Drei Linksfüße in der Viererkette Eine linke Nummer: David Alaba spricht in der AZ über die Bayern-Abwehr

Drei Linksfüße in der Viererkette des FC Bayern (v.l.): Alphonso Davies, David Alaba und Lucas Hernández. Foto: AZ-Montage/Rauchensteiner/Augenklick

In der zweiten Halbzeit gegen Leipzig spielt der FC Bayern mit drei Linksfüßen in der Viererkette. Ein Modell mit Zukunft? "Ich habe das vorher nie trainiert", sagt Alaba in der AZ: "Es ist ungewohnt."

 

München - In der 67. Spielminute der Spitzenpartie zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig war die Leidenszeit von Lucas Hernández (23) vorbei. Endlich. Der Franzose kehrte nach 110 Tagen Zwangspause auf den Rasen zurück, am 22. Oktober hatte er sich im Champions-League-Match bei Olympiakos Piräus schwer am rechten Sprunggelenk verletzt. Eine Operation und Monate der Reha folgten. Nun das Comeback – und Hernández überzeugte nach seiner Einwechslung für den erschöpft wirkenden Jérôme Boateng sofort, er half mit, das 0:0 über die Zeit zu bringen.

"Lucas war gut. Ich bin froh, dass er wieder mitmachen kann. Er muss fit werden und braucht Spielpraxis", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Auch Abwehrchef David Alaba zeigte sich angetan vom Kollegen, erklärte im Gespräch mit der AZ: "Lucas ist schon sehr gut drauf. Man hat heute gesehen, dass er sehr spritzig ist und mutig spielt. Er ist schnell und zweikampfstark, bringt auch Ballsicherheit mit rein. Das ist schön zu sehen. Wir wissen alle, wie wichtig er für uns ist."

Das Besondere an Hernández’ Einsatz gegen Leipzig: Bayern spielte fortan mit drei Linksfüßen in der Viererkette, neben Hernández gab Alaba den rechten Innenverteidiger, links außen spielte Juwel Alphonso Davies (19). Eine wirklich linke Nummer! Und ein Modell für die Zukunft?

Alaba über Davies: "Seine Geschwindigkeit hilft uns enorm"

"Für mich ist es ein bisschen ungewohnt, etwas Neues", sagte Alaba weiter zur AZ: "Schwierig zu sagen, ob das eine Lösung für die Zukunft wird. Ich habe es zum ersten Mal gespielt und dann auch nicht lange. Vorher habe ich die Variante noch nie trainiert."

Der Österreicher ließ Skepsis durchblicken, er verwies darauf, dass der rechte Part in der Innenverteidigung "nicht unbedingt meine Idealposition ist. Ich würde mich links schon wohler fühlen." In dieser Rolle brillierte Alaba in den vergangenen Wochen an der Seite von Boateng, auch gegen Leipzig spielte er stark (AZ-Note 2). Klar: Als linker Innenverteidiger ist es leichter für Alaba, einen Pass seines rechts postierten Nebenmannes mit dem linken Fuß anzunehmen. Gerade im Spielaufbau ist dieses Detail entscheidend.

Spannend wird sein, wie Trainer Hansi Flick seine Viererkette künftig aufstellt. Bereits in zwei Wochen steht das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale beim FC Chelsea an, wenn der Coach Hernández fest neben Alaba installieren will, muss er diesem Pärchen nun Zeit zum Einspielen geben. Die Variante mit drei Linksfüßen in der Abwehr neben Benjamin Pavard (23) schloss Flick zuletzt nicht aus, er betonte jedoch, Hernández Zeit geben zu wollen. "Wir müssen gucken, dass wir ihn auf den Stand bringen, wie er vor seiner ersten Verletzung bei Atlético war."

Salihamidzic: Coman und Hernández dürfen nicht fehlen 

Als Hernández noch für den spanischen Hauptstadtklub spielte, zog er sich im Februar 2019 eine Verletzung am Innenband des rechten Knies zu. Er wurde operiert und fiel monatelang aus. Seine Bestform hat er seitdem nicht mehr erreicht, doch die Bayern setzen voll auf ihren 80-Millionen-Euro-Mann. Kingsley Coman und Hernández seien "wichtige Jungs, die uns in den entscheidenden Wochen nicht fehlen dürfen", so Salihamidzic.

Gleiches gilt inzwischen für Youngster Davies, der als Linksverteidiger gesetzt ist. Alaba schwärmt von Phonzie: "Er entwickelt sich wirklich sehr positiv, macht das im Training gut, und in den Spielen tritt er sehr mutig auf. Er bringt eine extreme Geschwindigkeit mit, die hilft uns enorm." Dass Hernández Davies verdrängt, ist derzeit nicht vorstellbar.

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