Wie der FC Bayern die Corona-Krise meistert

Nach dem Trainingsverbot an der Säbener Straße geht der FC Bayern neue Wege. Die Spieler trainieren ab sofort virtuell.
| Maximilian Koch
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Der FC Bayern geht beim Training neue Wege und setzt wegen der Corona-Krise auf Cyber-Training.
Andreas Gebert/dpa Der FC Bayern geht beim Training neue Wege und setzt wegen der Corona-Krise auf Cyber-Training.

München - Wer schon einmal im Fitnessstudio um die Ecke einen Cyber-Kurs belegt hat, der weiß, wie sich die Stars des FC Bayern gerade fühlen.

Da steht kein Trainer aus Fleisch und Blut vorne und zeigt die Übungen – zumindest nicht in demselben Raum. Über eine Leinwand oder einen kleinen Bildschirm wird ein Mensch eingeblendet, der dann per Videoübertragung anleitet und motiviert. Gewöhnungsbedürftig, aber doch wirksam. Und aktuell die einzige Möglichkeit für das Bayern-Team, den Fitnesslevel hoch zu halten.

"Alle waren motiviert, alle haben das sehr gut gemacht", sagt Coach Hansi Flick über das erste "Cyber-Training" in der Historie des Klubs am Mittwoch: "Es wird wichtig sein, dass wir täglich in Kontakt stehen."

Bayern-Stars trainieren bis zu 90 Minuten am Tag

Über Videoanrufe und -trainingseinheiten ist dies möglich, der Zusammenhalt wird so gestärkt. "Als gestern das Training vorbei war, war die Videoübertragung noch lange nicht beendet. Die Spieler haben miteinander gesprochen, sich ausgetauscht. Deshalb sind die Videotrainingskonferenzen wichtige Gemeinschaftserlebnisse in dieser Zeit", erklärt Holger Broich, Leiter Fitness bei den Münchnern.

Die Bayern im Krisenmodus. Manuel Neuer, Thomas Müller und Co. arbeiten derzeit zwar ohne Ball, dafür aber fleißig im körperlichen Bereich. Dafür wurden ihnen die Spinning-Räder von der Säbener Straße in ihre Häuser und Wohnungen gebracht.

Bei den Cyber-Einheiten, die 75 bis 90 Minuten dauern, stehen nun Stabilitätstraining, Spinning und Krafttraining im Fokus. Man müsse sich "auf Erhaltungstraining konzentrieren", sagt Broich, der in diesen Tagen noch wichtiger wird als ohnehin schon: "Die Fitness kann man im virtuellen Raum mit Funktionsgymnastik, Kraft- und Ausdauertraining gut steuern."

Video: So schuften die Bayern-Stars im Cyber-Training

Rummenigge: Manche verstehen Ernst der Lage nicht

Immer mit der Hoffnung verbunden, dass es in absehbarer Zeit wieder raus auf den grünen Rasen geht. Das fußballspezifische Training fehlt den Stars natürlich. Doch derzeit sind andere Dinge wichtiger, wie auch Karl-Heinz Rummenigge betont. "Der FC Bayern München unterstützt jede Maßnahme der bayerischen Landesregierung, weil es gegenwärtig für uns alle nur ein Ziel geben kann: Die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen."

Bayerns Vorstandsboss sorgt sich um die Gesellschaft. Er habe das Gefühl, "dass es immer noch Menschen gibt, die vielleicht nicht umfänglich verstanden haben, wie ernst die Lage ist", so Rummenigge weiter: "Wir müssen hier alle mit Disziplin und Kreativität handeln." Dies gilt für alle Abteilungen des FC Bayern – nicht nur für die Profis.

FC Bayern mit "Notfalldienst" an der Säbener

Wie die AZ erfuhr, arbeiten derzeit nur 50 Menschen in ihren Büros an der Säbener Straße, dem Bayern-Campus und in der Allianz Arena. Dieses kleine Team wird intern "Notfalldienst" genannt, dazu gehören die Vorstände wie Oliver Kahn und die Direktoren der jeweiligen Abteilungen. Die restlichen Mitarbeiter befinden sich im Home Office. Es wurde empfohlen, in der Krisenzeit Überstunden und Resturlaub abzubauen.

Präsident Herbert Hainer und Rummenigge wandten sich in E-Mails an die Bayern-Familie, teilten den Mitgliedern mit, dass man sich um sie kümmern werde. Eine Garantie, dass keine Entlassungen erfolgen würden, gab es bislang allerdings nicht. Es sind unsichere, komplizierte Zeiten. Wie gut, dass in einigen Bereichen der Gesellschaft Solidarität und Verantwortungsbewusstsein zu erkennen sind.

Die Fangruppierung "Club Nr. 12" etwa, wichtiger Bestandteil der Südkurve, rief in einer Facebook-Botschaft dazu auf, Menschenansammlungen zu meiden, bedürftigen Menschen in der Nachbarschaft, bei der Münchner Tafel oder dem Roten Kreuz zu helfen. Vorbildlich! Nur so geht’s in der Krise

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