Musialas Geduldsprobe: Warum er bei Nagelsmann so wenig spielt

Bayerns Offensiv-Juwel Jamal Musiala wird mal wieder nur eingewechselt. "Er hat große Konkurrenz und ist ein junger Spieler", erklärt Trainer Julian Nagelsmann.
| Maximilian Koch
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Gegen Benfica Lissabon erst in der 64. Minute eingewechselt: Bayerns Offensivjuwel Jamal Musiala (links), der aktuell nur ganz selten in der Startformation steht.
Gegen Benfica Lissabon erst in der 64. Minute eingewechselt: Bayerns Offensivjuwel Jamal Musiala (links), der aktuell nur ganz selten in der Startformation steht. © sampics / Stefan Matzke

München - In der 72. Spielminute am Dienstagabend wurde es in der Münchner Arena so richtig laut: Neben Joshua Kimmich wurde auch Leroy Sané ausgewechselt - und der Offensiv-Star des FC Bayern erhielt nach einer famosen zweiten Halbzeit donnernden Applaus.

Leroy Sané ist aktuell in der Bayern-Offensive gesetzt

Ein Tor hatte Sané selbst erzielt, ein weiteres von Robert Lewandowski vorgelegt, der 25-Jährige spielte wie im Rausch, völlig beseelt, als würde er schweben. "Herausragend" nannte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann Sanés Leistung, "er hat heute mit sein aktivstes Spiel gemacht."

Dank 17 Torbeteiligungen in 17 Pflichtspielen dieser Saison ist Sané aktuell in der Münchner Offensive gesetzt - und einer der Hauptgründe, warum Jamal Musiala (18) kaum noch eingesetzt wird. In den vergangenen zehn Partien stand der zu Saisonbeginn sehr starke Musiala nur einmal in der Startelf, am 23. Oktober beim 4:0-Sieg gegen Hoffenheim.

Herausragend gegen Benfica: Leroy Sané.
Herausragend gegen Benfica: Leroy Sané. © picture alliance/dpa

Und auch da durfte Musiala nicht durchspielen, er wurde in der 70. Minute ausgewechselt. Gegen Benfica kam das Offensivtalent erst in der 64. Minute für Kingsley Coman ins Spiel. Der Franzose hatte wie die gesamte Angriffsreihe um Sané und Serge Gnabry brilliert. Wieder einmal.

"Die Frage ist nicht, warum er nicht spielt, sondern warum ein anderer spielt", sagte Nagelsmann über Musiala: "Er macht nichts schlechter als vor einigen Wochen. Die anderen sind einfach stabiler geworden. Leroy, Serge und Kingsley sind sehr gut drauf. Sie haben es verdient, zu spielen."

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Da konnte man Nagelsmann kaum widersprechen, Sané, Coman und Gnabry waren am Dienstagabend allesamt an Toren beteiligt, Thomas Müller, der vierte Hochkaräter im Angriff hinter Robert Lewandowski, konnte sich diesmal bis zur Einwechslung in der 72. Minute schonen.

Nicht wenige Beobachter hatten Musiala als Müller-Ersatz in der Anfangsformation erwartet, schließlich ist die Zehner-Position seine beste. Doch genau dort bevorzugt Nagelsmann seit einiger Zeit eben Sané.

Nagelsmann über Musiala: "Er wird einer der besten Spieler, die es gibt"

Musiala habe eben "eine große Konkurrenz, er ist noch ein junger Spieler, der herausragende Qualitäten mit dem Ball und im Dribbling hat. Der aber in anderen Bereichen noch etwas zu tun hat", erklärte Nagelsmann. Damit meint der Coach vor allem die Defensivarbeit und Musialas Physis. Der Youngster müsse "körperlich noch zulegen, um keine Verletzungen zu riskieren", hatte Nagelsmann kürzlich in der AZ gesagt.

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Es ist für Musiala eine Frage der Geduld - das meint auch Nagelsmann: "Er hat 35 Prozent Spielzeit. Das ist nicht üppig, für einen 18-Jährigen beim FC Bayern aber nicht so schlecht." Musiala werde im Laufe dieser Spielzeit noch mehr Chancen bekommen.

"Wenn er 35 Prozent hat und wir sind im letzten Saisondrittel, dann ist es scheiße von mir. Dann würden wir ihn zu wenig fördern", sagte der Trainer: "Aber wir sind noch früh in der Saison und es geht für ihn darum, Schritte zu vollziehen, die Leroy, Serge, Kingsley und Thomas in seinem Alter auch gemacht haben. Das ist bei Jamal nicht anders."

Zweifel an Musialas "herausragenden Qualitäten", habe er keine, so Nagelsmann: "Er wird einer der herausragenden Spieler für Deutschland, auch für Bayern, da bin ich mir ganz sicher. Er wird einer der besten Spieler, die es gibt. Dafür muss er weiterarbeiten." Der Ball liegt jetzt bei Musiala.

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