Sars-CoV-2 in München und Bayern Coronavirus-News: Ausgangsbeschränkungen werden verlängert!

Verlängert die Ausgangsbeschränkungen bis zum Ende der Osterferien: Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Foto: imago images / Future Image

Das Coronavirus breitet sich in Bayern und Deutschland aus. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.

 

Das Coronavirus sorgt in München, Bayern und Deutschland für immer drastischere Maßnahmen. In Bayern gelten weitreichende Ausgangsbeschränkungen – das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. In München nimmt die Zahl der bestätigten Fälle indes täglich zu. Wie gefährlich ist der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit COVID-19 auslösen kann? In unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen in Bayern auf dem Laufenden.

  • In Bayern gelten bis 19. April weitreichende Ausgangsbeschränkungen.
  • Alle Gastronomiebetriebe müssen schließen.
  • Alle Schulen, Kindergärten und Kitas sind bis 19. April geschlossen.
  • Der Semesterbeginn der Hochschulen wurde auf den 20. April verschoben.
  • Veranstaltungen sind untersagt, alle staatlichen und städtischen Theater, Konzertsäle und Opern bleiben zu.
  • Die Ladenöffnungszeiten für Supermärkte, Apotheken und Drogerien sind ausgeweitet.


+++ Söder: "Lage ist weiter sehr ernst"

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden um zwei Wochen bis zum 19.4. verlängert. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit. Damit soll die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie weiter verlangsamt werden. "Die Lage ist weiter sehr ernst, es ist jetzt keine Zeit für eine Exitdebatte", so Söder.

In Bayern gebe es derzeit 14.437 Corona-Infektionen, das seien deutlich mehr als am Vortag. "Alle Maßnahmen, die wir treffen, sind immer nach dem Primat, was medizinisch notwendig ist", so Söder. "Wir überprüfen auch immer, ob es juristisch verhältnißmäßig ist", bekräftigte Söder.

Den Angaben zufolge sind bislang 133 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben. Söder betonte, dass die Ausgangsbeschränkungen aber erste Wirkungen zeigten, "die Kurve flacht ab". Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten alle 5 Tage, vor den Maßnahmen habe sich die Zahl alle 2,8 Tage verdoppelt.

Bayern folgt mit der Verlängerung, die Söder zufolge keine Verschärfung der Maßnahmen bedeuten, dem Zeitplan, der auch bundesweit seit mehr als einer Woche gilt. Die Länder hatten sich mit dem Bund auf die weitreichenden Eingriffe in die Freiheit der Menschen in Deutschland geeinigt.

+++ SPD: Sommersemester als "Nullsemester"

Wegen der Corona-Krise sollte das anstehende Sommersemester an den bayerischen Universitäten nach Ansicht der SPD im Landtag nicht wie geplant auf jeden Fall durchgeführt werden. Wie in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Professoren, forderte auch der SPD-Wissenschaftspolitiker Christian Flisek stattdessen, es als "Nicht-Semester" beziehungsweise "Nullsemester" durchzuführen. Das bedeutet, es wird nicht auf Regelstudienzeit und Maximalstudiendauer angerechnet und die BAföG-Zahlungen müssten weiter gehen. In der vergangenen Woche hatte die Staatsregierung mitgeteilt, dass die Vorlesungszeit an Bayerns Universitäten und Hochschulen am 20. April beginnen soll, notfalls in Form von Internetvorlesungen. Ein Ausfall sei trotz Corona-Krise keine Option.

Die technischen Möglichkeiten, einen ausschließlich digitalen Lehr- und Prüfungsbetrieb anzubieten, seien aber nicht an allen Hochschulen und Universitäten gleichwertig vorhanden, betonte Flisek. "Es ist kaum vorstellbar, dass alle Veranstaltungen in allen Studiengängen einfach in digitaler Form ohne nennenswerte Einbußen durchgeführt werden können." Gleichwohl solle das Sommersemester nicht komplett ausfallen. "Ich halte es für sehr sinnvoll, überall da, wo es möglich ist, Lehr- und Prüfungsveranstaltungen digital anzubieten."

+++ Bayern baut Hilfskrankenhäuser für Corona-Patienten +++

Zur Bewältigung der Corona-Krise werden in Bayern 26 Hilfskrankenhäuser errichtet. Dies bestätigte das Innenministerium gegenüber dem "BR".

Der Aufbau der Krankenhäuser soll demnach bereits am Montag beginnen. Vorgesehen ist, dass in jedem Rettungsdienstbereich des Freistaats ein solches Hilfskrankenhaus entsteht, jeweils mit unterschiedlichen Bettzahlen. Beim Aufbau sollen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und Bundeswehr helfen.

+++ Söder informiert über weiteren Kampf gegen Coronavirus +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montagmittag über das weitere Vorgehen informieren: Für 12.30 Uhr hat die Staatskanzlei zu einer Pressekonferenz eingeladen. Ein zentraler Punkt neben aktuellen Zahlen und Entwicklungen dürfte sein, ob und bis wann die umfangreichen Ausgangsbeschränkungen, die in Bayern zunächst bis einschließlich 3. April befristet wurden, verlängert werden. Dass sie verlängert werden, daran gibt es kaum Zweifel.

+++ Bayern behandelt zehn italienische Corona-Patienten +++

Die ersten beiden italienischen Corona-Patienten werden am Sonntag zur medizinischen Behandlung in Bayern erwartet. "Insgesamt nehmen wir in den nächsten Tagen zehn Patienten im Rahmen unserer Möglichkeiten auf", schrieb Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die italienischen Patienten sollen auf verschiedene Kliniken im ganzen Land verteilt werden, einzig München ist davon ausgenommen. "Es ist wichtig, in der Not zu helfen", betonte Söder.

Wegen der schwierigen Lage in Norditalien und teils auch in Frankreich hat die Bundeswehr bereits seit Samstag Corona-Patienten zur Behandlung nach Deutschland geholt. Insgesamt sollen mehrere Dutzend ausländische Corona-Patienten in der Bundesrepublik behandelt werden.

Die Bundeswehr flog am Samstag etwa sechs Intensivpatienten aus der besonders schlimm betroffenen italienischen Stadt Bergamo nach Köln. Sie werden nach Angaben der NRW-Staatskanzlei nun im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn behandelt. Die schwer erkrankten Franzosen sollen im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgt werden, wie es aus dem Verteidigungsministerium hieß.

+++ Zahlen steigen in München weiter +++

In München wurden am heutigen Sonntag, 29. März (Stand: 13.30 Uhr), 176 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 2.256 Infektionen gemeldet. In diesen Zahlen enthalten sind auch 250 Personen, die bereits geheilt sind, sowie drei Todesfälle. Das teilte die Stadt am Sonntag mit.

+++ Ministerium: 110 Corona-Tote in Bayern +++

In Bayern sind inzwischen 13.263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München mit. Den Angaben zufolge sind bislang 110 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

+++ Söder verteidigt Bayerns Corona-Maßnahmen erneut +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die strengen Auflagen für Bayerns Bürger in der Corona-Krise erneut verteidigt. Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten seit dem 21. März Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Derlei sei nötig gewesen, "weil zu spüren war, dass Appelle allein nicht reichen. Viele haben sich vorbildlich verhalten, andere haben es ignoriert oder nicht ernst genommen", sagte er dem Magazin "Spiegel". "Ich kann auch verstehen, dass man sein gewohntes Leben gerne weiterführt. Alle Experten haben uns aber zu zügigem Handeln geraten."

Das Verlassen der Wohnung ist - zunächst befristet bis einschließlich 3. April - nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber ausdrücklich auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" – das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Wer die Regeln nicht einhält - etwa den Mindestabstand von 1,5 Metern - muss mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.

Später hatten sich der Bund und die Länder auf ein bundesweites Kontaktverbot verständigt. Der bayerische Weg hatte unter den Ministerpräsidenten für Verstimmungen gesorgt. "Wenn Sie dann zum Ergebnis kommen, dass bestimmte Maßnahmen ohnehin sein müssen, stellt sich die Frage, warum man dann noch drei bis fünf Tage warten soll", sagte Söder. "Jeder Tag bedeutet eine erhöhte Infektionsgefahr, die Leben kosten kann."

Zum Thema Exitstrategie - also der Lockerung oder Abschaffung der Auflagen - sagte der CSU-Politiker: "Aber wann und in welcher Form wir wieder zur Normalität zurückkehren, hängt davon ab, wie sich die Zahlen der Infektionen und Todesfälle entwickeln. Aus heutiger Sicht kann es keine vorschnelle Entwarnung geben. Die Lage bleibt sehr ernst. Im Moment steigen die Zahlen noch steil an."

+++ Altmaier plant umfassendes Wirtschaftspaket +++

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier arbeitet an umfassenden Plänen für die Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Coronakrise. Das Konzept solle nicht nur klassische Konjunkturpakete umfassen, sondern auch strukturell die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessern, so Altmaier im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Rückstand bei der Digitalisierung müsse aufgeholt und industrielle Produktion wie Arzneimittel und Biotech auch in Deutschland angesiedelt werden.

+++ 235 neue Corona-Fälle in München +++

In München wurden am Samstag, (Stand: 13.30 Uhr), 235 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 2.080 Infektionen gemeldet.

Zum Vergleich: Am Samstag vergangener Woche (21.3.) waren es 164 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 1.042).

+++ Coronavirus: Weitere Einschränkungen im Zugverkehr +++

Nach der Deutschen Bahn streichen in der Corona-Krise jetzt auch mehrere Privatbahnen Verbindungen in Bayern. Züge würden deswegen ab Montag seltener fahren, teilte die Länderbahn am Samstag mit. Außerdem würden Haltestellen entfallen, hieß es weiter. 

Weil immer weniger Menschen mit dem Zug fahren, werden einige Verbindungen außerhalb der Hauptverkehrszeit - also früh morgens, spät abends und teilweise am Wochenende - gestrichen. Laut der Länderbahn betrifft das den Zug alex Nord, die Oberpfalzbahnen 1 und 3, die Waldbahnen 1 bis 3 und die Berchtesgardener Landbahn. Auch die Takte, in denen die manche Züge tagsüber unter der Woche fahren, werden größer.

Außerdem werde streckenweise der Verkehr von Zügen eingestellt, die eine Grenze überfahren, teilte die Länderbahn mit. Das bedeute Haltausfälle bei dem Zug alex Süd und den Oberpfalzbahnen 2 und 3, hieß es weiter. Auch Passagiere der Oberpfalzbahnen 4 und 5 müssen sich wegen Haltausfällen umstellen. Für bestimmte Abschnitte wird aber ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Am Freitag hatte schon die Bayerische Oberlandbahn (BOB) bekanntgegeben, dass Meridian- und BOB-Züge ab April vorerst nur noch im Stundentakt und in den Hauptverkehrszeiten fahren. Zugausfälle gebe es auch auf der Strecke der Bayerischen Regiobahn, hieß es weiter.

+++ Aktuelle Coronavirus-Zahlen aus Bayern +++

In Bayern sind inzwischen 11.862 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Samstag (Stand: 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Den Angaben zufolge sind bislang 85 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

+++ Aiwanger stellt sich hinter Söder +++

In der Debatte über die massiven Beschränkungen in der Corona-Krise hat sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hinter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gestellt. "Es waren die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben uns da immer eng abgestimmt, und wir würden aus jetziger Sicht alles so wieder machen", sagte Aiwanger der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Nachher meint man oft, schlauer zu sein, aber bis jetzt sagt niemand, dass wir überreagiert hätten."

Zum Thema Lockerung der Maßnahmen sagte Aiwanger: "Wir müssen uns zumindest so organisieren, dass wir abhängig von der medizinischen Entwicklung für verschiedene Zeitabläufe gerüstet sind. Je länger es dauert, umso teurer wird es, trotzdem dürfen wir nicht zu früh Maßnahmen zulassen, die wieder Ansteckungsrisiken erhöhen."

+++ Nach Corona-Kritik: von der Leyen schießt gegen Söder +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wehrt sich gegen Kritik des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder an ihrer Amtsführung in der Corona-Krise. Sie erhalte von den EU-Staats- und Regierungschefs viel Anerkennung, sowohl für ihr Grenzmanagement in Europa als auch für die rasche Ermöglichung milliardenschwerer Staatshilfen, sagte von der Leyen der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

"Das kommt übrigens vielen Unternehmen in Bayern auch zugute", betonte die CDU-Politikerin. "Das Vertrauen der Mitgliedsstaaten ist da. Deswegen wurde die Kommission vom Rat mit der Exit-Strategie und dem Wiederaufbauplan betraut. Das spricht für sich."

CSU-Chef Söder hatte der EU-Kommission in der Corona-Krise Untätigkeit vorgeworfen. "Eigentlich wäre diese Krise jetzt die Stunde Europas und die Stunde der EU-Kommission. Aber es ist merkwürdig still in Brüssel", sagte der CSU-Chef dem "Spiegel". Jetzt wäre die Kommission gefragt, auch zur Öffnung des Grenzverkehrs. "Wir müssen derzeit alles bilateral lösen", sagte Söder.

Von der Leyen hatte sich zuletzt immer wieder für die Lockerung von Grenzkontrollen eingesetzt und sogenannte Grüne Spuren für Lastwagen vorgeschlagen, damit wichtige Fracht nicht in langen Staus blockiert wird. "Wir haben in der Kommission geduldig und mit überzeugenden Argumenten dagegen gearbeitet", sagte sie. "Und jetzt fließt der Verkehr weitgehend wieder über die von uns neu eingeführten grünen Korridore." Noch laufe nicht alles rund, aber doch deutlich besser.

+++ Über 150 neue Coronavirus-Fälle in München +++

Am Freitag wurden in München 158 neue Coronavirus-Fälle bestätigt, aktuell sind in der Stadt 1.845 Infektionen gemeldet. Zum Vergleich: Am vergangenen Freitag waren es 202 neue bestätigte Infektionen und ingesamt 878 Fälle.

+++ Zwölf Corona-Tote in Würzburger Pflegeheim +++

Das Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus wird auch nach dem Tod eines zwölften mit dem Coronavirus infizierten Bewohners nicht evakuiert. Die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getesteten Menschen sollen auf Stationen innerhalb der Einrichtung isoliert werden, teilten Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) und der Leiter des Würzburger Gesundheitsamtes, Johann Löw, am Freitag mit.

Das sei nach langer Abwägung aller Faktoren die medizinisch sinnvollste Lösung, hieß es. Die Einrichtung leide derzeit vor allem an einem Mangel an Personal und Schutzkleidung, sagte Schuchardt. Er appellierte an Unternehmen "und an die Allgemeinheit", weiter zu helfen. Es gebe ein großartiges Engagement in der Würzburger Bevölkerung. So nähten einige Unternehmen Atemmasken und Schutzkleidung, ein Farbenhersteller habe nicht benötigte Schutzmasken zur Verfügung gestellt.

+++ Corona-Krise: Bundeswehr soll nicht eingreifen +++

Nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wird die Bundeswehr in der aktuellen Corona-Krise nicht zum Einsatz kommen, um die neuen Ausgehverbote in Deutschland durchzusetzen. Sie sehe das nicht als Auftrag der Bundeswehr, die Rechtslage lasse es ebenfalls nicht zu.

+++ Reinstwasser für Desinfektionsmittel aus Garching +++

Am Forschungsreaktor FRM II in Garching im Landkreis München wird derzeit steriles Wasser für Desinfektionsmittel produziert. Für die Herstellung werde neben 97-prozentigem Alkohol zu einem Drittel sogenanntes Reinstwasser benötigt, sagte die Sprecherin für den FRM II, Anke Görg, am Freitag.

Das fertige Mittel zur Flächendesinfektion habe dann einen Alkoholgehalt von 70 Prozent. Zunächst seien 800 Liter Reinstwasser an eine Apotheke in Moosburg an der Isar geliefert worden, die mit der Desinfektion das Klinikum in Freising versorgte. Es könnten aber auch andere Hersteller von Desinfektionsmitteln beliefert werden. "Wir könnten mehr produzieren und mehr liefern", sagte Görg.

+++ Schnelle Information von Infizierten +++

Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) weist erneut darauf hin, dass Personen, die positiv auf Corona getestet wurden, vom RGU schnellstmöglich telefonisch kontaktiert werden.

Das RGU erhält Meldungen über positiv getestete Coronafälle von den testenden Laboren. Das RGU kontaktiert die infizierte Person, ordnet Quarantäne mündlich an, erfragt den Gesundheitszustand und erteilt notwendige Informationen. Alle positiv Getesteten können sofort rund um die Uhr bei Symptomen einen vom RGU organisierten medizinischen Dienst kontaktieren.

Das RGU erhält jedoch keine negativen Testergebnisse im ambulanten Bereich, also für Personen, die über die Hausärztin, den Hausarzt oder über die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) einen Test haben vornehmen lassen. Negative Testergebnisse werden deshalb ausschließlich über den Hausarzt oder über die KVB mitgeteilt. Das RGU bittet daher nochmals alle Münchnerinnen und Münchner, dies zu beachten.

+++ Stadt richtet Spendenkonto ein +++

Viele Organisationen und Projekte engagieren sich in der Corona-Krise für Menschen, die Hilfe brauchen. Das Sozialreferat hat daher ein Spendenkonto eingerichtet, um soziale Organisationen und Projekte in München finanziell zu unterstützen, damit in akuten Notlagen schnell und zielgerichtet geholfen werden kann.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: "Mit dem Spendenkonto ‚Corona-Hilfe‘ unterstützen wir dort, wo Hilfe dringend gebraucht wird – sei es zum jetzigen Zeitpunkt oder zur Unterstützung bei Spätfolgen. Wir freuen uns über jede Spende, die es ermöglicht, Initiativen und Menschen in München in der Corona-Krise zu versorgen. Helfen Sie in dieser Krise mit, jede Spende ist von großer Bedeutung!"

Bankverbindungen des Spendenkontos "Corona-Hilfe" Spenden können unter Angabe des Verwendungszwecks "93254151830081" und dem Stichwort "Spende Corona" auf eines der folgenden Bankkonten überwiesen werden:

  • Stadtsparkasse München, IBAN: DE86 7015 0000 0000 2030 00
  • Postbank München, IBAN: DE78 7001 0080 0000 9198 03
  • HypoVereinsbank München, IBAN: DE34 7002 0270 0000 0813 00

+++ Über 10.000 Corona-Fälle in Bayern +++

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infizierten in Bayern hat am Freitag die Marke von 10.000 überschritten.

Inzwischen, Stand Freitagvormittag 10 Uhr, sind im Freistaat 10.180 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das verlautete aus Regierungskreisen unter Berufung auf die neuesten Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Demnach sind bislang 59 infizierte Patienten in Bayern gestorben.

+++ Luftrettung führt Isoliertragen ein +++

Die DRF Luftrettung investiert in den Schutz von Patienten und ihrer Crews, um auch in Zeiten des Corona-Virus Menschen in medizinischen Notsituationen weiterhin schnellstmöglich helfen zu können: Bereits in der kommenden Woche werden in einem ersten Schritt zwei 24-h-Stationen mit Isoliertragen, sogenannten "EpiShuttles", ausgestattet. Weitere acht Stationen sollen zeitnah folgen.

Durch den Einsatz der Tragen sparen die Crews nicht nur wertvolle Zeit, sondern sind auch optimal geschützt. Zudem sind die damit ausgestatteten Stationen schneller wieder einsatzbereit, da die besonders aufwändige Desinfektion des Hubschraubers nach Einsätzen mit Corona-Infizierten nicht notwendig ist. Immer mehr Menschen brauchen schnellstmöglich einen Intensivbeatmungsplatz, werden aber derzeit überwiegend bodengebunden transportiert, was Zeit kostet und damit Leben gefährden kann. "Es ist leider davon auszugehen, dass dieser Bedarf in den kommenden Wochen stark zunehmen kann", so die DRF.

+++ Bayerns Jugendherbergen schlagen Alarm +++

Die Jugendherbergen in Bayern warnen mangels finanzieller Hilfen vor einer Schließung aller 58 Häuser im Freistaat. Die Jugendherbergen seien in der Corona-Krise bisher durch keinen Schutzschirm oder andere Unterstützungsleistungen erfasst, erläuterte der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks am Freitag.

In einem Schreiben wandte er sich an die Abgeordneten von Landtag und Bundestag sowie an Bürgermeister und Landräte der betroffenen Orte. "Ohne Unterstützung durch Bund und Land ist der Landesverband zur dauerhaften Aufgabe der Standorte gezwungen", heißt es darin.

Mit der Verfügung zur Schließung unter anderem von Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben mussten Mitte März auch die Jugendherbergen komplett zumachen. Der Umsatz aller Jugendherbergen sei auf null gesunken.

+++ Verfassungsgerichtshof: Ausgangsbeschränkungen bleiben bestehen +++

Die in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise bleiben weiter in Kraft: Der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs lehnte es ab, diese durch einstweilige Anordnung außer Vollzug zu setzen, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Ein Kläger hatte argumentiert, die Verordnung zu den Ausgangsbeschränkungen greife in unverhältnismäßiger Weise in Freiheitsrechte der Bürger ein. Er hatte deshalb Popularklage erhoben. Der Kläger will erreichen, dass die Verordnung für verfassungswidrig und nichtig erklärt wird. Er forderte zudem deren sofortige Außervollzugsetzung per einstweiliger Anordnung.

Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Peter Küspert, der in besonderen Eilfällen selbst entscheidet, lehnte Letzteres aber nun ab. Bei einer überschlägigen Prüfung könne nicht von offensichtlichen Erfolgsaussichten, aber auch nicht von einer offensichtlichen Aussichtslosigkeit des Hauptantrags im Popularklageverfahren ausgegangen werden, hieß es in der Mitteilung des Gerichts.

Die Entscheidung über den Erlass einer einstweiligen Anordnung müsse deshalb anhand einer Folgenabwägung getroffen werden. Und danach stellte Küspert fest: "Angesichts der überragenden Bedeutung von Leben und Gesundheit der möglicherweise Gefährdeten überwiegen die Gründe gegen das Außerkraftsetzen der angegriffenen Verordnung."

+++ DB reduziert Fahrplan in Bayern auf Grundversorgung +++

Die Deutsche Bahn wird wegen der Corona-Krise den regionalen Zugverkehr in Bayern weiter reduzieren. Die Fahrgastzahlen sind stark zurückgegangen.

Gestrichen werden von Montag an vor allem der Ausflugsverkehr, von Schülern genutzte Züge sowie die Taktverstärker im Pendlerverkehr. In der Regel fahren die DB-Regionalzüge dann noch im Stundentakt. "Wir gewährleisten überall die Grundversorgung", sagte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag in München.

Derzeit verzeichnet die Bahn nach Angaben ihres bayerischen Regionalchefs Klaus-Dieter Josel keinen erhöhten Krankenstand. Die DB will aber gerüstet sein, um einen stabilen Fahrplan aufrecht erhalten zu können.

+++ Herrmann: Auf Ausflüge in die Berge verzichten +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Bürger in der Coronavirus-Krise dazu aufgerufen, am Wochenende auf Ausflüge in die Berge zu verzichten. "Es ist nicht der Sinn der Sache, wenn Leute zuhauf über 50 oder 100 Kilometer meinen, in die Berge fahren zu müssen. Da rate ich dringend davon ab", sagte Herrmann am Freitag im Bayerischen Rundfunk (Bayern 2 "radioWelt am Morgen").

Auch wenn am Samstag schönes Wetter sei, solle das nicht als Anlass für solche Ausflüge genutzt werden, mahnte der Minister. Für Landkreise wie Miesbach und Garmisch-Partenkirchen seien Ausflügler eine Belastung, unter anderem für die Bergwacht. "Es ist schon eine Belastung, wenn man in solch einer Situation jemanden retten muss, der sich den Fuß umknickt", befand Herrmann.

Der Minister zog nach der ersten Woche mit Ausgangsbeschränkungen in Bayern eine positive Bilanz. "Man spürt, dass die allermeisten Menschen in unserem Land das nicht nur für richtig halten, sondern auch die Vorschriften beachten", sagte er.

+++ OB Reiter will mehr Kurzarbeitergeld für München +++

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) appelliert in einem Schreiben an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), das Kurzarbeitergeld in teuren Städten wie München deutlich aufzustocken und dessen Laufzeit zu verlängern. Er schreibt: "Dieser Tage werde ich von Akteuren der Münchner Wirtschaft sowie von der Corona-Krise betroffenen Beschäftigten um dringende Hilfe gebeten."

Die Lage sei "sehr ernst und für ganz viele existenziell". Das Kurzarbeitergeld als "finanziellen Rettungsschirm" begrüßt Reiter ausdrücklich. Er sagt aber auch: "Leider ist das aber, gerade in den Ballungsräumen, nicht genug. Mit Einkommen, die nur bei 60 beziehungsweise 67 Prozent des normalen Monatsgehalts liegen, werden viele nicht über die Runden kommen."

Gerade die im Durchschnitt deutlich schlechter bezahlten Jobs im Handel und der Gastronomie seien hiervon "überproportional stark betroffen" – und würden über kurz oder lang nicht ohne zusätzliche staatliche Hilfe auskommen, sagt Reiter weiter. Deshalb appelliert der OB an Heil und die Bundesregierung, "das Kurzarbeitergeld deutlich aufzustocken und die Laufzeit zu verlängern." Das wäre ein "ausgesprochen positives Signal für Arbeitnehmer in diesen schwierigen Zeiten", sagt Reiter weiter. Reiter: "Wenn wir vermeiden wollen, dass sich die Gesundheitskrise zu einer sozialen Krise entwickelt, müssen wir jetzt dringend handeln."

+++ 43.000 Infektionen und mehr als 260 Corona-Tote in Deutschland +++

In Deutschland sind bislang mehr als 43.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 10.800 nachgewiesenen Fällen und 82 Toten sowie Bayern mit mehr als 8800 Fällen und Baden-Württemberg mit mehr als 8.400 Fällen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 87,7 die meisten Infektionen. Mehr als 260 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

+++ Wegen Corona-Krise: Jede dritte Firma in Bayern will Personal abbauen +++

Die Corona-Krise könnte einen rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bayern zur Folge haben. Mehr als jedes dritte bayerische Unternehmen sieht sich zum Personalabbau gezwungen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags unter 1200 Betrieben ergeben hat. "Die Corona-Krise schlägt in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß auf die Wirtschaft durch, wie wir es noch nie gesehen haben", sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl in München. "Die Aussichten auf einen bescheidenen Aufschwung vom Jahresbeginn haben sich komplett zerschlagen."

Gut vier Fünftel der Betriebe - 82 Prozent - rechnen demnach mit Umsatzrückgängen in diesem Jahr, mehr als die Hälfte davon fürchtet drastische Einbußen von mehr als einem Viertel. Die Industrie- und Handelskammern fürchten eine große Welle von Firmenpleiten, wenn die versprochenen staatlichen Hilfen nicht schnell bei den Unternehmen ankommen. "Sonst droht bei ausbleibenden Umsätzen ein Insolvenz-Tsunami", sagte Gößl dazu. Politik, Gesundheitsexperten und Wirtschaft müssten gemeinsam planen, öffentliches und wirtschaftliches Leben nach Ostern "so schnell wie möglich, aber auch so verantwortungsvoll wie nötig" wieder hochzufahren.

+++ Coronavirus: Neue Zahlen aus München +++

In München wurden am heutigen Donnerstag (Stand: 13.30 Uhr) 111 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 1.687 Infektionen gemeldet.

Zudem muss die Stadt München einen weiteren Coronavirus-Todesfall verzeichnen. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 88-jährigen Münchner mit Vorerkrankungen. Er starb in der Internistischen Klinik München Süd.

+++ Kliniken sperren Väter aus +++

Wegen des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus verbieten einige Kliniken Vätern, bei der Geburt ihres Kindes dabei zu sein. "Manche wollen das Risiko lieber nicht eingehen", sagte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Donnerstag in München. "Es wäre einfach eine Katastrophe, wenn das Virus dadurch eingeschleppt würde." In wie vielen Kliniken in Bayern werdende Väter draußen bleiben müssen, sei aber unklar. Eigentlich gilt bayernweit die Entscheidung des Gesundheitsministeriums: Besuche in Krankenhäusern sind verboten - eine Ausnahme ist die Geburt des eigenen Kindes.

+++ Bayern-Basketballer spenden an Münchner Tafel +++

Die Basketballer des FC Bayern haben der "Münchner Tafel" 10.000 Euro gespendet. Wie der Bundesligist mitteilte, überreichte Vereinspräsident Herbert Hainer Vertretern der gemeinnützigen Organisation am Donnerstag einen entsprechenden Scheck. Unter anderen halfen auch die Nationalspieler Danilo Barthel und Paul Zipser sowie Geschäftsführer Marko Pesic bei der Lebensmittelausgabe auf dem Gelände der Großmarkthalle mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Blutspenden in Bayern: Lage normalisiert sich wieder +++

Nachdem die Zahl der Blutspenden in Bayern in den vergangenen Wochen massiv gesunken war, hat sich die Situation wieder etwas stabilisiert. Viele Menschen seien dem Aufruf zu spenden gefolgt, sagte ein Sprecher des Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Donnerstag.

Täglich würden in Bayern 2.000 Blutspenden benötigt, doch angesichts der Corona-Krise seien zunächst weniger Menschen spenden gegangen. Seit Beginn dieser Woche habe sich die Lage etwas entspannt. Auch viele Erstspender meldeten sich an. "Wir hoffen, dass die Welle der Solidarität weiter anhält", sagte der Sprecher. Kontinuität sei wichtig, weil Blut nur 42 Tage haltbar sei. Viele chronisch Kranke oder Krebspatienten seien auf Spenden angewiesen.

+++ Fast 9.000 Infizierte in Bayern +++

In Bayern sind inzwischen 8.842 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Donnerstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. Demnach sind bislang 52 infizierte Patienten gestorben.

+++ Aiwanger über Ende des Lockdowns +++

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat ein mögliches Datum für eine Lockerung der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise angedeutet. Besonders mit Blick auf die Wirtschaft sagte Bayerns stellvertretender Ministerpräsident im Fernsehen des Bayerischen Rundfunks: "Wir halten das natürlich nicht monatelang durch, sondern meine Einschätzung ist, irgendwann ab Mitte April müssen wir die Kurve gekratzt haben."

Derzeit seien vor allem Gastronomie und Hotellerie, aber auch global agierende Unternehmen aus Maschinenbau und Autoindustrie betroffen, sagte der Politiker der Freien Wähler am Mittwochabend im "BR-extra"-Interview. "Der Stillstand wäre nicht auf Dauer durchzuhalten, weil das die Wirtschaft so abwürgt, dass wir am Ende mehr Tote hätten, weil die Grundversorgung nicht mehr funktioniert."

+++ Gottesdienste im TV boomen +++

In Zeiten verbotener Gottesdienste in Kirchen wegen der Corona-Krise boomen Kirchenformate im Fernsehen. "Die Zahlen bei Gottesdiensten und dem "Wort zum Sonntag" haben sich im Durchschnitt um 70 Prozent erhöht", sagte der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der Deutschen Presse-Agentur in München. "Bei einigen kirchlichen Formaten hat sich der Zuspruch sogar nahezu verdoppelt." Auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat den Eindruck, "dass es enormen Zulauf gibt".

Diesen Eindruck bestätigt das ZDF: Nach Senderangaben verzeichneten die an den beiden vergangenen Sonntagen ausgestrahlten Gottesdienste deutlich mehr Zuschauer als sonst üblich. Den katholischen Fernsehgottesdienst am 23. März sahen 1,43 Millionen Zuschauer. Dies entspricht einem Marktanteil von 12,4 Prozent. Auch der evangelische Gottesdienst am Sonntag davor (15. März) erreichte mit rund 980 000 Zuschauern und einem Marktanteil von 10,5 Prozent deutlich mehr Zuschauer als die zehn katholischen und evangelischen Gottesdienste zwischen dem 5. Januar und dem 8. März, die im Schnitt 700 000 Zuschauer und einen Marktanteil von 7,8 Prozent erreichten.

Das "Wort zum Sonntag", das in 2019 einen Durchschnittswert von 1,21 Millionen Zuschauern hatte, hatte nach EKD-Angaben am 14. März mit 2,35 Millionen mehr als das Doppelte. Am 21. März sahen 1,75 Millionen Zuschauer zu.

+++ Bayern will Universitäten am 20. April wieder öffnen +++

Trotz der nicht ansatzweise kalkulierbaren Entwicklung in der Corona-Krise planen Bayerns Universitäten und Hochschulen mit einem Vorlesungsbeginn am 20. April. "Ein Ausfall des gesamten Sommersemesters ist für uns keine Option", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Mittwoch in München. Das Coronavirus stelle jeden vor bislang unbekannte, große Herausforderungen. "Dennoch müssen wir in dieser Extremsituation einen möglichst kühlen Kopf bewahren und klug und verantwortungsvoll handeln. Unter den Hochschulen herrscht Konsens, dass das Sommersemester 2020 stattfinden soll."

Der Freistaat und seine Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen sowie Kunsthochschulen setzen daher alles daran, den Vorlesungsbetrieb im Sommersemester 2020 am 20. April 2020 starten zu können - wenn auch voraussichtlich unter veränderten Rahmenbedingungen. So würden die Online-Angebote täglich erweitert und alternative Lehrkonzepte entwickelt.

+++ Coronavirus-Zahlen in München steigen wieder deutlich an +++

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in München ist wieder deutlich angestiegen. Laut Stadt wurden am heutigen Mittwoch (Stand: 13.30 Uhr) insgesamt 195 neue Fälle bestätigt. Damit sind in der bayerischen Landeshauptstadt aktuell insgesamt 1.576 Infektionen gemeldet.

Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es 150 neue bestätigte Fälle.

+++ Maidult abgesagt, Frühlingsfest auf der Kippe +++

Die Maidult auf dem Mariahilfplatz kann wegen des Coronavirus' nicht wie geplant stattfinden, das teilte das zuständige Referat für Arbeit und Wirtschaft am Mittwoch mit. Mehr Infos gibt es hier.

Das Frühlingsfest auf der Theresienwiese steht auf der Kippe, derzeit wird über eine mögliche Verschiebung auf den Sommer diskutiert.

+++ S-Bahn München passt Fahrplan an +++

Wegen des Coronavirus' hat die Deutsche Bahn (DB) ihren Fahrplan bei der Münchner S-Bahn angepasst. Der Grund: Wegen der Ausgangsbeschränkungen und der vielen im Homeoffice tätigen Menschen transportieren die öffentlichen Verkehrsmittel aktuell deutlich weniger Fahrgäste von A nach B. Auch bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gibt es mittlerweile diverse Änderungen.

Seit 16. März fallen bei der Münchner S-Bahn die Taktverstärker der Linien S2, S3, S4 und S8 aus. Reisende sollen vor Fahrtantritt auf bahn.de oder im DB Navigator die konkrete Reiseverbindung überprüfen.

+++ Planungsverband München: Corona-Krise bremst Zuzug +++

Wegen der Corona-Krise könnte die Einwohnerzahl der Region München in diesem Jahr erstmals seit Jahren stagnieren. "Die Bevölkerung wächst hauptsächlich durch Zuwanderung aus dem Ausland", sagte der Geschäftsführer des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München, Christian Breu, am Mittwoch. "Für 2020 rechne ich mit Stagnation oder sogar einem Rückgang."

Der Grund: Das Wachstum der Bevölkerung wird seit Jahren hauptsächlich von der wirtschaftlichen Entwicklung und den damit verbundenen neuen Arbeitsplätzen getrieben. Doch wenn die Wirtschaft zeitweise weitgehend stillsteht, entstehen auch weniger Arbeitsplätze. "Unabhängig von der Corona-Krise sind wir am Ende eines Konjunkturzyklus, der Zuzug hat sich 2018 bereits verlangsamt", sagte Breu. Zwischen 2009 und 2018 haben die Einwohnerzahlen Münchens und der acht umliegenden Landkreise nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten um über eine Viertelmillion auf 2,9 Millionen Menschen zugenommen. "Wir sind eine sehr starke Region", erläuterte Breu.

Es verschieben sich aber die wirtschaftlichen Gewichte der einzelnen Kommunen, was erhöhten Verkehr bedeutet. Im Jahr 2018 hat die Zahl der werktäglichen Pendler erstmals die Marke von einer Million überschritten, wie Breu berichtete. "Wir haben eine zunehmende Verflechtung in der Region München", erläuterte der Geschäftsführer. "Die Pendlerströme zwischen Stadt und Landkreis haben sich in den vergangenen Jahren gedreht, es arbeiten mittlerweile mehr Münchner im Landkreis als umgekehrt." Die Landkreise würden insgesamt wirtschaftlich stärker.

"Insgesamt ist es nach wie vor so, das die Entwicklung der Infrastruktur nicht Schritt hält mit dem Wachstum an Einwohner und Arbeitsplätzen", sagte Breu. In den dreißig Jahren nach den Olympischen Spielen 1972 sei zu wenig investiert worden. "Inzwischen wird sehr viel mehr getan, aber wir haben Nachholbedarf."

+++ 1.000 weitere Pflegekräfte melden sich freiwillig +++

Innerhalb nur eines Tages haben sich 1.000 weitere Pflegekräfte in Bayern freiwillig zur Hilfe gemeldet. Das Gesundheitsministerium habe einen Aufruf gestartet, dass sich alle Pflegekräfte, die gerade nicht im Pflegeberuf tätig seien, sondern anderweitig, freiwillig melden können, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in der Plenarsitzung des Landtags in München.

In kürzester Zeit meldeten sich viele freiwillig. "Ich finde das großartig", sagte Huml. "Es kommt darauf an, dass wir jetzt Solidarität zeigen, aber auch Entschlossenheit", sagte Huml. "Es geht darum, unser Gesundheitssystem nicht zu kollabieren lassen."

+++ Landtag billigt neues Infektionsschutzgesetz +++

Die bayerische Staatsregierung bekommt im Kampf gegen das Coronavirus noch weitreichendere Befugnisse. Sie kann nun einen "Gesundheitsnotstand" ausrufen und damit leichter medizinisches Material beschlagnahmen sowie direkt auf medizinisches und pflegerisches Personal zugreifen.

Das regelt ein neues bayerisches Infektionsschutzgesetz, das der Landtag am Mittwoch in seltener Einmütigkeit billigte: Alle sechs Fraktionen stimmten dem in Rekordzeit erarbeiteten Gesetz zu. Es gehe um Leben und Tod, deshalb ziehe man nun an einem Strang, betonten Redner aller Fraktionen. Lediglich ein fraktionsloser Abgeordneter stimmte mit Nein.

Neben leichteren Beschlagnahmemöglichkeiten für medizinisches Material sieht das Gesetz unter anderem vor, dass Behörden etwa von Feuerwehren die Herausgabe von Mitgliederadressen verlangen können und von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns die Adressen von aktiven Ärzten und Ärzten im Ruhestand. Ziel ist, in Notsituationen zusätzlichen Personalbedarf decken zu können. Und wenn es hart auf hart kommt, können die Behörden sogar "von jeder geeigneten Person die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen" verlangen, wenn das "zur Bewältigung des Gesundheitsnotstands erforderlich ist".

+++ 7.289 Coronavirus-Fälle in Bayern, 41 Tote +++

In Bayern sind inzwischen 7.289 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Es gebe 41 Todesfälle, sagte Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) am Mittwochvormittag in Würzburg. Eck ist wegen der Corona-Krise für drei Monate vorübergehend vom Innen- ins Gesundheitsministerium gewechselt.

+++ Weiterer Todesfall in Würzburger Seniorenheim +++

Unter den Bewohnern der Würzburger Senioreneinrichtung St. Nikolaus ist ein zehnter Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das gab Würzburgs Bürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekannt. Alle zehn Toten seien hochbetagt gewesen und hätten erhebliche Vorerkrankungen gehabt.

In der Einrichtung, die zum städtischen Bürgerspital gehört, sind auch zahlreiche Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Inzwischen wird auch die Stiftungsdirektorin Annette Noffz auf eine mögliche Infektion getestet, wie Schuchardt mitteilte. Ein Ersatz von Mitarbeitern durch Sanitätspersonal der Bundeswehr, wie ursprünglich angedacht, sei nicht möglich. Das Bundeswehrpersonal stehe nicht zur Verfügung, sagte Schuchardt.

+++ Schnelle finanzielle Hilfen +++

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat Kleinfirmen schnelle unbürokratische Corona-Hilfen versprochen. Zugleich warnt er aber vor Betrügereien bei den Anträgen.

Zunächst werde es keine Prüfung geben, ob die Corona-Krise wirklich Ursache der Finanznot sei, sagte der stellvertretende Ministerpräsident am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2) . "Mein Ziel ist, dass alles, was jetzt beantragt ist, in den nächsten acht bis zehn Tagen bezahlt ist." Später werde es allerdings eine Prüfung geben, kündigte der Politiker der Freien Wähler an. "Wenn wir dann wieder Luft zum Atmen haben in einigen Monaten, werden wir natürlich genauer drüberschauen, ob nicht Glücksritter darunter waren, die uns jetzt hinters Licht führen. Die müssen dann eben zurückzahlen."

+++ Zweiter Coronavirus-Todesfall in München +++

In München gibt es einen zweiten Coronavirus-Todesfall. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, ist ein 79-jähriger Patient mit Vorerkrankungen in der München Klinik Schwabing an COVID19 gestorben.

Am heutigen Dienstag wurden in der Landeshauptstadt insgesamt 65 neue Fälle bestätigt. Die Zahl der Neuinfizierungen geht also zurück, die von der Staatsregierung verhängten Maßnahmen scheinen bereits Wirkung zu zeigen. In München sind aktuell insgesamt 1.381 Infektionen gemeldet.

+++ Einkaufs-Service für ältere Menschen +++

An zwölf Sozialbürgerhäusern in der Stadt gibt es ab sofort einen Einkaufsservice. Der richtet sich vor allem an ältere Menschen, die als besonders gefährdete Risikogruppe gelten und ihr Haus möglichst nicht mehr verlassen sollten. Die Unterstützung soll dabei möglichst ohne direkten persönlichen Kontakt stattfinden, um das Infektionsrisiko niedrig zu halten. Wer den Service in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter der zentralen Servicenummer 089-23396833 melden. Unter dieser Nummer werden Hilfesuchende an ihr Sozialbürgerhaus vermittelt.

+++ Stadt München überweist erste Soforthilfen für Unternehmen +++

Gute Nachrichten für Unternehmen, die Soforthilfe beantragt haben, weil sie aufgrund der Corona-Krise in eine existenzbedrohende Notlage geraten sind. Das Wirtschaftsreferat teilt mit: Die ersten Auszahlungen wurden am Dienstag getätigt – und sollten ab Mittwoch auf den Konten der Betroffenen sein. Die ersten Anträge lagen dem Wirtschaftsreferat Ende vergangener Woche vor. Das Wirtschaftsreferat bearbeite alle Anträge derzeit "mit höchster Priorität", damit nach positiver Prüfung rasch eine Auszahlung durch die Stadtkämmerei veranlasst werden könne, teilt ein Sprecher des Referats mit.

Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) sagt: "Mein Referat arbeitet mit Hochdruck an der Antragsbearbeitung." Ihm sei bewusst, dass von der raschen Auszahlung viele Betriebe und Jobs in dieser Stadtabhängig seien. "Trotz der vielfältigen Einschränkungen im Alltag wollen wir alles geben. Das sind wir nicht nur der Münchner Wirtschaft schuldig, das ist auch ein Zeichen der Solidarität in einer sehr schwierigen Zeit", sagt Baumgärtner weiter. Auch OB Dieter Reiter (SPD) findet: "Schnelle und unkomplizierte finanzielle Hilfen für Münchner Unternehmen sind jetzt das Gebot der Stunde."

+++ Diese Operationen finden in Krankenhäusern trotz Corona statt +++

Münchens Kliniken stellen auf Corona-Patienten um. Seit Montag gilt: Sofern medizinisch vertretbar, sollen alle nicht unbedingt notwendigen Operationen und Eingriffe bis auf Weiteres verschoben werden. Ein Sprecher der städtischen München Klinik betont, dass überlebensnotwendige OPs und Behandlungen aber weiterhindurchgeführt werden. Dies betrifft zum Beispiel Patienten mit einem Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie Menschen, die bei Unfällen schwerverletzt werden. "Die Notfallversorgung gehört zur Daseinsvorsorge und bleibt vollumfänglich erhalten", sagte ein Klinikum-Sprecher.

Medizinische Betreuung bei Geburten bleibt ebenfalls bestehen. Kaiserschnitte zum Beispiel sollen uneingeschränkt möglich sein. Bei Krebsoperationen wird im Einzelfall entschieden. Sehr aggressive Tumore sollen weiterhin sofort operiert werden. Verschoben werden zum Beispiel ambulante Eingriffe oder Fußgelenk-OPs. Generell lautet das Ziel aber auch in Corona-Zeiten: Verschlechtert sich der Zustand, findet die Behandlung statt.

+++ Bayern entwickelt Bußgeldkatalog für Coronavirus-Verstöße +++

Bayern erstellt für die Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronaviruskrise einen eigenen Bußgeldkatalog. Dies kündigte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts an. Konkrete Summen nannte er allerdings noch nicht.

Die zahlreichen Vorschriften würden bislang "ganz überwiegend stark eingehalten", sagte Herrmann. Bei Verstößen gebe es Hinweise und Ermahnungen durch die Polizisten, aber es gebe auch "einige krasse Fälle und auch einige wenige renitente Verstöße", betonte der Minister. "Und dort werden dann entsprechend auch Bußgeldverfahren oder Strafverfahren eingeleitet."

In Abstimmung mit der Polizei und dem Gesundheitsministerium werde gerade ein Bußgeldkatalog erarbeitet, erklärte Herrmann. Damit hätten dann die Kreisverwaltungsbehörden, die die Bußgeldbescheide erlassen werden, eine Richtschnur. Nach Angaben des Ministeriums können grundsätzlich Bußgelder bis zu 25.000 Euro verhängt werden. Wenn jemand einen anderen vorsätzlich infiziere, sei sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren möglich.

+++ Supermärkte: Eigene Einkaufszeiten für Risikogruppe? +++

In einem offenen Brief hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Discounter und Supermärkte in der Stadt gebeten, über weitere Schutzmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus nachzudenken.

Konkret geht Reiter dabei auf eigene Einkaufszeiten für die Corona-Risikogruppe ein – ein Konzept, welches teilweise schon in Österreich eingeführt wurde. Hier werden alle Kunden gebeten, ihren Einkauf außerhalb des Zeitfensters zwischen 8 Uhr und 9 Uhr zu erledigen. In dieser einen Stunde am Morgen soll dann, im Idealfall, nur die Risikogruppe einkaufen. "Innerhalb dieses Zeitfensters sollen möglichst die älteren und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen den Vortritt haben. In Österreich hat diese, auf Freiwilligkeit beruhende Empfehlung keine Auswirkung auf die Öffnungszeiten, die Filialen sind dort weiterhin regulär geöffnet", schreibt Reiter dazu.

Den Supermärkten bleibt das Erlassen einer solchen Maßnahme vorerst noch selbst überlassen, doch Reiter bittet die Verantwortlichen darum, über diese zusätzliche Sicherheitsvorkehrung nachzudenken. "Derzeit ist es wichtiger denn je, auf die besonders anfälligen Risikogruppen zu achten und diese mit allen Mitteln zu schützen. Ich darf daher im Sinne der Solidarität und des Zusammenhalts auch Sie bitten zu prüfen, ob Sie in Ihren Filialen eine entsprechende Empfehlung an Ihre Kundinnen und Kunden richten möchten."

+++ Söder: Keine Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen +++

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat der Forderung einiger Bürgermeister nach einer Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise eine klare Absage erteilt. Man werde jetzt keine weiteren Einschränkungen machen, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

"Das wäre jetzt das falsche Signal", betonte er. Erlaubt seien Aufenthalte an der frischen Luft, und das gelte "natürlich auch für einen Ausflug, wenn man den machen sollte", sagte der Regierungschef. Söder appellierte aber an alle, das in "vernünftiger Form" zu machen.

Zudem hat Söder angekündigt, die Corona-Hilfen massiv aufzustocken: Zu den bisher zur Verfügung stehenden 20 Millionen Euro sollen weitere 20 Millionen Euro hinzukommen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

+++ Bayern nimmt schwerkranke Corona-Patienten aus Italien auf +++

Bayern will angesichts der Corona-Krise schwerkranke Italiener zur Behandlung in bayerische Krankenhäuser aufnehmen. Bayern wolle im Rahmen der Möglichkeiten mit "medizinischem Gerät" helfen aber auch einige Patienten aus Italien aufnehmen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. "Wir wollen auch da ein Signal der Humanität setzen."

Wie viele Menschen aufgenommen werden sollen, konnte Söder noch nicht sagen. Die konkrete Umsetzung müsse noch diskutiert werden. Er kündigte außerdem an, die Bereitschaft der anderen Bundesländer abzufragen, ebenfalls Italiener aufzunehmen. Bayern hat seit dem 1. Oktober 2019 den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz.

+++ Söder: "Es gibt keinen Anlass zur Entwarnung" +++

In Bayern sind inzwischen 6.362 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Mittlerweile gebe es zudem 31 Tote im Freistaat. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag auf Grundlage des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Stand: Dienstag, 10 Uhr). Angesichts der weiter steigenden Zahlen sagte der Regierungschef: "Es gibt keinen Anlass zur Entwarnung."

+++ Notwerkstatt für Einsatzfahrzeuge +++

Die Firma A.T.U. nimmt in der Triebstraße (Moosach) eine Werkstatt im Notbetrieb in Betrieb. "Grundsätzlich stehen diese Werkstätten im Notbetrieb allen Autofahrern zur Verfügung. In erster Linie konzentrieren sich die Arbeiten aber auf dringende Kfz-Dienstleistungen, die in der Regel nicht aufzuschieben sind. Vorrang haben insbesondere die Fahrzeuge von Rettungs- und Pflegediensten, Polizei, Feuerwehr und Behörden. Zum Gesundheitsschutz von Mitarbeitern und Kunden werden dabei besondere Vorkehrungen getroffen", teilt das Unternehmen mit.

+++ Coronavirus: Schwierige Situation für Jugendämter +++

Die bayerischen Jugendämter kämpfen mit den Auswirkungen des Coronavirus. Sowohl in München, als auch in Augsburg und Regensburg finden Hausbesuche seit vergangener Woche nur noch bei akuter Notlage statt. Routinebesuche werden grundsätzlich auf spätere Termine verschoben oder abgesagt.

Einer Sprecherin des Jugendamtes München zufolge gibt es aktuell keine langfristigen Vermittlungen. "In den Fällen, in denen eine Inobhutnahme wegen einer Kindeswohlgefährdung nötig ist, werden die Kinder in die Bereitschaftspflege professioneller Pädagogen aufgenommen." Extra Tests gebe es in solchen Fällen nur bei begründeten Verdachtsfällen.

Seit vergangener Woche sei es außerdem vermehrt vorgekommen, dass Familien die Gefahr einer Ansteckung als Vorwand nutzen würden, um den Besuch der Mitarbeiter des Jugendamtes zu verhindern. In solchen Fällen werde nur bei einer möglichen Kindeswohlgefährdung eingegriffen.

Zudem sei eine Zunahme der häuslichen Gewalt zu beobachten. Das Jugendamt München rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Frauen- und Kindernotrufe in den kommenden beiden Wochen.

+++ Bayern-Stars verzichten auf 20 Prozent ihres Gehalts +++

Alle Spieler sowie der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat des FC Bayern verzichten auf 20 Prozent ihrer Bezüge. Das dadurch eingesparte Geld soll den Vereins-Mitarbeitern zugutekommen, damit diese während der Corona-Krise keine wirtschaftlichen Nachteile haben. Mehr zum partiellen Gehaltsverzicht der Bayern lesen Sie hier.

+++ Uvex-Atemschutzmasken komplett ausverkauft +++

Der fränkische Lieferant von Atemschutzmasken, Uvex, ist komplett ausverkauft. Die letzten mehreren Zehntausend Masken, die noch auf Lager gewesen seien, seien komplett an medizinische Einrichtungen gegangen, sagte ein Uvex-Sprecher am Montag in Fürth.

Die Atemschutzmasken nach dem Standard FFP-2 würden in China gefertigt. Die Lieferketten seien gegenwärtig unterbrochen. "Aktuell haben wir die Information erhalten, dass der Export von Masken aus China offiziell wieder erlaubt ist, in bestimmten Provinzen schränken aber Lokalregierungen weiterhin den Export ein", sagte der Sprecher. "Weiterhin beansprucht die Regierung bei manchen Herstellern bis zu 100 Prozent der Produktionskapazität." Neue Ware in begrenzter Stückzahl werde daher in frühestens zwei Wochen bei Uvex eintreffen.

+++ Corona-Krise: Bayerisches Kabinett tagt +++

Die weiterhin besorgniserregende Ausbreitung des Coronavirus bestimmt am Dienstagvormittag einmal mehr die Sitzung des Kabinetts. Schwerpunkt sind nach Angaben der Staatskanzlei Aussprachen zum aktuellen Sachstand der Pandemie im Freistaat sowie Hilfen für die heimische Wirtschaft. Um Ansteckungen unter den Ministern, Staatssekretären und ihren Mitarbeitern zu verhindern, findet die Sitzung des Ministerrats erstmals nicht im Kabinettssaal statt - alle Beteiligten werden sich im Kuppelsaal zusammensetzen, der um ein Vielfaches größer ist.

+++ Huml ruft Ex-Pflegekräfte zur Unterstützung auf +++

Im Kampf gegen die Corona-Krise will Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ehemalige Pflegekräfte zurück in den Beruf holen. Es sei nicht abzusehen, wie sich die Pandemie weiter entwickle, teilte sie am Montagabend in München mit. "Deshalb bitte ich alle Pflegefachkräfte, alle Pflegehilfskräfte sowie Medizinisch-technische Assistenten (MTRA, MTLA) und Medizinische Fachangestellte (MFA), die aktuell nicht in diesem Beruf arbeiten und keiner Risikogruppe angehören, um Unterstützung."

Freiwillige könnten sich auf einer Online-Plattform melden, die zusammen mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern eingerichtet worden sei. "Im Bedarfsfall erfolgt eine unmittelbare Kontaktaufnahme und Zuweisung zu einem regionalen Einsatzort", erklärte Huml. Dabei bleibe für den Fall eines Einsatzes der aktuelle Arbeitsvertrag bestehen. "Wer unterstützt, wird unter Lohnersatz beziehungsweise Lohnfortzahlung von der gegenwärtigen beruflichen Tätigkeit freigestellt."

+++ Schwieriger Alltag von Pflegern +++

Wie soll man als Pflegekraft den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten? Wie Patienten, die an Demenz erkrankt sind erklären, was sie tun müssen? Der Alltag der Pflegekräfte in München und Bayern ist derzeit sehr sehr anstrengend und schwer.

+++ Blick nach China: Hubei hebt Beschränkungen auf +++

In der zentralchinesischen Provinz Hubei, wo der Ausbruch des Coronavirus seinen Ausgang genommen hatte, sollen erste Beschränkungen wie Reiseverbote in Kürze aufgehoben werden.

Wie die Lokalregierung von Hubei am Dienstag mitteilte, sollen Menschen die Provinz ab Mittwoch um Mitternacht wieder verlassen dürfen. Ausgenommen ist jedoch noch die Millionenmetropole Wuhan, die besonders schwer betroffen war. Dort soll es ab dem 8. April wieder möglich sein, die Stadt zu verlassen. Zum ersten Mal seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus hatte China vergangene Woche erstmal landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet.

+++ Erster Coronavirus-Todesfall in München +++

Am vergangenen Wochenende gab es den ersten Coronavirus-Todesfall in München. Wie die Stadt mitteilt, handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 56-jährigen Münchner, der an Vorerkrankungen litt. Der Mann starb im Klinikum Großhadern.

Am heutigen Montag (Stand: 13.30 Uhr) wurden - einschließlich der Meldungen vom Sonntag - 274 neue Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 1.316 Infektionen gemeldet.

+++ Gute Neuigkeiten: Angela Merkels erster Corona-Test negativ +++

Kanzlerin Angela Merkel leitete am Dienstag das Kabinett von zuhause aus per Telefon. Der Grund: Sie hat sich in häusliche Quarantäne begeben, nachdem ein Arzt, bei dem sie sich am Freitag impfen ließ, positiv auf Corona getestet worden war. Merkel machte am Montag selbst einen Test - am Nachmittag kam Entwarnung: Das Ergebnis war negativ. Weitere Tests sollen folgen. "Der Bundeskanzlerin geht es gut", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Sie macht ihre Arbeit eben vorläufig von zu Hause aus."

+++ Mit Kreativität gegen die Isolation +++

Wie man sich in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und sozialer Isolation behelfen kann, zeigt eine Münchner Tanzschule. Im Tanzhaus Emotion in Unterhaching, kurz hinter der Münchner Stadtgrenze, sind die Räume zwar leer, getanzt wird aber trotzdem. Wie auch Sie etwas davon haben können, lesen Sie in diesem Artikel.

Außerdem hat die AZ am Montag mit einem Psychiater gesprochen, der erklärt, was man tun kann, um allein Zuhause keinen Lagerkoller zu bekommen. Das Interview finden Sie hier!

+++ Landesamt: 5.719 Corona-Fälle und 27 Tote +++

In Bayern sind inzwischen 5.719 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Montag (Stand: 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Demnach sind bislang 27 infizierte Patienten gestorben.

+++ Bürgermeister am Tegernsee: Ausflüge verbieten +++  

Die Bürgermeister im Tegernseer Tal wollen in der Corona-Krise Ausflüge in ihre Region behördlich untersagen lassen. Es habe zwar keinen Ansturm gegeben, dem wolle man aber vorbeugen, sagte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn am Montag. "Wir wollen dem vorsorglich Einhalt gebieten."

In einem Brief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) - sie hat im Landkreis Miesbach ihren Stimmkreis - schrieb Hagn im Namen der Bürgermeister, die Allgemeinverfügung solle dahingehend erweitert werden, "dass sich die Leute nur in ihren Landkreisen aufhalten dürfen. Insbesondere was Spazierengehen und Sport betrifft". Das erwarteten die Bürger im Tegernseer Tal, sagte Hagn.

+++ Staatsregierung liefert 800.000 Schutzmasken aus +++

In der Corona-Krise hat der Freistaat Bayern mit der Auslieferung von 800.000 Atemschutzmasken an Krankenhäuser und andere Einrichtungen begonnen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag mit. "Weitere Lieferungen durch den Bund und die Eigenproduktion im Freistaat werden folgen", erklärte er.

700.000 Schutzmasken seien vom Gesundheitsministerium bestellt und bezahlt worden, teilte die Behörde mit. BMW habe zusätzlich 100.000 Schutzmasken zur Verfügung gestellt.

Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) seien auch 235.000 Flaschen Handdesinfektionsmittel angekommen. Das Technische Hilfswerk habe die Auslieferung übernommen. Masken und Desinfektionsmittel würden an die THW-Ortsverbände verschickt und von dort aus verteilt. "Die Reihenfolge wird durch die medizinische Notwendigkeit bestimmt", sagte Huml.

+++ Hilferuf: Münchner Tafel gehen Gesichtsmasken aus +++

Die Münchner Tafel startet einen dringenden Aufruf. Es gebe momentan enorme Engpässe bei der Lieferung von Gesichtsmasken, heißt es auf der Website des Vereins.

Daher bitten die Verantwortlichen "alle Studios, Unternehmen und Privatpersonen, die Mundschutz/Gesichtsmasken (Originalverpackung) auf Lager haben und diese entbehren können" um Unterstützung.

Wer helfen kann oder entsprechende Tipps parat hat, wendet sich bitte per E-Mail an zacher@muenchner-tafel.de.

+++ Corona-Krise: Patienten nur mit Anmeldung zum Hausarzt? +++

Der Bayerische Hausärzteverband will die persönliche Versorgung von Kranken in den Praxen angesichts der Coronavirus-Pandemie auf ein Minimum reduzieren. Wie der Verband am Montag mitteilte, sollen Patienten künftig überhaupt nicht mehr ohne telefonische Anmeldung zu ihren Hausärzten gehen.

"Die Kontakte von Ärzten, Praxisteams und Patienten zu Patienten sind maximal einzudämmen und die Abläufe in den Praxen umzugestalten", heißt es in einer Information des Landesvorsitzenden des Hausärzteverbandes, Markus Beier, an die niedergelassenen Mediziner. "Angesichts von Ausgangsbeschränkungen und absehbar fehlenden Laborkapazitäten ist es nun unabdingbar, personelle Ressourcen für schwere Fällen zu bündeln und die Patienten aufzufordern, auch im Verdachtsfall nicht in die Praxis zu kommen!"

Zusammen mit der Allianz fachärztlicher Berufsverbände forderte der Hausärzteverband auch alle Fachärzte dazu auf, die Abläufe in den Praxen umzuorganisieren. Nur noch Notfälle und medizinisch absolut notwendige Untersuchungen sollten vorgenommen werden.

+++ Keine Ermittlungen nach neun Toten in Würzburger Pflegeheim +++

Nach dem Tod von neun Menschen aus einem Würzburger Pflegeheim durch eine Infektion mit dem neuen Coronavirus gibt es bisher keine Hinweise auf eine Straftat. "Es gibt aktuell keinen Grund, Ermittlungen zu führen", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Unterfranken am Montag. Man sei mit der betroffenen Pflegeeinrichtung aber weiter in Kontakt - dies sei üblich, wenn Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung stürben.

Auch die Staatsanwaltschaft Würzburg ist bislang in keinen durch das Virus verursachten Todesfall in ihrem Zuständigkeitsbereich eingebunden. "Nach hiesiger Kenntnis handelt es sich um Todesfälle aus medizinischer Ursache", teilte die Behördensprecher mit Blick auf die neun Toten des Würzburger Heims mit. Anhaltspunkte für strafbares Verhalten Dritter oder Anzeigen gebe es bisher nicht.

+++ Söder verteidigt Bayerns Alleingang im Kampf gegen das Coronavirus +++

Nach dem Bund-Länder-Beschluss zu Kontaktverboten im Kampf gegen das Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder das Ausscheren seines Landes verteidigt. Das sei eine "sehr kleine Sache", sagte Söder am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Er habe bereits am Freitag über Ausgangsbeschränkungen entschieden, die Regelung sei "eins zu eins mit Österreich umgesetzt" worden und eine angemessene und notwendige Entscheidung gewesen. Die Betroffenheit der Bundesländer sei unterschiedlich, sagte der CSU-Chef. "Wir haben viel mehr Tote, wir haben höhere Infektionen", sagte er, deshalb müsse er als Ministerpräsident "ein Stück weit schneller reagieren".

Bund und Länder hatten am Sonntag ein Kontaktverbot beschlossen. Bundesweit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Bayern will aber bei eigenen, strengeren Ausgangsbeschränkungen bleiben, die die Landesregierung bereits am Freitag beschlossen hatte. Bei den Beratungen hatte dem Vernehmen nach NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) Söder vorgeworfen, dass er bereits am Freitag "ohne Absprache" eigene Maßnahmen verordnet hatte.

+++ Lage in Italien weiter dramatisch +++

651 an einem Tag, so lautet die erneut bittere Bilanz am Sonntag in Italien. Damit stieg die Zahl der Toten auf insgesamt 5.476. Allerdings war der Anstieg nicht so rasant wie am Vortag, als der Zivilschutz binnen 24 Stunden 783 Tote vermeldet hatte.

Die Italiener müssen verzweifelt zusehen, wie alle noch so drastischen Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus keine Erfolge bringen. Ministerpräsident Giuseppe Conte spricht von der schwersten Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg.

Angesichts immer neuer Rekordwerte bei den Toten und Infizierten geht Italien einen weiteren, extremen Schritt: Bis zum 3. April sollen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone alle Firmen und Fabriken dichtbleiben, die nicht essenziell wichtig für das tägliche Leben sind. Bis Sonntag wurden insgesamt 59.138 Infizierte erfasst. Das sind rund 550 mehr als am Vortag. Aber auch hier war die Steigerung geringer als am Samstag.

+++ Bayern setzt Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht um +++

Bayern will das von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Krise vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht übernehmen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus der bayerischen Staatskanzlei. Es bleibt bei der bayerischen Regelung, wonach man nur mit Angehörigen des eigenen Hausstandes an die frische Luft gehen darf.

+++ Jetzt schon 22 Tote in Bayern +++

Von Samstag auf Sonntag stieg der Anzahl der Todesfälle aus Bayern von 21 auf 22, das gab das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bekannt. Bayernweit gibt es 4.457 Infizierte (gestern: 3.695 Menschen).

+++ Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung: 133 Anzeigen +++

In München haben am Samstag rund 400 Polizisten die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen kontrolliert. Nicht jeder hält sich an die neuen Regelungen - insgesamt wurden 133 Anzeigen erstattet. Mehr dazu hier!

+++ MVG: Fahrgastaufkommen mehr als halbiert +++

Trotz der seit Samstag geltenden Ausgangsbeschränkungen läuft der Betrieb bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ganz normal weiter. Das Fahrgastaufkommen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln hat sich zwischenzeitlich mehr als halbiert. Mehr Infos finden Sie hier.

+++ Kinder-Notbetreuung wird ausgeweitet +++

Ab Montag können Eltern auch dann eine Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen und Schulen in Anspruch nehmen, wenn nur ein Elternteil in den Bereichen Gesundheitsversorgung oder Pflege tätig ist. Voraussetzung sei weiterhin, dass der Elternteil wegen "dienstlicher oder betrieblicher Notwendigkeiten" an einer Betreuung seines Kindes gehindert ist.

+++ Coronavirus in Bayern: 21 Todesfälle registriert +++

Stand jetzt sind mehr als 21.600 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 70 Todesfälle wurden registriert. In Bayern sind inzwischen 3.695 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen auf seiner Homepage mitteilt, starben bislang 21 Patienten an einer Infektion. In Nordrhein-Westfalen, dem größten Bundesland, sind es 6.740 registrierte Fälle (24 Tote), in Baden-Württemberg gibt es 3.665 Fälle (17 Tote).

+++ Ausgangsbeschränkungen: Herrmann zieht positive Bilanz +++

Kaum Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat nach dem ersten Tag der vorläufigen Ausgangsbeschränkungen eine positive Bilanz gezogen. Die meisten Menschen zeigten sich kooperativ, teilte er am Samstag mit. Zwar seien noch in einigen Fällen kleinere Gruppen unterwegs gewesen, es sei aber zu keinen besonderen Problemen gekommen.

Auch die Gastronomiebetriebe hätten sich weitgehend problemlos an die Allgemeinverfügung gehalten. Herrmann: "Ich glaube, für jeden vernünftigen Menschen ist klar, dass wir in einer Situation, wie wir sie derzeit haben, keine vollen Biergärten oder Wirtsstuben akzeptieren können."

+++ Infektionsschutzgesetz soll verschärft werden +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will schärfere Regel beim Infektionsschutz im Eilverfahren auf den Weg bringen. Zuerst berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber. Demnach soll das Gesetz gemeinsam mit weiteren Hilfs- und Schutzgesetzen der Regierung in einem großen Paket bereits kommende Woche beschlossen werden.

Unter anderem soll den zuständigen Gesundheitsbehörden bei einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" wie im aktuellen Fall die Befugnis eingeräumt werden, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln, dadurch ihre Bewegung zu verfolgen und sie im Verdachtsfall zu kontaktieren. Zugleich sollen die zuständigen Behörden Verkehrsdaten zur Bestimmung des Aufenthaltsortes nutzen dürfen - etwa um den Betroffenen über sein persönliches Risiko zu informieren. Die Mobilfunkanbieter sollen den Gesundheitsbehörden die Standortdaten zur Verfügung stellen müssen.

+++ Corona-Krise: 24-Stunden-Bilanz der Polizei +++

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind zwischen Freitag (20. März, 6 Uhr) und Samstag (21. März, 6 Uhr) etwa 200 Polizeibeamte in der Stadt und im Landkreis München unterwegs gewesen, um die Einhaltung der Regelungen der aktuellen Allgemeinverfügung zu überprüfen. Bei den über 2.400 Überprüfungen stellten die Beamten über 200 Verstöße fest, zehn davon betrafen die neue ab 0 Uhr geltende Ausgangsbeschränkung. Das ist die Bilanz.

Große Straßensperren plant die Münchner Polizei zur Durchsetzung der Ausgangsbeschränkungen zunächst nicht. "Es wird auch nicht so sein, dass jemand, der unterwegs ist, alle fünf Meter von einem Kollegen von mir angesprochen wird", sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am Samstag in einem Interview im "Bayerischen Rundfunk". An einzelnen Stellen stoppten Polizisten am Samstag aber Autofahrer, um sie nach dem Grund der Fahrt zu befragen. Diese Kontrollen hingen vom Ermessen der Beamten ab, hieß es. Die Regel seien diese Befragungen nicht.

+++ Wegen Coronavirus daheim: Musiker spielen aus Fenstern +++

Schöne Aktion: In den sozialen Medien werden deutschlandweit Musiker unter dem Motto "Musiker*innen für Deutschland" dazu aufgerufen, am Sonntag (22. März) um 18 Uhr aus ihren Fenstern und Balkonen "Freude schöner Götterfunken" zu spielen.

Wichtig dabei: Alle bleiben dabei in ihren Wohnungen, können aber von Balkonen und Terrassen aus zuhören - einen Moment abschalten.

+++ Söder zur Corona-Krise: "Eine dramatische Entwicklung" +++

Die seit Mitternacht geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) weitgehend eingehalten. "Es hat da und dort noch ein paar Gruppen von Jugendlichen gegeben, die da irgendwo in der Öffentlichkeit kleinere Partys durchgeführt haben. Die sind dann von der Polizei nach Hause geschickt worden", sagte er am Samstag dem "Bayerischen Rundfunk".

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechtfertigte die Maßnahmen: "Die ganze Welt reagiert. Dann muss auch Deutschland letztlich reagieren", sagte er "Antenne Bayern". "Ich hoffe, dass wir so besser durch die Krise kommen als andere." Mit Blick auf rasant steigende Zahlen an Infizierten und Toten sagte der CSU-Chef: "Das ist wirklich eine dramatische Situation."

+++ Ausgangsbeschränkungen treten in Kraft +++

Seit Samstag 0 Uhr gelten die strengen Ausgangsbeschränkungen. Die Feuerwehr weist mit Lautsprecherdurchsagen in ganz München auf die neuen Regeln hin und ermahnt die Menschen, zu Hause zu bleiben. Zuwiderhandlungen können harte Strafen nach sich ziehen.

+++ Ausgangsbeschränkungen: Vorerst keine Passierscheine nötig +++

Trotz der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern inklusive Polizeikontrollen brauchen die Menschen im Freistaat keine Passierscheine, um sich draußen zu bewegen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich dazu am Samstagmorgen gegenüber dem Radiosender Antenne Bayern. Hilfreich sei aber, wenn man sich ausweisen und nachvollziehbar begründen könne, warum man auf welchem Weg sei. Wenn jemand von seinem Arbeitgeber eine Bescheinigung bekommen könne, sei das gut. "Wenn nicht, geht die Welt - glaub' ich - nicht unter", sagte der CSU-Chef. "Im Zweifel hat die Polizei ein gutes Gespür dafür, wie ernst und wie ehrlich das ist."

+++ Fünf neue Coronavirus-Todesfälle in Bayern +++

In Bayern sind fünf weitere Menschen gestorben, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. Es handelt sich um vier Todesfälle aus Würzburg und einen aus dem Landkreis Starnberg, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in München mitteilte. Am Vormittag hatte ein Sprecher den Tod eines 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und eines 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge vermeldet. Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 20 Coronavirus-Todesfälle.

Allein neun Menschen sind in einem Würzburger Pflegeheim nach Coronavirus-Infektionen gestorben. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Landesamts für Gesundheit (LGL) auf Anfrage. Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen. Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

+++ Wertstoffhöfe schließen +++

Alle Wertstoffhöfe der Stadt sind ab sofort geschlossen. Auch das Gebrauchtwarenkaufhaus – Halle 2 bleibt geschlossen. Der Erdenverkauf am Entsorgungspark Freimann wird ebenfalls eingestellt.

Diese Entscheidung gilt bis zum Widerruf auf unbestimmte Zeit. Ein Sprecher des Abfallwirtschaftsbetriebes München: "Das öffentliche Leben in München wird auf ein Mindestmaß zurückgefahren. Der AWM reagiert und schließt alle Münchner Wertstoffhöfe. Als zuverlässiger Entsorger Münchens liegt unser Fokus in Krisenzeiten auf den geregelten Abtransport der Mülltonne am Haus. Ich danke allen unseren fleißigen Mitarbeitern, die gemeinsam unsere Stadt sauber halten und herausragende Arbeit leisten."

+++ Stadt richtet Teststelle für Rettungs- und Pflegekräfte ein +++

In München wird es ab kommender Woche eine Corona-Teststation nur für medizinisches Personal und spezifische Berufsgruppen wie z. B. Polizei oder Feuerwehr geben – weil diese Personen oft besonders gefährdet sind. Eingerichtet wird die Teststelle in der Georgenstraße. Sie ist konzipiert als Drive-In-Station. Die neue Teststation wird durch ein erfahrenes Ärzteteam des Tropeninstituts (Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin) am LMU Klinikum München organisiert.

+++ BOB und Meridian reduzieren +++

Auf allen Strecken, die von BOB und Meridian BRB bedient werden (Strecken Augsburg – Schongau, Augsburg – Ingolstadt – Eichstätt, Augsburg/München – Füssen, Augsburg – Landsberg), wird es ab kommender Woche Einschränkungen geben. Das teilte das Unternehmen mit. Das Zugangebot wird ab Mittwoch, 25. März 2020 und zunächst bis 19. April 2020 auf stündliche Angebote reduziert.

Die Bayerische Oberlandbahn GmbH und Bayerische Regiobahn GmbH weisen darauf hin, dass weitere Rückfallkonzepte in Vorbereitung sind, für den Fall, dass diese Maßnahmen aufgrund weiterer Einschränkungen nötig werden sollten. Die oben genannten Einschränkungen sind personalmangelbedingt und auf die Corona-Krise zurückzuführen.

Insgesamt läuft der Zugverkehr in Bayern trotz der Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen das Coronavirus zunächst normal weiter. "Unser Ziel ist, den Zugverkehr mit so wenig Einschränkungen wie möglich aufrecht zu erhalten. Das gelingt aktuell hervorragend", betonte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag. Es müsse sichergestellt sein, dass Angehörige systemrelavanter Berufe wie Pfleger, Lebensmittelhändler oder Journalisten zu ihren Arbeitsstellen gelangen könnten.

+++ Bayern will Pfleger aus Rente zurückholen +++

Bayern will in der Corona-Krise Krankenschwestern und Pfleger aus dem Ruhestand zurückholen. "Wir werden jede helfende Hand brauchen", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag in München.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sollen Pfleger und Krankenschwestern in Teilzeit zudem überlegen, ob sie die Arbeitszeit aufstocken können. "Schon heute wissen wir, dass wir mit einer steigenden Zahl, vielleicht sogar mit einer dramatisch steigenden Zahl, rechnen müssen", sagte Sibler. "Die Herausforderungen werden in den nächsten Tagen und Wochen nochmal unendlich steigen."

+++ Handel rechnet mit neuem Ansturm auf Supermärkte +++

Der Handelsverband Bayern erwartet am Samstag einen gewaltigen Andrang in den Lebensmittelläden. Die jetzt verhängten Ausgangbeschränkungen seien "ein psychologisches Signal -–das wird einen Ansturm geben wie nach den Schulschließungen", sagte Geschäftsführer Bernd Ohlmann am Freitag in München.

Dass auch Bau- und Gartenmärkte ab Samstag geschlossen bleiben müssen, sei darüber hinaus aktuell die einzige Neuerung. Aber "die Verunsicherung ist groß. Auch Polizei und Ordnungsamt vor Ort wissen oft nicht genau, wer noch öffnen darf", sagte Ohlmann. Wenn das Sortiment eines Ladens zu 51 Prozent aus Lebensmitteln bestehe, dürfe er auch sein restliches Sortiment verkaufen – aber wenn sein Angebot nur zu 49 Prozent aus Lebensmitteln besteht, dürfe er ausschließlich seine Lebensmittel verkaufen, nichts anderes.

+++ Frühlingsfest in München fällt aus +++

Das Frühlingsfest in München wird wegen des Coronavirus' nicht wie geplant stattfinden können. Das teilte OB Dieter Reiter (SPD) am Freitag in einer Pressekonferenz mit. Reiter zufolge werden sämtliche Feste in den nächsten Wochen "wohl eher nicht stattfinden". Aktuell wird noch über eine Verlegung des Frühlingsfestes diskutiert.

Für das Oktoberfest soll es laut Reiter spätestens Ende Juni eine Entscheidung geben, wenn es langsam aber sicher mit dem Aufbau auf der Theresienwiese losgeht.

+++ OB Reiter: 202 neue Coronavirus-Fälle in München +++

Von Donnerstag auf Freitag gab es alleine in München insgesamt 202 neue Coronavirus-Fälle (Stand: 14 Uhr). Das teilte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Freitag in einer Pressekonferenz mit. "Die Ausbreitung des Virus' verläuft extrem dynamisch."

Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 878 Infektionen gemeldet. Zum Vergleich: Am Freitag vergangener Woche (13.3.) waren es 39 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 149).

+++ SWM: Versorgung Münchens ist gesichert +++

Die Stadtwerke München (SWM) betonen in einer offiziellen Mitteilung, dass die Versorgung mit Energie und Trinkwasser in München weiterhin rund um die Uhr gewährleistet sei. Ebenso die Aufrechterhaltung des Betriebs von U-Bahn, Bus und Tram. "Die Münchnerinnen und Münchner können sich auf ihr kommunales Unternehmen SWM verlassen."

Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: "Als Betreiber kritischer Infrastruktur - Energie- und Trinkwasserversorgung, öffentlicher Nahverkehr, Telekommunikation - müssen wir unsere Maßnahmen zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger bestmöglich abwägen. Wir folgen einem klaren Pandemieplan mit dem obersten Ziel, das Ansteckungsrisiko im Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Wir wollen insbesondere verhindern, dass Quarantäne-Maßnahmen nötig werden, die unsere Leistungen für die Stadt beeinträchtigen könnten."

+++ Einschränkungen für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schränkt Bayern die Besuchsregeln für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime weiter ein. Die Besuche würden jetzt weitgehend untersagt, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München. Es solle aber weiter möglich sein, dass sich etwa die Familie von einem Sterbenden verabschiedet oder dass ein Vater bei der Geburt seines Kindes dabei sein könne.

"Sie können weiter zur Arbeit gehen, Sie können weiter zum Einlaufen gehen, Sie können weiter zum Arzt gehen", erläuterte Huml. "Aber alles, was nicht dringend nötig ist wird eingeschränkt." Auch bei Spaziergängen an der frischen Luft sollen Familien zusammenbleiben können, die eh zusammenleben. Aber weitergehende Menschenansammlungen seien tabu. Das Ganze gelte zunächst für 14 Tage. Die Maßnahme sei eine, "die jeder mitmachen kann und die jeder mitmachen muss", sagte sie. "Das ist alles nicht einfach, dessen sind wir uns (..) bewusst."

Sie könne nicht versprechen, dass die Maßnahmen helfen, die Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Doch die Staatsregierung tue alles, was in ihrer Macht stehe. "Aber wir müssen alle mithelfen."

+++ Söder: Ab Freitag bundesweit Gastronomie geschlossen +++

Wegen der Corona-Krise wollen alle Bundesländer laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ab Mitternacht alle Gastronomiebetriebe schließen. Es werde zunächst für die nächsten 14 Tage nur noch "to go, Drive-in und Lieferungen" geben, sagte Söder am Freitag in München. "Auch alle anderen Bundesländer wollen das umsetzen."

+++ Bayern verhängt Ausgangsbeschränkungen +++

Zur Eindämmung des Coronavirus' hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt.

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag (0 Uhr) nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft – dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Restaurants und Biergärten werden komplett geschlossen haben, auch Baumärkte und Friseur-Salons haben nicht mehr geöffnet. Die Polizei wird die Ausgangssperre kontrollieren und durchsetzen.

"Corona hat unser Land fest im Griff", sagte Söder. Die Zahlen in Bayern entwickelten sich nicht gut. "Ich und wir können nicht verantworten zu warten." Jeder Infizierte, jeder Tote sei einer zu viel.

Die Zahl der Infizierten sei seit Donnerstag um mehr als 35 Prozent, 817 Fälle gestiegen. Die Zahl der Toten sogar um 50 Prozent auf 15, sagte Söder. Die Infektionsketten seien praktisch nicht mehr nachvollziehbar. Es seien hohe Wellen an Infektionen zu erwarten, in Deutschland vielleicht im Millionenbereich. "Wir bekommen, wenn wir nicht aufpassen, eine ähnliche Tendenz wie in Italien und Frankreich."

+++ Surfwelle abgedreht +++

Die bei Surfern beliebte Eisbachwelle in München soll wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorerst nicht genutzt werden können. Die Welle werde entsprechend "geglättet", teilte das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt mit.

Veranlasst wurde demnach "eine naturschutzfachlich unbedenkliche Absenkung des Eisbachs". So sollen Menschenansammlungen verhindert werden, die an der Eisbachwelle normalerweise die Surfer beobachten. Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, appellierte die Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs nochmals an alle Münchner, Menschenansammlungen zu vermeiden.

+++ Schnapsbrennereien liefern Alkohol an Apotheken und Kliniken +++

Mehrere Schnapsbrennereien in Ostbayern beliefern zurzeit Apotheken und Kliniken mit Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. "Wir geben alles her, was wir haben. Die Gesundheit geht vor, wir stellen die Produktion für gewisse Produkte ein", sagte Johannes Anleitner von der Bärwurz-Quelle in Bad Kötzting dem Bayerischen Rundfunk am Freitag.

Neutralalkohol mit einem Alkoholgehalt von 96 Prozent werde zum Herstellen von Himbeergeist, Likör und Gin verwendet, so Anleitner. Die Bärwurz-Quelle konzentriere sich jetzt auf Produkte, für die es keinen Naturalkohol brauche, wie beispielsweise Rum und Whiskey. Ähnlich ist die Situation in der Destillerie Liebl in Bad Kötzting. "Apotheken im Umkreis von 100 Kilometern fragen an", sagt Claudia Liebl dem BR. 5.000 Liter Neutralalkohol habe sie schon verschickt.

Auch die Brennerei Penninger in Hauzenberg (Landkreis Passau) hat eine Klinik mit Alkohol beliefert. Jedoch müsse auch der eigene Betrieb weitergehen: "Wo es geht, versuchen wir zu helfen. Dennoch können wir den Grundstoff, von dem wir leben, nicht komplett hergeben", sagte Geschäftsführer Christoph Bauer dem BR.

+++ Produktion von Atemmasken in Bayern startet +++

Die Staatsregierung will den Mangel an Atemschutzmasken in der Corona-Krise mit Hilfe heimischer Produktion überwinden. Die Staatsregierung hat an mehrere Firmen Aufträge vergeben, ab sofort sollen etwa 10.000 Masken am Tag hergestellt und ausgeliefert werden. Vorrangig gehen diese zuerst an Krankenhäuser und Arztpraxen. "Die Kapazität soll so schnell wie möglich erhöht werden", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag in München.

Hergestellt werden laut Ministerium sowohl Einweg- als auch mehrfach verwendbare Masken. Jede wiederverwendbare Maske kann demnach etwa 50 Mal benutzt werden. "Wir können mit der eigenen Produktion den Schutz des medizinischen und pflegerischen Personals deutlich verbessern, das in diesen Tagen ein besonderes Risiko für eine Corona-Infektion trägt", sagte Aiwanger.

+++ Ansturm auf Corona-Hilfsgeld in Bayern +++

Die bayerischen Behörden werden von Corona-Hilfsgeldanträgen bedrängter mittelständischer Unternehmen überrollt. "Mittlerweile haben wir mehrere Zehntausend Anträge mit einem gesamten Finanzvolumen von mehreren Hundert Millionen Euro", berichtete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag. Das Programm für kleine und mittlere Unternehmen war erst am Mittwoch gestartet. Die ersten Überweisungen sind nach Aiwangers Angaben schon am Freitag auf den Konten der Firmen eingegangen.

"In großem Umfang wird das Geld im Laufe der kommenden Woche bei Freiberuflern und Unternehmen ankommen", sagte Aiwanger. Gedacht sind die Hilfen für Freiberufler, Selbstständige, sowie kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Die Zahlungen sind gestaffelt: bis fünf Mitarbeiter 5.000 Euro, bis zehn Mitarbeiter 7.500, bis 50 Mitarbeiter 15.000, bis 250 Mitarbeiter 30.000 Euro. Bearbeitet werden die Anträge von den sieben Bezirksregierungen und der Münchner Stadtverwaltung.

Mit dem Handgeld will die Staatsregierung über Zahlungsschwierigkeiten hinweg helfen und drohende Insolvenzen verhindern. Dazu Aiwanger: "Man muss im Antrag versichern, dass man über keine liquiden Mittel mehr verfügt. Wer also Geld, Gold oder Aktien besitzt, ist nicht berechtigt." Der Wirtschaftsminister warnte - wenn auch diplomatisch - vor Betrugsversuchen: "Das wird nicht sofort geprüft. Sollte sich dies im Nachhinein aber herausstellen, müsste die Soforthilfe zurückbezahlt werden."

+++ Landesamt: 825 neue Infektionen mit Coronavirus +++

In Bayern haben sich weitere 825 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Freitag auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 3107 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

+++ Augsburg sagt Frühjahrsdult ab +++

Die Stadt Augsburg hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus die Frühjahrsdult abgesagt. Die Veranstaltung hätte vom 11. bis 26. April gedauert.

Überlegungen für einen späteren Beginn der Frühjahrsdult gebe es nicht, teilte die Stadt am Freitag mit. Zuvor war bereits der Augsburger Plärrer, der mit insgesamt bis zu 1,2 Millionen Besuchern pro Jahr als das größte Volksfest Schwabens gilt, abgesagt worden.

+++ Zwei weitere Coronavirus-Todesfälle in Bayern +++

In Bayern sind zwei weitere Menschen gestorben, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag sagte, handelt es sich dabei um einen 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und einen 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 15 Coronavirus-Todesfälle.

+++ Söder tritt um 12.30 Uhr vor die Presse +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stehen in Bayern möglicherweise weitere Beschränkungen und Auflagen kurz bevor. Die Staatskanzlei lud am Freitag kurzfristig zu einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr ein, unter anderem mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Aus Regierungskreisen hieß es am Freitagmorgen, es liefen intensive Gespräche Söders unter anderem mit seinem Kabinett, dem Corona-Krisenstab und Kommunalpolitikern. Diese Gespräche hätten bis tief in die Nacht hinein gedauert und seien am Morgen weitergegangen.

Welche Maßnahmen Söder verkünden würde, war zunächst unklar. Er hatte am Donnerstag aber konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat gedroht, wenn sich die Menschen in Bayern nicht an bereits geltende Beschränkungen und Auflagen halten: "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium", sagte Söder in einer Regierungserklärung. Man werde "nicht endlos zusehen".

Es gelte ein ganz einfacher Grundsatz, sagte Söder: Menschen sollten nur noch zur Arbeit, für Arztbesuche, zum Lebensmitteleinkauf oder zur Hilfe für andere das Haus verlassen. Man könne auch nach draußen gehen - aber allein. Eine Ausgangssperre gilt seit Mittwoch für eine Gemeinde in der Oberpfalz und seit Donnerstag für zwei Gemeinden in Oberfranken, jeweils wegen schnell steigender Corona-Zahlen.

+++ Vorbereitungen für Wiesn laufen weiter +++

Während zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte abgesagt werden, laufen die Vorbereitungen für die Wiesn vorerst weiter. Die Entscheidung darüber, ob die Wiesn abgesagt wird, soll erst in ein paar Monaten fallen, heißt es in der "tz" (Freitag). "Ich kann nicht sagen, ob es Mai oder Juni wird", sagte Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU). "Ich gehe aber weiter davon aus, dass die Wiesn stattfinden wird."

Dementsprechend laufen die Vorbereitungen laut Wirtesprecher Christian Schottenhamel "ganz normal weiter". Fast alle Tische seien schon vergeben und bisher gebe es kaum Stornierungen.

+++ Kanzleramtschef zu Ausgangssperren: Samstag entscheidender Tag +++

Kanzleramtschef Helge Braun hat den Samstag als entscheidenden Tag bei der Entscheidung über mögliche Ausgangssperren wegen des Coronavirus bezeichnet. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Sonntagabend mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz beraten. Dabei dürfte es auch darum gehen, ob und wann Ausgangssperren verhängt werden sollen. Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht.

"Am Samstag verabreden sich die Menschen ja traditionell miteinander, weil sie frei haben", sagte Braun. "Aber das geht abseits der Kernfamilie derzeit nun einmal leider nicht. Das muss jetzt eingestellt werden. Geschieht das nicht, kann es passieren, dass auch in den Bundesländern weitergehende Maßnahmen beschlossen werden, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollen."

+++ Ambulante Pflegedienste stehen vor großen Schwierigkeiten +++

Die ambulanten Pflegedienste in Bayern stehen vor großen Schwierigkeiten. Die Menschen, die sie versorgen, sind meist alt und krank und laufen so Gefahr, an schweren Verläufen des Virus zu erkranken. Die Pflegedienste beschwichtigen – man lasse niemanden im Stich. Mit erhöhten Hygienevorkehrungen geht der Service uneingeschränkt weiter – noch. Denn Handschuhe und Desinfektionsmittel werden langsam knapp.

+++ Ausgangssperren drohen: Merkel und Länder beraten am Sonntag +++

In vielen Ländern sind Ausgangssperren schon längst in Kraft - während in Bayern und ganz Deutschland noch immer Menschen in Grüppchen in Parks sitzen. Bayerns Landeschef Markus Söder (CSU) drohte mit einer Ausgangssperre für das ganze Bundesland: "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren." Für drei Orte in Bayern gelten bereits entsprechende Verbote. Am kommenden Sonntag will Merkel dem Vernehmen nach mit den Ministerpräsidenten in einer Telefonschalte darüber beraten.

+++ Neue Maßnahmen in Apotheken +++

Krisenhafte Zeiten sind es derzeit, was sich inzwischen überall auf das gewohnte Erscheinungsbild auswirkt: am Arbeitsplatz, im Straßenbild, aber auch in Geschäften, die noch geöffnet haben – so etwa auch in der Elvira Apotheke in der Nymphenburger Straße.

Hier wird man neuerdings durchgeschleust. Der schlauchartige Laden ist nur noch von der Rückseite vom Lidl-Parkplatz zu betreten (der Ausgang ist vorne an der Nymphenburger Straße). Zuvor heißt's Hände desinfizieren (ja, hier gibt's noch ein Mittelchen), auf den roten Kreuzen am Boden stehenbleiben (Abstand!) und warten, bis man gerufen wird. Und die Apotheker sind jetzt auch geschützt durch Plexiglastrennwände. "Wir fühlen uns jetzt wohler", sagt die Apothekerin.

+++ Coronavirus-Fälle in bayerischen Gefängnissen +++

Zwei Bedienstete bayerischer Gefängnisse haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Eine Sprecherin des Justizministeriums in München teilte am Donnerstagabend mit, dass in den Justizvollzugsanstalten in Hof und Straubing jeweils ein Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden sei. Beide stünden unter häuslicher Quarantäne. In den zwei betroffenen Gefängnissen seien Maßnahmen ergriffen worden, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hieß es.

+++ Münchner Tafel bleibt offen +++

Die Münchner Tafel bleibt mit allen 27 Ausgabestellen auch während der Corona-Krise geöffnet. Wöchentlich sollen so weiterhin mehr als 20.000 bedürftige Münchner mit gespendeten Lebensmitteln unterstützt werden, wie die Tafel am Donnerstag mitteilte. Neben den ohnehin strengen Hygienevorschriften seien nun weitere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden. Erfreulich sei, dass Schüler, Studierende und junge Berufstätige ihre Hilfe anbieten und so die Lücken schließen.

+++ Prüfungen für die Mittleren Schulabschlüsse verschoben +++

Nach dem Abi sind nun auch die Prüfungen an den Mittelschulen verschoben. Das Bayerische Kultusministerium verschiebt die Prüfungen für die Mittleren Schulabschlüsse und die besondere Leistungserhebung zum qualifizierenden Abschluss der Mittelschule um 14 Tage.

"Wir wollen genügend Zeit für die Vorbereitung auf die Prüfungen geben. Im Zentrum unserer Überlegungen stehen die Belange unserer Schülerinnen und Schüler. Alle sollen faire Bedingungen für ihre Abschlussprüfungen bekommen", betont Kultusminister Michael Piazolo. Der Termin der Entlassung der Absolventinnen und Absolventen wird auf den letzten Schultag verlegt.

Mittlerer Schulabschluss: Die Prüfungen beginnen statt am 16. Juni am 30. Juni 2020. Lediglich im Fach Muttersprache bleibt es beim 17. Juni als Prüfungstermin.

Qualifizierender Abschluss der Mittelschule: Die Prüfungen beginnen statt am 22. Juni am 6. Juli 2020. Lediglich im Fach Muttersprache bleibt es beim 18. Juni als Prüfungstermin.

Realschule: Die schriftlichen Prüfungen beginnen statt am 16. Juni am 30. Juni 2020. Die zentralen mündlichen Prüfungen in den Fremdsprachen werden ebenso nach hinten verschoben.

Wirtschaftsschule: Die Prüfungen beginnen statt am 27. April am 11. Mai 2020.

+++ Oberammergauer Passionsspiele abgesagt +++

Die Oberammergauer Passionsspiele sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus für dieses Jahr abgesagt worden. Das teilten Vertreter des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen und der Spielleitung am Donnerstag in Oberammergau mit.

+++ Müllabfuhr fährt weiter regelmäßig +++

Trotz zahlreicher Einschränkungen wegen des Coronavirus fährt die Müllabfuhr vielerorts in Bayern noch regelmäßig. Allerdings schließen mehrere Wertstoffhöfe - vor allem, um auch hier eine Ausbreitung der Pandemie zu vermeiden.

"Die Müllentsorgung wird weiterhin gewährleistet", erklärte etwa eine Sprecherin der Stadt München am Donnerstag. Für den Notfall gebe es entsprechende Pläne und Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter. Allerdings seien derzeit in München sechs der zwölf Wertstoffhöfe geschlossen. An den restlichen Höfen gebe es Blockabfertigungen. Damit sollen große Menschenansammlungen vermieden werden.

+++ Weitere Fälle in München +++

Der Anstieg der Infizierten-Zahlen geht weiter: In München wurden am heutigen Donnerstag, 19. März (Stand 13 Uhr), 167 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 676 Infektionen gemeldet. Am Mittwoch waren es noch 509 bestätigte Infektionen.

+++ Tchibo erhöht Datenvolumen wegen Coronavirus +++

Wer einen Tchibo-Mobilfunktarif hat und am Ende des Monats nur noch gedrosselt surft, bekommt aufgrund der Coronavirus-Pandemie mehr Datenvolumen. Das Unternehmen teilte mit, eine erhöhte gedrosselte Geschwindigkeit von bis zu 384 Kbit/s für Datenverbindungen zur Verfügung zu stellen. Die vorübergehende Erhöhung der gedrosselten Geschwindigkeit gilt vorbehaltlich bis Ende April 2020. Sie umfasst grundsätzlich alle Tchibo mobil Smartphone- und Daten-Tarife und wird automatisch und kostenlos freigeschaltet.

+++ Sechs weitere Menschen gestorben +++

Sechs weitere Menschen sind in Bayern nach Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Donnerstag mitteilte, handelt es sich dabei nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) um eine 69-Jährige aus dem Landkreis Oberallgäu, eine 86-Jährige aus dem Landkreis Traunstein, einen 80-Jährigen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, einen 99-Jährigen aus Würzburg sowie eine 80-Jährige und einen 87-Jährigen aus dem Landkreis Freising.

Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 13 Coronavirus-Todesfälle. Wie das LGL auf seiner Internetseite veröffentlicht, sind im Freistaat bislang mindestens 2.282 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Darin eingerechnet sind unter anderem die ersten 14 Infizierten, die mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen.

+++ Klopapier gestohlen +++

Aus einer Nürnberger Grundschule sind große Mengen Klopapier und Flüssigseife gestohlen worden. Das Schulpersonal habe den Diebstahl von mehr als 600 Rollen Toilettenpapier, neun Jumbo-Rollen Toilettenpapier und 20 Litern Flüssigseife bemerkt, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Hygieneartikel im Wert von 250 Euro wurden den Angaben zufolge in der Zeit von Freitagabend bis Dienstagmorgen aus einem Lagerraum der Schule entwendet. Ob der oder die Diebe aus Panik wegen des Coronavirus zuschlugen, vermochte der Sprecher nicht sagen. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.

+++ Katwarn warnt vor Corona +++

Statt vor Sturmböen, Hagel und Gewitter hat das mobile Warn- und Informationssystem Katwarn am Donnerstag viele Menschen auf die Coronavirus-Pandemie aufmerksam gemacht. Über die Smartphone-App erreichten die Nutzer Informationen des Innenministeriums über den am Montag ausgerufenen Katastrophenfall in Bayern. "Die Erkrankung ist sehr infektiös", heißt es darin.

Es folgen Ausführungen über die Verbote und Regelungen etwa für Veranstaltungen und Geschäfte, die seit Mittwoch gelten. Sie haben den Angaben nach derzeit Gültigkeit bis einschließlich 30. März.

+++ Edeka in Thalkirchen mit Security +++

Der Edeka-Markt an den Isargärten in Thalkirchen hat am Donnerstag einen Sicherheitsdienst vor den Eingang platziert. Unser AZ-Reporter berichtet, dass nur noch begrenzt Leute gleichzeitig in den Einkaufsmarkt dürfen.

+++ Bayern sagt Sirenenprobealarm ab +++

Wegen der Coronavirus-Krise wird es in diesem Frühjahr keinen landesweiten Probealarm der Sirenen geben. "Um in der aktuellen Lage Missverständnisse und eine Verunsicherung der Bevölkerung zu vermeiden, wird der bayernweit geplante Probealarm der Katastrophenschutzsirenen abgesagt", teilte das Augsburger Landratsamt am Donnerstag mit. Wie eine Sprecherin des Innenministeriums in München bestätigte, wird es in ganz Bayern keinen Sirenentest geben. Eigentlich war dieser für kommenden Donnerstag, den 26. März, geplant.

+++ Bayern produziert jetzt auch Atemschutzmasken +++

Die wegen der Corona-Krise weltweit gefragten Atemschutzmasken werden nun auch wieder in Bayern produziert. "Wir haben jetzt die Eigenproduktion in Bayern mit mittelständischen Unternehmen auf den Weg gebracht", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Landtag in München. Spätestens ab nächster Woche starte im Freistaat die Produktion von Masken.

Die Versorgung mit Schutzmasken sei in der aktuellen Krise besonders wichtig. "Die ganze Welt bestellt und keiner liefert." Ein Problem basiere auf Zoll- und Einfuhrbeschränkungen. Über den Bund würden am Freitag 800.000 Atemschutzmasken nach Bayern geliefert.

+++ Weitere Ausgangssperren in Bayern +++

Eine Ausgangssperre wegen der Ausbreitung des Coronavirus gilt ab sofort in zwei oberfränkischen Kommunen im Landkreis Wunsiedel. Betroffen sind das Stadtgebiet und der Ortsteil Neuhaus in Hohenberg an der Eger. Auch für den Ortsteil Fischern, der zum Gemeindegebiet Schirnding gehört, gilt das Verbot.

"Die Fallzahlen sind dort auffällig schnell und stark gestiegen", sagte die Sprecherin des Landratsamts Wunsiedel am Donnerstag. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Im gesamten Landkreis gibt es derzeit 16 Corona-Patienten - Stand Mittwoch.

Alle Bürger in den betroffenen Orten müssen ab sofort daheim bleiben. Sie dürfen das Haus nur verlassen, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

+++ "Geisterstadt" München +++

Leere Plätze, kaum Touristen und geschlossene Geschäfte. München ist derzeit leer wie selten. Wir haben uns in der Stadt umgesehen.

+++ Bundesregierung schnürt Hilfspaket +++

Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise ein Hilfspaket von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige und andere Kleinstfirmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Damit ist die schwarze Null im Bundeshaushalt Geschichte. Die Hilfen sollen unbürokratisch und schnell vergeben werden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert derweil vom Bund ein 100 bis 150 Milliarden Euro schweres Hilfspaket, um die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft abzumildern. Zudem fordert der CSU-Chef zunächst für die kommenden drei Monate die vollständige Aussetzung der Stromsteuer und der EEG-Umlage. Sollte die Corona-Krise nach dieser Frist noch nicht vorbei sein, dann auch für einen längeren Zeitraum.

Dies würde vielen Betrieben und dem normalen Bürger helfen, sagte Söder am Donnerstag im Landtag in München. Die EEG-Umlage, eine Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland, ist ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises in Deutschland.

+++ Söder droht mit Ausgangssperre für ganz Bayern +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus droht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ganz konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat. "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein", sagte Söder am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München.

Am Mittwochabend wurde bereits für die bayerische Stadt Mitterteich eine Ausgangsperre verhängt. Auch im Landkreis Wunsiedel dürfen die Bürger bald nicht mehr vor die Türe. 

+++ In Bayern 2.282 Corona-Fälle und bereits zehn Tote +++

In Bayern sind bis Donnerstagmorgen laut Ministerpräsident Markus Söder bereits 2.282 Menschen mit dem Coronavirus infiziert und in der Folge zehn Menschen daran gestorben.

"Die Fälle nehmen täglich zu und die Infektionsketten sind immer schwerer zu verfolgen. Deutschland liegt in der aktuellen Statistik mittlerweile vor Südkorea bei den Infektionen"", sagte der CSU-Chef am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Landtag in München. "Die Lage ist ernst, sehr ernst."

+++ OB Reiter redet den Münchnern ins Gewissen +++

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat auf Facebook einen Appell an die Münchnerinnen und Münchner gerichtet. In seinem Post bittet er die Bürger, sich an die Regeln zu halten und soziale Kontakte zu minimieren. Gleich wie Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert er die Menschen auf, zu Hause zu bleiben.

"Ich bekomme allerdings leider viele Zuschriften, dass die öffentlichen Parks, die Grünanlagen oder die öffentlichen Plätze, Spielplätze - ja und auch die Isar- immer noch von sehr vielen Menschen auch in größeren Gruppen als Treffpunkt und Aufenthaltsort zur Freizeitgestaltung und zum Feiern genutzt werden. Ich bitte Sie alle eindringlich, dies ab sofort nicht mehr zu tun", bittet der OB auf Facebook.

+++ Bayern verschiebt Juristen-Prüfungen +++

Bayern verschiebt die juristische Examensprüfungen. Die mündlichen Prüfungen des zweiten Staatsexamens, die planmäßig am 17. April beginnen sollten, werden auf die Zeit ab dem 4. Mai verlegt. "Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Ausbreitung des Virus ist es dem Landesjustizprüfungsamt derzeit nicht möglich, sichere Vorhersagen zur künftigen Entwicklung der Situation zu machen", teilte das Justizministerium mit. Auch die Prüfung für angehende Gerichtsvollzieher wird vom April in den Juni verlegt.

Termine für den schriftlichen Teil des zweiten Staatsexamens 2020/21 im Juni und Juli sollen zunächst beibehalten werden. Um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, soll sowohl bei den schriftlichen als auch bei den mündlichen Prüfungen genügend Sicherheitsabstand zwischen Prüflingen untereinander und zu den Prüfern möglich sein. Dafür sollen nach Angaben des Ministeriums größere Räume angemietet werden. Prüflinge, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, Kontakt zu Infizierten hatten oder in einem Risikogebiet waren, werden von der Prüfung ausgeschlossen.

+++ Landtag will milliardenschweres Corona-Hilfspaket absegnen +++

Der Landtag will am Donnerstag (ab 9.00 Uhr) ein milliardenschweres Hilfspaket für die bayerische Wirtschaft frei machen. Dazu wurde im Eiltempo und im Einvernehmen mit allen Fraktionen der Nachtragshaushalt für das laufende Jahr geändert - und dieser Etat soll bereits am Donnerstag endgültig beschlossen werden.

Weil die bis zu zehn Milliarden Euro über neue Schulden finanziert werden sollen, wird die Schuldenbremse in der bayerischen Verfassung für eine Jahr außer Kraft gesetzt. Dies ist laut Verfassung "bei Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen" möglich.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die gesamten Maßnahmen der Staatsregierung im Kampf gegen die Corona-Krise zuvor in einer Regierungserklärung erläutern - vor einem geschrumpften Landtag: An der Plenarsitzung nimmt zur Minimierung möglicher Ansteckungsrisiken nur etwa ein Fünftel aller Abgeordneten teil, jeweils entsprechend der Fraktionsstärke.

+++ Überblick: Das Coronavirus in München +++

Das Coronavirus hat auch München im Griff, seit Mittwoch gibt es in der Stadt besonders starke Einschränkungen. Damit gegen die verordneten Maßnahmen nicht verstoßen wird, war die Polizei gezielt unterwegs – die AZ hat die Corona-Patrouille begleitet. Vor der Arbeitsagentur an der Kapuzinerstraße haben sich bereits in den letzten Tagen lange Schlagen gebildet, die bis hinaus auf die Straße führten. Die AZ hat nachgefragt, was es mit dem Ansturm auf sich hat. Auch das Strafjustizzentrum hat für die Münchner Gericht spezielle Maßnahmen verordnet – welche das sind, lesen Sie hier. Am Mittwoch hat der Stadtrat getagt, die Vollversammlung hat jedoch nur mit der Mindestbesetzung stattgefunden. Auf der Tagesordnung stand lediglich ein Punkt.

+++ Deutschland weitet Einreisebeschränkungen aus +++

Deutschland weitet die bereits an fünf Landesgrenzen geltenden Einreisebeschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus nun auch auf Flüge und den Schiffsverkehr aus. Wie das Bundesinnenministerium am Mittwochabend mitteilte, dürfen auch EU-Bürger künftig nicht mehr per Flugzeug oder Schiff aus Österreich, Spanien, Italien, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark nach Deutschland reisen. Wer aus einem EU-Staat kommt, darf aber noch auf einem deutschen Flughafen landen, wenn er von dort aus weiter in sein Heimatland reist.

+++ Nächster Coronavirus-Toter in Bayern +++

Dem bayerischen Gesundheitsministerium zufolge hat es am Mittwoch noch einen zweiten Coronavirus-Todesfall in Bayern gegeben. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 90-jährigen Mann aus dem Raum Würzburg, der Vorerkrankungen hatte. Seit vergangenem Donnerstag gibt es in Bayern damit nun sieben Coronavirus-Todesfälle.

+++ Cyberkriminelle nutzen Corona-Pandemie aus +++

Die Coronavirus-Pandemie hat nach Angaben des Innenministeriums einen Anstieg der Internetkriminalität zur Folge. "Die Kriminellen nutzen das Informationsbedürfnis der Bevölkerung schamlos aus, um daraus Profit zu schlagen", warnte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München. Die Täter verschickten gefälschte E-Mails mit potenziell schädlichen Anhängen in den Formaten .docx oder .exe. Sie stammten angeblich von den Gesundheitsämtern oder der Weltgesundheitsorganisation WHO oder machten Werbung für Atemschutzmasken. Beim Anklicken würden Daten ausgespäht oder der Computer werde verschlüsselt. Hermanns Rat: "Auch in Zeiten von Corona gilt: Öffnen Sie keine Anhänge von unbekannten Absendern und seien Sie misstrauisch."

Erst am Dienstag war eine neue Masche des so genannten Enkeltricks bekannt geworden, die ebenfalls mit der Angst vor dem Corona-Virus ausnutzt. "Kriminelle geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten und Geld für die Behandlung benötigen", erläuterte Herrmann. Die Opfer sollten das Geld vor die Haustüre legen, wo ein Bote es dann abhole. Der Minister warnte davor, am Telefon Informationen über Verwandtschaftsverhältnisse preiszugeben. Zudem solle man niemals Unbekannten Geld oder Wertsachen geben. "Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110", so Herrmanns Rat.

+++ Erste Ausgangssperre in Bayern verhängt! +++

Das Landratsamt Tirschenreuth hat wegen der Verbreitung des Coronavirus für die Stadt Mitterteich eine Ausgangssperre verhängt. Es ist die erste Stadt in Bayern mit einer solchen Maßnahme. Sie soll bis zum 2. April dauern, wie die Behörde mitteilte.

+++ Verleih von E-Scootern und E-Bikes gestoppt +++
 

Wegen der Coronavirus-Krise haben Anbieter von E-Scootern und Elektrofahrrädern den Betrieb teilweise eingestellt. In Deutschland stoppten bis auf weiteres der zu Uber gehörende Anbieter Jump und die E-Scooter-Anbieter Lime und Bird. Es handle sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme, hieß es von Jump. Die Fahrdienstleister-Angebote von Uber in Deutschland sind nicht betroffen.

+++ DJH schließt alle Jugendherbergen +++

Als unmittelbare Auswirkung auf die aktuellen Entwicklungen rund um das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) schließt der Landesverband Bayern des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) ab 19. März alle seine 58 Häuser bis voraussichtlich 19. April 2020. Die Umsetzung erfolgt auf Anordnung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Alle Mitarbeitenden der Jugendherbergen in Bayern wurden bereits über die Maßnahme informiert. In diesem Zusammenhang notwendige Vereinbarungen sowie Maßnahmen, etwa im Kontext Kurzarbeit, werden entsprechend umgesetzt. Für Gäste stehen die bekannten Servicestellen zur Klärung von Buchungs- und Stornierungsfragen weiterhin zur Verfügung. Winfried Nesensohn, Vorstand im Landesverband Bayern: "Dieser letzte Schritt ist auch aus unserer Sicht zwingend notwendig, um die Gesundheit unserer Gäste, der Teams in den Häusern und unserer Dienstleister wirksam zu schützen. Die Herausforderungen, die vor uns liegen, werden wir als Jugendherbergsfamilie angehen – und ganz sicher bewältigen. Mein herzlicher Dank an unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die schon seit Wochen die Folgen der Krise bewältigen müssen."

+++ Coronavirus: Nächster Todesfall in Bayern +++

Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitgeteilt hat, ist eine weitere Person in Bayern am Coronavirus verstorben.

Ein Ministeriumssprecher sagte in München: "Bei diesem Todesfall handelt es sich nach Angaben des Landratsamtes Landsberg am Lech um einen 71-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen." Damit gibt es in Bayern seit vergangenem Donnerstag insgesamt sechs Coronavirus-Todesfälle.

+++ Keine Führerscheinprüfungen mehr möglich +++

Das Coronavirus wirkt sich auch auf die Fahrschulen in Bayern aus. Wie der TÜV Süd am Mittwoch mitteilte, wird es vorerst keine theoretischen und praktischen Führerscheinprüfungen mehr geben. Die Maßnahme gilt bis zum 19. April und wird je nach der weiteren Entwicklung angepasst.

+++ Infiziertenzahl steigt in München weiter rasant +++

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. In München wurden am heutigen Mittwoch, 18. März (Stand 13 Uhr), 150 neue Fälle bestätigt. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 509 Infektionen gemeldet. Am Mittwoch vergangener Woche (11. März) waren es 20 neue bestätigte Corona-Infektionen gewesen (gesamt 88).

+++ Urlaubsrückkehrer: Erste Maschine in München gelandet +++

Die erste Maschine der Rückholaktion für Deutsche aus dem Ausland ist am Mittwochnachmittag in München angekommen. Der Lufthansaflug LH 1749 aus Tunis landete um 14.20 Uhr, zehn Minuten früher als geplant, auf dem Airport Franz Josef Strauß.

Im Rahmen der größten Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik sollten nach Angaben des Auswärtigen Amts am frühen Abend noch zwei Maschinen aus Ägypten in München landen. Drei aus Marokko hatten das Ziel Frankfurt am Main.

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Länder wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus' Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt. Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern gehört, sind Bundesbürger besonders stark von den Einschränkungen betroffen. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am Dienstag angekündigt, 30 bis 40 Maschinen bei Lufthansa, Condor und TUI zu chartern, um Deutsche aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine Linienflüge mehr gibt. Die Bundesregierung will dafür bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.

Die Passagiere, die in München landeten, berichten darüber, dass sie sich zur Übernahme der Kosten hätten verpflichten müssen. Einige der Rückkehrer aus Tunesien wurden in Bayern von Angehörigen abgeholt.

+++ OB Reiter dankt München für Verständnis +++

Dieter Reiter hat sich am Mittwoch erneut zu Wort gemeldet: "Unsere Stadt hat sich verändert. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus greifen, auf den Straßen und Plätzen sind nur wenige Menschen unterwegs. Ich möchte den Münchnerinnen und Münchner danken, dass sie mit Ruhe und Besonnenheit auf die massiven Einschränkungen ihres Alltags reagieren, die leider zu unser aller Schutz notwendig sind. Ganz besonders freue ich mich über die vielen Beispiele der Solidarität in unserer Stadtgesellschaft, wenn etwa in der Nachbarschaft für ältere Menschen Einkaufshilfen organisiert werden."

+++ Landesamt: 446 neue Coronavirus-Infektionen +++

In Bayern haben sich weitere 446 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Mittwoch auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 1.798 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

+++ Landtag im Kampf gegen Corona einig +++

Im Kampf gegen die Corona-Krise gibt es im Landtag fraktionsübergreifend große Einigkeit über deutlich umfassendere Befugnisse für die Staatsregierung. In einem neuen bayerischen Infektionsschutzgesetz sollen unter anderem mögliche Beschlagnahmungen von medizinischem Material und ein erleichterter Zugriff auf medizinisches und pflegerisches Personal geregelt werden. Bei einem Treffen von Ministerpräsident Markus Söder und Staatskanzleichef Florian Herrmann (beide CSU) mit allen Fraktionschefs wurde am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern Einvernehmen über den Gesetzentwurf erzielt - mit einigen Änderungen.

Allerdings wird das Gesetz nun nicht wie von der Staatsregierung angestrebt an diesem Donnerstag im Schnellverfahren beraten und beschlossen. Dagegen hätten sich am Ende die SPD und auch die Grünen gewehrt, hieß es. Nun wird das Gesetz zwar eingebracht, dann aber erst in den Ausschüssen beraten. Und endgültig beschlossen werden soll es dann am Mittwoch kommender Woche. Aus dem Umfeld Söders hieß es anschließend, ihm sei Einigkeit hier wichtiger als Schnelligkeit.

+++ Einreisestopp: Die Lage am Münchner Flughafen +++

Der am Dienstagabend wegen des Coronavirus verhängte Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger hat am Flughafen München am Mittwochmorgen nur wenige Passagiere betroffen. Die Zahl der zurückgewiesenen Reisenden bewege sich im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am zweitgrößten Airport Deutschlands am Morgen.

Das liege auch daran, dass viele Flüge gar nicht erst gestartet seien. Die Angaben können sich aber noch ändern: "Wir haben teilweise im Minutentakt Ankünfte", sagte der Sprecher. Flüge innerhalb des Schengenraums kontrolliere die Bundespolizei nicht.

Das Ziel der Beamten sei, dass betroffene Passagiere gleich mit dem nächstmöglichen Flug wieder zurückfliegen, hieß es weiter - entweder in das Land, aus dem sie kommen, oder in ein Land, in das sie noch einreisen dürfen. Die Europäische Union will mit einem 30-tägigen Einreiseverbot die Ausbreitung des Coronavirus bremsen.

+++ Nürnberger Frühlingsfest abgesagt +++

Das Nürnberger Frühlingsfest, eines der größten Volksfeste in Bayern, fällt heuer wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Zu der vom 11. bis 26. April geplanten Veranstaltung waren bis zu zwei Millionen Besucher erwartet worden. Die Stadtverwaltung hatte eine Austragung zum vorgesehenen Termin nicht für möglich gehalten. Einer Terminverlegung hätten die Schausteller nicht zugestimmt, hieß es. "Die Wirkung des völlig neuen Virus ist noch gar nicht erforscht. Niemand weiß, was in zwei, vier oder acht Wochen sein wird", sagte der Sprecher der Schausteller, Lorenz Kalb.

+++ Rewe-Süd will Kassierer schützen +++

Zum Schutz vor dem Coronavirus sitzen die Kassierer in bayerischen Rewe-Filialen künftig hinter Plexiglasscheiben. Die Schutzwände seien 1,5 Meter hoch und von Donnerstag an werde landesweit mit dem Aufbau in den Geschäften begonnen, sagte Volker Hornsteiner, Vorsitzender der Geschäftsleitung Region Süd Rewe Group, am Mittwoch in Eitting bei München.

Die Schutzwände haben laut Hornsteiner keine Möglichkeiten zum Durchgriff. So sollen die Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem sich rasant in Deutschland ausbreitenden Coronavirus geschützt werden. Um die Kunden untereinander zu schützen, könne er sich Abstandsmarkierungen an den Kassen, wie in anderen Ländern bereits üblich, vorstellen.

Hornsteiner betonte, dass der Einsatz von Security in den Filialen "jederzeit auf Abruf" möglich sei. Diese Maßnahme sei aktuell aber nicht erkennbar notwendig. Die Situation sei "momentan" ruhig. Prinzipiell seien aber jederzeit Zutrittsregelungen möglich.

+++ Kassenärztliche Vereinigung bittet um Geduld +++

Der mobile Fahrdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) nimmt nach eigenen Angaben täglich bei etwa 1.700 Menschen Abstriche für Tests auf das Coronavirus. Angesichts der enormen Nachfrage bittet die KVB um Geduld.

Der Hausbesuchsdienst sei mit mehr als 200 Fahrzeugen täglich im Freistaat unterwegs, um bei Verdachtsfällen Proben zu entnehmen, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Abstriche würden in Labore gebracht, die jedoch auch völlig überlastet seien. "Die Kapazitäten sind erschöpft." Fünf bis sieben Tage dauere es aktuell, ehe ein Ergebnis vorliegt. Das gilt auch für die Hotline mit der Nummer 116 117. Hier seien Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz. Wartezeiten von 20 bis 30 Minuten seien nicht ungewöhnlich sagte der Sprecher. Wenn Anrufer dann einen Wutanfall bekämen, sei das nicht hilfreich. "Es ist eine absolute Ausnahmesituation."

+++ Weitere Inektionen in Deutschland +++

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist weiter deutlich gestiegen. Laut Robert Koch-Institut sind derzeit (Mittwoch, 12 Uhr) knapp 8.200 Deutche mit dem Virus infiziert. Man befinde sich immer noch am Anfang einex "exponentiellen Wachstums", teilte das RKI am Mittwoch mit.

+++ BMW fährt Produktion herunter +++

BMW stoppt wegen wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Autoproduktion in Europa für vier Wochen. Vorstandschef Oliver Zipse sagte am Mittwoch in München: "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant."

+++ Neues Datum für Abiturprüfung bekannt +++

Wegen des Coronavirus wird in Bayern der Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai 2020 verschoben. Das teilte das Kultusministerium am Mittwoch in München mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Söder schließt Ausgangssperren nicht aus +++

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Ausgangssperren auch für Bayern erneut nicht ausgeschlossen. "Wir machen alles, was zeitlich angemessen ist", sagte Söder am Mittwoch "Antenne Bayern". Er betonte aber: "Ich kann es zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen." Man hoffe sehr, dass die bisher getroffenen Maßnahmen wirkten. Söder rief deshalb die Menschen in Bayern auf, sich an die Beschränkungen zu halten. "Wenn jeder mitmacht, dann haben wir eine gute Chance."

Söder stufte die Medien in dem Interview ebenfalls als "kritische Infrastruktur" ein - das ist eine Zugangsvoraussetzung für die Notfallbetreuung von Kindern an den Schulen und Kitas. "Die Medien spielen jetzt eine ganz wichtige Rolle, ernsthaft aufzuklären, aber auch ein bisschen Mut zu machen", sagte der Ministerpräsident.

+++ Münchner Polizei setzt Veranstaltungsverbot durch +++

In Bayern gilt derzeit der Katastrophenfall. Veranstaltungen und Versammlungen sind derzeit untersagt und sogar strafbar. Die Münchner Polizei kündigt jetzt via Twitter an, dieses Verbot durchzusetzen und die Einhaltung dieser Beschränkungen zu überprüfen.

Private Feiern sind von diesem Verbot ausgenommen, solange sie laut Verordnung in "geeigneten privat genutzten Wohnräumen" stattfinden und "sämtliche Teilnehmer einen persönlichen Bezug (Familie, Beruf) zueinander haben". Allerdings wird dazu geraten, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

+++ Steuerzahlungen bis Jahresende zinsfrei stunden +++

Wer in Bayern aufgrund der Coronavirus-Krise in finanzielle Schieflage geraten ist, kann ab sofort fällige Steuerzahlungen zinsfrei stunden. Finanzminister Albert Füracker (CSU) setzte die steuerliche Hilfsmaßnahme im Vorgriff auf eine bundesweite Regelung in Kraft. "Schnelle und möglichst unbürokratische Hilfen für unmittelbar Betroffene sind das Gebot der Stunde", sagte er. "Dies gilt auch für den Bereich der Steuern."

Wer seine Steuern aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nicht zahlen kann, kann bis zum Jahresende entsprechende Anträge auf Stundung stellen. Dies betrifft sowohl die Einkommen- und Körperschaftsteuer als auch die Umsatzsteuer. Zudem kann auf Antrag auch die Höhe der Vorauszahlungen angepasst werden.

Bei unmittelbarer Betroffenheit werde der Freistaat grundsätzlich bis zum Ende des Jahres von Vollstreckungsmaßnahmen absehen, heißt es weiter. Auch auf gesetzlich anfallende Säumniszuschläge solle in dieser Zeit verzichtet werden. Sollten Steuererklärungen wegen der Coronakrise nicht fristgerecht eingereicht werden können, würden die Finanzämter großzügig und möglichst unbürokratisch Fristverlängerungen ermöglichen, sagte Füracker.

+++ Bayerns Finanzämter ab Mittwoch für Besucher geschlossen +++

Ab Mittwoch bleiben die bayerischen Finanzämter vorerst für Besucher geschlossen. "Leider ist dieser Schritt nötig als Maßnahme gegen die weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus", teilte das Finanzministerium in München mit. Die Servicezentren der Finanzämter sollen den Angaben zufolge zunächst bis einschließlich 19. April geschlossen bleiben.

Gleichwohl bleibe die Steuerverwaltung aber voll funktionsfähig, betonte das Ministerium. Auch sei der Service der Finanzämter weiter in vollem Umfang gewährleistet. Statt persönlicher Besuche müssten nun zwischenzeitlich eben nur Telefon, E-Mail, Briefe oder das Onlineangebot der Steuerverwaltung unter www.elster.de genutzt werden. Auch seien persönliche Termine mit einem Sachbearbeiter weiterhin möglich.

+++ KVR greift durch: Dienstleistungen nur noch im Notfall +++

Auch das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) will die Ausbreitung des Coronavirus bremsen und reduziert hierfür ab sofort viele Leistungen. Einige würden nur noch im absoluten Notfall erbracht, das gelte auch für bereits vereinbarte Termine, heißt es in einer Mitteilung am Dienstag.

Von den Maßnahmen sind auch die Bürgerbüros betroffen. An-, Ab-, und Ummeldungen seien nicht mehr vor Ort, dafür aber schriftlich möglich. Alle Informationen dazu finden Münchner und Münchnerinnen hier.

Wer einen Personalausweis oder Reisepass beantragen wolle, müsse einen Notfall, etwa eine dringende Reise, geltend machen.

Ausländer mit auslaufendem Aufenthaltstitel wolle die Stadt selbst anschreiben, heißt es weiter. Nach einer Prüfung würde ihnen eine befristete Verlängerung ihrer Aufenthaltsgenehmigung zugeschickt, ebenso bereits bestellte elektronische Aufenthaltstitel.

Freuen können sich Paare, die unbedingt auf einer standesamtlichen Trauung in der näheren Zukunft bestehen. Diese würden weiter durchgeführt. Die Eheleute sollen sich bei der Einladung von Gästen jedoch auf maximal zehn Personen beschränken.

Über weitere Entwicklungen will das KVR auf seiner Website informieren.

+++ Corona-Eklat in München: Anwalt zeigt Richter an +++

Abgesagte Termine und Forderungen nach längeren Fristen: Auch Bayerns Justiz steckt in der Corona-Krise. Am Landgericht München I kam es am Dienstag zu einem regelrechten Eklat im Gerichtssaal – und einer Strafanzeige gegen einen Richter. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

+++ Haushaltsausschuss billigt Corona-Hilfspaket +++

Das von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte Zehn-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die bayerische Wirtschaft wegen der Corona-Krise hat im Eiltempo eine entscheidende Hürde genommen: Der Haushaltsausschuss des Landtags billigte die Pläne am Dienstag - und zwar einstimmig, wie der Ausschussvorsitzende Josef Zellmeier (CSU) anschließend berichtete. Alle fünf anwesenden Fraktionen - CSU, Freie Wähler, Grüne, SPD und FDP - hätten dem Paket zugestimmt. Die AfD, die in der Sitzung entschuldigt fehlte, hatte nach Angaben Zellmeiers schon im Vorfeld Zustimmung signalisiert.

An diesem Donnerstag soll der gesamte Nachtragshaushalt inklusive des Zehn-Milliarden-Pakets in einer Plenarsitzung des Landtags endgültig beschlossen werden. Dafür wird die Schuldenbremse für ein Jahr außer Kraft gesetzt, weil die Staatsregierung faktisch zehn Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen muss. Ab dem Jahr 2024 muss diese Summe dann, entsprechend der Vorgabe in der Landesverfassung, getilgt werden.

+++ Geschäftsleute bangen um Existenz +++

Am Mittwoch müssen die meisten Geschäfte in München schließen – viele Ladeninhaber bangen um ihre Existenz. Ein Streifzug durch die Innenstadt – die AZ-Reportage.

Ganz anders geht es dabei den Supermärkten in der Stadt, die wegen den vielen Hamsterkäufern kaum mit der Arbeit hinterherkommen. Mehr zur aktuellen Situation in den Supermärkten lesen Sie hier.

+++ "Corona-Partys": Söder kündigt Vorgehen der Polizei an +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Besucher und Veranstalter sogenannter "Corona-Partys" massiv kritisiert. "Sorry, aber das geht gar nicht", sagte er am Dienstag in München. Wer in diesen Tagen die Vorgaben bewusst ignoriere, soziale Kontakte einzudämmen, gefährde sich selbst und alle anderen. "Das ist eine wirkliche Gefährdung." Söder betonte, die Polizei sei angewiesen, darauf umgehend zu reagieren und dagegen vorzugehen.

Das gleiche gelte auch für Partys in Parkanlagen bei dem teils frühlingshaften Wetter. Parkmitarbeiter seien gebeten, hier auf die Menschen zuzugehen. Derzeit sei wegen der Corona-Krise eine Zeit des Verzichts geboten, dazu zählten keine Partys, weder in Parks oder sonst wo draußen oder drinnen.

Bei der Münchner Polizei war am Dienstag noch keine "Corona-Party" bekannt, wie ein Sprecher sagte. Man werde das aber genau im Blick haben.

+++ Sparkassen: Bargeldversorgung bleibt bestehen +++

Die bayerischen Sparkassen sehen weder die Bargeldversorgung noch den Zahlungsverkehr durch die Verbreitung des Coronavirus gefährdet. "Die Bargeldversorgung ist weiterhin gesichert", betonte der Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Ulrich Netzer, am Dienstag in München. Alle wichtigen Finanztransaktionen wie Bargeldverfügungen oder Überweisungen könnten "weiter wie immer abgewickelt werden".

Allerdings könnten die Sparkassen nicht in allen 2195 Geschäftsstellen mit Personal den Betrieb vollständig aufrechterhalten, wie Netzer erklärte. Wo Mitarbeiter beispielsweise durch Quarantänemaßnahmen oder wegen fehlender Kinderbetreuung fehlten, blieben einzelne Geschäftsstellen geschlossen. Das bedeute aber nicht, dass man seine Bankgeschäfte nicht tätigen könne.

Besonders wichtig wird nach Ansicht des Verbandspräsidenten nun Online- und Telefonbanking. In den Servicecentern für das Telefonbanking habe man dafür die Kapazitäten aufgestockt. Auch viele Beratungen würden telefonisch durchgeführt.

+++ Neue Regelungen bei der Agentur für Arbeit +++

Ab Mittwoch sollen alle Anfragen bei der Agentur für Arbeit München ausschließlich per E-Mail oder Telefon geklärt werden. "Alle bisher vereinbarten persönlichen Gesprächstermine entfallen ohne Rechtsfolgen. Den Kundinnen und Kunden entstehen keine finanziellen Nachteile", teilt die Arbeitsagentur mit.

Arbeitnehmer können sich unter muenchen@arbeitsagentur.de melden sowie auf die Servicenummer 0800 4555500, bzw. Münchner Nummer 089 51 54 5555 zurückgreifen. Die Arbeitsagentur weist darauf hin, dass die Erreichbarkeit wegen des erwarteten hohen Anrufaufkommens vereinzelt eingeschränkt sein kann.

Trotz der neuen Regelungen ist der persönliche Kontakt in den Dienststellen vor Ort weiterhin möglich – jedoch soll dies nur in Notfällen geschehen. "Zu den Notfällen zählen absolut notwendige Bargeldauszahlungen sowie dringende persönliche Anliegen. Bitte kommen Sie wirklich nur im absoluten Notfall in die Dienststelle", schreibt die Arbeitsagentur. "Unsere Arbeitsfähigkeit ist sichergestellt. Die sichere Auszahlung von Geldleistungen hat für uns oberste Priorität."

+++ Spahn: Ausbreitung hat mit Rückkehrern aus Skiurlaub zu tun +++

Die aktuelle Verbreitung des Coronavirus geht nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auch auf Kontakte in Skigebieten zurück. "Das Ausbruchsgeschehen, das wir im Moment haben, hat viel zu tun mit den Rückkehrern aus dem Skiurlaub", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in München. Er verwies etwa auf Südtirol, Österreich und die Schweiz.

Das Risiko, das aus dem regen Austausch in Skigebieten entstanden sei, solle man nicht unterschätzen. Etwa auch das Ausbruchsgeschehen in Dänemark habe damit zu tun. Spahn bekräftigte daher den Aufruf an Heimkehrer aus diesen Skigebieten, möglichst zwei Wochen zu Hause zu bleiben.

+++ Sozialreferentin: "Keine Person wird alleine gelassen"

Sämtliche Dienststellen und Beratungsangebote des Münchner Sozialreferats sind ab sofort nur noch telefonisch und per E-Mail zu erreichen – das teilte die Stadt mit. Persönliche Vorsprachen wird es nur noch in Notfällen geben.

Trotz der eingeschränkten Erreichbarkeit wird die soziale Notversorgung der Münchner Bevölkerung weiter sichergestellt sein. Die Tafeln, die Bahnhofsmission, Otto und Rosi, die Teestube komm, das Karla-Café, Schiller 25 und das D3 bleiben weiterhin unter besonderen Gesundheitsvorkehrungen geöffnet. Gänzlich geschlossen werden Nachbarschaftstreffs, Jugendhäuser und Jugendtreffs, Kleiderkammern und die Alten- und Servicezentren. In letzteren wird der Besucherverkehr komplett eingestellt.

Für Menschen, die dringenden Unterstützungsbedarf im sozialen Bereich haben, weil sie z.B. in eine finanzielle Notlage geraten sind oder bisher keine Einkaufshilfe erhalten konnten, richtet das Sozialreferat in den nächsten Tagen eine eigene Telefonhotline über die Zentrale Vermittlungsstelle der Sozialbürgerhäuser ein. Hierüber können neben den Leistungsangeboten des Sozialreferats auch Kontakte zu ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vermittelt werden.

Sozialreferentin Dorothee Schiwy: "Keine Person wird in dieser außergewöhnlichen Situation alleine gelassen. Besonders ältere Menschen sind jetzt besonders gefährdet, wenn sie sich mit dem Virus infizieren. Gesundheit steht deshalb an allererster Stelle und zwingt uns zu konsequenten Maßnahmen. Dennoch ist es unser besonderes Anliegen, alles nur Mögliche zu unternehmen, um die Versorgung älterer Menschen sicherzustellen. Mit der Telefonhotline können sich die Menschen in dringenden sozialen Notlagen an das Sozialreferat wenden und erhalten dort entsprechend Hilfe."

+++ Ikea schließt alle Filialen in Deutschland +++

Der Möbelhändler Ikea schließt ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Man komme der Verantwortung als großer Einzelhändler nach, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev laut einer Mitteilung. Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres.

Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden. In München, bzw. der näheren Umgebung sind zwei Märkte von der Schließung betroffen: Das Einrichtungshaus in Eching sowie in Brunnthal.

+++ Kliniken steuern auf Engpässe bei Schutzkleidung zu +++

Die bayerischen Krankenhäuser steuern durch den Anstieg der Corona-Infektionen auf Engpässe bei der Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger zu. "Die ersten Kliniken haben uns gemeldet, dass es gegen Ende der Woche sehr eng wird mit Masken, mit Brillen, mit Schutzkleidung", sagte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Dienstag in München. "Das wird in der Tat ein Problem." Aktuell würden sich die Krankenhäuser bereits gegenseitig aushelfen, um die Versorgung der Patienten aufrecht zu erhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte nach einer Sitzung mit dem bayerischen Kabinett in München, ihm sei die Situation in den Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen absolut bewusst, und kündigte an: "Wie es ausschaut, werden wir in den nächsten Tagen dort konkret zu Lösungen kommen." Details wolle er aber erst verkünden, wenn die Ware in Deutschland angekommen sei. Als Lehre habe er bereits gezogen, "dass wir nicht in diesem Umfang, gerade bei solch sensiblen Produkten - auch Arzneimitteln, Masken, aber auch in den Lieferketten - abhängig sein sollten von einem großen Land, in dem Fall China."

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte ebenfalls, dass künftige Pandemiepläne die Möglichkeit vorsehen müssten, hierzulande Produktionskapazitäten zu aktivieren beziehungsweise zu reaktiveren. "So kann es nicht mehr bleiben", betonte er mit Blick auf die Erfahrungen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

+++ Wegen Coronavirus: Uefa verschiebt Fußball-EM 2020 +++

Es war bereits abzusehen, nun ist es offiziell: Die Uefa verschiebt die Fußball-EM 2020 in den Sommer des nächste Jahres. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

München ist direkt von der Verschiebung betroffen – die bayerische Landeshauptstadt ist einer der Spielorte des europaweiten Turniers. Am Dienstag hat sich OB Dieter Reiter (SPD) zur EM-Verschiebung geäußert. "Natürlich kann ich verstehen, dass die Fußballfans jetzt enttäuscht sind. Aber in der aktuellen Situation ist es die richtige Entscheidung, die Uefa EURO 2020 schon jetzt zu verschieben. Planungen und Vorbereitungen müssten auf Hochtouren laufen, liegen aber aufgrund der aktuellen Entwicklungen auf Eis. Jetzt steht die Gesundheit im Vordergrund, und wir müssen alles tun, um die Verbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen."

+++ München: Fast 100 neue Corona-Fälle an einem Tag +++

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in München steigt weiter rasant an. Wie die Stadt am Dienstagnachmittag mitteilte, gab es alleine am Dienstag 99 neue bestätigte Fälle in der Landeshauptstadt (Stand: 13 Uhr). Damit sind aktuell ingesamt 359 Coronavirus-Infektionen in München gemeldet.

+++ China schenkt München Atemschutzmasken +++

Ein chinesisches Automobilunternehmen hat der Stadt München Atemschutzmasken gespendet. Im Beisein des chinesischen Generalkonsuls Zhang Yue und gemeinsam mit Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner nahm Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs die Großspende von 7.080 Atemschutzmasken der Klasse FFP 2 entgegen. "Ich freue mich sehr über diese großzügige Sachspende und bedanke mich herzlich. Die Masken sind in der aktuellen Situation von großem Wert und ergänzen unsere eigene Ausstattung gut", sagte Jacobs.

+++ Wertstoffhöfe vorerst geschlossen +++

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) schließt angesichts der aktuellen Lage mehrere Wertstoffhöfe. Die Standorte Feldmoching (Lerchenstraße), Nymphenburg (Arnulfstraße), Steinhausen (Truderinger Straße), Perlach (Bayerwaldstraße), Sendling-Westpark (Tübinger Straße) und Allach (Am Neubruch) sind bis einschließlich Samstag, 28. März, geschlossen. Auch das Gebrauchtwarenkaufhaus – Halle 2 in Pasing bleibt bis zum 28. März geschlossen.

+++ Weitere Test-Station auf der Theresienwiese +++

Die Stadt München hat eine weitere Drive-In-Station zur Abstrichentnahme für die Testung auf das neue Coronavirus auf der Theresienwiese eingerichtet. Die Station ist ausschließlich für Personen bestimmt, bei denen ein begründeter Verdacht auf eine Corona-Virusinfektion besteht – und zuvor ein Termin durch die Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) vereinbart wurde.

Wer in einem Corona-Risikogebiet war und Symptome aufweist, ruft zunächst die Bereitschaftsdienstnummer der KVB unter 116117 an. Dort wird dann abgeklärt, ob eine Testung nötig ist, und gegebenenfalls ein Termin für die Drive-In-Station vereinbart. Aufgrund der starken Auslastung der 116117 kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Personen ohne Termin durch die KVB werden vor Ort abgewiesen.

+++ WHO: Bei Coronavirus-Verdacht kein Ibuprofen +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. Es gebe zwar keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höher Sterblichkeit verbunden sei, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf. Aber die Experten prüften die Lage zur Zeit. "Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen", sagte Lindmeier. Dies beziehe sich ausschließlich auf die Einnahme ohne ärztlichen Rat, betonte er.

Der französische Gesundheitsminister hatte am Wochenende mit einem Tweet, in dem er vor Entzündungshemmern wie Ibuprofen warnte, Aufsehen erregt. Der nationale Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon hatte sich ähnlich geäußert und von der Einnahme sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) abgeraten. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen neben Ibuprofen auch Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin) und Diclofenac. Es gibt einen Beitrag im Fachjournal "Lancet", in dem eine mögliche unerwünschte Wirkung von Ibuprofen erwähnt wird. Die Fallzahl der Studie ist aber äußerst gering.

In Frankreich steht Ibuprofen seit 15. Januar nicht mehr frei vorne in der Apotheke, sondern nur noch hinter dem Schalter. Die Apotheker verkaufen es weitgehend ohne Rezept. Damit soll jedoch eine entsprechende Beratung sichergestellt sein.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) schloss am Wochenende nicht aus, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung Covid-19 nicht hilfreich sein könnten. "Ibuprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis", erläutert der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. "Bei Paracetamol ist das nicht der Fall."

+++ Landesamt: 285 neue Coronavirus-Infektionen in Bayern +++

In Bayern haben sich weitere 285 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Dienstag auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 1352 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

+++ Flixbus stellt um Mitternacht Betrieb bis auf Weiteres ein +++

Der Fernbusanbieter Flixbus stellt den Betrieb bis auf Weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht ein. Alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland sind betroffen, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

+++ Bayern ordnet 400 Beamte in Gesundheitsbehörden ab +++

Zur Entlastung des medizinischen Personals bei den bayerischen Gesundheitsbehörden in der Corona-Krise will die Staatsregierung 400 Beamte aus anderen Behörden zeitweise abordnen. Die Mitarbeiter sollen aus Behörden abgezogen werden, die derzeit wegen der Krise weniger zu tun haben. Denkbare Tätigkeiten wären etwa organisatorische Aufgaben und die Arbeit an Telefon-Hotlines.

+++ Bayern schränkt Hotelbetrieb ein +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schränkt Bayern nun auch den Betrieb von Hotels ein: Diese dürfen nur noch notwendige Übernachtungen anbieten und keine Touristen mehr beherbergen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München mitteilte. Damit setzt der Freistaat in diesem Punkt eine Verabredung von Bund und Ländern vom Montagabend um.

Söder kündigte weiter an, dass es zur Sicherung der Lebensmittelversorgung in der Corona-Krise an den Grenzen Sonderspuren für entsprechende Transportfahrzeuge geben soll. Denkbar seien "grüne Spuren an den Grenzen für die Lebensmittellieferungen", sagte Söder. Zugleich rief der Ministerpräsident alle Menschen auf, auf Hamsterkäufe zu verzichten. Die Versorgung sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

+++ Viele bayerische Tafeln müssen wegen Coronavirus schließen +++

Die Auswirkungen des Coronavirus machen auch vor den Tafeln keinen Halt. Von den rund 160 bayerischen Tafeln, die Bedürftige mit Lebensmitteln und Mahlzeiten versorgen, haben am Dienstagvormittag schon 40 geschlossen. Tendenz steigend.

Der Grund sei vor allem das meist hohe Alter der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Gäste. Ältere Menschen gehören zu den durch das Coronavirus besonders gefährdeten Personen. "Eine große Zahl der bayerischen Tafeln wird temporär geschlossen werden müssen", befürchtet Peter Zilles, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes der Tafel Bayern.

Trotz der schwierigen Situation könnten Tafeln den Betrieb in großen Städten wie München, Erlangen, Nürnberg, Regensburg und Augsburg bisher mit entsprechenden Anpassungen aufrecht erhalten, sagte Zilles. So gebe es nun Ausgaben vor den Räumlichkeiten statt im Innern und es würden statt Gruppen jeweils nur einzelne Personen zur Ausgabe gelassen.

+++ Experte befürchtet: Zahl der Corona-Klinikpatienten kann sich bald verdreifachen +++

Zurzeit liegen nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) rund 500 Menschen mit einer Corona-Infektion in deutschen Kliniken. Nach Meinung von DKG-Präsident Gerald Gaß könnte es sein, dass sich diese Zahl in den nächsten Tagen etwa verdreifacht. "Experten rechnen damit, dass die Zahl der Infizierten in den nächsten Tagen deutlich steigt. Wenn wir Ende der Woche 20.000 bestätigte Infektionsfälle in Deutschland haben, müssen wir davon ausgehen, dass dann auch bis zu 1.500 Infizierte in den Krankenhäusern behandelt werden müssen", sagte Gaß den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Die Kliniken wären damit nicht überfordert.

Die Zahl der Intensivbetten solle laut Gaß aufgestockt werden. "Es gibt derzeit 28 000 Intensivbetten in den deutschen Kliniken", sagte Gaß in dem Interview. "In zwei oder drei Monaten ist es möglich, die Zahl der Betten um bis zu 20 Prozent aufzustocken – dann würden wir rund 34.000 Betten haben." Die Zahl der Beatmungsgeräte von derzeit 20.000 Stück müsse ebenfalls erhöht werden. Nur ein Teil der Patienten, die wegen des Coronavirus ins Krankenhaus kommen, brauchen eine Intensivbetreuung.

+++ Robert Koch-Institut schätzt Coronagefahr für Deutschland hoch ein +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Gefährdung durch das Coronavirus für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland nun als "hoch" ein. Das sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Als Gründe nannte Wieler steigende Fallzahlen sowie Alarmsignale aus öffentlichen Gesundheitsdiensten und von Kliniken. Zudem gebe es immer mehr Fälle, die nicht mehr auf bekannte Fälle zurückgeführt werden könnten. Wieler appellierte an die Krankenhäuser, ihre Kapazitäten auf Intensivstationen auszubauen.

Bislang hatte das RKI insgesamt von einer "mäßigen" Gefährdung in Deutschland gesprochen.

+++ Bundesregierung spricht weltweite Reisewarnung aus +++

Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Das sagte Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten.

+++ Maas startet Rückholaktion für im Ausland festsitzende Deutsche +++

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat eine Rückholaktion für tausende Deutsche gestartet, die wegen Reisebeschränkungen in der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Er kündigte am Dienstag in Berlin an, bis zu 50 Millionen Euro dafür zur Verfügung zu stellen.

+++ Corona-Krise: Bestatter in Bayern fordern Einstufung als "systemrelevant" +++

Die Bestatter in Bayern fordern, in Zeiten der Corona-Krise auch als "systemrelevant" eingestuft zu werden. "Wir müssen unbedingt in die Liste der systemkritischen Berufe aufgenommen werden", sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes Bayern, Ralf Michal, in Schweinfurt der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind vergessen worden."

Als "systemrelevant" gelten derzeit beispielsweise Ärzte, Pfleger oder Polizeibeamte. Sie haben in Zeiten von Schul- und Kitaschließungen einen Anspruch auf die Notbetreuung ihrer Kinder. "Wir müssen die Versorgung sicherstellen, aber das geht nur, wenn alle unsere Mitarbeiter auch zur Arbeit kommen können", sagte Michal, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter ist.

+++ Trotz Unterrichtsausfall: Einschreibung an Grundschulen findet statt +++

Obwohl der Schulunterricht in Bayern wegen des Coronavirus ausfällt, will das Kultusministerium die für März geplanten Einschreibungen für Grundschulen wie geplant stattfinden lassen. "Die Schuleinschreibung steht in keinem unmittelbaren Zusammenhang zum Unterrichtsbetrieb", teilte das Ministerium in einem an Schulen und Förderzentren adressierten Schreiben mit. Sie finde daher "vom Grundsatz her" statt.

Demnach ist es zulässig, die Schulgebäude für die Einschreibung zu nutzen. Eine persönliche Anmeldung sei jedoch nicht erforderlich. Stattdessen könne die Anmeldung für das Schuljahr 2020/2021 auch telefonisch oder schriftlich etwa per Mail erfolgen. Auch die Pflicht, am Verfahren zur Feststellung der Schulfähigkeit teilzunehmen, entfalle grundsätzlich. In begründeten Einzelfällen könnten Schule und Erziehungsberechtigte allerdings eine Möglichkeit finden, das zu organisieren. Die Anforderungen des Infektionsschutzes müssten dabei eingehalten werden.

+++ Söder: "Brauchen im Kampf gegen Corona mehr Tempo" +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert im Kampf gegen das Coronavirus ein noch schnelleres und entschlosseneres Handeln von Bund und Ländern. "Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutsche Politik", sagte Söder am Montagabend im ZDF. "Die Herausforderung ist größer als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden."

Es gebe in den Ländern "den einen oder anderen, den muss man noch überzeugen". Er sei aber froh, dass am Ende doch alles klappe "und dass wir jetzt im Gleichklang sind", sagte der CSU-Chef. Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus.

"Ich kann Ihnen keine Garantie abgeben, was in einer Woche ist", sagte er, betonte aber: "Wir handeln immer angemessen, wir handeln immer nach Empfehlung der Virologen." Grundsätzlich sagte Söder: "Ich möchte, dass wir keinen Tag zögern, wenn wir die Empfehlung bekommen, jetzt zu handeln."


Hinweis der Redaktion: Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der letzte Eintrag stammt vom 17. März. 

 

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