Rückstand-Serie des FC Bayern: Lange geht das nicht mehr gut!

Der FC Bayern liebt in dieser Saison das Drama: Beim 5:2 gegen Mainz holt Flicks Team schon zum achten Mal in Folge einen Rückstand auf. Kimmich fordert: "Wir müssen lernen, einfacher Spiele zu gewinnen."
| Maximilian Koch
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Auch gegen Außenseiter Mainz sind die Bayern zunächst in Rückstand geraten.
Auch gegen Außenseiter Mainz sind die Bayern zunächst in Rückstand geraten. © sampics/Augenklick

München - Vielleicht sollte Hansi Flick vor dem nächsten Spiel am Freitag bei Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr/DAZN und im AZ-Liveticker) einen Blick in den Bayern-Fanshop werfen. Für 17,95 Euro gibt es dort einen Wecker zu erwerben, er ist in den rot-weißen Klubfarben gehalten und rund wie ein Fußball.

Flick bekommt als Quintuple-Trainer bestimmt auch Sonderkonditionen - also: Warum eigentlich nicht? Irgendetwas muss er ja probieren. Womöglich sind es Wecker in der Kabine.

FC Bayern stellt negativen Vereinsrekord auf

Beim letztlich klaren 5:2-Sieg gegen Mainz 05 gerieten die Münchner wieder einmal in Rückstand, zum achten Mal in den vergangenen acht Liga-Spielen. Vereinsrekord. Und auch wenn Flicks Mannschaft keines dieser acht Spiele verlor (ebenfalls Rekord), auch nach dem 0:2 zur Halbzeitpause gegen Mainz nicht, soll mit den Thrillern im Wochenrhythmus Schluss sein.

Anfällig wie ewig nicht: Die Abwehr um Boateng, Neuer und Alaba (v.l.).
Anfällig wie ewig nicht: Die Abwehr um Boateng, Neuer und Alaba (v.l.). © imago/Sven Simon

Aufwachen, Bayern! "Allein schon, wenn man unser Programm ansieht - es ist sehr anstrengend, wenn man immer im Rückstand ist", sagte Joshua Kimmich, der mit seinem Kopfballtor zum 1:2 die Aufholjagd gestartet hatte: "Es zeigt natürlich unsere Einstellung, das ist ein überragendes Gefühl, auch zu wissen, das Spiel drehen können. Wir müssen aber lernen, einfacher Spiele zu gewinnen, sonst kostet es zu viel Kraft."

So ist es. Alle 3,8 Tage stehen für Bayern bis Saisonende Spiele an, wenn sie in allen Wettbewerben vertreten bleiben. Und das ist das Ziel. Ein bisschen weniger Drama wäre daher hilfreich.

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"Zurzeit brauchen wir immer einen Weckruf, um Vollgas zu geben. Wir müssen von der ersten Minute an wach sein", forderte auch Leroy Sané, der Torschütze zum 2:2. Aber wie?

Kommt es zu personellen Konsequenzen?

Flick versucht es mit einem schärferen Ton - wie in der Halbzeit gegen Mainz. "Ich kann auch laut werden, kein Problem, man lernt ja mit den Jahren dazu", erklärte der Coach. "Es gehört dazu, dass man mal ganz klar sagt, was Sache ist."

Bayern-Trainer Hansi Flick muss seine Spieler wachrütteln.
Bayern-Trainer Hansi Flick muss seine Spieler wachrütteln. © firo/Augenklick

Es könnten personelle Konsequenzen folgen. Zum wiederholten Male gab die Viererkette der Münchner ein schwaches Bild ab, Jérôme Boateng und Benjamin Pavard, der seit einigen Wochen im Formtief steckt, wurden bereits zur Halbzeitpause ausgewechselt. Beide könnten nun dauerhaft draußen bleiben. Denn ohne Boateng und Pavard wurde es besser. Flick schickte Mittelfeld-Boss Kimmich auf die Rechtsverteidiger-Position und hatte damit großen Erfolg. Kimmich war an drei von fünf Treffern beteiligt. Leon Goretzka stabilisierte zudem das zuvor wacklige Zentrum.

"Wichtig ist, dass man nicht einfach in den Wald schreit, sondern den Spielern was an die Hand gibt, um es besser zu machen", merkte Flick treffend an. Das gelang.

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Hansi Flick appelliert an die Mannschaft

Über die erste Halbzeit und die Gegentorflut in dieser Saison musste der Coach mit seinen Stars aber noch sprechen. 21 Mal hat es in 14 Spielen schon in Manuel Neuers Kasten geklingelt. Und würde der Keeper nicht konstant auf Topniveau spielen, wären es noch mehr Gegentreffer. Flick sprach von "fahrlässiger" Zweikampfführung in den 45 Minuten vor der Pause, appellierte an sein Team: "Wir müssen versuchen, dass jeder Einzelne wieder an die Leistungsgrenze kommt. Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass sie auch anders kann. Das ist der Maßstab."

Genau das wird Flick seinen Spieler in den wenigen Tagen bis zur schweren Prüfung am Freitag immer wieder sagen. Klar, deutlich - und vielleicht auch mal ein wenig lauter. "Und dann gucken wir, dass wir gegen Gladbach von Anfang an besser auf dem Platz sind." Denn Flick und die Bayern wissen eines ganz genau: Lange geht das mit den Rückständen nicht mehr gut.

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