Neun Weltmeister dabei WM: Kommt die neue Generation Gold?

Hoffnungsträger beim DFB: Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Niklas Süle (von links). Foto: Christian Charisius/dpa (2), GES/Augenklick

Neun Weltmeister sind noch im Kader für die WM in Russland dabei – jüngere Stars wie Niklas Süle, Joshua Kimmich oder Leon Goretzka wollen nun ihre eigene Geschichte schreiben.

 

München - Satt? Müde? Enttäuscht nach dem negativen Saisonende mit dem FC Bayern? Mats Hummels machte am Dienstagmittag im DFB-Trainingslager in Eppan einen ganz anderen Eindruck.

"Wir haben es verarbeitet", sagte Hummels zu den Pleiten der Bayern im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid und im DFB-Pokal-Endspiel gegen Eintracht Frankfurt: "Es steckt bei keinem mehr drin. Deswegen bin ich überzeugt, dass es keine Auswirkungen haben wird."

Klar: Man hat jetzt "ein neues Ziel", wie es Hummels ausdrückte: die Titelverteidigung bei der WM in Russland. "Der Fokus ist kein Problem für uns", sagte Bayerns Verteidiger. "Wir haben die Qualität, den Willen und die Moral, das Turnier zu gewinnen."

Löw: "Wenn es um die WM geht, sind alle Spieler unter Strom"

Die 2014er-Generation ist weiter gierig, das zeigte Hummels' Auftritt. Noch nie konnte eine deutsche Nationalelf den WM-Titel verteidigen. Auch Joachim Löw glaubt fest an einen letzten großen WM-Sommer der "Goldenen Generation" um Sami Khedira (31), Hummels, Jérôme Boateng, Mesut Özil (alle 29), Thomas Müller, Toni Kroos (beide 28) und Kapitän Manuel Neuer (32).

"Ich habe ein sehr gutes Gefühl", sagte Löw. Die Champions von Rio sind vier Jahre älter – doch ihr Ehrgeiz sei "ungebrochen", so Löw. "Was nach dem Turnier mit dieser Goldenen Generation passiert, weiß ich nicht. Es ist denkbar, dass es danach einen Umbruch gibt", sagte der Bundestrainer weiter: "Aber wenn es um die WM geht, sind alle Spieler unter Strom."

Neun Helden von 2014 sind im vorläufigen DFB-Kader noch dabei, neben Hummels, Boateng, Müller, Neuer, Khedira, Kroos und Özil auch die Jüngeren Julian Draxler und Matthias Ginter (beide 24). Zwei Spieler, die beim Umbruch wichtige Rollen spielen könnten. Vielleicht auch schon früher.

Draxler: Selbstbewusste Töne vor der WM

"Ich bin überzeugt, dass ich bei der WM viel Spielzeit bekomme", sagte Draxler. Der Profi von Paris Saint-Germain führte die deutsche Mannschaft vergangenes Jahr beim Confed Cup als Kapitän zum Titel. Nun hat er gute Chancen, als Stammspieler auf der linken Offensivseite ins Turnier zu starten.

Draxlers Konkurrenten heißen Marco Reus (28) und Leroy Sané (22). Speziell der frühere Schalker und heutige Manchester-City-Spieler Sané ist eines der hoffnungsvollsten Talente – sofern er im DFB-Team die Leistungen bestätigt, die er in England Woche für Woche zeigt. Bislang lief Sanés Nationalelf-Karriere enttäuschend, Löw war mit der Einstellung des Außenstürmers nicht immer zufrieden.

Süle: Hohes Ansehen auch im DFB-Kader

Zur möglichen Generation Gold der Zukunft gehören auch Offensiv-Allrounder Julian Brandt (22), Stürmer Timo Werner (22), der WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose aus der 2014er-Mannschaft beerben soll, Joshua Kimmich (23), der bereits die Nachfolge von Philipp Lahm angetreten hat, Jonathan Tah (22), das Juwel in der Innenverteidigung, Leon Goretzka (23), der dynamische Khedira-Herausforderer, und natürlich er: Niklas Süle (22).

Der Abwehrmann des FC Bayern spielte eine tolle Debütsaison, auch im DFB-Team genießt er hohes Ansehen. "Natürlich gehe ich davon aus, dass ich in Russland dabei bin", sagte Süle bei "Sport1". Bei der kommenden WM wird er sich aller Voraussicht nach aber noch hinter Boateng und Hummels einsortieren müssen. "Sie können nach wie vor ein gutes Tempo gehen", sagte Löw über seine Weltmeister. Satt? Müde? Das gibt es bei der 2014er-Generation nicht.

 

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