Erstmals seit 2006 FC Bayern wieder am Tegernsee: Dahoam is dahoam

, aktualisiert am 02.08.2018 - 07:06 Uhr
Kehrt mit dem FC Bayern zurück zu den (Trainingslager-)Wurzeln: Coach Niko Kovac, der ab heute am Tegernsee an der Vorbereitung auf die kommende Saison arbeitet. Foto: dpa, commons.wikimedia.org/wiki/User:SchiDD

Zum ersten Mal seit 2006 bereitet sich der FC Bayern wieder vor den Toren Münchens am Tegernsee auf die Saison vor. Für den neuen Coach Niko Kovac ist der Aufenthalt sehr wichtig. Die AZ erklärt, warum.

München - Was ab Donnerstag in dem einwöchigen Trainingslager in Rottach-Egern am Tegernsee auf die Spieler des FC Bayern zukommen wird, weiß Hasan Salihamidzic ganz genau. Warum? Ganz einfach: Weil der Sportdirektor das als Spieler selbst schon erlebt hat. Der 41-Jährige war 2006, als der FC Bayern zum bis bislang letzten Mal sein Trainingslager dahoam bezog, mit dabei.

Genau wie Mats Hummels, der damals als 17 Jahre alter Jungspund die Vorbereitung bei den Profis absolvieren durfte. Der Chefcoach, der die Bayern vor zwölf Jahren unter anderem auch auf den 1.722 Meter hohen Wallberg scheuchte, hieß Felix Magath. "Für einen Trainer bietet der Tegernsee beste Bedingungen. Man hat keine weitere Anreise, keine Klima- oder Zeitumstellung", sagte er damals.


Hier tischt Top-Koch Christian Jürgens (drei Michelin-Sterne) auf: Das Seehotel Überfahrt, in dem die Bayern wohnen. Foto: dpa

Vorzüge, die der FC Bayern über viele Jahre durchaus zu schätzen wusste. Sogar vor Heimspielen residierte man regelmäßig im "Wohnzimmer" von Präsident Uli Hoeneß, der in Bad Wiessee am Tegernsee wohnt und auch das diesjährige Trainingslager dort einfädelte – bevor 2007 die Marketing-Reisen in die weite Welt begannen.

Die Mannschaft um Trainer Niko Kovac logiert im Seehotel Überfahrt – die Top-Adresse vor Ort, mit fünf Sternen ausgezeichnet. Trainiert wird auf dem Sportplatz in Rottach-Egern (Birkenmoosstraße).

Die Intensität werde hoch sein, "das gehört zur Vorbereitung dazu", sagte Kovac, dessen Profis bei Temperaturen von über 30 Grad so oder so ins Schwitzen kommen werden. Die AZ erklärt, worauf es am Tegernsee ankommt...

Das Team zusammenführen

Kovac war ohne die WM-Teilnehmer mit den Bayern in den USA, die aber seit einer Woche schon wieder an der Säbener Straße trainieren. Am Tegernsee kann er erstmals mit der gesamten Mannschaft arbeiten. Nur Weltmeister Corentin Tolisso stößt nach dem Supercup (12. August) noch dazu. Bei der aktuellen Kaderzusammenstellung sind extremer Konkurrenzkampf und prominente Härtefälle programmiert.

"22 Feldspieler sind das Maximum, gerade wenn man 22 solche Hochkaräter hat. Wenn alle fit sind, müsste man sechs Spieler zu Hause lassen", sagte Kovac.

Entscheidung bei Wechselkandidaten treffen

Um in Ruhe mit der Mannschaft arbeiten zu können, muss dieser Störfaktor schnellstmöglich ausgeschaltet werden. Robert Lewandowski, Jérôme Boateng, Arturo Vidal gehören zu den nach wie vor wechselwilligen Spielern. Vidals Transfer zu Inter Mailand steht kurz vor dem Abschluss, Boateng soll sich laut dem Portal "parisunited" mit Paris Saint-Germain geeinigt haben – jetzt geht es nur noch um die Ablöse.

An Lewandowski, der eigentlich das (Abschieds-)Gespräch mit Kovac suchen wollte, wollen die Bayern laut Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge dagegen ein Exempel statuieren und bei ihrem Veto bleiben. Eine sofortige Verpflichtung von Benjamin Pavard, der spätestens 2019 als Boateng-Ersatz vom VfB kommen soll, schloss Rummenigge aus.


Zuletzt 2006 am Tegernsee: Die Bayern um Trainer Felix Magath (M.). Mit dabei: Der heutige Sportdirektor Hasan Salihamidzic (2.v.l.). Foto: imago

Abwehr stabilisieren

Gegen Juventus (0:2) und ManCity (2:3) kassierten die Bayern in den USA zwei Niederlagen. Vor allem die Defensive war mit fünf Gegentoren dabei anfällig. "Da sind wir noch nicht stabil", weiß auch Kovac. Unter anderem Hummels, Niklas Süle, Joshua Kimmich und Manuel Neuer waren da aber auch noch nicht dabei. Ob's mit ihnen besser wird, wird sich am Sonntag (20.15 Uhr/RTL) zeigen.

Der Test in der Allianz Arena gegen Manchester United unterbricht den Aufenthalt am Tegernsee.

An Systemen arbeiten

Das Bayern-Spiel soll wieder flexibler werden. Der unter Pep Guardiola perfektionierte Ballbesitzfußball steht ebenso auf dem Prüfstand wie die Viererkette, die Bayern seit Jahren praktiziert. An der Umsetzung seiner Ideen will Kovac am Tegernsee intensiv arbeiten.

Bayern müsse in der Lage sein, "aus einer Viererkette schnell eine Dreierkette zu machen", sagte er. Man müsse "immer auf gewisse Situationen reagieren können, 3-4-3 oder 3-5-2." In den USA testete er unter anderem Serge Gnabry als Rechtsverteidiger und Franck Ribéry im zentralen offensiven Mittelfeld auf neuen Positionen.

 

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