"Besser geht’s fast nicht": Bayern begeistern bei Machtdemonstration in Bergamo

Der FC Bayern zeigt bei Atalanta Bergamo eine Machtdemonstration und hat das Viertelfinal-Ticket nach dem 6:1-Sieg so gut wie sicher. Torschütze Aleksandar Pavlovic: "Nach vorne wie nach hinten alles überragend gemacht."
Patrick Strasser |
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Bayerns Offensiv-Star Michael Olise steuerte gegen Bergamo zwei Tore und eine Vorlage bei.
Bayerns Offensiv-Star Michael Olise steuerte gegen Bergamo zwei Tore und eine Vorlage bei. © IMAGO/IPA Sport/ABACA

Die Fans haben meist das beste Gespür, was in ihren Spielern wirklich vorgeht. Das Bild, das sich den neutralen Betrachtern nach Abpfiff des Achtelfinal-Hinspiels der Champions League am Dienstagabend in der "New Balance Arena" von Bergamo bot, war unwirklich – und unpassend zum Ergebnis. Mit 6:1 hatte der FC Bayern gerade Atalanta auseinandergenommen und damit zu 99,9 Prozent das Viertelfinal-Ticket klargemacht, als in den Fankurven Merkwürdiges geschah.

Auf der einen Seite feierten die Bergamasken ihr Team trotz der Abreibung euphorisch. "Das habe ich noch nie erlebt", meinte Bayern Joshua Kimmich völlig perplex. Als der Kapitän zuvor mit seinen Spielern in die Ecke der eigenen Fans ging, war die Stimmung nicht gerade 6:1-mäßig, sondern etwas gedämpft. Weil in dem Moment drei Profis fehlten.

Drei Verletzungen trüben Bayern-Gala

Torhüter Jonas Urbig, der Stellvertreter der Nummer eins Manuel Neuer, musste nach einem Zusammenprall in der letzten Szene der Partie wegen einer Gehirnerschütterung behandelt werden. Jamal Musiala, der angeschlagen den Platz verlassen hatte, wurde auf eine muskuläre Blessur untersucht. Und Alphonso Davies, gerade von einem Muskelfaserriss genesen, verletzte sich erneut an derselben Stelle und brach auf dem Weg in die Kabine in Tränen aus. Die nächste zwei- bis dreiwöchige Pause.

Und so steckten die Spieler vor der Fankurve ihre Köpfe zusammen und sprachen über das Pech ihrer Mitspieler, nicht über den eigentlichen Triumph, diese beeindruckende Demonstration der Stärke. Angeführt vom unwiderstehlichen Rechtsaußen Michael Olise, der zwei Tore und eine Torvorlage beisteuerte, zerlegten die Bayern immerhin die Mannschaft, die lediglich Tabellen-Siebter der Serie A ist, aber in den Playoffs den Tabellen-Zweiten der Bundesliga, Borussia Dortmund, eliminiert hatte.

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Mit hoher Laufbereitschaft und einem cleveren Eins- gegen-Eins über den gesamten Platz hatten die Münchner ihren Gegner "einfach erdrückt" und "ihnen keine Luft zum Atmen gegeben", wie Sportvorstand Max Eberl sagte und wissend hinzufügte: "Wir haben gesehen, wie Bergamo gegen Dortmund gespielt hat." Und was der BVB falsch gemacht. Danke für die hübsche, indirekte Vorlage.

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Können nur Verletzungen die Bayern stoppen?

Doch diese Bayern, die es sich sogar leisten konnten, ihren nicht ganz genesenen Toptorjäger Harry Kane komplett auf der Bank zu lassen, schweben in anderen Sphären. Der Auftritt in Bergamo macht das Team von Trainer Vincent Kompany neben dem FC Arsenal, der als einziges Team – auch wegen eines 3:1 im November in London gegen die Münchner – die Ligaphase mit acht Siegen in acht Partien abgeschlossen hatte, zum großen Mitfavoriten auf den Titel.

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Wer soll diese Bayern eigentlich stoppen – abgesehen von Verletzungen? Letzte Saison, im Jahr eins unter "Glücksfall Kompany" (Vereinspatron Uli Hoeneß), scheiterten die Mannschaft im Viertelfinale auch deshalb unglücklich an Inter Mailand, da man zu viele Verletzte, unter anderem Musiala, Neuer, Davies und Dayot Upamecano nicht adäquat ersetzen konnte. Verstärkt durch Luis Díaz und Jonathan Tah liefert dieses Team konstant auf höchstem Niveau (immer spielfreudig, gierig, torhungrig, variabel) ab, angeleitet von Menschenfänger Kompany, der seine Spieler perfekt vorbereitet und einstellt.

Im Viertelfinale geht es gegen Real Madrid oder ManCity

Die verschworene Gemeinschaft Team & Trainer ordnet dem Gewinn des Henkelpotts alles unter. Und schreitet nun unaufhaltsam zur Krönung am 30. Mai in Budapest? Im Viertelfinale wird die Aufgabe mit dem Gegner Real Madrid oder Manchester City um einiges härter. Doch egal, gegen wen es im April geht: Bayern ist klarer Favorit.

"Wir haben vielleicht gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt"

Serge Gnabry, einer der Torschützen, erklärte, man sei "sehr zufrieden, auswärts so ein Statement gesetzt zu haben. Bis auf die Verletzungen war es ein perfekter Abend". Sie hätten "nach vorne wie nach hinten alles überragend gemacht", fand Aleksandar Pavlovic, "Besser geht’s fast nicht."

Dieses 6:1 hat die europäische Konkurrenz ins Grübeln gebracht. Und die Besiegten ins Schwärmen. "Gratulation an sie und ihren Trainer, sie haben mir imponiert", sagte Atalanta-Trainer Raffaele Palladino voller Ehrfurcht und fügte hinzu: "Wir haben vielleicht gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt."

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  • Der Münchner vor 3 Stunden / Bewertung:

    Topfavorit?
    Da kommen noch andere Gegner!
    Verstecken brauchen sie sich aber vor Keinem!

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