Warum der FC Bayern Chelsea nicht unterschätzen darf

Die Auslosung am Montag bescherte dem FC Bayern den FC Chelsea – auf den ersten Blick ein machbares Los. Die "Blues" stecken unter Vereins-Ikone Frank Lampard mitten im Umbruch. Was genau auf die Münchner zukommt, ist deshalb noch schwer absehbar.
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Drama dahoam: Frank Lampard, der heutige Chelsea-Trainer, bejubelt den Triumph in München am 19. Mai 2012.
firo/Augenklick 2 Drama dahoam: Frank Lampard, der heutige Chelsea-Trainer, bejubelt den Triumph in München am 19. Mai 2012.
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München - Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Thomas Müller und David Alaba – sie alle erlebten die wohl bitterste Niederlage des FC Bayern in diesem Jahrtausend. Im Frühjahr 2020, knapp acht Jahre nach den verlorenen "Finale dahoam", kommt es für sie nun zum Wiedersehen mit dem FC Chelsea.

Das ergab die Achtelfinal-Auslosung in Nyon am Montag. Ein machbares Los, zumindest auf den ersten Blick. "Im Achtelfinale gibt es keine leichten Gegner. Chelsea ist international eine gute Adresse", entgegnet derweil Hansi Flick, während Thomas Müller in den "Blues" eine Mannschaft sieht, "die europäisches Format hat". Was genau auf die Bayern zukommt, vermochte nach der Ziehung jedoch kaum jemand vorauszusagen.

Transfersperre: FC Chelsea zum Improvisieren gezwungen

Die Londoner mussten sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht neu erfinden. Grund ist vor allem eine Transfersperre, die die FIFA dem Klub aus dem Westen der englischen Hauptstadt im Frühjahr 2019 auferlegt hat. Grund waren Unregelmäßigkeiten bei der Verpflichtung minderjähriger Spieler. Die ursprünglich für zwei Wechselperioden verhängte Sperre wurde nach einer Klage der Engländer auf das Transferfenster im vergangenen Sommer reduziert. Ein Teilerfolg, doch bei der Kaderplanung waren die "Blues" zum Improvisieren gezwungen.

Drama dahoam: Frank Lampard, der heutige Chelsea-Trainer, bejubelt den Triumph in München am 19. Mai 2012.
Drama dahoam: Frank Lampard, der heutige Chelsea-Trainer, bejubelt den Triumph in München am 19. Mai 2012. © firo/Augenklick

Nach großen Stars sucht man im jungen Chelsea-Kader daher vergeblich. Den sich bereits im Frühjahr anbahnenden Abgang von Superstar Eden Hazard, den es im Sommer schließlich zu Real Madrid zog, versuchte Chelsea mit der frühzeitigen Verpflichtung von Christian Pulisic von Borussia Dortmund zu kompensieren. Die restlichen Problemstellen im Kader wurden gezwungenermaßen mit Jugendspielern und Leihrückkehrern besetzt.

Unter Vereinsikone Frank Lampard, der Chelsea im Finale von 2012 als Kapitän auf das Feld führte und Sommer das Traineramt an der Stamford Bridge übernahm, spielten sich vor allem zwei Youngster in den Fokus: Stürmer Tammy Abraham (22), der in der abgelaufenen Saison in die zweite Liga an Aston Villa verliehen war, und Mittelfeldspieler Mason Mount (20), der in der vergangenen Spielzeit auf Leihbasis bei Derby County spielte und dort bereits mit Lampard zusammenarbeitete.

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FC Chelsea hat Probleme in der Defensive

Nach einer ersten Halbserie mit vielen Höhen und Tiefen - nach einer Serie mit sieben Siegen in Folge gab es zuletzt vier Niederlagen aus den vergangenen fünf Spielen - hat der aktuelle Tabellenvierte der Premier League im Winter die Möglichkeit, seinen Kader zu verstärken. Höchste Priorität soll vor allem die Verpflichtung eines Flügelstürmers haben, auch auf der Linksverteidigerposition soll qualitativ hochwertig nachgebessert werden. Routiniers wie Olivier Giroud (33) oder Pedro (32) stehen derweil vor einem Abgang.

Rein spielerisch dürfte Chelsea den Bayern derweil gut liegen. Unter Lampard spielt das Team, anders als noch in den vergangenen Jahren, in der Regel erfrischenden Offensivfußball, offenbart dabei allerdings immer wieder Schwächen in der Defensive: Unter den Teams in der oberen Tabellenhälfte hat einzig der FC Arsenal (27) mehr Gegentreffer kassiert als Chelsea (25). Vor allem die Konteranfälligkeit der "Blues" dürfte den schnellen Bayern-Angreifern um Kingsley Coman und Serge Gnabry in die Karten spielen.

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