Fünf Bayern und ein Ex-Löwe

Boateng, Müller, Neuer, Götze, dazu Kimmich und Weigl: Bundestrainer Löw nominiert insgesamt 27 Spieler für seinen vorläufigen EM-Kader – und präsentiert einige Überraschungen. Die Übersicht.
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Ob sie am Ende alle mit zur EM nach Frankreich fahren? Von links nach rechts: Jérome Boateng, Thomas Müller, Manuel Neuer, Mario Götze (alle FC Bayern) und Julian Weigl (B. Dortmund).
firo (4), sampics, R’steiner/Augenklick, dpa Ob sie am Ende alle mit zur EM nach Frankreich fahren? Von links nach rechts: Jérome Boateng, Thomas Müller, Manuel Neuer, Mario Götze (alle FC Bayern) und Julian Weigl (B. Dortmund).

Berlin - Joshua Kimmich darf sich bedanken. Natürlich auch bei Bundestrainer Joachim Löw, der den 23-Jährigen für das erweiterte Aufgebot für die Europameisterschaft in Frankreich nominierte.

Vor allem aber bei Pep Guardiola, seinem Vereinstrainer beim FC Bayern. Der Spanier war es, der den Mittelfeldspieler aufgrund akuter bayerischer Personalknappheit zum Innenverteidiger umschulte, und ihn nicht nur in der Liga, sondern auch in der Champions League regelmäßig aufbot.

"Keine Streichkandidaten"

Kimmich überzeugte – und darf sich nun große Hoffnungen machen, auch im endgültigen Kader der 23 Spieler zu landen, die zur EM fahren. Den wird Löw („Das Kollektiv ist wichtiger als der Einzelne. Im Moment gibt es keinen potenziellen Streichkandidaten“) am 31. Mai bekanntgegeben.

Lesen Sie hier: Bayern-Quintett im vorläufigen EM-Kader

Aus bayerischer Sicht weniger überraschend unter den Nominierten: Manuel Neuer, Jérome Boateng, Thomas Müller und Mario Götze. Sie fahren (wohl sicher) mit. Und auch ein Ex-Profi des TSV 1860 hat den Sprung geschafft: Julian Weigl (21), seit dieser Saison bei Borussia Dortmund – und ein ähnlicher Senkrechtstarter wie Kimmich. Wer sonst noch nominiert ist, wer noch um seinen Platz zittern muss:

Tor: Manuel Neuer, klar. Der Bayer ist nicht nur Deutschlands, sondern der Welt bester Torwart. Dahinter: Die gleichwertigen Ersatzmänner Bernd Leno (Leverkusen) und Marc-André ter Stegen (Barcelona). „Es ist uns sehr, sehr schwergefallen. Wir haben viele herausragende Torhüter in Deutschland“, sagte Torwarttrainer Andreas Köpke bei der Bekanntgabe in Berlin. Man mag es ihm glauben. Kevin Trapp, Ron-Robert Zieler, Timo Horn, Ralf Fährmann: Sie bleiben zuhause.

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Abwehr: In der Zentrale sind Bayerns Abwehrchef Jérome Boateng und sein baldiger Vereinskollege und Gegner im Pokalfinale, Mats Hummels, gesetzt. Ersatz gibt es mit Mustafi, Höwedes und Rüdiger genug. Doch vor allem auf den Außenpositionen wird es eng: Philipp Lahm, Ex-Kapitän und einst Allzweckwaffe auf beiden Seiten, ist zurückgetreten. So bleibt als einzig gelernter Linksverteidiger: Jonas Hector.

Probleme auf den Außenpositionen

Und rechts? Emre Can, Sebastian Rudy (eigentlich: Mittelfeldspieler) sowie Rüdiger (eigentlich: Innenverteidiger) sind die ersten Optionen – und wohl auch Bayerns Joshua Kimmich (eigentlich: Mittelfeldspieler), über den Löw sagt: „Joshua kann in der Abwehr, auf der Sechs und außen spielen. Er hat bei Bayern auf hohem Niveau trainiert und gespielt, teilweise sogar in der Champions League.“

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Gut möglich, dass aus Dortmund in Bälde Wehklagen zu vernehmen ist. Denn Marcel Schmelzer, Erik Durm, Matthias Ginter oder Gonzalo Castro: Sie wären Optionen auf den Außenpositionen gewesen. Nominiert hat Löw keinen.

Mittelfeld: Eines der wohl größten Fragezeichen des Kaders: Bastian Schweinsteiger – und die Ungewissheit, ob es der verletzte DFB-Kapitän noch rechtzeitig zum Turnier schafft (siehe unten). Doch auch nach dem Ausfall von Dortmunds Gündogan steht mit Sami Khedira und Toni Kroos ein international erfahrenes Duo bereit. Dazu kommt Dortmunds Weigl.

Lob für Weigl

„Julian spielt im Mittelfeld eine sehr gute Rolle bei Borussia Dortmund. Er hat eine unglaubliche Übersicht, ist sehr ball- und passsicher“, sagt Löw. Auch Kimmich ist auf dieser Position ein Alternative. „Er hat super Leistungen gezeigt und ist flexibel einsetzbar“, sagt Torhüter Neuer über ihn. Und weiter: „Als Innenverteidiger hat er eine sehr gute Rolle gespielt. Es ist gut, jemanden zu haben, der flexibel einsetzbar ist.“ Nicht berücksichtigt: Christoph Kramer, immerhin Weltmeister 2014.

Vor einigen Jahren kaum vorstellbar: Auf den Außenbahnen wimmelt es links wie rechts an schnellen, technisch versierten Profis. Marco Reus, André Schürrle, Karim Bellarabi, Julian Brandt, Leroy Sané: Viel Potenzial – doch sie werden nicht alle mitfahren.

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Offensiv gesetzt dagegen sind Mesut Özil und Thomas Müller. Und, nicht zu vergessen: Evergreen Lukas Podolski. „Er hat für die Mannschaft immer noch einen sportlichen Wert, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen“, sagte Löw. „Er ist eine Persönlichkeit, die einer Mannschaft viel geben kann.“

Kloses Rücktritt hinterlässt Lücke im Sturm

Sturm: Der DFB-Abschied von Miroslav Klose reißt auf dieser Position die größte Lücke. Nach dem sich Max Kruse wohl weniger durch sportliche denn private Fehltritt aus dem Kader bugsiert hat, bleibt als Stoßstürmer einzig Mario Gomez. Die WM 2014 hatte er noch verpasst, bei Besiktas Istanbul blüht der Ex-Bayer auf, wurde kürzlich sogar zum besten Angreifer der Klubhistorie gewählt.

Eine Option als falsche Neun: WM-Siegtorschütze Mario Götze, bei Bayern allerdings in der Formkrise. Die dritte Variante ist ebenfalls Bayer: Thomas Müller.

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