Interview

Uli Hoeneß: "Thomas Müller könnte Präsident oder Vorstandschef werden"

Uli Hoeneß spricht im großen AZ-Interview zu seinem 70. Geburtstag über Erfolge, die Zeit in Haft, sein Verhältnis zu Rummenigge, Kimmich und Kahns Mission: "Der FC Bayern darf nicht beliebig werden."
| Maximilian Koch
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"Grundsätzlich ist es beim FC Bayern wichtig, dass man hin und wieder polarisiert", sagt Uli Hoeneß zu seinem 70. Geburtstag an die Adresse seiner Nachfolger um Vorstandschef Oliver Kahn.
"Grundsätzlich ist es beim FC Bayern wichtig, dass man hin und wieder polarisiert", sagt Uli Hoeneß zu seinem 70. Geburtstag an die Adresse seiner Nachfolger um Vorstandschef Oliver Kahn. © Daniel von Loeper

München - Uli Hoeneß (70) war von 1970 bis 1979 erfolgreicher Spieler beim FC Bayern, anschließend führte er den Klub als Manager und Präsident zu großen Triumphen. Heute ist er Ehrenpräsident und Aufsichtsratsmitglied.

AZ: Herr Hoeneß, was kommt bei Ihnen zum 70. Geburtstag als Festessen auf den Tisch?
ULI HOENESS: Ursprünglich wollte ich ein großes Fest machen mit 150 Gästen. Ich hatte auch schon Monika Gruber verpflichtet, wir sind ja befreundet. Ich wollte den Leuten in dieser schwierigen Zeit was zum Lachen bieten. Monika war schon mal bei einer früheren Feier dabei, da waren sogar die begeistert, die nicht alles auf Bairisch verstehen (lacht). Sie wäre genau die Richtige gewesen - aber daraus wird leider nichts. Wir feiern im kleinen Kreis und werden etwas zu essen kommen lassen. Ich möchte nicht, dass meine Frau, die während der Feiertage wieder einmal eine tolle Köchin war für unsere Kinder und Enkelkinder, schon wieder so viel zu tun hat.

Sind Sie eigentlich selbst ein guter Koch oder nur Genießer?
Ich bin der Genießer-Typ. Einen Leberkäs kann ich rausbacken, Rührei vielleicht noch und Spiegelei auch. Aber das war es dann schon.

Was sagt Ihre Frau denn dazu, dass Sie nun öfter zu Hause sind?
Meiner Frau kann ich gar nicht oft genug zu Hause sein.

Wirklich?
Ja. Sie findet, dass ich immer noch zu wenig zu Hause bin. Vor allem im Sommer bin ich viel unterwegs, gehe Golf spielen, besuche Freunde. Immer wieder fahre ich nach Nürnberg in unsere Wurstfabrik, um mal nach dem Rechten zu schauen, auch wenn mein Sohn die Firma bestens führt. Oder ich fahre zur Säbener Straße. Es ist ja nicht so, dass ich der klassische Rentner bin, der zu Hause sitzt und nur noch einkaufen geht. Wobei: Ich gehe sehr gerne einkaufen, kenne mich zum Beispiel bei Aldi sehr gut aus, weil wir dort einige unserer Produkte verkaufen. Meinem Sohn konnte ich schon öfter mal einen Tipp geben, wenn ein Karton oder eine Folie nicht in Ordnung war.

Uli Hoeneß: Seine Zeit in München beginnt mit einem Unfall

Was vermissen Sie besonders an Ihrem früheren Alltag an der Säbener Straße?
Es sind die täglichen Gespräche. Ich war neulich zu einem vorweihnachtlichen Weißwurstessen dort, das war sehr schön. Wir haben zusammen gegessen, dann noch ein Glas Weißwein getrunken und später mit dem harten Kern eine Zigarre geraucht. Das ist Tradition vor Weihnachten. Da habe ich mir gedacht: Wir sind schon ein toller Verein. Der FC Bayern erzählt nicht nur, dass er eine große Familie ist - es ist auch so.

Uli Hoeneß im Gespräch mit AZ-Bayern-Reporter Maximilian Koch (l.),
Uli Hoeneß im Gespräch mit AZ-Bayern-Reporter Maximilian Koch (l.), © Daniel von Loeper

Worauf sind Sie an Ihrem 70. Geburtstag besonders stolz?
Es gibt nicht diese eine bestimmte Sache. Ich hatte Ups, aber auch Downs in meinem Leben. Die Gesamtperspektive, das Gesamtprodukt kann man aber als gut ansehen. Ich bin damals als 18-Jähriger nach dem Abitur nach München gekommen mit meinem kleinen BMW. Als ich durch die Schellingstraße gefahren bin, war ich so beeindruckt von der ganzen Stadt, dass ich eine rote Ampel übersehen und erstmal einen Unfall gebaut habe. Kurz vor München ist mir schon der Keilriemen runtergegangen - das ging wirklich gut los. Doch was danach passiert ist, war im Großen und Ganzen eine tolle Zeit.

Dabei mussten Sie als Spieler schon mit 27 Jahren wegen einer Knieverletzung aufhören. Hat sich dadurch Ihr besonderer Ehrgeiz entwickelt für die Laufbahn als Manager?
Ich konnte mich zumindest frühzeitig auf meine zweite Karriere vorbereiten. Nach meiner zweiten Operation am Meniskus war klar, dass es nicht mehr lange gehen würde. Das, was mich ausgezeichnet hat, meine Laufbereitschaft, Sprintfähigkeit und Schnelligkeit, das alles war nicht mehr so da wie zuvor. Und dann hatte ich Glück, dass ich zum richtigen Zeitpunkt nicht beim FC Bayern war.

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In der Saison 1978/79, als Sie zum 1. FC Nürnberg verliehen wurden.
Genau. Als hier das große Theater mit Präsident Wilhelm Neudecker und der Mannschaft herrschte, weil Neudecker Max Merkel als Trainer holen wollte, habe ich beim Club gespielt. In seiner Not hat mich Neudecker angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könne, Manager zu werden. Stellen Sie sich mal vor, ich wäre nicht das halbe Jahr in Nürnberg gewesen, sondern bei Bayern: Da wäre ich doch bei der Revolution mittendrin gewesen an der Seite von Paul Breitner und Sepp Maier und niemals Manager geworden!

Hoeneß hatte seine beste Zeit als Spieler beim FC Bayern

Gutes Timing.
Einfach Glück. Als die Ärzte mir mitgeteilt haben, dass ich die Karriere besser beenden sollte, habe ich bei Bayern als Manager zugesagt. Wirtschaftliche Themen hatten mich immer interessiert, schon damals in unserer Metzgerei in Ulm, wo ich samstags an der Kasse stand. Es hat mir zudem enorm geholfen, dass ich unserem langjährigen Manager Robert Schwan über die Schulter schauen durfte - immer und überall, ob hier in München oder auf unseren Auslandsreisen in Lima oder Bogota in Südamerika. So habe ich den Manager-Job früh kennengelernt.

30 Jahre waren Sie Bayern-Manager, danach noch Präsident. Welche Etappe war die schönste?
Die als Spieler, eindeutig. Wenn Sie mir jetzt einen Sprung in den Jungbrunnen ermöglichen würden, würde ich sofort versuchen, wieder da unten auf dem Rasen allen davonzulaufen wie in alten Zeiten und den Ball ins Tor zu hauen. Ich erinnere mich gern an unseren ersten Europapokalsieg im Landesmeistercup 1974 gegen Atlético Madrid in Brüssel. Im ersten Finalspiel (1:1) waren wir katastrophal, müde von der langen Saison. Am nächsten Tag haben wir genauso schlecht trainiert. Wir hatten nicht mit zwei Spielen gerechnet und deshalb nicht mal neue Unterwäsche dabei. Im Wiederholungsspiel sind wir dann wie Phönix aus der Asche gestiegen. Dieses 4:0 mit zwei Toren von Gerd Müller und von mir - besser haben wir mit Bayern nie Fußball gespielt. Das war mein schönstes Erlebnis - obwohl wir in diesem Jahr auch noch Weltmeister geworden sind. Aber in diesen Tagen von Brüssel ist die Mannschaft zusammengewachsen, das war etwas Einmaliges.

Die Sache mit der Brezn in der Wäschekammer

Neben den großen Erfolgen gab es auch große Rückschläge für Sie. Welche Fehler bereuen Sie besonders?
Meine Steuersache war ein Riesenfehler. Ich glaube aber, dadurch, dass ich mich erstens selbst angezeigt habe, es zweitens wirklich bereue und drittens die Konsequenzen ohne Wenn und Aber akzeptiert habe, obwohl mir meine Anwälte zur Revision geraten haben, habe ich alles getan, was nötig und richtig war. Es war eine ganz schwierige Zeit, aber so eigenartig es klingt: Es hat mich sogar einen Schritt in bestimmten Dingen weitergebracht.

Inwiefern?
Demütiger zu werden, nicht immer nur der Himmelsstürmer zu sein, sich auch mal mit weniger zufriedenzugeben. Wenn man im Gefängnis in der Wäschekammer gearbeitet hat und der Beamte dir durchs Fenster eine Butterbreze zugesteckt hat, war das ein Leckerbissen. Ich habe dem Beamten dann mal gesagt: "Wir sind drei Leute hier in der Kammer." Am nächsten Tag lagen dann drei Brezn in der Tüte. Die Freude bei uns allen war riesig - da lernt man schon Relationen im Leben kennen.

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Sie haben im "Zeit"-Interview nach Ihrer Verurteilung gesagt, dass es drei verschiedene Versionen von Uli Hoeneß geben würde, unter anderem den dritten Typus, der immer wieder den "Kick" braucht. Gibt es den heute noch?
Ich sehe das nicht unbedingt so, dass ich einen Kick brauche. Ich kann immer noch wild werden, wenn ich Ungerechtigkeit spüre, ungerechtfertigte Kritik am FC Bayern mitbekomme oder an meiner Familie. Wenn wir kritisiert werden für Dinge, die ich gut finde, kann ich schon mal ausflippen. Das ist mein Naturell.

Wie haben Sie die Katar-Kritik auf der Jahreshauptversammlung empfunden?
Ich fand die Form, die die Veranstaltung an diesem Abend geprägt hat, nicht in Ordnung. Das war nicht so, wie wir alle uns den FC Bayern vorstellen. Das wollte ich auch sagen, als ich auf die Bühne gegangen bin. Gott sei Dank - aus heutiger Sicht - war das Mikrofon nicht mehr eingeschaltet, weil die Techniker schon den Saft abgedreht hatten. Ich denke im Nachhinein, es hätte nicht gepasst, wenn ich in diesem Ambiente noch einmal etwas gesagt hätte. Man hätte die Probleme bereits vorher intensiver besprechen müssen, auch mit den Kritikern. Dass man das Thema Katar generell kritisch sehen kann, ist gar keine Frage. Die Frage ist: Verändern wir als FC Bayern die Welt in Katar, wenn wir den Vertrag mit Qatar Airways nicht verlängern? Ich glaube es nicht. Ich glaube eher, dass wir einen Beitrag leisten, die Dinge in Katar zu verbessern, wenn wir weiter dabeibleiben.

Das sagt Honeß über den Katar-Deal und sein Verhältnis zu Karl-Heinz Rummenigge

Warum?
Allein durch die Tatsache, dass ein Klub wie Bayern nach Katar reist, beschäftigen sich die Medien mit den Verhältnissen vor Ort. Die Probleme werden nicht gelöst, wenn wir nicht mehr dort hinfahren und nicht mehr darüber berichtet wird. Sie werden nur gelöst, indem man den Dialog sucht.

Inzwischen ist die Klubspitze mit den Katar-Kritikern in einen Dialog getreten.
Herbert Hainer hat das einzig Richtige getan und nach der Veranstaltung sofort Kontakt mit den Kritikern aufgenommen. Ich sage immer: Solange man miteinander redet, kann man gemeinsam Lösungen finden - das gilt für die gesamte Welt genauso wie für die Jahreshauptversammlung.

Halten Sie noch Kontakt zu Karl-Heinz Rummenigge?
Ja. Wir haben kurz vor Weihnachten telefoniert, uns ein schönes Weihnachtsfest gewünscht und ein gutes neues Jahr. Unser Verhältnis ist ausgezeichnet.

Durch die Distanz, weil Sie sich nicht mehr jeden Tag beim FC Bayern sehen?
Es hatten sich im Laufe der Jahre hin und wieder unterschiedliche Auffassungen entwickelt zu einigen Themen. Das ist ja normal. Wir hatten nie die Zeit, uns mal auszusprechen. Das konnten wir nun nachholen. Karl-Heinz und ich sind sehr glücklich, dass unser Verhältnis wieder so gut ist, wie es einmal war.

Das waren die wichtigsten Transfers von Uli Hoeneß

Rummenigges Transfer zu Inter Mailand 1984 war wohl Ihr wichtigster Verkauf als Manager, weil er das finanzielle Überleben des Klubs sicherte. Aber was war Ihr bester Einkauf?
Ein guter Einkauf war Sören Lerby, den wir damals von Ajax Amsterdam geholt haben. Robert Lewandowski und Manuel Neuer zählen sicher auch dazu, ebenso Oliver Kahn. Das sind Namen, die mir spontan einfallen - es gibt sicher noch viel mehr, da waren einige spektakuläre Transfers dabei, und da darf mir jetzt keiner beleidigt sein, wenn ich nicht alle aufzähle. Wir säßen dann lange hier. Einer der besten Einkäufe, an dem ich allerdings nicht mehr direkt beteiligt war, ist im Übrigen Julian Nagelsmann.

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Das können Sie schon jetzt sagen, nach nur sechs Monaten von Nagelsmann als Trainer?
Es ist ja nicht üblich, dass man einen Trainer aus einem Vertrag herauskauft. Das haben wir bei Julian gemacht. Und es zeigt sich schon jetzt, dass es eine sehr gute Entscheidung war.

"Einer der besten Einkäufe ist Julian Nagelsmann", sagt Hoeneß über den Bayern-Trainer (l.), hier mit Leroy Sané.
"Einer der besten Einkäufe ist Julian Nagelsmann", sagt Hoeneß über den Bayern-Trainer (l.), hier mit Leroy Sané. © sampics/Augenklick

Das ist ein sehr großes Lob.
Das hat Julian auch verdient nach dieser Hinrunde. Wir haben in der Champions League alle sechs Spiele gewonnen, in der Bundesliga sind wir souverän Erster. Es sah zwar lange so aus, als könnte Dortmund ein echter Konkurrent sein, aber mit unserer Beharrlichkeit haben wir sie sozusagen ausgesessen. Wenn die Dortmunder geschwächelt haben, waren wir da.

Lob für Nagelsmann: "Stil, der mir sehr imponiert"

Warum kommt der BVB dem FC Bayern nicht näher? Es winkt die zehnte Meisterschaft in Folge.
Wir sind deshalb so beständig, weil wir eine gewachsene Mannschaft haben. Bei uns kommt punktuell mal ein Spieler dazu, bei Dortmund werden hingegen immer wieder wichtige Spieler verkauft. Dadurch entsteht eine gewisse Unruhe, und es kann sich keine Einheit entwickeln. Bei uns ist es genau umgekehrt. Die jetzige Mannschaft ist richtig zusammengewachsen, das hat man schon bei unserem Champions-League-Sieg in Lissabon gesehen. Hansi Flick hat bei uns sehr gute Arbeit geleistet, und Julian Nagelsmann hat jetzt noch einmal einen ganz eigenen Stil, der mir sehr imponiert.

Inwiefern?
Er entwickelt neue Spieler und fordert keine Neuen. Für die Kasse des FC Bayern ist Julians Arbeit Gold wert. In diesem Jahr, in dem wir wegen der Pandemie nicht viel Geld hatten für große Transfers, hat Julian Josip Stanisic an die Mannschaft herangeführt, jetzt zum Schluss auch noch Marc Roca. Den hatten wir ja zuvor kaum spielen sehen, aber zuletzt war er überragend. Jetzt hat man einen ganz anderen Blick auf diesen Spieler. Auch Omar Richards und Tanguy Nianzou kann man immer mal reinwerfen. Das hat sich gut entwickelt.

"Ihm traue ich jeden Job zu. Er ist intelligent, smart, im wirtschaftlichen Bereich beschlagen", sagt Uli Hoeneß über Ur-Bayer Thomas Müller.
"Ihm traue ich jeden Job zu. Er ist intelligent, smart, im wirtschaftlichen Bereich beschlagen", sagt Uli Hoeneß über Ur-Bayer Thomas Müller. © sampics/Augenklick

Sind Sie zuversichtlich, dass mit Nagelsmann nun Kontinuität einkehrt auf der Trainerposition? Carlo Ancelotti, Niko Kovac und Hansi Flick waren nur kurz im Amt.
Gar keine Frage, das ist unser Ziel, unser Traum. Die großen Erfolge hatten wir, als Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld und Udo Lattek lange bei uns waren. Bei jeder Trainerverpflichtung ist das unser Wunsch. Ich weiß nicht, ob ein Trainer heute noch über zehn Jahre bei einem Klub sein kann wie Alex Ferguson bei Manchester United. Aber drei bis fünf Jahre halte ich für einen Zeitraum, der für die Entstehung einer Mannschaft und geschlossenen Einheit dringend notwendig ist.

"Thomas Müller? Ihm traue ich jeden Job zu"

Welche der Triple-Helden von 2013 um Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry, Arjen Robben und Thomas Müller könnten mal eine zweite Karriere beim FC Bayern starten? Das hat ja im Klub Tradition.
Vorstellen kann ich sie mir persönlich alle. Franck vielleicht im sportlichen Bereich als Jugendtrainer. Arjen hat ein schönes Haus in Groningen gebaut und sieht seine Zukunft wohl eher dort, aber auch ihn würde ich gern hier sehen. Basti, Philipp und Thomas sind alle prädestiniert für einen Posten bei uns. Philipp macht einen guten Job beim DFB, wie ich höre. Basti ist in jeder Hinsicht ein super Botschafter für den FC Bayern. Das sind Persönlichkeiten, über die man immer nachdenken kann, wenn es um die Zukunft des Klubs geht. Über Thomas sowieso. Ihm traue ich jeden Job zu. Er ist intelligent, smart, im wirtschaftlichen Bereich beschlagen.

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Wäre Müller nicht prädestiniert als Manager?
Er könnte eines Tages auch Präsident sein oder Vorstandsvorsitzender. Aber wir sind super aufgestellt und haben den Übergang auf höchstem Niveau umgesetzt, mit Herbert Hainer als Präsident, Oliver Kahn an der Spitze der AG und mit Hasan (Salihamidzic, d. Red.), einem jungen Sportvorstand, der einen viel besseren Job macht, als viele glauben wollen.

Wie sehen Sie denn Ihr Erbe bei Bayern geregelt mit Salihamidzic, Hainer und Kahn?
Ich bin ja wesentlich verantwortlich gewesen für diese Personalien. Wenn es so weitergeht, wie wir uns das vorstellen, steht der FC Bayern wieder einmal für viele Jahre gut da. Entscheidend ist, dass die Verantwortlichen ihre eigenen Vorstellungen so kompatibel hier umsetzen, dass es für den Klub optimal ist.

"Das ist in der Position von Oliver beinhaltet: Dass man den Leuten die Position des Vereins immer wieder klarmacht": Hoeneß über Kahn.
"Das ist in der Position von Oliver beinhaltet: Dass man den Leuten die Position des Vereins immer wieder klarmacht": Hoeneß über Kahn. © firo/AK

Wie oft telefonieren Sie mit dem Führungstrio?
Am häufigsten mit Hasan, auch mit Herbert Hainer immer wieder, wir sind ja eng befreundet. Oliver hat sich als Nachfolger von Karl-Heinz auf die Fahnen geschrieben, seinen eigenen Weg zu gehen. Das muss ja auch so sein, das ist völlig okay. Ich rede ihm nicht rein - und wenn er meinen Rat braucht, bin ich jederzeit zur Stelle.

So denkt Hoeneß über die Rolle von Oliver Kahn beim FC Bayern

Muss Kahn noch mehr der Titan von früher sein, bissiger?
Es ist ein Unterschied zu früher, als man sich emotional als Spieler auf dem Platz ausleben konnte. Wenn man als Vorstandsvorsitzender nur mit dem Holzhammer agiert, wird das medial ausgeschlachtet. Deshalb muss man diplomatischer agieren - und das macht Oliver. Grundsätzlich ist es beim FC Bayern wichtig, dass man hin und wieder polarisiert. Der FC Bayern muss für etwas stehen, er darf nicht beliebig werden. Man muss die Richtung vorgeben. Und dafür ist es notwendig, dass man ab und zu den Kopf aus dem Fenster streckt - auch auf die Gefahr hin, dass man nass wird. Das ist in der Position von Oliver beinhaltet: Dass man den Leuten die Position des Vereins immer wieder klarmacht. Oliver weiß das sehr genau.

Haben Sie zuletzt auch mal das Gespräch mit Joshua Kimmich gesucht, der als Ungeimpfter in der Kritik stand?
Ich habe das eine oder andere Gespräch mit ihm geführt, um ihm meine Argumente als Impfbefürworter näherzubringen - aber ohne ihn dabei zu drängen. Ich weiß selbst mit am besten, dass man manchmal im Leben umdenken und etwas korrigieren muss. Ich bin sehr froh, dass Joshua seine Ansicht geändert hat.

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