Es gibt Probleme FC Bayern nach Stotter-Start: Diese vier Aufgaben muss Kovac jetzt lösen!

Engagiert an der Seitenlinie: Bayern-Trainer Niko Kovac. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Den Supercup verloren, der Liga-Start missglückt: Der Auftakt in die neue Saison zeigt, dass Bayern-Trainer Niko Kovac noch an einigen Stellschrauben drehen muss. 

 

München - Das erste Pflichtspiel der Saison? Verloren. Der erste mögliche Titel? Futsch! Den Beginn der neuen Spielzeit haben sich die Verantwortlichen des FC Bayern bestimmt anders vorgestellt.

Zuerst die 0:2-Niederlage im Supercup gegen den ärgsten Liga-Rivalen Borussia Dortmund. Nach der erfüllten Pflichtaufgabe im DFB-Pokal gegen Regionalligist Energie Cottbus (3:1) folgte dann der Stimmungsdämpfer zum Bundesliga-Start: Trotz Überlegenheit nur ein 2:2 zuhause gegen Hertha BSC.

Obwohl der Transfer von Superstar Philippe Coutinho das Remis etwas in den Hintergrund rückte, wird deutlich: Beim FC Bayern läuft in der zweiten Saison unter Trainer Niko Kovac noch nicht alles rund! Die AZ zeigt, welche Aufgaben der Coach nun schnellstmöglich lösen muss.

Aufgabe Nummer 1: Neuzugänge integrieren

Die Bayern-Führung hat innerhalb kurzer Zeit gleich drei neue Spieler verpflichtet: Mit Ivan Perisic und Philippe Coutinho kommen ein bundesligaerfahrener Kämpfer sowie ein technischer versierter Weltklasse-Mann per Leihe nach München. Zudem haben die Bosse Mittelfeld-Talent Michael Cuisance fest verpflichtet. Mit den schon zuvor getätigten Transfers von Lucas Hernández, Benjamin Pavard sowie Jann-Fiete Arp hat der FC Bayern in diesem Sommer nun also sechs neue Spieler geholt.

Es liegt nun an Kovac, die Neuen in die Mannschaft zu integrieren. Fragen gibt es genügend: Wer bekommt einen Stammplatz und wer muss sich (zunächst) mit einem Platz auf der Bank begnügen? Wie häufig kommt Leihspieler Perisic zum Einsatz? Und stellt Kovac für Mega-Star Coutinho möglicherweise sein ganzes System um?

Fest steht: Beinahe jeder Spieler beim FC Bayern pocht auf einen Stammplatz – sitzt einer der Neuzugänge zu häufig draußen, könnte sich schnell Unzufriedenheit breitmachen.

Aufgabe Nummer 2: Gesetztes Abwehr-Duo finden

Aus der Integration der neuen Spieler lässt sich direkt die nächste Aufgabe für Kovac ableiten: Die Suche nach dem passenden Innenverteidiger-Duo. Hier haben die Münchner in dieser Saison fast schon ein Luxusproblem.

Mit Pavard und Hernández wurden zwei Innenverteidiger geholt, hinzu kommen mit Stammkraft Niklas Süle und Weltmeister Jérôme Boateng zwei weitere Defensiv-Spieler. Vier Verteidiger für zwei Positionen – das birgt Konfliktpotential!

Aufgabe Nummer 3: Bevorzugtes System stabilisieren

Niko Kovac hat in der Vorbereitung wieder einen Systemwechsel vollzogen – der Trainer änderte die Formation in sein bevorzugtes 4-3-3-System. Dass die Spieler mitunter ihre Probleme damit haben, zeigte sich im vergangenen Herbst, als die Mannschaft eine Ergebniskrise durchlebte. Kovac zog damals die Reißleine und wechselte wieder auf das gewohnte 4-2-3-1-System.

Nun also der erneute Versuch mit drei zentralen Mittelfeldspielern sowie zwei Flügelstürmern. Sowohl bei den Testspielen in den USA als auch im Pokal gegen Cottbus ließ Kovac im 4-3-3 spielen. Bei der Supercup-Niederlage gegen Dortmund war es offiziell eine 4-1-4-1-Formation, die jedoch auch stark dem 4-3-3 ähnelte.

Der Knackpunkt von Kovacs Lieblingssystem hat sich bereits jetzt gezeigt: Wegen der Unterzahl im Mittelfeld sind die Bayern besonders bei Kontern und eigenen Fehlern im Aufbauspiel anfällig. Das haben vor allem die beiden Gegentore gegen Dortmund gezeigt.

Kovac muss seinem Mittelfeld wieder mehr Stabilität verleihen – möglicherweise kann der aktuell noch angeschlagene Javi Martínez für ebendiese sorgen.

Aufgabe Nummer 4: Unzufriedene Stars bei Laune halten

Zu Beginn der Transferperiode gab es um Renato Sanches und Jérôme Boateng Gerüchte um einen Abgang. Dem Innenverteidiger Boateng wurde von Präsident Uli Hoeneß zum Ende der vergangenen Saison sogar offiziell ein Wechsel nahegelegt.

Boateng und Sanches sind aber immer noch da – überzeugten in der Vorbereitung durch kämpferischen und couragierten Einsatz. Genutzt hat es zunächst wenig!

Boateng blieb im DFB-Pokal und zum Liga-Auftakt gegen Berlin ohne Einsatzminute, gegen Dortmund durfte er immerhin über die volle Distanz ran. Sanches kam zwar in allen drei Pflichtspielen zum Einsatz, jedoch nie über die ganzen 90 Minuten. Am Freitagabend waren es sogar nur fünf – der Frust danach war groß, der junge Portugiese äußerte öffentlich seinen Wechsel-Wunsch!

Kovac muss seine Grantel-Stars bei Laune halten. Einfacher wird diese Aufgabe nach den Transfers und dem daraus folgenden größeren Konkurrenzkampf freilich nicht.

Die Baustellen des Stotter-Starts zeigen: Beim FC Bayern läuft noch lange nicht alles rund, auf Kovac kommt ein hartes Stück Arbeit zu.

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