Kader stellt sich fast von alleine auf FC Bayern: In Hansi Flicks Startelf gibt es noch zwei Fragezeichen

Die Startelf für den Ligaauftakt gegen Hertha BSC stellt sich fast von alleine auf. Foto: imago images/HMB-Media

Die Startelf für den Ligaauftakt gegen Hertha BSC kommende Woche stellt sich aufgrund der Personalnot beim FC Bayern fast schon von alleine auf. Zwei Fragezeichen bleiben allerdings.

 

München - Einen positiven Aspekt hat die extrem angespannte Personalsituation beim FC Bayern für Trainer Hansi Flick ja: Er muss nur ganz wenige Spieler enttäuschen, wenn er seine Startelf für den Rückrundenauftakt bei Hertha BSC am 19. Januar festlegt. Denn der Kader der Münchner stellt sich fast von alleine auf. Wann gab es das schon mal, dass der berühmteste und reichste Fußballklub Deutschlands kaum mehr ausreichend Profis hat?

Die 2:5-Klatsche bei Zweitligist 1. FC Nürnberg zeigte deutlich auf, dass Bayern derzeit über zu wenige Spieler auf Spitzenniveau verfügt. Das C-Team, das in der zweiten Halbzeit auf dem Platz stand, ging unter. "Überfordert" seien die Nachwuchskräfte gewesen, sagte Flick: "Für die jungen Spieler ist es ein Lernprozess, das gehört auch dazu. Im Trainingslager haben sie es sehr gut gemacht. Heute war es gerade defensiv weniger gut."

Flick mit Defensivverhalten unzufrieden

Allerdings, und das dürfte dem Coach größere Sorgen bereiten: In der ersten Halbzeit waren ganz ähnliche Probleme zu beobachten. Jérôme Boateng agierte einmal mehr fehlerhaft, beim 0:1 von Nürnbergs Michael Frey (22. Minute) ging er viel zu zögerlich in den Zweikampf. Das Zusammenspiel mit dem neuen Abwehrchef David Alaba passte überhaupt nicht, Flick war mit dem Defensivverhalten insgesamt unzufrieden. Sein Team habe "in einigen Situationen nicht gut genug nach vorne verteidigt, dem Gegner zu viel Platz gelassen. Da haben die Nürnberger ihre Schnelligkeit ausgenutzt. Das sind Dinge, die wir besser machen müssen: Dass wir bei Ballverlust eine bessere Ordnung haben, einen besseren Zugriff."

Problem für den Trainer: In der Abwehr hat er aktuell überhaupt keine Wechselmöglichkeiten. Joshua Kimmich ist nach fünf gelben Karten fürs Hertha-Spiel gesperrt, der von Flick gewünschte neue Rechtsverteidiger ist weiter nicht in Sicht. Deshalb wird Boateng im Winter auf keinen Fall abgegeben, obwohl das eigentlich alle Parteien wollen. Bayern kann es sich ganz einfach nicht erlauben.

Goretzka sammelt gegen Nürnberg Pluspunkte

Auch das Mittelfeld stellt sich fast von selbst auf. Thiago, der zum zweiten Mal Vater wurde (Tochter Siena ist auf der Welt, Glückwunsch!) und deshalb den Test in Nürnberg verpasste, wird Kimmich als Sechser ersetzen, davor spielt Thomas Müller. Als zweiter Achter kommen Leon Goretzka und Corentin Tolisso in Betracht. Während der Franzose in Nürnberg viele Fehlpässe spielte, gefiel Goretzka als Ideengeber in der Offensive, er war am 1:1 durch Alphonso Davies beteiligt. Derzeit spricht mehr für einen Einsatz des deutschen Nationalspielers, es bleibt aber ein kleines Fragezeichen.

Und im Angriff? Nun, mit Philippe Coutinho und Ivan Perisic gibt es genau zwei Spieler für die beiden Außenpositionen. Im Sturmzentrum soll Robert Lewandowski auflaufen, sofern er denn rechtzeitig fit wird. Das zweite Fragezeichen beim FC Bayern. "Viele Alternativen gibt es nicht. Ich denke, dass Robert Lewandowski eventuell dazukommen kann. Das sieht ganz gut aus, da müssen wir noch abwarten", sagte Flick. Falls Lewy nicht spielen könnte, würde Perisic in die Angriffsmitte rücken, Müller nach außen, Tolisso oder Goretzka in die Startelf. Youngster Joshua Zirkzee ist als Joker wertvoll.

Trotz der großen Personalnot blickt Flick optimistisch aufs Hertha-Spiel und appelliert an sein Team. "Wir haben eine gute Mannschaft. Auch wenn es ein bisschen weniger (Spieler, Anm.d.Red.) sind, ist es immer noch so, dass wir enorme Qualität haben, um in Berlin gewinnen zu können." Kompliziert wird's aber auf jeden Fall.

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