Gnabry und die Folgen: Wie der Corona-Fall den FC Bayern beschäftigt

Der Angreifer hat sich als erster Spieler des FC Bayern mit dem Coronavirus infiziert, alle weiteren Tests fallen negativ aus. Trotzdem zeigt sich, wie wacklig das Gebilde Profifußball gerade ist. Flick warnt.
| Maximilian Koch
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Der erste Spieler des FC Bayern, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde: Serge Gnabry. Die Partie gegen Atlético Madrid am Mittwochabend konnte trotzdem wie geplant stattfinden.
Der erste Spieler des FC Bayern, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde: Serge Gnabry. Die Partie gegen Atlético Madrid am Mittwochabend konnte trotzdem wie geplant stattfinden. © imago images/Sven Simon

München - Erst am Mittwochnachmittag um kurz vor 15 Uhr hatte der FC Bayern Gewissheit: Die erste Partie der diesjährigen Champions-League-Gruppenphase gegen Atlético Madrid  konnte wie geplant stattfinden - trotz des positiven Coronatests von Serge Gnabry (25), der noch am Dienstag mit der Mannschaft trainiert und sich mit einigen Spielern innerhalb einer Kabine umgezogen hatte.

Enger Kontakt: Gnabry im Duell mit Thomas Müller.
Enger Kontakt: Gnabry im Duell mit Thomas Müller. © imago images/FC Bayern München

Uefa gibt sein "Go" für Spiel gegen Atlético Madrid

Ein Uefa-Sprecher bestätigte das "Go" für die Partie, nannte aber keine weiteren Details. Offenbar waren alle eilig anberaumten Tests bei Gnabrys Teamkollegen negativ ausgefallen. Auch die Stadt München erhob keine Einwände gegen die Austragung des Spiels in der Allianz Arena.

Seit dem Morgen hatte das Referat für Gesundheit und Umwelt in Zusammenarbeit mit dem FC Bayern zunächst überprüft, ob weitere Personen mit dem infizierten Gnabry relevanten Kontakt hatten.

Als relevante Person gilt, wer mit einem Infizierten Kontakt über einen Zeitraum von mindestens 15 Minuten bei weniger als 1,5 Meter Abstand und ohne Mundschutz hatte. Gnabry war einer von 25 Spielern, die Dienstagvormittag am Abschlusstraining der Münchner auf dem Vereinsgelände an der Säbener Straße teilgenommen hatten.

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Der Nationalspieler wurde nach dem Bekanntwerden des positiven Befundes sofort in häusliche Isolation geschickt, er darf vorerst keinen Kontakt zu anderen Personen haben. Eine Person, die mit ihm Kontakt ersten Grades gehabt hätte, müsste für 14 Tage in Quarantäne. Dies betrifft wohl niemanden bei Bayern.

Gnabry in häuslicher Quarantäne

Gnabry ist der erste Spieler der Münchner, bei dem eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt wurde. Kingsley Coman hatte sich Mitte September in häusliche Quarantäne begeben, weil er Kontakt zu einer mit dem Virus infizierten Person hatte.

Eine Quarantäne wird angeordnet, wenn eine Person Kontakt ersten Grades zu einem Infizierten hatte. Eine Isolation ist vorgeschrieben für Personen, die infiziert sind: In diesem Fall ist die häusliche Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Der FC Bayern hatte am Dienstag mitgeteilt, Gnabry gehe es gut, "er befindet sich in häuslicher Quarantäne". Damit wird der Angreifer auch in den beiden Spielen gegen Eintracht Frankfurt am Samstag und bei Lokomotive Moskau am kommenden Dienstag fehlen. Mit Coman, Douglas Costa und dem wieder fitten Leroy Sané (siehe S. 18) hat Trainer Hansi Flick einige Alternativen.

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Die Bayern achten seit Beginn der Corona-Pandemie streng darauf, dass sich die Spieler nur auf dem Platz nahekommen. Das Umziehen und Duschen findet strikt voneinander getrennt statt. Der Fall Gnabry zeigt nun dennoch, wie wacklig das Gebilde Profifußball, ja der Profisport insgesamt gerade ist. In ihrer Freizeit dürfen sich die Bayern-Stars in der Öffentlichkeit bewegen, sie haben keinen Hausarrest. Ein Restrisiko bleibt deshalb immer - daran können die regelmäßigen Tests nichts ändern.

Flick: "Wir müssen auch an die Leute denken, die als Risikogruppe gelten"

Trainer Flick hatte erst kürzlich an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen appelliert. "Wir alle wissen nicht, wie es weitergeht, aber wir alle sollten uns an die Regeln halten. Die Maske zu tragen, ist schon ein guter Schutz", sagte der Coach. Es stelle sich auch immer wieder die Frage, mit wem man sich treffe. "Ist das sinnvoll, muss es unbedingt sein?", fragte er und forderte: "Wir müssen auch an die Leute denken, die als Risikogruppe gelten."

Es ist eine ungewisse Zeit - auch für den FC Bayern. Der Klub hofft nun, dass es vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag keine weiteren positiven Fälle gibt.

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