"Das ist historisch" Franck Ribéry, der Rekordmeister des FC Bayern

Franck Ribéry (M.) feierte am Samstag seine neunte Deutsche Meisterschaft. Foto: Matthias Balk/dpa

Franck Ribéry gewinnt seine neunte Schale beim FC Bayern – und überholt damit die Legenden Kahn, Lahm, Scholl und Schweinsteiger. "Das ist historisch, unglaublich", sagt er - doch Kumpel David Alaba lauert schon.

 

München - Bayerns König und sein designierter Thronfolger: Am Samstag, nach dem Titelgewinn im letzten Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt (5:1), waren sie kaum voneinander zu trennen – wie so oft in den vergangenen Jahren.

Franck Ribéry (36) und David Alaba (26), die besten Freunde beim FC Bayern, lagen sich schon nach dem Schlusspfiff in den Armen, es flossen Tränen, später auf der Busfahrt zum Nockherberg saßen sie natürlich nebeneinander, die Meisterschale in der Hand, sie sangen "Campeones, Campeones, olé, olé, olé!" Und als die Party im Festsaal immer wilder wurde, tanzten Ribéry und Alaba gemeinsam auf der Bühne.

Man kann sich schon vorstellen, wie sehr der Österreicher seinen großen "Bruder”, wie er Ribéry bezeichnet, vermissen wird, wenn diese Saison vorbei ist. Nach zwölf Jahren verlässt der Franzose den FC Bayern und damit auch Alaba. Verbunden bleiben die Kumpels trotzdem – auch deshalb, weil der Österreicher ab sofort Ribérys Bestmarke jagt. Seit Samstag hat der Liebling der Fans neun Meisterschaften in seiner Bilanz stehen, kein Spieler in Deutschland war je so erfolgreich. Ribéry, der Rekordmeister. "Bayern hat so viele große Namen, das ist unglaublich, das ist historisch", sagt der neue Spitzenreiter.

FC Bayern: David Alaba kann bald mit Ribéry gleichziehen

Auf Platz zwei folgen mit acht Titeln die Bayern-Legenden Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Thomas Müller, Arjen Robben und eben: Alaba. Mit gerade einmal 26 Jahren hat Ribérys Freund beste Chancen, selbst neue Rekorde aufzustellen und schon bald vorbeizuziehen.

Ribéry hätte mit Sicherheit nichts dagegen. Als Alaba 16 war, lernten sich die beiden kennen, der Ältere kümmerte sich um den Youngster, sie sollten sich von da an nicht mehr trennen. Bis heute. Über Jahre bildeten sie auf der linken Außenbahn das beste Gespann im europäischen Fußball. "Als ich kam, war mein Buch offen, jetzt ist es zu", sagt Ribéry. "Alles, was drinsteht, bleibt für das ganze Leben.” Auch die Freundschaft zu Alaba.

23 Titel hat Ribéry mit Bayern insgesamt gewonnen. Höhepunkt war 2013 das Triple unter Jupp Heynckes. Samstag könnte zum Abschied noch der sechste Pokalsieg dazukommen. "Es ist schwer, weil es das letzte Mal in der Allianz Arena war, mit den Fans, mit meinen Kollegen, dem ganzen Team", sagte Ribéry am Samstag: "Aber ich bin stolz auf das, was ich in meiner Karriere erreicht habe. Meine beste Saison war 2013. Was wir da geschafft haben, war Wahnsinn. Das werde ich nie vergessen."

FC Bayern: Auch Arjen Robben stellt Rekord auf

Präsident Uli Hoeneß, für Ribéry ein "zweiter Vater", sagte, dass "ein Teil der Familie" gehen werde. "Das ist für mich immer etwas ganz Schlimmes. Da gehen einem die Tränen durch." Neben Ribéry hört auch Arjen Robben bei Bayern auf, ein weiterer Rekord-Meister. Denn der 35-Jährige gewann bereits die 12. nationale Meisterschaft – niederländischer Rekord!

Für Hoeneß gehören Robbéry in die "Phalanx der ganz Großen" Bayern-Helden um Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Oliver Kahn. Robben empfand dies als "Riesenkompliment", und sagte: "Ich bin ein glücklicher Mensch."

Das war auch Ribéry am Wochenende, trotz des Abschiedsschmerzes und der vielen Tränen. Der Franzose sei "vom ersten Spieltag an der Hero der Allianz Arena" gewesen, schwärmte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei seiner Dankesrede, "und das ist er bis heute geblieben. Diese Verbindung wird nie enden."

Wohl ebenso wie die zu David Alaba. Am Samstag im Cup-Endspiel gegen RB Leipzig werden sie ein letztes Mal zusammen auf dem Platz stehen und um einen Titel kämpfen. Der König und sein Thronfolger.

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