Supercup-Triumph: Schwerstarbeit für Europas Könige

Javi Martinez macht sich in seinem wahrscheinlich letzten Einsatz für die Bayern endgültig unsterblich. Sein goldenes Tor in der Verlängerung beschert den Münchnern den Supercup-Triumph gegen Sevilla.
| Patrick Strasser
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Ungewohntes Bild 2: Sevillas Ocampos trifft per Elfmeter zum 0:1. Bayern das erste Mal seit Monaten mal wieder im Rückstand.
Ungewohntes Bild 2: Sevillas Ocampos trifft per Elfmeter zum 0:1. Bayern das erste Mal seit Monaten mal wieder im Rückstand. © firo/Augenklick

Wieder was für die Vitrine: der nächste Titel für die Titelsammler aus München. Nach 2013 gewann der FC Bayern zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte den Uefa-Supercup, sicherte sich den vierten Titel des Jahres durch ein 2:1 gegen den FC Sevilla. Leon Goretzka hatte die Führung durch Lucas Ocampos (Elfmeter) ausgeglichen - dann schlug die große Stunde von Javi Martínez.

Dem 32-Jährigen, der kurz vor einem Wechsel zu Bilbao steht, gelang mit seiner wahrscheinlich letzten Amtshandlung für den FC Bayern der umjubelte Siegtreffer. Ein Abschied mit Quadruple.

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Damit feierte das Team von Trainer Hansi Flick den 23. Pflichtspielerfolg in Serie und blieb wettbewerbsübergreifend schon in der 32. Partie ohne Niederlage.

Supercup-Triumph vor 15.180 Zuschauern

Das Prestigeobjekt der Uefa, ein Spiel mit Fans in einem Corona-Hochrisikogebiet zwischen dem Champions-League-Sieger FC Bayern aus München (Risikogebiet) und dem Europa-League-Champion FC Sevilla (ganz Spanien gilt als Risikogebiet), wurde einigermaßen stimmungsvoll. 15.180 Zuschauer waren dann tatsächlich in der rund 67.000 Zuschauer fassenden "Puskás Aréna" dabei.

Das jeweilige Kontingent von 3.000 Tickets wurde bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Bayern rechneten mit unter 1.000 eigenen Anhängern, Sevilla mit weniger als 350. Die Spanier machten sich lautstark bemerkbar, aber auch die Bayern schmetterten - mit Abstand - ihr "Europa-pokal-sieger" oder sangen "Hurra, hurra, die Bayern, die sind da". Tatsächlich bemerkenswert an diesem Abend.

Ungewohntes Bild 1: Zum ersten mal seit Ausbruch der Corona-Krise waren bei einem Spiel des FC Bayern wieder Fans wieder im Stadion.
Ungewohntes Bild 1: Zum ersten mal seit Ausbruch der Corona-Krise waren bei einem Spiel des FC Bayern wieder Fans wieder im Stadion. © imago images/ActionPictures

Für die Uefa war das Spiel in Budapest ein Modellprojekt, um die Ära der Geisterspiele zu beenden - vor allem mit Blick auf die im Oktober beginnende Champions-League-Gruppenphase und die nächsten Spieltage der Nations League für Nationalteams. Es sei "ein Spiel, das man gerne spielt. man misst sich mit den Besten Europas", meinte Trainer Flick, fügte aber auch kritisch an: "Als Fan wäre ich nicht nach Budapest gefahren. Aber ich bin Angestellter des FC Bayern, also stellt sich für mich diese Frage nicht."

Sevilla zeigte sich als unbequemer, schwer zu spielender Gegner

Gegenüber dem furiosen 8:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen Schalke änderte Trainer Flick die Mannschaft nur auf einer Position: Für Jérôme Boateng kehrte David Alaba ins Abwehrzentrum zurück, "weil er wieder fit und unser Abwehrchef ist", so Flick. Überraschend begann wieder Lucas Hernández als Linksverteidiger, obwohl "Davies auch wieder zu 100 Prozent fit" ist wie der Bayern-Trainer bestätigte. Er wollte den Franzosen für dessen gute Leistung gegen Schalke belohnen und stellte ihn auf, "weil er jetzt im Rhythmus ist".

Sevilla, in den vergangenen 21 Pflichtspielen unbesiegt, erwies sich als der unbequeme, schwer zu bespielende Gegner. Ausgerechnet der ins Team zurückgekehrte Abwehrchef Alaba verursachte per Bodycheck an Ivan Rakitic einen Elfmeter, der zum 1:0 für die Andalusier führte. Harte Entscheidung vom britischen Schiedsrichter Anthony Taylor, die den VAR-Check überstand. Lucas Ocampos verwandelte (13.) - inklusive Pfeifkonzert bei der Ausführung - auch lange nicht gehört. Eine frühe Führung der Spanier wollten die Bayern unbedingt vermeiden. Weil Sevilla bissig und engmaschig verteidigt.

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Nun drängten die Münchner auf den Ausgleich. Nach Thomas Müllers Außenrist-Schlenzer zu Robert Lewandowski in den Strafraum, legte der akrobatisch mit dem Rücken zum Tor volley zurück. Leon Goretzka schob mit der Innenseite zum 1:1 ins linke Toreck und zeigte beim Jubel seine mittlerweile ganz breite Brust, animierte die Fans. Ein lange vermisstes Glücksgefühl.

In der zweiten Halbzeit viel Millimeter-Pech für die Bayern. Erst wurde Lewandowski das 2:1 nach feinem Doppelpass mit Müller nach Video-Check wieder aberkannt (51./Abseits), dann zählte Sanés Tor nicht - wegen eines Fouls zuvor von Lewandowski (63.). Torhüter Manuel Neuer rettete seine Bayern dann in die Verlängerung, als er gegen den durchgebrochenen En-Nesyri mit den Fingerspitzen zur Ecke parierte (87.).

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