FC Bayern: Hansi Flick auf dem Weg in Triple-Glück

Das Finale in der Champions League zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern ist auch das Duell von Thomas Tuchel und Hansi Flick. Die AZ stellt die beiden deutschen Trainer vor.
| Patrick Strasser
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Hansi Flick (l.) und Thomas Tuchel: Die AZ stellt die beiden deutschen Trainer vor.
Sven Simon/Pool/Augenklick, Bernd Thissen/dpa, AZ-Montage 3 Hansi Flick (l.) und Thomas Tuchel: Die AZ stellt die beiden deutschen Trainer vor.
Meister mit Bayern 1989: Trainer Heynckes und Flick (r.).
imago images / Fred Joch 3 Meister mit Bayern 1989: Trainer Heynckes und Flick (r.).
Sommer 2014: Hansi Flick (r.) präsentiert mit DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke (l.) und Bundestrainer Jogi Löw den gewonnen WM-Pokal.
Markus Gilliar/GES/DFB/Pool/dpa 3 Sommer 2014: Hansi Flick (r.) präsentiert mit DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke (l.) und Bundestrainer Jogi Löw den gewonnen WM-Pokal.

München - Mehr geht einfach nicht. Das Champions-League-Finale FC Bayern gegen Paris St.-Germain ist der Hingucker, der Gassenhauer, das TV-Event des Jahres (Sonntag, 21 Uhr, Sky, DAZN, ZDF und im AZ-Liveticker).

Ein Endspiel mit einer Menge Zündstoff und dem Tête-à-Tête von Bayerns Glücksgriff Hansi Flick mit PSG-Trainer Thomas Tuchel, der 2018 nach den Wünschen von Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge beinahe Trainer in München geworden wäre. Präsident Uli Hoeneß, der Jupp Heynckes zum Weitermachen überreden wollte und daher zögerte, verhinderte dies. Schließlich einigte man sich auf die 1B-Lösung Niko Kovac.

Jetzt stehen sich Flick und Tuchel gegenüber im Duell um die Krone Europas, sie sind Deutschlands Final-Trainer Nummer fünf und sechs nach Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes, Klaus Toppmöller und Jürgen Klopp. "Thomas macht einen sensationellen Job in Paris", sagte Flick nach dem Finaleinzug, "deswegen freue ich mich, Thomas am Sonntag zu sehen." Die Gegenüberstellung in der Abendzeitung:

Ihre Wurzeln

Flick, geboren in Heidelberg, machte nach der Fachhochschulreife eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Mit seiner Frau Silke, die beiden sind seit über 30 Jahren verheiratet, hat er zwei Töchter - Kathrin und Hannah - und ist bereits zweifacher Opa. Seine ältere Tochter hat einen berühmten Patenonkel: Lothar Matthäus. Bis 2017 betrieb Flick in Bammental in der Kurpfalz ein eigenes Sportgeschäft.

Tuchel wiederum, geboren in Krumbach (Landkreis Günzburg in Schwaben), hat auch Wurzeln in Stuttgart ("gefühlt meine Heimatstadt"). Mit Ehefrau Sissi hat er zwei Töchter, Emma und Kim. In seiner Freizeit spielt er seit seiner Jugend Tennis, liest vorzugsweise Krimis, aber auch Bücher über Architektur und Designermöbel.

Ihre aktive Karriere

Flick, ein defensiver Mittelfeldspieler, kam 1985 vom SV Sandhausen zu Bayern, wurde in fünf Jahren vier Mal Meister, wechselte 1990 dann für drei weitere Jahre zum 1. FC Köln und beendete mit nur 28 Jahren wegen schwerer Knieverletzungen seine Karriere.

Meister mit Bayern 1989: Trainer Heynckes und Flick (r.).
Meister mit Bayern 1989: Trainer Heynckes und Flick (r.). © imago images / Fred Joch

Das tat Tuchel sogar noch früher, ebenfalls wegen eines Knorpelschadens im Knie – mit 24 und der Erfahrung von acht Zweitligaspielen für die Stuttgarter Kickers (1992-'94) und vier Jahren (94-'98) als Stammverteidiger beim SSV Ulm. Sein Trainer: Ralf Rangnick. Anschließend studierte er an der Berufsakademie Stuttgart BWL (mit Abschluss), kellnerte im Szeneclub "Radio-Bar" und erwarb die Trainerscheine.

Ihr Werdegang

2000 holte ihn Rangnick, inzwischen VfB-Chefcoach, als C-Jugend-Trainer nach Stuttgart. Als Co-Trainer der U19 holte Tuchel 2005 den Meistertitel der A-Junioren-Bundesliga. Über den FC Augsburg wechselte er 2008 ins Nachwuchsleistungszentrum des FSV Mainz, wurde U19-Trainer, ein Jahr später Bundesligacoach. Nach fünf erfolgreichen Jahren in Mainz pausierte er eine Saison, übernahm ab 2015 Borussia Dortmund und startete schließlich 2018 das Abenteuer PSG.

Flick hingegen übernahm 2000 (noch eine Parallele!) den Trainerposten beim Oberligisten 1899 Hoffenheim, er stieg am Saisonende als Staffelmeister in die Regionalliga Süd auf. Der Aufstieg in die 2. Liga war ihm aber bei vier Versuchen nicht vergönnt – Entlassung 2005. Jogi Löw holte ihn 2006 als Assistenztrainer zum DFB, gemeinsam wurden sie 2014 Weltmeister, danach wechselte er auf den Posten des Sportdirektors (nur bis Januar 2017).

Sommer 2014: Hansi Flick (r.) präsentiert mit DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke (l.) und Bundestrainer Jogi Löw den gewonnen WM-Pokal.
Sommer 2014: Hansi Flick (r.) präsentiert mit DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke (l.) und Bundestrainer Jogi Löw den gewonnen WM-Pokal. © Markus Gilliar/GES/DFB/Pool/dpa

Ihre Stärken

Beide können Teams formen, Gruppenspirit schaffen, aber auch einzelne Spieler besser machen. Flicks Mentor ist ein Ex-Trainer: Jupp Heynckes, der Typ Onkel für seine Spieler. Ein Kümmerer.

Tuchel gilt als Jünger der Lehre von Pep Guardiola, überlässt nichts dem Zufall, verzettelt sich manchmal in Details. Beobachter aus Paris sagen: Der Workaholic ist etwas gelassener und lockerer geworden. Während Tuchel als Asket gilt (siehe Guardiola), ist Flick ein Lebemann (siehe Heynckes).

Fazit

Man schätzt sich, man kennt sich. Sehr gut sogar. Bevor Flick bei Bayern im Sommer 2019 als Assistent anfing, hospitierte er bei Tuchel in Paris. Nach den Übungseinheiten lud Tuchel seinen Trainerkollegen zu stundenlangen Fachgesprächen. Der entscheidende Final-Vorteil für die Bayern? Hansi auf dem Weg ins Triple-Glück?

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