Löw lässt Hunt und Müller vorspielen

Bundestrainer Joachim Löw sendet mit der Nominierung von Thomas Müller und Aaron Hunt für die letzten Länderspiele des Jahres Grüße nach München und England. Torhüter Robert Enke gehört trotz der Absage von René Adler nicht zum Aufgebot.
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Gemeinsam für Deutschland: Hunt, Özil und Marin (v.r.)
AP Gemeinsam für Deutschland: Hunt, Özil und Marin (v.r.)

Bundestrainer Joachim Löw sendet mit der Nominierung von Thomas Müller und Aaron Hunt für die letzten Länderspiele des Jahres Grüße nach München und England. Torhüter Robert Enke gehört trotz der Absage von René Adler nicht zum Aufgebot.

Die beiden Länderspiel-Neulinge Aaron Hunt und Thomas Müller stehen im Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die beiden letzten Länderspiele des Jahres. Der Münchner Müller wird Bundestrainer Joachim Löw aber nur im Testspiel am 18. November in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste zur Verfügung stehen, zuvor ist der 20-Jährige noch mit der U21-Auswahl gegen Nordirland in der EM-Qualifikation im Einsatz.

Der 23 Jahre alte Bremer Hunt wird schon beim Spiel gegen Chile am 14. November 2009 in Köln beim A-Team sein. «Wir haben jetzt die Möglichkeit, ihm eine Chance zu geben. Aaron hat in dieser Saison sehr konstant gespielt und mit guten Leistungen einen Schritt nach vorne gemacht», begründete der Bundestrainer die Nominierung des zuletzt auch vom englischen Nationaltrainer Fabio Capello umworbenen Offensivspielers. Hunt, der eine englische Mutter hat und somit auch für die «Three Lions» spielen könnte, reagierte gelassen auf den Anruf des Bundestrainers. «Natürlich hat es mich ein bisschen überrascht, aber ich habe auch die ganze Zeit gehofft, dass ich nominiert werde», erklärte der Offensivspieler am Freitag auf der Werder-Homepage.

Tasci und Adler sagen ab

Nach seiner längeren Krankheits-Pause gehört Hannovers Torhüter Robert Enke noch nicht wieder zum am Freitag berufenen 24-köpfigen Kader. Neben dem Bremer Tim Wiese, der sich derzeit in absoluter Top-Form befindet und gegen Chile im Tor stehen soll, und dem für das zweite Spiel in Gelsenkirchen vorgesehenen Manuel Neuer wurde als dritter Torwart René Adler nominiert. Der Leverkusener leidet derzeit allerdings an einer Augenentzündung und sagte daher am Freitagabend ab. Dennoch verzichtet Löw auf Enke, um dem Hannoveraner Zeit für «individuelles Training» bei seinem Verein zu geben.

Wie bereits angekündigt holt Bundestrainer Löw den Leverkusener Stürmer Stefan Kießling zurück, der in der Bundesliga derzeit erfolgreichster Torjäger ist. Dagegen fehlen die verletzten Simon Rolfes (Leverkusen) und Cacau (Stuttgart), die zuletzt gegen Russland (1:0) und Finnland (1:1) noch zum Aufgebot gezählt hatten. Pech hatte Serdar Tasci, der zum zweiten Mal in Folge verletzt absagen muss. Der Innenverteidiger steht nach Aussage von VfB-Trainer Markus Babbel vom Freitag «kurz vor einem Ermüdungsbruch im Fuß» und wird vermutlich den Rest der Hinrunde ausfallen.

Müller: «Es ist eine große Ehre für mich»

Mit der Berufung von Müller, der zunächst bei der U21 in Nordirland «Verantwortung übernehmen soll» und danach «einfach mal drei, vier Tage reinschnuppern, um die Atmosphäre in der Nationalmannschaft kennen zu lernen», setzt Löw auch ein Zeichen in Richtung Bayern München. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge hatten sich vor zwei Wochen deutlich gegen eine Nominierung des Münchner Shootingstars für die «albernen Länderspiele» (Hoeneß) im November ausgesprochen. «Wir würden es schätzen, wenn Joachim Löw Thomas Müller erst im März testet. Jetzt ist es noch ein bisschen zu früh. Es wäre besser, noch drei, vier Monate abzuwarten», sagte Rummenigge Ende Oktober. Der Berufene selbst reagierte derweil euphorisch. «Ich freue mich riesig über die Nominierung. Es ist eine große Ehre für mich», sagte Müller am Freitag. Mit zu großen Erwartungen will er die Beförderung aber nicht angehen. «Für mich gilt erst einmal, in der Nationalmannschaft alle Spieler, den Trainer und das Umfeld kennenzulernen und mich zu integrieren.»

Schleppender Kartenvorverkauf

Die Nationalmannschaft trifft sich am kommenden Dienstag in Bonn zur Vorbereitung auf den Länderspiel-Jahresabschluss. Wenige Stunden zuvor werden unter anderem Löw und Kapitän Michael Ballack in Herzogenaurach beim DFB-Ausrüster adidas das brandneue WM-Trikot der deutschen Elf offiziell präsentieren. Für die beiden Länderspiele sind noch jede Menge Karten zu haben. Für Köln sind bisher nur 33.000 Tickets abgesetzt, für das Spiel in Gelsenkirchen sogar erst 13.000.

Das DFB-Aufgebot:

Tor: Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen) Abwehr: Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Jerome Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (Hertha BSC), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Heiko Westermann (Schalke 04) Mittelfeld: Michael Ballack (FC Chelsea), Christian Gentner (VfL Wolfsburg), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Aaron Hunt, Marko Marin, Mesut Özil (alle Werder Bremen), Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger (beide Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV) Angriff: Mario Gomez, Miroslav Klose (beide Bayern München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Lukas Podolski (1. FC Köln) (dpa/nz)

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