag gestreikt: Unter dem Hashtag #Netzstreikfürsklima posten Aktivisten in den sozialen Netzwerken Fotos von sich zu Hause mit Transparenten oder Schildern in der Hand. "So können alle mitstreiken, ohne auf die Straße zu gehen", sagte Volk. 

Zusätzlich soll in München unter dem Motto #StreamStreik jeden Freitag ein Livestream auf YouTube stattfinden. Dort können sich Zuhörer über ein Chatfenster mit verschiedenen Gästen über Klima- und Umweltthemen austauschen und den Rednern Fragen stellen. 

Zudem gebe es bundesweit regelmäßig Webinare, in denen Experten mit Aktivisten über verschiedene Themen diskutieren. "Unser Ziel ist es, zu sagen: Ihr könnt zwar nicht in die Schule gehen, aber wir tauschen uns trotzdem weiter aus und bilden uns im Bereich Klimaschutz weiter", so Volk. 

+++ Helios Klinik München-West geschlossen +++

Aktuell verzeichnet das Helios Klinikum München West ein gehäuftes Auftreten von positiv auf Covid-19 getesteten Personen – insbesondere auf einer gemischt internistischen und einer chirurgischen Station. Zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern wurden deshalb vorsorglich Maßnahmen eingeleitet, mit dem Ziel, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Dies erfolgte in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt. Bislang wurden 14 Patienten und 2 Mitarbeiter positiv getestet.

So finden derzeit keine stationären Aufnahmen, Verlegungen oder Entlassungen von Patienten statt. Davon betroffen ist auch die Notaufnahme der Klinik. Zudem sind die Sicherheitsvorkehrungen, die bislang nur für die Behandlung von positiv auf Covid-19 getestete Personen oder Verdachtsfälle galten, auf die Behandlung aller Patienten ausgeweitet worden.

Als weitere Vorsichtsmaßnahme sind alle Mitarbeiter der Klinik angehalten, im öffentlichen Raum einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich außerhalb ihrer Tätigkeit in der Klinik in häusliche Quarantäne zu begeben. Darüber hinaus wurde damit begonnen, sowohl alle Patienten als auch alle Mitarbeiter auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zu testen. Die Ergebnisse werden kurzfristig erwartet.

Das Helios Klinikum München West im Stadtteil Pasing hat 412 Betten und ist akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München. Mit einer zentralen Notaufnahme sowie 20 weiteren Fachabteilungen und Sektionen bietet es eine umfassende Versorgung auf Universitätsniveau. Rund 950 Menschen arbeiten dort.

+++ 300 Euro Bonus bei der AWO +++

Die AWO zahlt Beschäftigten ab sofort monatlich 300 Euro brutto mehr als Corona-Bonus. "Wir gehen davon aus, dass diese steuerfrei bleiben und wir brauchen eine generelle Diskussion über den Wert der Pflege", twitterte der AWO-Verband München-Stadt am Mittwochabend.

+++ So läuft die Notbetreuung in Schulen +++

Im Schulhaus ist es kalt. Die breiten Gänge sind leer, die Klassenzimmer verwaist. Aber in einem sonnigen Eck in der Schulbibliothek eines Gymnasiums sitzen zwei Schüler an schuleigenen iPads. Neben einer Lehrerin erledigen sie hier still ihre Arbeitsaufträge für den Tag. Einzelne Schüler und eine Aufsichtsperson, so sieht typischerweise die Notbetreuung an Münchner Schulen aus, wie sie seit drei Wochen stattfindet. Neu ist: Auch in der Zeit der Osterferien werden nun bei Bedarf Kinder von 8 bis 16 Uhr beaufsichtigt, von denen ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet Dazu gehören Angestellte im Rettungsdienst, Apotheker, Feuerwehrleute und Polizisten. Genauso wie Verkäuferinnen im Lebensmittelbereich, S-Bahn-Fahrerinnen, Journalisten, Reinigungskräfte (die Krankenhäuser desinfizieren) oder eben Mediziner. Die Notbetreuung wird in jeder Schule mit Kindern bis zur 6. Klasse angeboten. In München besuchen über 450 Grundschüler, Mittel-, Realschüler und Gymnasiasten der staatlichen Schulen die Notbetreuung für die Klassen eins bis sechs, teilte das Kultusministerium auf AZ-Anfrage mit. Das Referat für Bildung und Sport zählt 101 Kinder in städtischen Realschulen, Gymnasien und Tagesheimen, informiert Katharina Rieger von der Pressestelle des Bildungsreferats.

+++ Vier Fälle in Planegger Altersheim +++

Nun gibt es auch in einem Altersheim in Planegg vier mit dem Coronavirus infizierte Patienten. "Es handelt sich um zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 73 und 96 Jahren, bei denen die Symptome Fieber und Husten aufgetreten sind. Drei weitere Bewohnerinnen, die ebenfalls Fieber haben, wurden heute (Mittwoch) getestet. Das Ergebnis der Untersuchung liegt noch nicht vor", teilte die Innere Mission, der Träger des Heimes, mit.

+++ Söder: Beschränkungen fallen nicht auf einmal weg +++

Die Einschränkungen wegen der Corona-Krise werden nach Aussage von CSU-Chef Markus Söder auch im Falle einer Verbesserung nach dem 19. April nicht komplett wegfallen können. Es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April, einem politisch festgelegten Termin, "alles wird wie vorher", sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch nach der Telefonkonferenz von Bund und Ländern.

In der Konferenz hatten sich die Regierungschefs darauf verständigt, die bestehenden scharfen Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Krise mindestens bis zum Ende der Osterferien zu verlängern. Es brauche jetzt keine Verschärfung, aber auch keine Exit-Strategien zu den Ausgangsbeschränkungen in ganz Deutschland.

+++ Coronavirus in Bayern: 50 Todesfälle an einem Tag +++

In Bayern ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getesteten Menschen auf 17.151 gestiegen. Gestorben sind bisher 241 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Mittwoch (Stand: 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Am Vortag waren es 15.505 infizierte Personen und 191 Todesfälle gewesen.

+++ München-Zahlen: 227 neue Infektionen, vier Todesfälle +++

In München wurden am 1. April (Stand: 13.30 Uhr), 227 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 2.926 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 487 Personen, die bereits geheilt sind, sowie insgesamt neun Todesfälle. Zu den bisherigen fünf Todesfällen kamen am Mittwoch vier neue hinzu. Bei ihnen handelt es sich um zwei Münchnerinnen, 90 und 92 Jahre alt, sowie zwei Münchner, 77 und 85 Jahre alt.

+++ Vermutlich neun Tote durch Corona-Infektionen in Seniorenheim +++

In einem Seniorenheim in Harburg (Landkreis Donau-Ries) sind neun Bewohner mutmaßlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Zwar wurden nur zwei der neun seit Freitag verstorbenen Senioren positiv auf das Coronavirus getestet, sagte Landrat Stefan Rößle (CSU) am Mittwoch. Das liege jedoch daran, dass nicht bei allen ein Test erfolgt sei. Wegen des engen zeitlichen Zusammenhanges sei bei allen Todesfällen von einer Covid-19-Erkrankung als Ursache auszugehen. Zwei weitere positiv getestete Heimbewohnerinnen seien derzeit in medizinischer Behandlung, eine von ihnen sei ins Krankenhaus gebracht worden. "Es wird alles unternommen, um zeitnah aufzuklären, wer mit wem Kontakt hatte", so Rößle weiter. So würden nach Möglichkeit Tests bei allen Mitarbeitern und Bewohnern des Heims mit Symptomen durchgeführt.

+++ Münchner Opernfestspiele: Vorerst keine Absage +++

Die Münchner Opernfestspiele sind anders als die Bayreuther Festspiele derzeit noch nicht abgesagt. "Wir werden gemeinsam mit allen Direktoren des Hauses und in Abstimmung mit dem Ministerium Anfang Mai über die Durchführung der Festspiele entscheiden", sagte der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, am Mittwoch auf Anfrage. Nach jetzigem Stand würden die Proben am 18. Mai beginnen.

Vom 21. Juni bis zum 31. Juli stehen unter anderem Premieren der Opern "Castor und Pollux" von Jean-Philippe Rameau sowie Giuseppe Verdis "Falstaff" im Festspielkalender. Opernstars wie Diana Damrau oder Jonas Kaufmann werden erwartet. Auch Konzerte und Ballettaufführungen stehen auf dem Spielplan.

+++ Hofflohmärkte in München abgesagt +++

Die bekannten und beliebten Hofflohmärkte in München müssen wegen der Coronavirus-Pandemie bis auf Weiteres abgesagt werden. Das teilte Initiator René Götz am Mittwoch auf der Facebook-Seite der Hofflohmärkte mit.

Manche Viertel werde er zwar vermutlich in die Herbstmonate verschieben können, aber alle Termine können wohl nicht nachgeholt werden. "Aktuell tüftel ich noch an den genauen Daten – die Veröffentlichung dazu folgt in den nächsten Tagen", schreibt Götz. Der erste Münchner Hofflohmarkt des Jahres hätte eigentlich am 2. Mai stattfinden sollen.

Um das Projekt auch in der schwierigen Corona-Zeit unterstützen zu können, wurde nun eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. Hier können Flohmarkt-Liebhaber und andere Interessierte für den Fortbestand der Hofflohmärkte spenden.

+++ Erzbistum verschiebt Firmung und Erstkommunion +++

Im Erzbistum München und Freising werden Firmung und Erstkommunion wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus' bis Pfingsten verschoben. "Manche Hoffnungen werden enttäuscht, aber wir müssen weiter verantwortlich handeln", heißt es in einem Schreiben von Generalvikar Christoph Klingan und Amtschefin Stephanie Herrmann an die Pfarreien im Bistum. Darin wird die Verschiebung der Firmungen angekündigt und "nachdrücklich empfohlen, auch alle Erstkommunionfeiern bis Pfingsten aufzuschieben".

Es gehe darum, den Pfarreien "Orientierung in diesem so zentralen Bereich des pastoralen Handelns" zu geben. Auch die betroffenen Familien bräuchten Gewissheit für ihre Planungen. Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit alle Gottesdienste in Bayern und deutschlandweit verboten. Auch zu Ostern wird es keine geben.

+++ 25 Bewohner in Pflegeheim im Westend erkrankt +++

Im Leonhard-Henninger Pflegeheim im Münchner Westend sind 25 Bewohnerinnen und Bewohner an COVID-19 erkrankt. Wie die Innere Mission am Dienstagabend mitteilte, seien auch fünf von 15 untersuchten Pflegekräften positiv auf das Virus getestet worden. Das evangelische Pflegeheim stehe unter Quarantäne. Alle Bewohner und Mitarbeiter werden untersucht. Hier gibt's alle Informationen!

+++ Bayerische Altenheime: Tote in Schweinfurt und Würzburg +++

In einem Seniorenheim in Schweinfurt ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt.

Zuvor war bekannt geworden, dass in einem Würzburger Seniorenheim drei mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben sind. Es handele sich um zwei 87 und 91 Jahre alte Frauen sowie um einen 84-jährigen Mann, teilte der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit. Alle drei Bewohner des Hans-Sponsel-Hauses hätten unter schweren Vorerkrankungen gelitten.

Insgesamt sind damit im Raum Würzburg 20 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, davon 16 im Altenpflegeheim St. Nikolaus und vier in der Einrichtung der AWO.

+++ Bayreuther Festspiele abgesagt +++

Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Dienstagabend mit. Die für diese Saison geplante Neuproduktion "Der Ring des Nibelungen" könne voraussichtlich erst im Jahr 2022 Premiere feiern.

Katharina Wagner zeigte sich betroffen über die Absage. "Natürlich sind wir traurig, gerade weil wir uns auf eine spannende Neuproduktion des "Rings" gefreut haben", sagte die Festspielleiterin. "Aber die Gesundheit geht vor."

+++ 198 neue Fälle in München +++

In München wurden am heutigen Dienstag, 31. März (Stand 13.30 Uhr), 198 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 2.699 Infektionen gemeldet. Fünf Menschen starben in München an Covid-19.

In ganz Bayern sind inzwischen 15.505 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Dienstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. Demnach sind bislang 191 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

+++ Chinesische Gewerkschaft schenkt Bayern 50.000 Masken +++

Eine chinesische Gewerkschaft hat Bayern 50.000 Schutzmasken gespendet. Die IG Metall teilte am Dienstag mit, die Masken seien sofort nach Ankunft in München verteilt worden und würden nun in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen eingesetzt. Spender sei die Gewerkschaft SPFTU in der ostchinesischen Provinz Shandong, einer Partnerprovinz des Freistaats. IG-Metall-Bezirksleiter Johann Horn sagte: "Obwohl in China die Produktion wieder anläuft und dort auch in den Fabriken zunehmend Schutzmasken benötigt werden, denkt die SPFTU in dieser Situation auch an uns in Deutschland." Das sei "gelebte Solidarität unserer chinesischen Partnergewerkschaft".

+++ Arbeitslosenzahlen vor Corona gut +++

Aufgrund der Corona-Pandemie unterliegt der Arbeitsmarkt aktuell einer sehr dynamischen Entwicklung. Welche Folgen die Pandemie auf die Zahlen hat, lässt sich frühestens ab April dokumentieren. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten beziehen sich auf den 12. März, den statistischen Zähltag für den Berichtsmonat März. Zu diesem Zeitpunkt stand Deutschland, und somit auch München, noch am Beginn der Corona-Pandemie. Die Maßnahmen der Politik, die die wirtschaftliche Tätigkeit stark einschränken, setzten erst danach ein. Somit wird die von der Corona-Krise beeinflusste tatsächliche Lage am Arbeitsmarkt von den aktuell vorliegenden Daten noch nicht abgebildet. Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk München ist gesunken.

So waren 37.176 Personen arbeitslos gemeldet, 409 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote (alle Erwerbspersonen) blieb unverändert bei 3,5 Prozent. Im Bund ist die Zahl der Arbeitslosen von Februar auf März um rund 60.000 auf 2,335 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich auf 5,1 Prozent (Februar 5,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote für Westdeutschland beträgt 4,8 Prozent, für Ostdeutschland 6,4 Prozent. Auf Länderebene nahm in Bayern die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent ab (Februar 3,2 Prozent).

+++ Webasto spendet Schutzkleidung +++

Tolle Geste von der Firma Webasto. Der Automobilzulieferer hat an die München Klinik Schutzkleidung gespendet, die aktuell für die Behandlung von Corona-Patienten verstärkt gebraucht wird – darunter 2.000 Schutzbrillen, 2.500 Schutzmasken und 5.000 Handschuhe.

"Als sich einige unserer Mitarbeiter Anfang dieses Jahres mit dem neuartigen Coronavirus infizierten hatten, haben wir sehr viel Unterstützung erfahren. Unsere erkrankten Kollegen haben uns berichtet, dass sie von Ärzten und Pflegepersonal in den Krankenhäusern in und um München fachlich hochprofessionell und menschlich ganz großartig betreut wurden. Wir freuen uns, jetzt etwas zurückgeben zu können, indem wir überzählige Schutzkleidung dorthin abgeben, wo sie dringendst benötigt wird. Wir sind uns bewusst, dass wir in der aktuellen Situation nur einen kleinen Beitrag leisten können, und freuen uns daher umso mehr über die positiven Rückmeldungen, so Holger Engelmann, CEO der Webasto Gruppe.

Die ersten positiv getesteten Mitarbeiter der Firma verbrachten Ende Januar die klinische Isolation im Klinikum Schwabing. Dort nahm die Corona-Pandemie in München und Bayern ihren Anfang.

+++ Kabinett spricht mit Scholz über Rettungsmaßnahmen +++

Gemeinsam mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will das bayerische Kabinett am Dienstag (10.30 Uhr) über die Maßnahmen gegen die aktuelle Corona-Krise beraten. Dabei wird es unter anderem um die bessere Verzahnung der Hilfsgelder aus Bundes- und Landesmitteln sowie den Beschluss der verlängerten Ausgangsbeschränkungen gehen.

Am Montag hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärt, dass die seit dem 21. März geltenden Ausgangsbeschränkungen bis zum 19. April verlängert werden sollen. Dabei hatte der CSU-Chef auch eine bessere Zusammenarbeit der Länder bei der medizinischen Behandlung von schwer erkrankten Corona-Patienten gefordert.

Um die Unternehmen im Land vor einer Pleitewelle zu schützen, hat Bayern bereits einen Rettungsschirm in Höhe von zehn Milliarden Euro aufgespannt, der jedoch nochmals deutlich auf bis zu 40 Milliarden Euro ausgeweitet werden soll. Der Landtag muss dem aber in einigen Punkten noch zustimmen. Darüber hinaus hat in der vergangenen Woche auch der Bundestag ein Rekord-Hilfspaket von 156 Milliarden Euro beschlossen, welches die Corona-Folgen finanziell abfedern soll.

In Bayern waren bis Montagmittag 14.437 Menschen positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Landesweit starben bis Montag 133 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

+++ Traditionsgeschäft vor dem Aus +++

Seit 70 Jahren gibt es das Traditionsunternehmen Leder Fischer. Doch jetzt droht das Aus. "Von einem Tag auf den anderen fallen die Einnahmen komplett weg, zum Anderen laufen die Kosten weiter", klagt das Unternehmen in einer Mitteilung. "Die Reserven werden, wie in den meisten Betrieben, innerhalb von zwei bis drei Wochen aufgebraucht sein." Die von der Politik angekündigten Staatshilfen und Abfederungen kämen "gar nicht oder nicht schnell genug an", heißt es weiter. Die beantragte Soforthilfe für Fischer mit seinen 27 Mitarbeitern sei nicht eingetroffen. Eigentlich verfüge das Unternehmen über "eine gute Bonität und ausreichende Liquidität für den normalen Geschäftsbetrieb". Die Aussichten seien aber unsicher. "Keiner weiß, wann es weitergeht, das heißt, wie lange die Läden geschlossen bleiben müssen." Besonders schlimm wäre es für das Unternehmen, wenn die Wiesn ausfallen sollte. "Dann fehlt uns als Trachtenmode-Anbieter in den Monaten August und September 80 Prozent des Umsatzes."

+++ Drei weitere Tote in Würzburger Pflegeheim +++

Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus sind erneut drei mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Es handele sich um zwei Frauen im Alter von 105 und 94 Jahren sowie einen 88 Jahre alten Mann, teilte das Landratsamt Würzburg am Montagabend mit. Alle drei hätten unter schweren Vorerkrankungen gelitten. Erst am Sonntagabend hatte das Heim den Tod eines 80-Jährigen gemeldet. Insgesamt sind im Raum Würzburg 17 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, ein Großteil davon in der Senioreneinrichtung. Die übrigen positiv auf das Virus getesteten Menschen des Heimes wurden am Wochenende auf Stationen innerhalb der Einrichtung isoliert.

+++ Über 200 Neuinfektionen in der Stadt +++

In München wurden am heutigen Montag, 30. März (Stand 13.30 Uhr), 245 neue Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 2.501 Infektionen gemeldet. In diesen Zahlen enthalten sind 250 Personen, die bereits geheilt sind, sowie leider auch ein vierter und fünfter bestätigter Todesfall: Ein 68-jähriger Münchner sowie eine 66-jährige Münchnerin sind an COVID-19 verstorben. Am Montag vergangener Woche (23.3.) waren es – einschließlich der Meldungen vom Sonntag – 274 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 1.316).

+++ Keine Maskenpflicht wie in Österreich +++

Nach Worten des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) ist derzeit keine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wie künftig in Österreich geplant. Er schließe nicht aus, dass das auch in Deutschland eine denkbare Möglichkeit sein könnte, sagte Söder am Montag in München. Er betonte aber: "Derzeit ist das nicht geplant, das zu tun." Es seien derzeit keine weiteren Verschärfungen der geltenden Auflagen und Verschärfungen geplant.

Die österreichische Regierung verschärfte die Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und kündigte unter anderem eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe an.

+++ RGU für Schwerpunktzentren +++

Münchens Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs ruft die niedergelassene Ärzteschaft auf, Schwerpunktpraxen für die Testung und Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten zu etablieren: "Wir brauchen in dieser Krisensituation eine Spezialisierung unter den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Mit der Schaffung von Schwerpunkt-Praxen garantieren wir die bestmögliche Versorgung der Covid-19-Erkrankten, die wegen eines leichten Verlaufs der Erkrankung nicht stationär behandelt werden müssen. Gleichzeitig erhalten wir die dringend nötige bisherige ambulante Grundversorgung für alle anderen und stärken die niedergelassenen Praxen. Ein effizientes und starkes ambulantes Versorgungssystem ist das Rückgrat der derzeitigen Krisenbewältigung. Nur so können die Krankenhäuser für die schweren Covid-19-Verläufe und für die Behandlung anderer Erkrankungen, die eine Hospitalisierung erfordern, freigehalten und die Notaufnahmen entlastet werden."

Auch in München sind immer mehr vor allem hausärztliche Praxen von Covid-19 betroffen und müssen deshalb zum Schutz der Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schließen. Diese Praxen fehlen naturgemäß in der medizinischen Versorgung für einen längeren Zeitraum, was dazu führen kann, dass Patientinnen und Patienten gerade in dieser besonders schweren Zeit keine medizinischen Ansprechpartner und Behandlungsmöglichkeiten haben – nicht nur hinsichtlich Covid-19. Oft fehlt es in den Praxen auch an der erforderlichen Schutzkleidung, die mehr denn je gebraucht wird, um Infektionen von medizinischem Personal und Praxisschließungen zu verhindern.

+++ Söder: "Lage ist weiter sehr ernst"

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden um zwei Wochen bis zum 19.4. verlängert. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit. Damit soll die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie weiter verlangsamt werden. "Die Lage ist weiter sehr ernst, es ist jetzt keine Zeit für eine Exitdebatte", so Söder.

In Bayern gebe es derzeit 14.437 Corona-Infektionen, das seien deutlich mehr als am Vortag. "Alle Maßnahmen, die wir treffen, sind immer nach dem Primat, was medizinisch notwendig ist", so Söder. "Wir überprüfen auch immer, ob es juristisch verhältnißmäßig ist", bekräftigte Söder.

Den Angaben zufolge sind bislang 133 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben. Söder betonte, dass die Ausgangsbeschränkungen aber erste Wirkungen zeigten, "die Kurve flacht ab". Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten alle 5 Tage, vor den Maßnahmen habe sich die Zahl alle 2,8 Tage verdoppelt.

Bayern folgt mit der Verlängerung, die Söder zufolge keine Verschärfung der Maßnahmen bedeuten, dem Zeitplan, der auch bundesweit seit mehr als einer Woche gilt. Die Länder hatten sich mit dem Bund auf die weitreichenden Eingriffe in die Freiheit der Menschen in Deutschland geeinigt.

+++ SPD: Sommersemester als "Nullsemester"

Wegen der Corona-Krise sollte das anstehende Sommersemester an den bayerischen Universitäten nach Ansicht der SPD im Landtag nicht wie geplant auf jeden Fall durchgeführt werden. Wie in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Professoren, forderte auch der SPD-Wissenschaftspolitiker Christian Flisek stattdessen, es als "Nicht-Semester" beziehungsweise "Nullsemester" durchzuführen. Das bedeutet, es wird nicht auf Regelstudienzeit und Maximalstudiendauer angerechnet und die BAföG-Zahlungen müssten weiter gehen. In der vergangenen Woche hatte die Staatsregierung mitgeteilt, dass die Vorlesungszeit an Bayerns Universitäten und Hochschulen am 20. April beginnen soll, notfalls in Form von Internetvorlesungen. Ein Ausfall sei trotz Corona-Krise keine Option.

Die technischen Möglichkeiten, einen ausschließlich digitalen Lehr- und Prüfungsbetrieb anzubieten, seien aber nicht an allen Hochschulen und Universitäten gleichwertig vorhanden, betonte Flisek. "Es ist kaum vorstellbar, dass alle Veranstaltungen in allen Studiengängen einfach in digitaler Form ohne nennenswerte Einbußen durchgeführt werden können." Gleichwohl solle das Sommersemester nicht komplett ausfallen. "Ich halte es für sehr sinnvoll, überall da, wo es möglich ist, Lehr- und Prüfungsveranstaltungen digital anzubieten."

+++ Bayern baut Hilfskrankenhäuser für Corona-Patienten +++

Zur Bewältigung der Corona-Krise werden in Bayern 26 Hilfskrankenhäuser errichtet. Dies bestätigte das Innenministerium gegenüber dem "BR".

Der Aufbau der Krankenhäuser soll demnach bereits am Montag beginnen. Vorgesehen ist, dass in jedem Rettungsdienstbereich des Freistaats ein solches Hilfskrankenhaus entsteht, jeweils mit unterschiedlichen Bettzahlen. Beim Aufbau sollen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und Bundeswehr helfen.

+++ Söder informiert über weiteren Kampf gegen Coronavirus +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montagmittag über das weitere Vorgehen informieren: Für 12.30 Uhr hat die Staatskanzlei zu einer Pressekonferenz eingeladen. Ein zentraler Punkt neben aktuellen Zahlen und Entwicklungen dürfte sein, ob und bis wann die umfangreichen Ausgangsbeschränkungen, die in Bayern zunächst bis einschließlich 3. April befristet wurden, verlängert werden. Dass sie verlängert werden, daran gibt es kaum Zweifel.

+++ Bayern behandelt zehn italienische Corona-Patienten +++

Die ersten beiden italienischen Corona-Patienten werden am Sonntag zur medizinischen Behandlung in Bayern erwartet. "Insgesamt nehmen wir in den nächsten Tagen zehn Patienten im Rahmen unserer Möglichkeiten auf", schrieb Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die italienischen Patienten sollen auf verschiedene Kliniken im ganzen Land verteilt werden, einzig München ist davon ausgenommen. "Es ist wichtig, in der Not zu helfen", betonte Söder.

Wegen der schwierigen Lage in Norditalien und teils auch in Frankreich hat die Bundeswehr bereits seit Samstag Corona-Patienten zur Behandlung nach Deutschland geholt. Insgesamt sollen mehrere Dutzend ausländische Corona-Patienten in der Bundesrepublik behandelt werden.

Die Bundeswehr flog am Samstag etwa sechs Intensivpatienten aus der besonders schlimm betroffenen italienischen Stadt Bergamo nach Köln. Sie werden nach Angaben der NRW-Staatskanzlei nun im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn behandelt. Die schwer erkrankten Franzosen sollen im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgt werden, wie es aus dem Verteidigungsministerium hieß.

+++ Zahlen steigen in München weiter +++

In München wurden am heutigen Sonntag, 29. März (Stand: 13.30 Uhr), 176 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 2.256 Infektionen gemeldet. In diesen Zahlen enthalten sind auch 250 Personen, die bereits geheilt sind, sowie drei Todesfälle. Das teilte die Stadt am Sonntag mit.

+++ Ministerium: 110 Corona-Tote in Bayern +++

In Bayern sind inzwischen 13.263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München mit. Den Angaben zufolge sind bislang 110 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

+++ Söder verteidigt Bayerns Corona-Maßnahmen erneut +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die strengen Auflagen für Bayerns Bürger in der Corona-Krise erneut verteidigt. Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten seit dem 21. März Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Derlei sei nötig gewesen, "weil zu spüren war, dass Appelle allein nicht reichen. Viele haben sich vorbildlich verhalten, andere haben es ignoriert oder nicht ernst genommen", sagte er dem Magazin "Spiegel". "Ich kann auch verstehen, dass man sein gewohntes Leben gerne weiterführt. Alle Experten haben uns aber zu zügigem Handeln geraten."

Das Verlassen der Wohnung ist - zunächst befristet bis einschließlich 3. April - nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber ausdrücklich auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" – das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Wer die Regeln nicht einhält - etwa den Mindestabstand von 1,5 Metern - muss mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.

Später hatten sich der Bund und die Länder auf ein bundesweites Kontaktverbot verständigt. Der bayerische Weg hatte unter den Ministerpräsidenten für Verstimmungen gesorgt. "Wenn Sie dann zum Ergebnis kommen, dass bestimmte Maßnahmen ohnehin sein müssen, stellt sich die Frage, warum man dann noch drei bis fünf Tage warten soll", sagte Söder. "Jeder Tag bedeutet eine erhöhte Infektionsgefahr, die Leben kosten kann."

Zum Thema Exitstrategie - also der Lockerung oder Abschaffung der Auflagen - sagte der CSU-Politiker: "Aber wann und in welcher Form wir wieder zur Normalität zurückkehren, hängt davon ab, wie sich die Zahlen der Infektionen und Todesfälle entwickeln. Aus heutiger Sicht kann es keine vorschnelle Entwarnung geben. Die Lage bleibt sehr ernst. Im Moment steigen die Zahlen noch steil an."

+++ Altmaier plant umfassendes Wirtschaftspaket +++

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier arbeitet an umfassenden Plänen für die Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Coronakrise. Das Konzept solle nicht nur klassische Konjunkturpakete umfassen, sondern auch strukturell die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessern, so Altmaier im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Rückstand bei der Digitalisierung müsse aufgeholt und industrielle Produktion wie Arzneimittel und Biotech auch in Deutschland angesiedelt werden.

+++ 235 neue Corona-Fälle in München +++

In München wurden am Samstag, (Stand: 13.30 Uhr), 235 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 2.080 Infektionen gemeldet.

Zum Vergleich: Am Samstag vergangener Woche (21.3.) waren es 164 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 1.042).

+++ Coronavirus: Weitere Einschränkungen im Zugverkehr +++

Nach der Deutschen Bahn streichen in der Corona-Krise jetzt auch mehrere Privatbahnen Verbindungen in Bayern. Züge würden deswegen ab Montag seltener fahren, teilte die Länderbahn am Samstag mit. Außerdem würden Haltestellen entfallen, hieß es weiter. 

Weil immer weniger Menschen mit dem Zug fahren, werden einige Verbindungen außerhalb der Hauptverkehrszeit - also früh morgens, spät abends und teilweise am Wochenende - gestrichen. Laut der Länderbahn betrifft das den Zug alex Nord, die Oberpfalzbahnen 1 und 3, die Waldbahnen 1 bis 3 und die Berchtesgardener Landbahn. Auch die Takte, in denen die manche Züge tagsüber unter der Woche fahren, werden größer.

Außerdem werde streckenweise der Verkehr von Zügen eingestellt, die eine Grenze überfahren, teilte die Länderbahn mit. Das bedeute Haltausfälle bei dem Zug alex Süd und den Oberpfalzbahnen 2 und 3, hieß es weiter. Auch Passagiere der Oberpfalzbahnen 4 und 5 müssen sich wegen Haltausfällen umstellen. Für bestimmte Abschnitte wird aber ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Am Freitag hatte schon die Bayerische Oberlandbahn (BOB) bekanntgegeben, dass Meridian- und BOB-Züge ab April vorerst nur noch im Stundentakt und in den Hauptverkehrszeiten fahren. Zugausfälle gebe es auch auf der Strecke der Bayerischen Regiobahn, hieß es weiter.

+++ Aktuelle Coronavirus-Zahlen aus Bayern +++

In Bayern sind inzwischen 11.862 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Samstag (Stand: 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Den Angaben zufolge sind bislang 85 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

+++ Aiwanger stellt sich hinter Söder +++

In der Debatte über die massiven Beschränkungen in der Corona-Krise hat sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hinter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gestellt. "Es waren die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben uns da immer eng abgestimmt, und wir würden aus jetziger Sicht alles so wieder machen", sagte Aiwanger der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Nachher meint man oft, schlauer zu sein, aber bis jetzt sagt niemand, dass wir überreagiert hätten."

Zum Thema Lockerung der Maßnahmen sagte Aiwanger: "Wir müssen uns zumindest so organisieren, dass wir abhängig von der medizinischen Entwicklung für verschiedene Zeitabläufe gerüstet sind. Je länger es dauert, umso teurer wird es, trotzdem dürfen wir nicht zu früh Maßnahmen zulassen, die wieder Ansteckungsrisiken erhöhen."

+++ Nach Corona-Kritik: von der Leyen schießt gegen Söder +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wehrt sich gegen Kritik des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder an ihrer Amtsführung in der Corona-Krise. Sie erhalte von den EU-Staats- und Regierungschefs viel Anerkennung, sowohl für ihr Grenzmanagement in Europa als auch für die rasche Ermöglichung milliardenschwerer Staatshilfen, sagte von der Leyen der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

"Das kommt übrigens vielen Unternehmen in Bayern auch zugute", betonte die CDU-Politikerin. "Das Vertrauen der Mitgliedsstaaten ist da. Deswegen wurde die Kommission vom Rat mit der Exit-Strategie und dem Wiederaufbauplan betraut. Das spricht für sich."

CSU-Chef Söder hatte der EU-Kommission in der Corona-Krise Untätigkeit vorgeworfen. "Eigentlich wäre diese Krise jetzt die Stunde Europas und die Stunde der EU-Kommission. Aber es ist merkwürdig still in Brüssel", sagte der CSU-Chef dem "Spiegel". Jetzt wäre die Kommission gefragt, auch zur Öffnung des Grenzverkehrs. "Wir müssen derzeit alles bilateral lösen", sagte Söder.

Von der Leyen hatte sich zuletzt immer wieder für die Lockerung von Grenzkontrollen eingesetzt und sogenannte Grüne Spuren für Lastwagen vorgeschlagen, damit wichtige Fracht nicht in langen Staus blockiert wird. "Wir haben in der Kommission geduldig und mit überzeugenden Argumenten dagegen gearbeitet", sagte sie. "Und jetzt fließt der Verkehr weitgehend wieder über die von uns neu eingeführten grünen Korridore." Noch laufe nicht alles rund, aber doch deutlich besser.

+++ Über 150 neue Coronavirus-Fälle in München +++

Am Freitag wurden in München 158 neue Coronavirus-Fälle bestätigt, aktuell sind in der Stadt 1.845 Infektionen gemeldet. Zum Vergleich: Am vergangenen Freitag waren es 202 neue bestätigte Infektionen und ingesamt 878 Fälle.

+++ Zwölf Corona-Tote in Würzburger Pflegeheim +++

Das Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus wird auch nach dem Tod eines zwölften mit dem Coronavirus infizierten Bewohners nicht evakuiert. Die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getesteten Menschen sollen auf Stationen innerhalb der Einrichtung isoliert werden, teilten Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) und der Leiter des Würzburger Gesundheitsamtes, Johann Löw, am Freitag mit.

Das sei nach langer Abwägung aller Faktoren die medizinisch sinnvollste Lösung, hieß es. Die Einrichtung leide derzeit vor allem an einem Mangel an Personal und Schutzkleidung, sagte Schuchardt. Er appellierte an Unternehmen "und an die Allgemeinheit", weiter zu helfen. Es gebe ein großartiges Engagement in der Würzburger Bevölkerung. So nähten einige Unternehmen Atemmasken und Schutzkleidung, ein Farbenhersteller habe nicht benötigte Schutzmasken zur Verfügung gestellt.

+++ Corona-Krise: Bundeswehr soll nicht eingreifen +++

Nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wird die Bundeswehr in der aktuellen Corona-Krise nicht zum Einsatz kommen, um die neuen Ausgehverbote in Deutschland durchzusetzen. Sie sehe das nicht als Auftrag der Bundeswehr, die Rechtslage lasse es ebenfalls nicht zu.

+++ Reinstwasser für Desinfektionsmittel aus Garching +++

Am Forschungsreaktor FRM II in Garching im Landkreis München wird derzeit steriles Wasser für Desinfektionsmittel produziert. Für die Herstellung werde neben 97-prozentigem Alkohol zu einem Drittel sogenanntes Reinstwasser benötigt, sagte die Sprecherin für den FRM II, Anke Görg, am Freitag.

Das fertige Mittel zur Flächendesinfektion habe dann einen Alkoholgehalt von 70 Prozent. Zunächst seien 800 Liter Reinstwasser an eine Apotheke in Moosburg an der Isar geliefert worden, die mit der Desinfektion das Klinikum in Freising versorgte. Es könnten aber auch andere Hersteller von Desinfektionsmitteln beliefert werden. "Wir könnten mehr produzieren und mehr liefern", sagte Görg.

+++ Schnelle Information von Infizierten +++

Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) weist erneut darauf hin, dass Personen, die positiv auf Corona getestet wurden, vom RGU schnellstmöglich telefonisch kontaktiert werden.

Das RGU erhält Meldungen über positiv getestete Coronafälle von den testenden Laboren. Das RGU kontaktiert die infizierte Person, ordnet Quarantäne mündlich an, erfragt den Gesundheitszustand und erteilt notwendige Informationen. Alle positiv Getesteten können sofort rund um die Uhr bei Symptomen einen vom RGU organisierten medizinischen Dienst kontaktieren.

Das RGU erhält jedoch keine negativen Testergebnisse im ambulanten Bereich, also für Personen, die über die Hausärztin, den Hausarzt oder über die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) einen Test haben vornehmen lassen. Negative Testergebnisse werden deshalb ausschließlich über den Hausarzt oder über die KVB mitgeteilt. Das RGU bittet daher nochmals alle Münchnerinnen und Münchner, dies zu beachten.

+++ Stadt richtet Spendenkonto ein +++

Viele Organisationen und Projekte engagieren sich in der Corona-Krise für Menschen, die Hilfe brauchen. Das Sozialreferat hat daher ein Spendenkonto eingerichtet, um soziale Organisationen und Projekte in München finanziell zu unterstützen, damit in akuten Notlagen schnell und zielgerichtet geholfen werden kann.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: "Mit dem Spendenkonto ‚Corona-Hilfe‘ unterstützen wir dort, wo Hilfe dringend gebraucht wird – sei es zum jetzigen Zeitpunkt oder zur Unterstützung bei Spätfolgen. Wir freuen uns über jede Spende, die es ermöglicht, Initiativen und Menschen in München in der Corona-Krise zu versorgen. Helfen Sie in dieser Krise mit, jede Spende ist von großer Bedeutung!"

Bankverbindungen des Spendenkontos "Corona-Hilfe" Spenden können unter Angabe des Verwendungszwecks "93254151830081" und dem Stichwort "Spende Corona" auf eines der folgenden Bankkonten überwiesen werden:

  • Stadtsparkasse München, IBAN: DE86 7015 0000 0000 2030 00
  • Postbank München, IBAN: DE78 7001 0080 0000 9198 03
  • HypoVereinsbank München, IBAN: DE34 7002 0270 0000 0813 00

+++ Über 10.000 Corona-Fälle in Bayern +++

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infizierten in Bayern hat am Freitag die Marke von 10.000 überschritten.

Inzwischen, Stand Freitagvormittag 10 Uhr, sind im Freistaat 10.180 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das verlautete aus Regierungskreisen unter Berufung auf die neuesten Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Demnach sind bislang 59 infizierte Patienten in Bayern gestorben.

+++ Luftrettung führt Isoliertragen ein +++

Die DRF Luftrettung investiert in den Schutz von Patienten und ihrer Crews, um auch in Zeiten des Corona-Virus Menschen in medizinischen Notsituationen weiterhin schnellstmöglich helfen zu können: Bereits in der kommenden Woche werden in einem ersten Schritt zwei 24-h-Stationen mit Isoliertragen, sogenannten "EpiShuttles", ausgestattet. Weitere acht Stationen sollen zeitnah folgen.

Durch den Einsatz der Tragen sparen die Crews nicht nur wertvolle Zeit, sondern sind auch optimal geschützt. Zudem sind die damit ausgestatteten Stationen schneller wieder einsatzbereit, da die besonders aufwändige Desinfektion des Hubschraubers nach Einsätzen mit Corona-Infizierten nicht notwendig ist. Immer mehr Menschen brauchen schnellstmöglich einen Intensivbeatmungsplatz, werden aber derzeit überwiegend bodengebunden transportiert, was Zeit kostet und damit Leben gefährden kann. "Es ist leider davon auszugehen, dass dieser Bedarf in den kommenden Wochen stark zunehmen kann", so die DRF.

+++ Bayerns Jugendherbergen schlagen Alarm +++

Die Jugendherbergen in Bayern warnen mangels finanzieller Hilfen vor einer Schließung aller 58 Häuser im Freistaat. Die Jugendherbergen seien in der Corona-Krise bisher durch keinen Schutzschirm oder andere Unterstützungsleistungen erfasst, erläuterte der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks am Freitag.

In einem Schreiben wandte er sich an die Abgeordneten von Landtag und Bundestag sowie an Bürgermeister und Landräte der betroffenen Orte. "Ohne Unterstützung durch Bund und Land ist der Landesverband zur dauerhaften Aufgabe der Standorte gezwungen", heißt es darin.

Mit der Verfügung zur Schließung unter anderem von Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben mussten Mitte März auch die Jugendherbergen komplett zumachen. Der Umsatz aller Jugendherbergen sei auf null gesunken.

+++ Verfassungsgerichtshof: Ausgangsbeschränkungen bleiben bestehen +++

Die in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise bleiben weiter in Kraft: Der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs lehnte es ab, diese durch einstweilige Anordnung außer Vollzug zu setzen, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Ein Kläger hatte argumentiert, die Verordnung zu den Ausgangsbeschränkungen greife in unverhältnismäßiger Weise in Freiheitsrechte der Bürger ein. Er hatte deshalb Popularklage erhoben. Der Kläger will erreichen, dass die Verordnung für verfassungswidrig und nichtig erklärt wird. Er forderte zudem deren sofortige Außervollzugsetzung per einstweiliger Anordnung.

Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Peter Küspert, der in besonderen Eilfällen selbst entscheidet, lehnte Letzteres aber nun ab. Bei einer überschlägigen Prüfung könne nicht von offensichtlichen Erfolgsaussichten, aber auch nicht von einer offensichtlichen Aussichtslosigkeit des Hauptantrags im Popularklageverfahren ausgegangen werden, hieß es in der Mitteilung des Gerichts.

Die Entscheidung über den Erlass einer einstweiligen Anordnung müsse deshalb anhand einer Folgenabwägung getroffen werden. Und danach stellte Küspert fest: "Angesichts der überragenden Bedeutung von Leben und Gesundheit der möglicherweise Gefährdeten überwiegen die Gründe gegen das Außerkraftsetzen der angegriffenen Verordnung."

+++ DB reduziert Fahrplan in Bayern auf Grundversorgung +++

Die Deutsche Bahn wird wegen der Corona-Krise den regionalen Zugverkehr in Bayern weiter reduzieren. Die Fahrgastzahlen sind stark zurückgegangen.

Gestrichen werden von Montag an vor allem der Ausflugsverkehr, von Schülern genutzte Züge sowie die Taktverstärker im Pendlerverkehr. In der Regel fahren die DB-Regionalzüge dann noch im Stundentakt. "Wir gewährleisten überall die Grundversorgung", sagte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag in München.

Derzeit verzeichnet die Bahn nach Angaben ihres bayerischen Regionalchefs Klaus-Dieter Josel keinen erhöhten Krankenstand. Die DB will aber gerüstet sein, um einen stabilen Fahrplan aufrecht erhalten zu können.

+++ Herrmann: Auf Ausflüge in die Berge verzichten +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Bürger in der Coronavirus-Krise dazu aufgerufen, am Wochenende auf Ausflüge in die Berge zu verzichten. "Es ist nicht der Sinn der Sache, wenn Leute zuhauf über 50 oder 100 Kilometer meinen, in die Berge fahren zu müssen. Da rate ich dringend davon ab", sagte Herrmann am Freitag im Bayerischen Rundfunk (Bayern 2 "radioWelt am Morgen").

Auch wenn am Samstag schönes Wetter sei, solle das nicht als Anlass für solche Ausflüge genutzt werden, mahnte der Minister. Für Landkreise wie Miesbach und Garmisch-Partenkirchen seien Ausflügler eine Belastung, unter anderem für die Bergwacht. "Es ist schon eine Belastung, wenn man in solch einer Situation jemanden retten muss, der sich den Fuß umknickt", befand Herrmann.

Der Minister zog nach der ersten Woche mit Ausgangsbeschränkungen in Bayern eine positive Bilanz. "Man spürt, dass die allermeisten Menschen in unserem Land das nicht nur für richtig halten, sondern auch die Vorschriften beachten", sagte er.

+++ OB Reiter will mehr Kurzarbeitergeld für München +++

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) appelliert in einem Schreiben an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), das Kurzarbeitergeld in teuren Städten wie München deutlich aufzustocken und dessen Laufzeit zu verlängern. Er schreibt: "Dieser Tage werde ich von Akteuren der Münchner Wirtschaft sowie von der Corona-Krise betroffenen Beschäftigten um dringende Hilfe gebeten."

Die Lage sei "sehr ernst und für ganz viele existenziell". Das Kurzarbeitergeld als "finanziellen Rettungsschirm" begrüßt Reiter ausdrücklich. Er sagt aber auch: "Leider ist das aber, gerade in den Ballungsräumen, nicht genug. Mit Einkommen, die nur bei 60 beziehungsweise 67 Prozent des normalen Monatsgehalts liegen, werden viele nicht über die Runden kommen."

Gerade die im Durchschnitt deutlich schlechter bezahlten Jobs im Handel und der Gastronomie seien hiervon "überproportional stark betroffen" – und würden über kurz oder lang nicht ohne zusätzliche staatliche Hilfe auskommen, sagt Reiter weiter. Deshalb appelliert der OB an Heil und die Bundesregierung, "das Kurzarbeitergeld deutlich aufzustocken und die Laufzeit zu verlängern." Das wäre ein "ausgesprochen positives Signal für Arbeitnehmer in diesen schwierigen Zeiten", sagt Reiter weiter. Reiter: "Wenn wir vermeiden wollen, dass sich die Gesundheitskrise zu einer sozialen Krise entwickelt, müssen wir jetzt dringend handeln."

+++ 43.000 Infektionen und mehr als 260 Corona-Tote in Deutschland +++

In Deutschland sind bislang mehr als 43.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 10.800 nachgewiesenen Fällen und 82 Toten sowie Bayern mit mehr als 8800 Fällen und Baden-Württemberg mit mehr als 8.400 Fällen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 87,7 die meisten Infektionen. Mehr als 260 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

+++ Wegen Corona-Krise: Jede dritte Firma in Bayern will Personal abbauen +++

Die Corona-Krise könnte einen rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bayern zur Folge haben. Mehr als jedes dritte bayerische Unternehmen sieht sich zum Personalabbau gezwungen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags unter 1200 Betrieben ergeben hat. "Die Corona-Krise schlägt in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß auf die Wirtschaft durch, wie wir es noch nie gesehen haben", sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl in München. "Die Aussichten auf einen bescheidenen Aufschwung vom Jahresbeginn haben sich komplett zerschlagen."

Gut vier Fünftel der Betriebe - 82 Prozent - rechnen demnach mit Umsatzrückgängen in diesem Jahr, mehr als die Hälfte davon fürchtet drastische Einbußen von mehr als einem Viertel. Die Industrie- und Handelskammern fürchten eine große Welle von Firmenpleiten, wenn die versprochenen staatlichen Hilfen nicht schnell bei den Unternehmen ankommen. "Sonst droht bei ausbleibenden Umsätzen ein Insolvenz-Tsunami", sagte Gößl dazu. Politik, Gesundheitsexperten und Wirtschaft müssten gemeinsam planen, öffentliches und wirtschaftliches Leben nach Ostern "so schnell wie möglich, aber auch so verantwortungsvoll wie nötig" wieder hochzufahren.

+++ Coronavirus: Neue Zahlen aus München +++

In München wurden am heutigen Donnerstag (Stand: 13.30 Uhr) 111 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 1.687 Infektionen gemeldet.

Zudem muss die Stadt München einen weiteren Coronavirus-Todesfall verzeichnen. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 88-jährigen Münchner mit Vorerkrankungen. Er starb in der Internistischen Klinik München Süd.

+++ Kliniken sperren Väter aus +++

Wegen des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus verbieten einige Kliniken Vätern, bei der Geburt ihres Kindes dabei zu sein. "Manche wollen das Risiko lieber nicht eingehen", sagte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Donnerstag in München. "Es wäre einfach eine Katastrophe, wenn das Virus dadurch eingeschleppt würde." In wie vielen Kliniken in Bayern werdende Väter draußen bleiben müssen, sei aber unklar. Eigentlich gilt bayernweit die Entscheidung des Gesundheitsministeriums: Besuche in Krankenhäusern sind verboten - eine Ausnahme ist die Geburt des eigenen Kindes.

+++ Bayern-Basketballer spenden an Münchner Tafel +++

Die Basketballer des FC Bayern haben der "Münchner Tafel" 10.000 Euro gespendet. Wie der Bundesligist mitteilte, überreichte Vereinspräsident Herbert Hainer Vertretern der gemeinnützigen Organisation am Donnerstag einen entsprechenden Scheck. Unter anderen halfen auch die Nationalspieler Danilo Barthel und Paul Zipser sowie Geschäftsführer Marko Pesic bei der Lebensmittelausgabe auf dem Gelände der Großmarkthalle mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Blutspenden in Bayern: Lage normalisiert sich wieder +++

Nachdem die Zahl der Blutspenden in Bayern in den vergangenen Wochen massiv gesunken war, hat sich die Situation wieder etwas stabilisiert. Viele Menschen seien dem Aufruf zu spenden gefolgt, sagte ein Sprecher des Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Donnerstag.

Täglich würden in Bayern 2.000 Blutspenden benötigt, doch angesichts der Corona-Krise seien zunächst weniger Menschen spenden gegangen. Seit Beginn dieser Woche habe sich die Lage etwas entspannt. Auch viele Erstspender meldeten sich an. "Wir hoffen, dass die Welle der Solidarität weiter anhält", sagte der Sprecher. Kontinuität sei wichtig, weil Blut nur 42 Tage haltbar sei. Viele chronisch Kranke oder Krebspatienten seien auf Spenden angewiesen.

+++ Fast 9.000 Infizierte in Bayern +++

In Bayern sind inzwischen 8.842 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Donnerstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. Demnach sind bislang 52 infizierte Patienten gestorben.

+++ Aiwanger über Ende des Lockdowns +++

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat ein mögliches Datum für eine Lockerung der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise angedeutet. Besonders mit Blick auf die Wirtschaft sagte Bayerns stellvertretender Ministerpräsident im Fernsehen des Bayerischen Rundfunks: "Wir halten das natürlich nicht monatelang durch, sondern meine Einschätzung ist, irgendwann ab Mitte April müssen wir die Kurve gekratzt haben."

Derzeit seien vor allem Gastronomie und Hotellerie, aber auch global agierende Unternehmen aus Maschinenbau und Autoindustrie betroffen, sagte der Politiker der Freien Wähler am Mittwochabend im "BR-extra"-Interview. "Der Stillstand wäre nicht auf Dauer durchzuhalten, weil das die Wirtschaft so abwürgt, dass wir am Ende mehr Tote hätten, weil die Grundversorgung nicht mehr funktioniert."

+++ Gottesdienste im TV boomen +++

In Zeiten verbotener Gottesdienste in Kirchen wegen der Corona-Krise boomen Kirchenformate im Fernsehen. "Die Zahlen bei Gottesdiensten und dem "Wort zum Sonntag" haben sich im Durchschnitt um 70 Prozent erhöht", sagte der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der Deutschen Presse-Agentur in München. "Bei einigen kirchlichen Formaten hat sich der Zuspruch sogar nahezu verdoppelt." Auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat den Eindruck, "dass es enormen Zulauf gibt".

Diesen Eindruck bestätigt das ZDF: Nach Senderangaben verzeichneten die an den beiden vergangenen Sonntagen ausgestrahlten Gottesdienste deutlich mehr Zuschauer als sonst üblich. Den katholischen Fernsehgottesdienst am 23. März sahen 1,43 Millionen Zuschauer. Dies entspricht einem Marktanteil von 12,4 Prozent. Auch der evangelische Gottesdienst am Sonntag davor (15. März) erreichte mit rund 980 000 Zuschauern und einem Marktanteil von 10,5 Prozent deutlich mehr Zuschauer als die zehn katholischen und evangelischen Gottesdienste zwischen dem 5. Januar und dem 8. März, die im Schnitt 700 000 Zuschauer und einen Marktanteil von 7,8 Prozent erreichten.

Das "Wort zum Sonntag", das in 2019 einen Durchschnittswert von 1,21 Millionen Zuschauern hatte, hatte nach EKD-Angaben am 14. März mit 2,35 Millionen mehr als das Doppelte. Am 21. März sahen 1,75 Millionen Zuschauer zu.

+++ Bayern will Universitäten am 20. April wieder öffnen +++

Trotz der nicht ansatzweise kalkulierbaren Entwicklung in der Corona-Krise planen Bayerns Universitäten und Hochschulen mit einem Vorlesungsbeginn am 20. April. "Ein Ausfall des gesamten Sommersemesters ist für uns keine Option", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Mittwoch in München. Das Coronavirus stelle jeden vor bislang unbekannte, große Herausforderungen. "Dennoch müssen wir in dieser Extremsituation einen möglichst kühlen Kopf bewahren und klug und verantwortungsvoll handeln. Unter den Hochschulen herrscht Konsens, dass das Sommersemester 2020 stattfinden soll."

Der Freistaat und seine Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen sowie Kunsthochschulen setzen daher alles daran, den Vorlesungsbetrieb im Sommersemester 2020 am 20. April 2020 starten zu können - wenn auch voraussichtlich unter veränderten Rahmenbedingungen. So würden die Online-Angebote täglich erweitert und alternative Lehrkonzepte entwickelt.

+++ Coronavirus-Zahlen in München steigen wieder deutlich an +++

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in München ist wieder deutlich angestiegen. Laut Stadt wurden am heutigen Mittwoch (Stand: 13.30 Uhr) insgesamt 195 neue Fälle bestätigt. Damit sind in der bayerischen Landeshauptstadt aktuell insgesamt 1.576 Infektionen gemeldet.

Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es 150 neue bestätigte Fälle.

+++ Maidult abgesagt, Frühlingsfest auf der Kippe +++

Die Maidult auf dem Mariahilfplatz kann wegen des Coronavirus' nicht wie geplant stattfinden, das teilte das zuständige Referat für Arbeit und Wirtschaft am Mittwoch mit. Mehr Infos gibt es hier.

Das Frühlingsfest auf der Theresienwiese steht auf der Kippe, derzeit wird über eine mögliche Verschiebung auf den Sommer diskutiert.

+++ S-Bahn München passt Fahrplan an +++

Wegen des Coronavirus' hat die Deutsche Bahn (DB) ihren Fahrplan bei der Münchner S-Bahn angepasst. Der Grund: Wegen der Ausgangsbeschränkungen und der vielen im Homeoffice tätigen Menschen transportieren die öffentlichen Verkehrsmittel aktuell deutlich weniger Fahrgäste von A nach B. Auch bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gibt es mittlerweile diverse Änderungen.

Seit 16. März fallen bei der Münchner S-Bahn die Taktverstärker der Linien S2, S3, S4 und S8 aus. Reisende sollen vor Fahrtantritt auf bahn.de oder im DB Navigator die konkrete Reiseverbindung überprüfen.

+++ Planungsverband München: Corona-Krise bremst Zuzug +++

Wegen der Corona-Krise könnte die Einwohnerzahl der Region München in diesem Jahr erstmals seit Jahren stagnieren. "Die Bevölkerung wächst hauptsächlich durch Zuwanderung aus dem Ausland", sagte der Geschäftsführer des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München, Christian Breu, am Mittwoch. "Für 2020 rechne ich mit Stagnation oder sogar einem Rückgang."

Der Grund: Das Wachstum der Bevölkerung wird seit Jahren hauptsächlich von der wirtschaftlichen Entwicklung und den damit verbundenen neuen Arbeitsplätzen getrieben. Doch wenn die Wirtschaft zeitweise weitgehend stillsteht, entstehen auch weniger Arbeitsplätze. "Unabhängig von der Corona-Krise sind wir am Ende eines Konjunkturzyklus, der Zuzug hat sich 2018 bereits verlangsamt", sagte Breu. Zwischen 2009 und 2018 haben die Einwohnerzahlen Münchens und der acht umliegenden Landkreise nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten um über eine Viertelmillion auf 2,9 Millionen Menschen zugenommen. "Wir sind eine sehr starke Region", erläuterte Breu.

Es verschieben sich aber die wirtschaftlichen Gewichte der einzelnen Kommunen, was erhöhten Verkehr bedeutet. Im Jahr 2018 hat die Zahl der werktäglichen Pendler erstmals die Marke von einer Million überschritten, wie Breu berichtete. "Wir haben eine zunehmende Verflechtung in der Region München", erläuterte der Geschäftsführer. "Die Pendlerströme zwischen Stadt und Landkreis haben sich in den vergangenen Jahren gedreht, es arbeiten mittlerweile mehr Münchner im Landkreis als umgekehrt." Die Landkreise würden insgesamt wirtschaftlich stärker.

"Insgesamt ist es nach wie vor so, das die Entwicklung der Infrastruktur nicht Schritt hält mit dem Wachstum an Einwohner und Arbeitsplätzen", sagte Breu. In den dreißig Jahren nach den Olympischen Spielen 1972 sei zu wenig investiert worden. "Inzwischen wird sehr viel mehr getan, aber wir haben Nachholbedarf."

+++ 1.000 weitere Pflegekräfte melden sich freiwillig +++

Innerhalb nur eines Tages haben sich 1.000 weitere Pflegekräfte in Bayern freiwillig zur Hilfe gemeldet. Das Gesundheitsministerium habe einen Aufruf gestartet, dass sich alle Pflegekräfte, die gerade nicht im Pflegeberuf tätig seien, sondern anderweitig, freiwillig melden können, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in der Plenarsitzung des Landtags in München.

In kürzester Zeit meldeten sich viele freiwillig. "Ich finde das großartig", sagte Huml. "Es kommt darauf an, dass wir jetzt Solidarität zeigen, aber auch Entschlossenheit", sagte Huml. "Es geht darum, unser Gesundheitssystem nicht zu kollabieren lassen."

+++ Landtag billigt neues Infektionsschutzgesetz +++

Die bayerische Staatsregierung bekommt im Kampf gegen das Coronavirus noch weitreichendere Befugnisse. Sie kann nun einen "Gesundheitsnotstand" ausrufen und damit leichter medizinisches Material beschlagnahmen sowie direkt auf medizinisches und pflegerisches Personal zugreifen.

Das regelt ein neues bayerisches Infektionsschutzgesetz, das der Landtag am Mittwoch in seltener Einmütigkeit billigte: Alle sechs Fraktionen stimmten dem in Rekordzeit erarbeiteten Gesetz zu. Es gehe um Leben und Tod, deshalb ziehe man nun an einem Strang, betonten Redner aller Fraktionen. Lediglich ein fraktionsloser Abgeordneter stimmte mit Nein.

Neben leichteren Beschlagnahmemöglichkeiten für medizinisches Material sieht das Gesetz unter anderem vor, dass Behörden etwa von Feuerwehren die Herausgabe von Mitgliederadressen verlangen können und von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns die Adressen von aktiven Ärzten und Ärzten im Ruhestand. Ziel ist, in Notsituationen zusätzlichen Personalbedarf decken zu können. Und wenn es hart auf hart kommt, können die Behörden sogar "von jeder geeigneten Person die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen" verlangen, wenn das "zur Bewältigung des Gesundheitsnotstands erforderlich ist".

+++ 7.289 Coronavirus-Fälle in Bayern, 41 Tote +++

In Bayern sind inzwischen 7.289 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Es gebe 41 Todesfälle, sagte Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) am Mittwochvormittag in Würzburg. Eck ist wegen der Corona-Krise für drei Monate vorübergehend vom Innen- ins Gesundheitsministerium gewechselt.

+++ Weiterer Todesfall in Würzburger Seniorenheim +++

Unter den Bewohnern der Würzburger Senioreneinrichtung St. Nikolaus ist ein zehnter Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das gab Würzburgs Bürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekannt. Alle zehn Toten seien hochbetagt gewesen und hätten erhebliche Vorerkrankungen gehabt.

In der Einrichtung, die zum städtischen Bürgerspital gehört, sind auch zahlreiche Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Inzwischen wird auch die Stiftungsdirektorin Annette Noffz auf eine mögliche Infektion getestet, wie Schuchardt mitteilte. Ein Ersatz von Mitarbeitern durch Sanitätspersonal der Bundeswehr, wie ursprünglich angedacht, sei nicht möglich. Das Bundeswehrpersonal stehe nicht zur Verfügung, sagte Schuchardt.

+++ Schnelle finanzielle Hilfen +++

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat Kleinfirmen schnelle unbürokratische Corona-Hilfen versprochen. Zugleich warnt er aber vor Betrügereien bei den Anträgen.

Zunächst werde es keine Prüfung geben, ob die Corona-Krise wirklich Ursache der Finanznot sei, sagte der stellvertretende Ministerpräsident am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2) . "Mein Ziel ist, dass alles, was jetzt beantragt ist, in den nächsten acht bis zehn Tagen bezahlt ist." Später werde es allerdings eine Prüfung geben, kündigte der Politiker der Freien Wähler an. "Wenn wir dann wieder Luft zum Atmen haben in einigen Monaten, werden wir natürlich genauer drüberschauen, ob nicht Glücksritter darunter waren, die uns jetzt hinters Licht führen. Die müssen dann eben zurückzahlen."

+++ Zweiter Coronavirus-Todesfall in München +++

In München gibt es einen zweiten Coronavirus-Todesfall. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, ist ein 79-jähriger Patient mit Vorerkrankungen in der München Klinik Schwabing an COVID19 gestorben.

Am heutigen Dienstag wurden in der Landeshauptstadt insgesamt 65 neue Fälle bestätigt. Die Zahl der Neuinfizierungen geht also zurück, die von der Staatsregierung verhängten Maßnahmen scheinen bereits Wirkung zu zeigen. In München sind aktuell insgesamt 1.381 Infektionen gemeldet.

+++ Einkaufs-Service für ältere Menschen +++

An zwölf Sozialbürgerhäusern in der Stadt gibt es ab sofort einen Einkaufsservice. Der richtet sich vor allem an ältere Menschen, die als besonders gefährdete Risikogruppe gelten und ihr Haus möglichst nicht mehr verlassen sollten. Die Unterstützung soll dabei möglichst ohne direkten persönlichen Kontakt stattfinden, um das Infektionsrisiko niedrig zu halten. Wer den Service in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter der zentralen Servicenummer 089-23396833 melden. Unter dieser Nummer werden Hilfesuchende an ihr Sozialbürgerhaus vermittelt.

+++ Stadt München überweist erste Soforthilfen für Unternehmen +++

Gute Nachrichten für Unternehmen, die Soforthilfe beantragt haben, weil sie aufgrund der Corona-Krise in eine existenzbedrohende Notlage geraten sind. Das Wirtschaftsreferat teilt mit: Die ersten Auszahlungen wurden am Dienstag getätigt – und sollten ab Mittwoch auf den Konten der Betroffenen sein. Die ersten Anträge lagen dem Wirtschaftsreferat Ende vergangener Woche vor. Das Wirtschaftsreferat bearbeite alle Anträge derzeit "mit höchster Priorität", damit nach positiver Prüfung rasch eine Auszahlung durch die Stadtkämmerei veranlasst werden könne, teilt ein Sprecher des Referats mit.

Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) sagt: "Mein Referat arbeitet mit Hochdruck an der Antragsbearbeitung." Ihm sei bewusst, dass von der raschen Auszahlung viele Betriebe und Jobs in dieser Stadtabhängig seien. "Trotz der vielfältigen Einschränkungen im Alltag wollen wir alles geben. Das sind wir nicht nur der Münchner Wirtschaft schuldig, das ist auch ein Zeichen der Solidarität in einer sehr schwierigen Zeit", sagt Baumgärtner weiter. Auch OB Dieter Reiter (SPD) findet: "Schnelle und unkomplizierte finanzielle Hilfen für Münchner Unternehmen sind jetzt das Gebot der Stunde."

+++ Diese Operationen finden in Krankenhäusern trotz Corona statt +++

Münchens Kliniken stellen auf Corona-Patienten um. Seit Montag gilt: Sofern medizinisch vertretbar, sollen alle nicht unbedingt notwendigen Operationen und Eingriffe bis auf Weiteres verschoben werden. Ein Sprecher der städtischen München Klinik betont, dass überlebensnotwendige OPs und Behandlungen aber weiterhindurchgeführt werden. Dies betrifft zum Beispiel Patienten mit einem Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie Menschen, die bei Unfällen schwerverletzt werden. "Die Notfallversorgung gehört zur Daseinsvorsorge und bleibt vollumfänglich erhalten", sagte ein Klinikum-Sprecher.

Medizinische Betreuung bei Geburten bleibt ebenfalls bestehen. Kaiserschnitte zum Beispiel sollen uneingeschränkt möglich sein. Bei Krebsoperationen wird im Einzelfall entschieden. Sehr aggressive Tumore sollen weiterhin sofort operiert werden. Verschoben werden zum Beispiel ambulante Eingriffe oder Fußgelenk-OPs. Generell lautet das Ziel aber auch in Corona-Zeiten: Verschlechtert sich der Zustand, findet die Behandlung statt.

+++ Bayern entwickelt Bußgeldkatalog für Coronavirus-Verstöße +++

Bayern erstellt für die Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronaviruskrise einen eigenen Bußgeldkatalog. Dies kündigte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts an. Konkrete Summen nannte er allerdings noch nicht.

Die zahlreichen Vorschriften würden bislang "ganz überwiegend stark eingehalten", sagte Herrmann. Bei Verstößen gebe es Hinweise und Ermahnungen durch die Polizisten, aber es gebe auch "einige krasse Fälle und auch einige wenige renitente Verstöße", betonte der Minister. "Und dort werden dann entsprechend auch Bußgeldverfahren oder Strafverfahren eingeleitet."

In Abstimmung mit der Polizei und dem Gesundheitsministerium werde gerade ein Bußgeldkatalog erarbeitet, erklärte Herrmann. Damit hätten dann die Kreisverwaltungsbehörden, die die Bußgeldbescheide erlassen werden, eine Richtschnur. Nach Angaben des Ministeriums können grundsätzlich Bußgelder bis zu 25.000 Euro verhängt werden. Wenn jemand einen anderen vorsätzlich infiziere, sei sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren möglich.

+++ Supermärkte: Eigene Einkaufszeiten für Risikogruppe? +++

In einem offenen Brief hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Discounter und Supermärkte in der Stadt gebeten, über weitere Schutzmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus nachzudenken.

Konkret geht Reiter dabei auf eigene Einkaufszeiten für die Corona-Risikogruppe ein – ein Konzept, welches teilweise schon in Österreich eingeführt wurde. Hier werden alle Kunden gebeten, ihren Einkauf außerhalb des Zeitfensters zwischen 8 Uhr und 9 Uhr zu erledigen. In dieser einen Stunde am Morgen soll dann, im Idealfall, nur die Risikogruppe einkaufen. "Innerhalb dieses Zeitfensters sollen möglichst die älteren und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen den Vortritt haben. In Österreich hat diese, auf Freiwilligkeit beruhende Empfehlung keine Auswirkung auf die Öffnungszeiten, die Filialen sind dort weiterhin regulär geöffnet", schreibt Reiter dazu.

Den Supermärkten bleibt das Erlassen einer solchen Maßnahme vorerst noch selbst überlassen, doch Reiter bittet die Verantwortlichen darum, über diese zusätzliche Sicherheitsvorkehrung nachzudenken. "Derzeit ist es wichtiger denn je, auf die besonders anfälligen Risikogruppen zu achten und diese mit allen Mitteln zu schützen. Ich darf daher im Sinne der Solidarität und des Zusammenhalts auch Sie bitten zu prüfen, ob Sie in Ihren Filialen eine entsprechende Empfehlung an Ihre Kundinnen und Kunden richten möchten."

+++ Söder: Keine Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen +++

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat der Forderung einiger Bürgermeister nach einer Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise eine klare Absage erteilt. Man werde jetzt keine weiteren Einschränkungen machen, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

"Das wäre jetzt das falsche Signal", betonte er. Erlaubt seien Aufenthalte an der frischen Luft, und das gelte "natürlich auch für einen Ausflug, wenn man den machen sollte", sagte der Regierungschef. Söder appellierte aber an alle, das in "vernünftiger Form" zu machen.

Zudem hat Söder angekündigt, die Corona-Hilfen massiv aufzustocken: Zu den bisher zur Verfügung stehenden 20 Millionen Euro sollen weitere 20 Millionen Euro hinzukommen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

+++ Bayern nimmt schwerkranke Corona-Patienten aus Italien auf +++

Bayern will angesichts der Corona-Krise schwerkranke Italiener zur Behandlung in bayerische Krankenhäuser aufnehmen. Bayern wolle im Rahmen der Möglichkeiten mit "medizinischem Gerät" helfen aber auch einige Patienten aus Italien aufnehmen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. "Wir wollen auch da ein Signal der Humanität setzen."

Wie viele Menschen aufgenommen werden sollen, konnte Söder noch nicht sagen. Die konkrete Umsetzung müsse noch diskutiert werden. Er kündigte außerdem an, die Bereitschaft der anderen Bundesländer abzufragen, ebenfalls Italiener aufzunehmen. Bayern hat seit dem 1. Oktober 2019 den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz.

+++ Söder: "Es gibt keinen Anlass zur Entwarnung" +++

In Bayern sind inzwischen 6.362 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Mittlerweile gebe es zudem 31 Tote im Freistaat. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag auf Grundlage des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Stand: Dienstag, 10 Uhr). Angesichts der weiter steigenden Zahlen sagte der Regierungschef: "Es gibt keinen Anlass zur Entwarnung."

+++ Notwerkstatt für Einsatzfahrzeuge +++

Die Firma A.T.U. nimmt in der Triebstraße (Moosach) eine Werkstatt im Notbetrieb in Betrieb. "Grundsätzlich stehen diese Werkstätten im Notbetrieb allen Autofahrern zur Verfügung. In erster Linie konzentrieren sich die Arbeiten aber auf dringende Kfz-Dienstleistungen, die in der Regel nicht aufzuschieben sind. Vorrang haben insbesondere die Fahrzeuge von Rettungs- und Pflegediensten, Polizei, Feuerwehr und Behörden. Zum Gesundheitsschutz von Mitarbeitern und Kunden werden dabei besondere Vorkehrungen getroffen", teilt das Unternehmen mit.

+++ Coronavirus: Schwierige Situation für Jugendämter +++

Die bayerischen Jugendämter kämpfen mit den Auswirkungen des Coronavirus. Sowohl in München, als auch in Augsburg und Regensburg finden Hausbesuche seit vergangener Woche nur noch bei akuter Notlage statt. Routinebesuche werden grundsätzlich auf spätere Termine verschoben oder abgesagt.

Einer Sprecherin des Jugendamtes München zufolge gibt es aktuell keine langfristigen Vermittlungen. "In den Fällen, in denen eine Inobhutnahme wegen einer Kindeswohlgefährdung nötig ist, werden die Kinder in die Bereitschaftspflege professioneller Pädagogen aufgenommen." Extra Tests gebe es in solchen Fällen nur bei begründeten Verdachtsfällen.

Seit vergangener Woche sei es außerdem vermehrt vorgekommen, dass Familien die Gefahr einer Ansteckung als Vorwand nutzen würden, um den Besuch der Mitarbeiter des Jugendamtes zu verhindern. In solchen Fällen werde nur bei einer möglichen Kindeswohlgefährdung eingegriffen.

Zudem sei eine Zunahme der häuslichen Gewalt zu beobachten. Das Jugendamt München rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Frauen- und Kindernotrufe in den kommenden beiden Wochen.

+++ Bayern-Stars verzichten auf 20 Prozent ihres Gehalts +++

Alle Spieler sowie der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat des FC Bayern verzichten auf 20 Prozent ihrer Bezüge. Das dadurch eingesparte Geld soll den Vereins-Mitarbeitern zugutekommen, damit diese während der Corona-Krise keine wirtschaftlichen Nachteile haben. Mehr zum partiellen Gehaltsverzicht der Bayern lesen Sie hier.

+++ Uvex-Atemschutzmasken komplett ausverkauft +++

Der fränkische Lieferant von Atemschutzmasken, Uvex, ist komplett ausverkauft. Die letzten mehreren Zehntausend Masken, die noch auf Lager gewesen seien, seien komplett an medizinische Einrichtungen gegangen, sagte ein Uvex-Sprecher am Montag in Fürth.

Die Atemschutzmasken nach dem Standard FFP-2 würden in China gefertigt. Die Lieferketten seien gegenwärtig unterbrochen. "Aktuell haben wir die Information erhalten, dass der Export von Masken aus China offiziell wieder erlaubt ist, in bestimmten Provinzen schränken aber Lokalregierungen weiterhin den Export ein", sagte der Sprecher. "Weiterhin beansprucht die Regierung bei manchen Herstellern bis zu 100 Prozent der Produktionskapazität." Neue Ware in begrenzter Stückzahl werde daher in frühestens zwei Wochen bei Uvex eintreffen.

+++ Corona-Krise: Bayerisches Kabinett tagt +++

Die weiterhin besorgniserregende Ausbreitung des Coronavirus bestimmt am Dienstagvormittag einmal mehr die Sitzung des Kabinetts. Schwerpunkt sind nach Angaben der Staatskanzlei Aussprachen zum aktuellen Sachstand der Pandemie im Freistaat sowie Hilfen für die heimische Wirtschaft. Um Ansteckungen unter den Ministern, Staatssekretären und ihren Mitarbeitern zu verhindern, findet die Sitzung des Ministerrats erstmals nicht im Kabinettssaal statt - alle Beteiligten werden sich im Kuppelsaal zusammensetzen, der um ein Vielfaches größer ist.

+++ Huml ruft Ex-Pflegekräfte zur Unterstützung auf +++

Im Kampf gegen die Corona-Krise will Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ehemalige Pflegekräfte zurück in den Beruf holen. Es sei nicht abzusehen, wie sich die Pandemie weiter entwickle, teilte sie am Montagabend in München mit. "Deshalb bitte ich alle Pflegefachkräfte, alle Pflegehilfskräfte sowie Medizinisch-technische Assistenten (MTRA, MTLA) und Medizinische Fachangestellte (MFA), die aktuell nicht in diesem Beruf arbeiten und keiner Risikogruppe angehören, um Unterstützung."

Freiwillige könnten sich auf einer Online-Plattform melden, die zusammen mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern eingerichtet worden sei. "Im Bedarfsfall erfolgt eine unmittelbare Kontaktaufnahme und Zuweisung zu einem regionalen Einsatzort", erklärte Huml. Dabei bleibe für den Fall eines Einsatzes der aktuelle Arbeitsvertrag bestehen. "Wer unterstützt, wird unter Lohnersatz beziehungsweise Lohnfortzahlung von der gegenwärtigen beruflichen Tätigkeit freigestellt."

+++ Schwieriger Alltag von Pflegern +++

Wie soll man als Pflegekraft den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten? Wie Patienten, die an Demenz erkrankt sind erklären, was sie tun müssen? Der Alltag der Pflegekräfte in München und Bayern ist derzeit sehr sehr anstrengend und schwer.

+++ Blick nach China: Hubei hebt Beschränkungen auf +++

In der zentralchinesischen Provinz Hubei, wo der Ausbruch des Coronavirus seinen Ausgang genommen hatte, sollen erste Beschränkungen wie Reiseverbote in Kürze aufgehoben werden.

Wie die Lokalregierung von Hubei am Dienstag mitteilte, sollen Menschen die Provinz ab Mittwoch um Mitternacht wieder verlassen dürfen. Ausgenommen ist jedoch noch die Millionenmetropole Wuhan, die besonders schwer betroffen war. Dort soll es ab dem 8. April wieder möglich sein, die Stadt zu verlassen. Zum ersten Mal seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus hatte China vergangene Woche erstmal landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet.

+++ Erster Coronavirus-Todesfall in München +++

Am vergangenen Wochenende gab es den ersten Coronavirus-Todesfall in München. Wie die Stadt mitteilt, handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 56-jährigen Münchner, der an Vorerkrankungen litt. Der Mann starb im Klinikum Großhadern.

Am heutigen Montag (Stand: 13.30 Uhr) wurden - einschließlich der Meldungen vom Sonntag - 274 neue Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 1.316 Infektionen gemeldet.

+++ Gute Neuigkeiten: Angela Merkels erster Corona-Test negativ +++

Kanzlerin Angela Merkel leitete am Dienstag das Kabinett von zuhause aus per Telefon. Der Grund: Sie hat sich in häusliche Quarantäne begeben, nachdem ein Arzt, bei dem sie sich am Freitag impfen ließ, positiv auf Corona getestet worden war. Merkel machte am Montag selbst einen Test - am Nachmittag kam Entwarnung: Das Ergebnis war negativ. Weitere Tests sollen folgen. "Der Bundeskanzlerin geht es gut", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Sie macht ihre Arbeit eben vorläufig von zu Hause aus."

+++ Mit Kreativität gegen die Isolation +++

Wie man sich in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und sozialer Isolation behelfen kann, zeigt eine Münchner Tanzschule. Im Tanzhaus Emotion in Unterhaching, kurz hinter der Münchner Stadtgrenze, sind die Räume zwar leer, getanzt wird aber trotzdem. Wie auch Sie etwas davon haben können, lesen Sie in diesem Artikel.

Außerdem hat die AZ am Montag mit einem Psychiater gesprochen, der erklärt, was man tun kann, um allein Zuhause keinen Lagerkoller zu bekommen. Das Interview finden Sie hier!

+++ Landesamt: 5.719 Corona-Fälle und 27 Tote +++

In Bayern sind inzwischen 5.719 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Montag (Stand: 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Demnach sind bislang 27 infizierte Patienten gestorben.

+++ Bürgermeister am Tegernsee: Ausflüge verbieten +++  

Die Bürgermeister im Tegernseer Tal wollen in der Corona-Krise Ausflüge in ihre Region behördlich untersagen lassen. Es habe zwar keinen Ansturm gegeben, dem wolle man aber vorbeugen, sagte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn am Montag. "Wir wollen dem vorsorglich Einhalt gebieten."

In einem Brief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) - sie hat im Landkreis Miesbach ihren Stimmkreis - schrieb Hagn im Namen der Bürgermeister, die Allgemeinverfügung solle dahingehend erweitert werden, "dass sich die Leute nur in ihren Landkreisen aufhalten dürfen. Insbesondere was Spazierengehen und Sport betrifft". Das erwarteten die Bürger im Tegernseer Tal, sagte Hagn.

+++ Staatsregierung liefert 800.000 Schutzmasken aus +++

In der Corona-Krise hat der Freistaat Bayern mit der Auslieferung von 800.000 Atemschutzmasken an Krankenhäuser und andere Einrichtungen begonnen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag mit. "Weitere Lieferungen durch den Bund und die Eigenproduktion im Freistaat werden folgen", erklärte er.

700.000 Schutzmasken seien vom Gesundheitsministerium bestellt und bezahlt worden, teilte die Behörde mit. BMW habe zusätzlich 100.000 Schutzmasken zur Verfügung gestellt.

Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) seien auch 235.000 Flaschen Handdesinfektionsmittel angekommen. Das Technische Hilfswerk habe die Auslieferung übernommen. Masken und Desinfektionsmittel würden an die THW-Ortsverbände verschickt und von dort aus verteilt. "Die Reihenfolge wird durch die medizinische Notwendigkeit bestimmt", sagte Huml.

+++ Hilferuf: Münchner Tafel gehen Gesichtsmasken aus +++

Die Münchner Tafel startet einen dringenden Aufruf. Es gebe momentan enorme Engpässe bei der Lieferung von Gesichtsmasken, heißt es auf der Website des Vereins.

Daher bitten die Verantwortlichen "alle Studios, Unternehmen und Privatpersonen, die Mundschutz/Gesichtsmasken (Originalverpackung) auf Lager haben und diese entbehren können" um Unterstützung.

Wer helfen kann oder entsprechende Tipps parat hat, wendet sich bitte per E-Mail an zacher@muenchner-tafel.de.

+++ Corona-Krise: Patienten nur mit Anmeldung zum Hausarzt? +++

Der Bayerische Hausärzteverband will die persönliche Versorgung von Kranken in den Praxen angesichts der Coronavirus-Pandemie auf ein Minimum reduzieren. Wie der Verband am Montag mitteilte, sollen Patienten künftig überhaupt nicht mehr ohne telefonische Anmeldung zu ihren Hausärzten gehen.

"Die Kontakte von Ärzten, Praxisteams und Patienten zu Patienten sind maximal einzudämmen und die Abläufe in den Praxen umzugestalten", heißt es in einer Information des Landesvorsitzenden des Hausärzteverbandes, Markus Beier, an die niedergelassenen Mediziner. "Angesichts von Ausgangsbeschränkungen und absehbar fehlenden Laborkapazitäten ist es nun unabdingbar, personelle Ressourcen für schwere Fällen zu bündeln und die Patienten aufzufordern, auch im Verdachtsfall nicht in die Praxis zu kommen!"

Zusammen mit der Allianz fachärztlicher Berufsverbände forderte der Hausärzteverband auch alle Fachärzte dazu auf, die Abläufe in den Praxen umzuorganisieren. Nur noch Notfälle und medizinisch absolut notwendige Untersuchungen sollten vorgenommen werden.

+++ Keine Ermittlungen nach neun Toten in Würzburger Pflegeheim +++

Nach dem Tod von neun Menschen aus einem Würzburger Pflegeheim durch eine Infektion mit dem neuen Coronavirus gibt es bisher keine Hinweise auf eine Straftat. "Es gibt aktuell keinen Grund, Ermittlungen zu führen", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Unterfranken am Montag. Man sei mit der betroffenen Pflegeeinrichtung aber weiter in Kontakt - dies sei üblich, wenn Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung stürben.

Auch die Staatsanwaltschaft Würzburg ist bislang in keinen durch das Virus verursachten Todesfall in ihrem Zuständigkeitsbereich eingebunden. "Nach hiesiger Kenntnis handelt es sich um Todesfälle aus medizinischer Ursache", teilte die Behördensprecher mit Blick auf die neun Toten des Würzburger Heims mit. Anhaltspunkte für strafbares Verhalten Dritter oder Anzeigen gebe es bisher nicht.

+++ Söder verteidigt Bayerns Alleingang im Kampf gegen das Coronavirus +++

Nach dem Bund-Länder-Beschluss zu Kontaktverboten im Kampf gegen das Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder das Ausscheren seines Landes verteidigt. Das sei eine "sehr kleine Sache", sagte Söder am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Er habe bereits am Freitag über Ausgangsbeschränkungen entschieden, die Regelung sei "eins zu eins mit Österreich umgesetzt" worden und eine angemessene und notwendige Entscheidung gewesen. Die Betroffenheit der Bundesländer sei unterschiedlich, sagte der CSU-Chef. "Wir haben viel mehr Tote, wir haben höhere Infektionen", sagte er, deshalb müsse er als Ministerpräsident "ein Stück weit schneller reagieren".

Bund und Länder hatten am Sonntag ein Kontaktverbot beschlossen. Bundesweit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Bayern will aber bei eigenen, strengeren Ausgangsbeschränkungen bleiben, die die Landesregierung bereits am Freitag beschlossen hatte. Bei den Beratungen hatte dem Vernehmen nach NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) Söder vorgeworfen, dass er bereits am Freitag "ohne Absprache" eigene Maßnahmen verordnet hatte.

+++ Lage in Italien weiter dramatisch +++

651 an einem Tag, so lautet die erneut bittere Bilanz am Sonntag in Italien. Damit stieg die Zahl der Toten auf insgesamt 5.476. Allerdings war der Anstieg nicht so rasant wie am Vortag, als der Zivilschutz binnen 24 Stunden 783 Tote vermeldet hatte.

Die Italiener müssen verzweifelt zusehen, wie alle noch so drastischen Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus keine Erfolge bringen. Ministerpräsident Giuseppe Conte spricht von der schwersten Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg.

Angesichts immer neuer Rekordwerte bei den Toten und Infizierten geht Italien einen weiteren, extremen Schritt: Bis zum 3. April sollen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone alle Firmen und Fabriken dichtbleiben, die nicht essenziell wichtig für das tägliche Leben sind. Bis Sonntag wurden insgesamt 59.138 Infizierte erfasst. Das sind rund 550 mehr als am Vortag. Aber auch hier war die Steigerung geringer als am Samstag.

+++ Bayern setzt Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht um +++

Bayern will das von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Krise vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht übernehmen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus der bayerischen Staatskanzlei. Es bleibt bei der bayerischen Regelung, wonach man nur mit Angehörigen des eigenen Hausstandes an die frische Luft gehen darf.

+++ Jetzt schon 22 Tote in Bayern +++

Von Samstag auf Sonntag stieg der Anzahl der Todesfälle aus Bayern von 21 auf 22, das gab das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bekannt. Bayernweit gibt es 4.457 Infizierte (gestern: 3.695 Menschen).

+++ Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung: 133 Anzeigen +++

In München haben am Samstag rund 400 Polizisten die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen kontrolliert. Nicht jeder hält sich an die neuen Regelungen - insgesamt wurden 133 Anzeigen erstattet. Mehr dazu hier!

+++ MVG: Fahrgastaufkommen mehr als halbiert +++

Trotz der seit Samstag geltenden Ausgangsbeschränkungen läuft der Betrieb bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ganz normal weiter. Das Fahrgastaufkommen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln hat sich zwischenzeitlich mehr als halbiert. Mehr Infos finden Sie hier.

+++ Kinder-Notbetreuung wird ausgeweitet +++

Ab Montag können Eltern auch dann eine Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen und Schulen in Anspruch nehmen, wenn nur ein Elternteil in den Bereichen Gesundheitsversorgung oder Pflege tätig ist. Voraussetzung sei weiterhin, dass der Elternteil wegen "dienstlicher oder betrieblicher Notwendigkeiten" an einer Betreuung seines Kindes gehindert ist.

+++ Coronavirus in Bayern: 21 Todesfälle registriert +++

Stand jetzt sind mehr als 21.600 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 70 Todesfälle wurden registriert. In Bayern sind inzwischen 3.695 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen auf seiner Homepage mitteilt, starben bislang 21 Patienten an einer Infektion. In Nordrhein-Westfalen, dem größten Bundesland, sind es 6.740 registrierte Fälle (24 Tote), in Baden-Württemberg gibt es 3.665 Fälle (17 Tote).

+++ Ausgangsbeschränkungen: Herrmann zieht positive Bilanz +++

Kaum Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat nach dem ersten Tag der vorläufigen Ausgangsbeschränkungen eine positive Bilanz gezogen. Die meisten Menschen zeigten sich kooperativ, teilte er am Samstag mit. Zwar seien noch in einigen Fällen kleinere Gruppen unterwegs gewesen, es sei aber zu keinen besonderen Problemen gekommen.

Auch die Gastronomiebetriebe hätten sich weitgehend problemlos an die Allgemeinverfügung gehalten. Herrmann: "Ich glaube, für jeden vernünftigen Menschen ist klar, dass wir in einer Situation, wie wir sie derzeit haben, keine vollen Biergärten oder Wirtsstuben akzeptieren können."

+++ Infektionsschutzgesetz soll verschärft werden +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will schärfere Regel beim Infektionsschutz im Eilverfahren auf den Weg bringen. Zuerst berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber. Demnach soll das Gesetz gemeinsam mit weiteren Hilfs- und Schutzgesetzen der Regierung in einem großen Paket bereits kommende Woche beschlossen werden.

Unter anderem soll den zuständigen Gesundheitsbehörden bei einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" wie im aktuellen Fall die Befugnis eingeräumt werden, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln, dadurch ihre Bewegung zu verfolgen und sie im Verdachtsfall zu kontaktieren. Zugleich sollen die zuständigen Behörden Verkehrsdaten zur Bestimmung des Aufenthaltsortes nutzen dürfen - etwa um den Betroffenen über sein persönliches Risiko zu informieren. Die Mobilfunkanbieter sollen den Gesundheitsbehörden die Standortdaten zur Verfügung stellen müssen.

+++ Corona-Krise: 24-Stunden-Bilanz der Polizei +++

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind zwischen Freitag (20. März, 6 Uhr) und Samstag (21. März, 6 Uhr) etwa 200 Polizeibeamte in der Stadt und im Landkreis München unterwegs gewesen, um die Einhaltung der Regelungen der aktuellen Allgemeinverfügung zu überprüfen. Bei den über 2.400 Überprüfungen stellten die Beamten über 200 Verstöße fest, zehn davon betrafen die neue ab 0 Uhr geltende Ausgangsbeschränkung. Das ist die Bilanz.

Große Straßensperren plant die Münchner Polizei zur Durchsetzung der Ausgangsbeschränkungen zunächst nicht. "Es wird auch nicht so sein, dass jemand, der unterwegs ist, alle fünf Meter von einem Kollegen von mir angesprochen wird", sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am Samstag in einem Interview im "Bayerischen Rundfunk". An einzelnen Stellen stoppten Polizisten am Samstag aber Autofahrer, um sie nach dem Grund der Fahrt zu befragen. Diese Kontrollen hingen vom Ermessen der Beamten ab, hieß es. Die Regel seien diese Befragungen nicht.

+++ Wegen Coronavirus daheim: Musiker spielen aus Fenstern +++

Schöne Aktion: In den sozialen Medien werden deutschlandweit Musiker unter dem Motto "Musiker*innen für Deutschland" dazu aufgerufen, am Sonntag (22. März) um 18 Uhr aus ihren Fenstern und Balkonen "Freude schöner Götterfunken" zu spielen.

Wichtig dabei: Alle bleiben dabei in ihren Wohnungen, können aber von Balkonen und Terrassen aus zuhören - einen Moment abschalten.

+++ Söder zur Corona-Krise: "Eine dramatische Entwicklung" +++

Die seit Mitternacht geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) weitgehend eingehalten. "Es hat da und dort noch ein paar Gruppen von Jugendlichen gegeben, die da irgendwo in der Öffentlichkeit kleinere Partys durchgeführt haben. Die sind dann von der Polizei nach Hause geschickt worden", sagte er am Samstag dem "Bayerischen Rundfunk".

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechtfertigte die Maßnahmen: "Die ganze Welt reagiert. Dann muss auch Deutschland letztlich reagieren", sagte er "Antenne Bayern". "Ich hoffe, dass wir so besser durch die Krise kommen als andere." Mit Blick auf rasant steigende Zahlen an Infizierten und Toten sagte der CSU-Chef: "Das ist wirklich eine dramatische Situation."

+++ Ausgangsbeschränkungen treten in Kraft +++

Seit Samstag 0 Uhr gelten die strengen Ausgangsbeschränkungen. Die Feuerwehr weist mit Lautsprecherdurchsagen in ganz München auf die neuen Regeln hin und ermahnt die Menschen, zu Hause zu bleiben. Zuwiderhandlungen können harte Strafen nach sich ziehen.

+++ Ausgangsbeschränkungen: Vorerst keine Passierscheine nötig +++

Trotz der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern inklusive Polizeikontrollen brauchen die Menschen im Freistaat keine Passierscheine, um sich draußen zu bewegen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich dazu am Samstagmorgen gegenüber dem Radiosender Antenne Bayern. Hilfreich sei aber, wenn man sich ausweisen und nachvollziehbar begründen könne, warum man auf welchem Weg sei. Wenn jemand von seinem Arbeitgeber eine Bescheinigung bekommen könne, sei das gut. "Wenn nicht, geht die Welt - glaub' ich - nicht unter", sagte der CSU-Chef. "Im Zweifel hat die Polizei ein gutes Gespür dafür, wie ernst und wie ehrlich das ist."

+++ Fünf neue Coronavirus-Todesfälle in Bayern +++

In Bayern sind fünf weitere Menschen gestorben, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. Es handelt sich um vier Todesfälle aus Würzburg und einen aus dem Landkreis Starnberg, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in München mitteilte. Am Vormittag hatte ein Sprecher den Tod eines 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und eines 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge vermeldet. Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 20 Coronavirus-Todesfälle.

Allein neun Menschen sind in einem Würzburger Pflegeheim nach Coronavirus-Infektionen gestorben. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Landesamts für Gesundheit (LGL) auf Anfrage. Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen. Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

+++ Wertstoffhöfe schließen +++

Alle Wertstoffhöfe der Stadt sind ab sofort geschlossen. Auch das Gebrauchtwarenkaufhaus – Halle 2 bleibt geschlossen. Der Erdenverkauf am Entsorgungspark Freimann wird ebenfalls eingestellt.

Diese Entscheidung gilt bis zum Widerruf auf unbestimmte Zeit. Ein Sprecher des Abfallwirtschaftsbetriebes München: "Das öffentliche Leben in München wird auf ein Mindestmaß zurückgefahren. Der AWM reagiert und schließt alle Münchner Wertstoffhöfe. Als zuverlässiger Entsorger Münchens liegt unser Fokus in Krisenzeiten auf den geregelten Abtransport der Mülltonne am Haus. Ich danke allen unseren fleißigen Mitarbeitern, die gemeinsam unsere Stadt sauber halten und herausragende Arbeit leisten."

+++ Stadt richtet Teststelle für Rettungs- und Pflegekräfte ein +++

In München wird es ab kommender Woche eine Corona-Teststation nur für medizinisches Personal und spezifische Berufsgruppen wie z. B. Polizei oder Feuerwehr geben – weil diese Personen oft besonders gefährdet sind. Eingerichtet wird die Teststelle in der Georgenstraße. Sie ist konzipiert als Drive-In-Station. Die neue Teststation wird durch ein erfahrenes Ärzteteam des Tropeninstituts (Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin) am LMU Klinikum München organisiert.

+++ BOB und Meridian reduzieren +++

Auf allen Strecken, die von BOB und Meridian BRB bedient werden (Strecken Augsburg – Schongau, Augsburg – Ingolstadt – Eichstätt, Augsburg/München – Füssen, Augsburg – Landsberg), wird es ab kommender Woche Einschränkungen geben. Das teilte das Unternehmen mit. Das Zugangebot wird ab Mittwoch, 25. März 2020 und zunächst bis 19. April 2020 auf stündliche Angebote reduziert.

Die Bayerische Oberlandbahn GmbH und Bayerische Regiobahn GmbH weisen darauf hin, dass weitere Rückfallkonzepte in Vorbereitung sind, für den Fall, dass diese Maßnahmen aufgrund weiterer Einschränkungen nötig werden sollten. Die oben genannten Einschränkungen sind personalmangelbedingt und auf die Corona-Krise zurückzuführen.

Insgesamt läuft der Zugverkehr in Bayern trotz der Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen das Coronavirus zunächst normal weiter. "Unser Ziel ist, den Zugverkehr mit so wenig Einschränkungen wie möglich aufrecht zu erhalten. Das gelingt aktuell hervorragend", betonte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag. Es müsse sichergestellt sein, dass Angehörige systemrelavanter Berufe wie Pfleger, Lebensmittelhändler oder Journalisten zu ihren Arbeitsstellen gelangen könnten.

+++ Bayern will Pfleger aus Rente zurückholen +++

Bayern will in der Corona-Krise Krankenschwestern und Pfleger aus dem Ruhestand zurückholen. "Wir werden jede helfende Hand brauchen", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag in München.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sollen Pfleger und Krankenschwestern in Teilzeit zudem überlegen, ob sie die Arbeitszeit aufstocken können. "Schon heute wissen wir, dass wir mit einer steigenden Zahl, vielleicht sogar mit einer dramatisch steigenden Zahl, rechnen müssen", sagte Sibler. "Die Herausforderungen werden in den nächsten Tagen und Wochen nochmal unendlich steigen."

+++ Handel rechnet mit neuem Ansturm auf Supermärkte +++

Der Handelsverband Bayern erwartet am Samstag einen gewaltigen Andrang in den Lebensmittelläden. Die jetzt verhängten Ausgangbeschränkungen seien "ein psychologisches Signal -–das wird einen Ansturm geben wie nach den Schulschließungen", sagte Geschäftsführer Bernd Ohlmann am Freitag in München.

Dass auch Bau- und Gartenmärkte ab Samstag geschlossen bleiben müssen, sei darüber hinaus aktuell die einzige Neuerung. Aber "die Verunsicherung ist groß. Auch Polizei und Ordnungsamt vor Ort wissen oft nicht genau, wer noch öffnen darf", sagte Ohlmann. Wenn das Sortiment eines Ladens zu 51 Prozent aus Lebensmitteln bestehe, dürfe er auch sein restliches Sortiment verkaufen – aber wenn sein Angebot nur zu 49 Prozent aus Lebensmitteln besteht, dürfe er ausschließlich seine Lebensmittel verkaufen, nichts anderes.

+++ Frühlingsfest in München fällt aus +++

Das Frühlingsfest in München wird wegen des Coronavirus' nicht wie geplant stattfinden können. Das teilte OB Dieter Reiter (SPD) am Freitag in einer Pressekonferenz mit. Reiter zufolge werden sämtliche Feste in den nächsten Wochen "wohl eher nicht stattfinden". Aktuell wird noch über eine Verlegung des Frühlingsfestes diskutiert.

Für das Oktoberfest soll es laut Reiter spätestens Ende Juni eine Entscheidung geben, wenn es langsam aber sicher mit dem Aufbau auf der Theresienwiese losgeht.

+++ OB Reiter: 202 neue Coronavirus-Fälle in München +++

Von Donnerstag auf Freitag gab es alleine in München insgesamt 202 neue Coronavirus-Fälle (Stand: 14 Uhr). Das teilte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Freitag in einer Pressekonferenz mit. "Die Ausbreitung des Virus' verläuft extrem dynamisch."

Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 878 Infektionen gemeldet. Zum Vergleich: Am Freitag vergangener Woche (13.3.) waren es 39 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 149).

+++ SWM: Versorgung Münchens ist gesichert +++

Die Stadtwerke München (SWM) betonen in einer offiziellen Mitteilung, dass die Versorgung mit Energie und Trinkwasser in München weiterhin rund um die Uhr gewährleistet sei. Ebenso die Aufrechterhaltung des Betriebs von U-Bahn, Bus und Tram. "Die Münchnerinnen und Münchner können sich auf ihr kommunales Unternehmen SWM verlassen."

Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: "Als Betreiber kritischer Infrastruktur - Energie- und Trinkwasserversorgung, öffentlicher Nahverkehr, Telekommunikation - müssen wir unsere Maßnahmen zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger bestmöglich abwägen. Wir folgen einem klaren Pandemieplan mit dem obersten Ziel, das Ansteckungsrisiko im Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Wir wollen insbesondere verhindern, dass Quarantäne-Maßnahmen nötig werden, die unsere Leistungen für die Stadt beeinträchtigen könnten."

+++ Einschränkungen für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schränkt Bayern die Besuchsregeln für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime weiter ein. Die Besuche würden jetzt weitgehend untersagt, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München. Es solle aber weiter möglich sein, dass sich etwa die Familie von einem Sterbenden verabschiedet oder dass ein Vater bei der Geburt seines Kindes dabei sein könne.

"Sie können weiter zur Arbeit gehen, Sie können weiter zum Einlaufen gehen, Sie können weiter zum Arzt gehen", erläuterte Huml. "Aber alles, was nicht dringend nötig ist wird eingeschränkt." Auch bei Spaziergängen an der frischen Luft sollen Familien zusammenbleiben können, die eh zusammenleben. Aber weitergehende Menschenansammlungen seien tabu. Das Ganze gelte zunächst für 14 Tage. Die Maßnahme sei eine, "die jeder mitmachen kann und die jeder mitmachen muss", sagte sie. "Das ist alles nicht einfach, dessen sind wir uns (..) bewusst."

Sie könne nicht versprechen, dass die Maßnahmen helfen, die Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Doch die Staatsregierung tue alles, was in ihrer Macht stehe. "Aber wir müssen alle mithelfen."

+++ Söder: Ab Freitag bundesweit Gastronomie geschlossen +++

Wegen der Corona-Krise wollen alle Bundesländer laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ab Mitternacht alle Gastronomiebetriebe schließen. Es werde zunächst für die nächsten 14 Tage nur noch "to go, Drive-in und Lieferungen" geben, sagte Söder am Freitag in München. "Auch alle anderen Bundesländer wollen das umsetzen."

+++ Bayern verhängt Ausgangsbeschränkungen +++

Zur Eindämmung des Coronavirus' hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt.

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag (0 Uhr) nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft – dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Restaurants und Biergärten werden komplett geschlossen haben, auch Baumärkte und Friseur-Salons haben nicht mehr geöffnet. Die Polizei wird die Ausgangssperre kontrollieren und durchsetzen.

"Corona hat unser Land fest im Griff", sagte Söder. Die Zahlen in Bayern entwickelten sich nicht gut. "Ich und wir können nicht verantworten zu warten." Jeder Infizierte, jeder Tote sei einer zu viel.

Die Zahl der Infizierten sei seit Donnerstag um mehr als 35 Prozent, 817 Fälle gestiegen. Die Zahl der Toten sogar um 50 Prozent auf 15, sagte Söder. Die Infektionsketten seien praktisch nicht mehr nachvollziehbar. Es seien hohe Wellen an Infektionen zu erwarten, in Deutschland vielleicht im Millionenbereich. "Wir bekommen, wenn wir nicht aufpassen, eine ähnliche Tendenz wie in Italien und Frankreich."

+++ Surfwelle abgedreht +++

Die bei Surfern beliebte Eisbachwelle in München soll wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorerst nicht genutzt werden können. Die Welle werde entsprechend "geglättet", teilte das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt mit.

Veranlasst wurde demnach "eine naturschutzfachlich unbedenkliche Absenkung des Eisbachs". So sollen Menschenansammlungen verhindert werden, die an der Eisbachwelle normalerweise die Surfer beobachten. Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, appellierte die Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs nochmals an alle Münchner, Menschenansammlungen zu vermeiden.

+++ Schnapsbrennereien liefern Alkohol an Apotheken und Kliniken +++

Mehrere Schnapsbrennereien in Ostbayern beliefern zurzeit Apotheken und Kliniken mit Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. "Wir geben alles her, was wir haben. Die Gesundheit geht vor, wir stellen die Produktion für gewisse Produkte ein", sagte Johannes Anleitner von der Bärwurz-Quelle in Bad Kötzting dem Bayerischen Rundfunk am Freitag.

Neutralalkohol mit einem Alkoholgehalt von 96 Prozent werde zum Herstellen von Himbeergeist, Likör und Gin verwendet, so Anleitner. Die Bärwurz-Quelle konzentriere sich jetzt auf Produkte, für die es keinen Naturalkohol brauche, wie beispielsweise Rum und Whiskey. Ähnlich ist die Situation in der Destillerie Liebl in Bad Kötzting. "Apotheken im Umkreis von 100 Kilometern fragen an", sagt Claudia Liebl dem BR. 5.000 Liter Neutralalkohol habe sie schon verschickt.

Auch die Brennerei Penninger in Hauzenberg (Landkreis Passau) hat eine Klinik mit Alkohol beliefert. Jedoch müsse auch der eigene Betrieb weitergehen: "Wo es geht, versuchen wir zu helfen. Dennoch können wir den Grundstoff, von dem wir leben, nicht komplett hergeben", sagte Geschäftsführer Christoph Bauer dem BR.

+++ Produktion von Atemmasken in Bayern startet +++

Die Staatsregierung will den Mangel an Atemschutzmasken in der Corona-Krise mit Hilfe heimischer Produktion überwinden. Die Staatsregierung hat an mehrere Firmen Aufträge vergeben, ab sofort sollen etwa 10.000 Masken am Tag hergestellt und ausgeliefert werden. Vorrangig gehen diese zuerst an Krankenhäuser und Arztpraxen. "Die Kapazität soll so schnell wie möglich erhöht werden", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag in München.

Hergestellt werden laut Ministerium sowohl Einweg- als auch mehrfach verwendbare Masken. Jede wiederverwendbare Maske kann demnach etwa 50 Mal benutzt werden. "Wir können mit der eigenen Produktion den Schutz des medizinischen und pflegerischen Personals deutlich verbessern, das in diesen Tagen ein besonderes Risiko für eine Corona-Infektion trägt", sagte Aiwanger.

+++ Ansturm auf Corona-Hilfsgeld in Bayern +++

Die bayerischen Behörden werden von Corona-Hilfsgeldanträgen bedrängter mittelständischer Unternehmen überrollt. "Mittlerweile haben wir mehrere Zehntausend Anträge mit einem gesamten Finanzvolumen von mehreren Hundert Millionen Euro", berichtete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag. Das Programm für kleine und mittlere Unternehmen war erst am Mittwoch gestartet. Die ersten Überweisungen sind nach Aiwangers Angaben schon am Freitag auf den Konten der Firmen eingegangen.

"In großem Umfang wird das Geld im Laufe der kommenden Woche bei Freiberuflern und Unternehmen ankommen", sagte Aiwanger. Gedacht sind die Hilfen für Freiberufler, Selbstständige, sowie kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Die Zahlungen sind gestaffelt: bis fünf Mitarbeiter 5.000 Euro, bis zehn Mitarbeiter 7.500, bis 50 Mitarbeiter 15.000, bis 250 Mitarbeiter 30.000 Euro. Bearbeitet werden die Anträge von den sieben Bezirksregierungen und der Münchner Stadtverwaltung.

Mit dem Handgeld will die Staatsregierung über Zahlungsschwierigkeiten hinweg helfen und drohende Insolvenzen verhindern. Dazu Aiwanger: "Man muss im Antrag versichern, dass man über keine liquiden Mittel mehr verfügt. Wer also Geld, Gold oder Aktien besitzt, ist nicht berechtigt." Der Wirtschaftsminister warnte - wenn auch diplomatisch - vor Betrugsversuchen: "Das wird nicht sofort geprüft. Sollte sich dies im Nachhinein aber herausstellen, müsste die Soforthilfe zurückbezahlt werden."

+++ Landesamt: 825 neue Infektionen mit Coronavirus +++

In Bayern haben sich weitere 825 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Freitag auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 3107 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

+++ Augsburg sagt Frühjahrsdult ab +++

Die Stadt Augsburg hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus die Frühjahrsdult abgesagt. Die Veranstaltung hätte vom 11. bis 26. April gedauert.

Überlegungen für einen späteren Beginn der Frühjahrsdult gebe es nicht, teilte die Stadt am Freitag mit. Zuvor war bereits der Augsburger Plärrer, der mit insgesamt bis zu 1,2 Millionen Besuchern pro Jahr als das größte Volksfest Schwabens gilt, abgesagt worden.

+++ Zwei weitere Coronavirus-Todesfälle in Bayern +++

In Bayern sind zwei weitere Menschen gestorben, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag sagte, handelt es sich dabei um einen 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und einen 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 15 Coronavirus-Todesfälle.

+++ Söder tritt um 12.30 Uhr vor die Presse +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stehen in Bayern möglicherweise weitere Beschränkungen und Auflagen kurz bevor. Die Staatskanzlei lud am Freitag kurzfristig zu einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr ein, unter anderem mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Aus Regierungskreisen hieß es am Freitagmorgen, es liefen intensive Gespräche Söders unter anderem mit seinem Kabinett, dem Corona-Krisenstab und Kommunalpolitikern. Diese Gespräche hätten bis tief in die Nacht hinein gedauert und seien am Morgen weitergegangen.

Welche Maßnahmen Söder verkünden würde, war zunächst unklar. Er hatte am Donnerstag aber konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat gedroht, wenn sich die Menschen in Bayern nicht an bereits geltende Beschränkungen und Auflagen halten: "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium", sagte Söder in einer Regierungserklärung. Man werde "nicht endlos zusehen".

Es gelte ein ganz einfacher Grundsatz, sagte Söder: Menschen sollten nur noch zur Arbeit, für Arztbesuche, zum Lebensmitteleinkauf oder zur Hilfe für andere das Haus verlassen. Man könne auch nach draußen gehen - aber allein. Eine Ausgangssperre gilt seit Mittwoch für eine Gemeinde in der Oberpfalz und seit Donnerstag für zwei Gemeinden in Oberfranken, jeweils wegen schnell steigender Corona-Zahlen.

+++ Vorbereitungen für Wiesn laufen weiter +++

Während zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte abgesagt werden, laufen die Vorbereitungen für die Wiesn vorerst weiter. Die Entscheidung darüber, ob die Wiesn abgesagt wird, soll erst in ein paar Monaten fallen, heißt es in der "tz" (Freitag). "Ich kann nicht sagen, ob es Mai oder Juni wird", sagte Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU). "Ich gehe aber weiter davon aus, dass die Wiesn stattfinden wird."

Dementsprechend laufen die Vorbereitungen laut Wirtesprecher Christian Schottenhamel "ganz normal weiter". Fast alle Tische seien schon vergeben und bisher gebe es kaum Stornierungen.

+++ Kanzleramtschef zu Ausgangssperren: Samstag entscheidender Tag +++

Kanzleramtschef Helge Braun hat den Samstag als entscheidenden Tag bei der Entscheidung über mögliche Ausgangssperren wegen des Coronavirus bezeichnet. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Sonntagabend mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz beraten. Dabei dürfte es auch darum gehen, ob und wann Ausgangssperren verhängt werden sollen. Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht.

"Am Samstag verabreden sich die Menschen ja traditionell miteinander, weil sie frei haben", sagte Braun. "Aber das geht abseits der Kernfamilie derzeit nun einmal leider nicht. Das muss jetzt eingestellt werden. Geschieht das nicht, kann es passieren, dass auch in den Bundesländern weitergehende Maßnahmen beschlossen werden, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollen."

+++ Ambulante Pflegedienste stehen vor großen Schwierigkeiten +++

Die ambulanten Pflegedienste in Bayern stehen vor großen Schwierigkeiten. Die Menschen, die sie versorgen, sind meist alt und krank und laufen so Gefahr, an schweren Verläufen des Virus zu erkranken. Die Pflegedienste beschwichtigen – man lasse niemanden im Stich. Mit erhöhten Hygienevorkehrungen geht der Service uneingeschränkt weiter – noch. Denn Handschuhe und Desinfektionsmittel werden langsam knapp.

+++ Ausgangssperren drohen: Merkel und Länder beraten am Sonntag +++

In vielen Ländern sind Ausgangssperren schon längst in Kraft - während in Bayern und ganz Deutschland noch immer Menschen in Grüppchen in Parks sitzen. Bayerns Landeschef Markus Söder (CSU) drohte mit einer Ausgangssperre für das ganze Bundesland: "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren." Für drei Orte in Bayern gelten bereits entsprechende Verbote. Am kommenden Sonntag will Merkel dem Vernehmen nach mit den Ministerpräsidenten in einer Telefonschalte darüber beraten.


Hinweis der Redaktion: Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der letzte Eintrag stammt vom 18. März. 

 

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