Mentalitätsmonster gesucht! Wie Flick jetzt ohne Kimmich plant

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Anführer Joshua Kimmich muss Bayerns Trainer Hansi Flick improvisieren. Von Tolisso bis Alaba – das sind die möglichen Alternativen im Kader.
| Maximilian Koch
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Mentalitätsmonster Joshua Kimmich fehlt dem FC Bayern mehrere Wochen.
Mentalitätsmonster Joshua Kimmich fehlt dem FC Bayern mehrere Wochen. © imago/MIS

München - Der Verlust schmerzt extrem – doch es hätte für Joshua Kimmich, den FC Bayern und die deutsche Nationalmannschaft noch schlimmer kommen können. Im Januar soll der 25-Jährige zurückkehren, so die Prognose der Münchner, nachdem Kimmich am Sonntagabend am Außenmeniskus des rechten Knies operiert worden war.

"Wir sind froh, dass Joshua uns voraussichtlich in einigen Wochen wieder zur Verfügung stehen wird. Wir werden ihn bei seiner Reha bestmöglich unterstützen", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

Die Szene, in der es passierte: Kimmich foult Haaland und verdreht sich das Knie.
Die Szene, in der es passierte: Kimmich foult Haaland und verdreht sich das Knie. © imago/WITTERS

Wer kann Anführer Kimmich ersetzen?

DFB-Direktor Oliver Bierhoff erklärte am Montag: "Jo geht's gut, er ist voll guter Dinge und brennt schon wieder." Und auch bei Bundestrainer Joachim Löw überwog die Erleichterung. "Wir sind froh, dass Joshua den Eingriff gut überstanden hat", sagte er. Kimmich werde der Nationalelf "natürlich in den Nations-League-Spielen gegen die Ukraine und vor allem in Spanien fehlen", ergänzte Löw: "Das Wichtigste ist aber, dass er jetzt die nötige Zeit und Ruhe bekommt, wieder komplett zu regenerieren."

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Die bekommt er – auch in München. Zehn Pflichtspiele stehen bis Jahresende noch an, Trainer Hansi Flick muss nun improvisieren. Aber leicht wird das nicht. "Joshua ist für uns auf der Sechs ein sehr, sehr wichtiger Spieler. Es ist nicht ganz so einfach, ihn zu ersetzen", gab Flick zu. Denn: "Er ist immer anspielbar, er weiß in allen Situationen, was zu tun ist." Und er ist bei Bayern längst in den Kreis der Anführer aufgestiegen. Deshalb muss Flick das Aus des "Mentalitätsmonsters" Kimmich nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich kompensieren.

Diese Spieler sind dafür Kandidaten:

Leon Goretzka: Kimmichs kongenialer Partner im Zentrum wird noch mehr Verantwortung übernehmen müssen.

Gesetzt auf der Sechs: Leon Goretzka
Gesetzt auf der Sechs: Leon Goretzka © firo/Augenklick

"Jo hat ein gutes Heilfleisch", sagte Goretzka nach dem Sieg in Dortmund. Doch für mindestens zwei Monate braucht es einen neuen Strategen. Ein solcher ist Goretzka nicht unbedingt, eher der dynamische Achter, der von Strafraum zu Strafraum flitzt und torgefährlich wird. Vielleicht muss er seine Spielweise in Zukunft ein wenig anpassen.

Corentin Tolisso: Der Franzose ist ein Typ wie Goretzka, aufgrund seiner Vielseitigkeit wurde er beim Ex-Klub Olympique Lyon "Schweizer Taschenmesser" genannt.

Corentin Tolisso könnte Kimmich ersetzen.
Corentin Tolisso könnte Kimmich ersetzen. © sampics/Augenklick

In dieser Saison wird er von Flick häufiger eingesetzt, seine Knieverletzungen sind endlich vergessen. Erster Kandidat als Kimmich-Vertreter neben Goretzka. Darf noch emotionaler werden.

Javi Martínez: Der Spanier ist auch im Alter von 32 Jahren wichtig. "Man kann sich immer zu hundert Prozent auf Javi verlassen", sagte Flick über den zweimaligen Triple-Champion, der den FC Bayern beinahe verlassen hätte.

Auch Javi Martínez kann im defensiven Mittelfeld spielen.
Auch Javi Martínez kann im defensiven Mittelfeld spielen. © imago/MIS

Martínez wäre die defensivste Variante im Mittelfeld, er könnte den klassischen Abräumer auf der Sechser-Position geben - wie schon 2013 neben Bastian Schweinsteiger. Allerdings hat Martínez an Tempo eingebüßt.

Marc Roca: Der Neuzugang kam bislang erst zu zwei Kurzeinsätzen, er muss die Bayern-Taktik noch verinnerlichen. "Er ist technisch sehr gut, er hat einen guten Pass, eine gute Spielverlagerung. Das sind seine Stärken", erklärte Flick. Aber Roca braucht noch Zeit, er hat nur Außenseiterchancen.

David Alaba: Bayerns Abwehrchef hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er am liebsten im Mittelfeldzentrum spielen würde. Das soll auch bei den komplizierten Vertragsverhandlungen Thema gewesen sein.

Rückt David Alaba von der Innenverteidigung ins Mittelfeld?
Rückt David Alaba von der Innenverteidigung ins Mittelfeld? © firo/Augenklick

Alabas Problem: Er war jahrelang als Linksverteidiger Weltklasse, jetzt ist er es als Innenverteidiger. Deshalb hat Flick eigentlich keinen Grund, daran etwas zu ändern. Zumal Alphonso Davies verletzt fehlt und Lucas Hernández auf der linken Seite gebraucht wird.

Tanguy Nianzou und Tiago Dantas: Die beiden Neuverpflichtungen müssen noch auf ihr Debüt für Flicks Team warten. Nianzou zog sich gleich zu Beginn der Saison eine schwere Muskelverletzung zu, am Montag stieg er wieder ins Teamtraining ein.

Dantas ist erst ab Januar für die Profis spielberechtigt, derzeit gehört er der Mannschaft der Amateure an. Sofort helfen können sie also nicht. Sie sind Zukunftsversprechen.

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