Einstieg in den Vorstand Stoiber in der AZ: Hoeneß wollte Kahn schon 2008 zum FC Bayern holen

, aktualisiert am 08.03.2019 - 10:10 Uhr
Wollte Oliver Kahn (l.) schon vor elf Jahren beim FC Bayern haben: Uli Hoeneß (r.). Foto: firo/Augenklick

Nach AZ-Informationen ist der Einstieg des früheren Torhüters Oliver Kahn in den Bayern-Vorstand im Jahr 2020 beschlossen. "Er ist einer der ganz Großen", sagt Edmund Stoiber. Auch bei den Anteilseignern gibt es zukünftig einen Wechsel.

 

München - Wenn Edmund Stoiber an Oliver Kahn denkt, fallen ihm sofort die ganz großen Namen in der Historie des Klubs ein: Beckenbauer, Hoeneß, Rummenigge. "Den FC Bayern zeichnet die Besonderheit aus, dass an seiner Spitze ehemalige Weltklassespieler wie Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß Verantwortung übernommen haben", sagt Stoiber im Gespräch mit der AZ und ergänzt: "Diese Tradition fortzusetzen, ist der einmütige Wunsch von Vorstand und Aufsichtsrat."

Es ist beschlossen: Kahn (49) zieht nach AZ-Informationen Anfang 2020 in den Vorstand des FC Bayern ein, Ende 2021 beerbt er dann Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzenden.

Der Titan macht's! Er kommt zurück zu dem Klub, mit dem er zwischen 1994 und 2008 achtmal deutscher Meister wurde, sechsmal den Pokal gewann – und 2001 als Krönung schließlich die Champions League.

Stoiber: Das zeichnet Oliver Kahn aus

"Uli Hoeneß hatte Kahn schon 2008 im Visier", erklärt Aufsichtsratsmitglied Stoiber: "Kahn war nach dem Ende seiner Spielerkarriere für das Management im Gespräch." Damals sagte der Torhüter noch ab, er fühlte sich nicht bereit. Jetzt ist der Zeitpunkt perfekt. "Ich habe Kahn immer auch wahrgenommen als jemand, der nicht nur auf dem Platz weiß, was er will, sondern auch außerhalb", so Stoiber weiter: "Kahn hat seine Kompetenz außerhalb des Fußballs erweitert, das ist ihm exzellent gelungen. Er hat studiert, ist ein vielfältiger Unternehmer geworden. Und Kahn hat natürlich die fußballerische Kompetenz, er ist einer der ganz Großen des FC Bayern, ein Idol der Fans. Und er bringt das wirtschaftliche Know-how mit."

Die Bayern-Spitze um Hoeneß und Rummenigge überlegt gerade gemeinsam mit Kahn, welches Ressort der frühere Welttorhüter übernimmt. Nach AZ-Informationen soll Kahn nicht "nur" als Sportvorstand agieren, sondern auch in ökonomischen Fragen eine wichtige Rolle spielen. Vor allem bei seinem ersten Großprojekt: BMW. "Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben eine strategische Partnerschaft zwischen BMW und dem FC Bayern auf den Weg gebracht, die spätestens nach Auslaufen des Sponsorenvertrags mit Audi 2025 in Kraft treten soll", sagt Stoiber in der AZ: "In Bayern daheim und in der Welt zuhause: Das gilt für den FC Bayern und BMW gleichermaßen."

Zusammenarbeit mit BMW lohnt sich für den FC Bayern finanziell

Kahn hätte laut Stoiber "die große Aufgabe, diese Partnerschaft auszufüllen und mitzugestalten. Das traue ich ihm voll zu. Kahn kennt sich ökonomisch aus. Und er hat auch eine große Fanschaft in Asien, einem der wichtigsten strategischen Märkte für den FCB."

Die Zusammenarbeit mit BMW wird sich für den FC Bayern auch finanziell lohnen. Wie das "Manager Magazin" berichtet, investiert BMW 800 Millionen Euro in den Deal mit Bayern. Der Münchner Automobilkonzern wird den Audi-Anteil von 8,33 Prozent an der Fußball-AG des FC Bayern übernehmen. "Für den FC Bayern hochattraktiv ist, dass dies BMWs einziges Engagement im Fußball bleiben wird", so Stoiber. Bayern erhalte von BMW in etwa das Doppelte von dem, was Audi bisher überwies. Es lohnt sich also! Derzeit werden Gespräche geführt, um die Zusammenarbeit mit Audi bereits früher zu beenden. Die Jahre 2020 oder 2021 erscheinen realistisch.

BMW-Deal gilt auch für die Basketballer des FC Bayern

Der BMW-Deal wird sich übrigens nicht nur auf das Sponsoring der Fußballer beschränken. Wie die AZ erfuhr, steigt BMW bei den Basketballern des FC Bayern bereits zum 1. Juli als Partner ein. Zu diesem Zeitpunkt läuft der Vertrag mit Audi aus. Der Audi Dome, in dem die Basketballer spielen, wird dann auch einen neuen Namen bekommen.

VW, der Mutterkonzern von Audi, konzentriert sich in Zukunft bekanntlich auf einen anderen großen Fußball-Partner: die deutsche Nationalmannschaft. Der FC Bayern setzt auf BMW – und auf Kahn.

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