Flügel-Dreikampf zum Saisonstart: Wer hat die Nase vorne?

Mit Serge Gnabry, Leroy Sané und Kingsley Coman hat Julian Nagelsmann drei Ausnahmekünstler für zwei Flügel-Positionen. Wer letztlich beim Saisonstart in Gladbach die Nase vorn hat, wird die kommende Trainingswoche entscheiden.
| Sebastian Kratzer
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Kämpfen in der kommenden Saison womöglich um eine Position: Serge Gnabry (l.) und Leroy Sané.
Kämpfen in der kommenden Saison womöglich um eine Position: Serge Gnabry (l.) und Leroy Sané. © Rauchensteiner/Augenklick

München - Die Flügelposition beim FC Bayern hatte schon immer eine hohe Bedeutung. Mit Franck Ribery und Arjen Robben war diese Position über Jahre hinweg mit Weltklasse-Spieler besetzt. 

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Mit Serge Gnabry, Leroy Sané und Kingsley Coman haben die Münchner auch in der Saison 2021/22 hochtalentierte Spieler zur Verfügung. Doch alle drei Akteure haben auch immer wieder mit Verletzungsproblemen und Formschwankungen zu kämpfen, sodass keiner als unantastbar gilt. Unter Julian Nagelsmann werden die Karten ohnehin neu gemischt. Auf welche beiden Spieler wird der Bayern-Coach zu Saisonbeginn vertrauen?

Serge Gnabry: Auf der Suche nach der Form

Das spricht für Serge Gnabry: Der 26-Jährige hat sich in den vergangenen beiden Spielzeiten endgültig als Stammspieler beim FC Bayern etabliert. Vor allem seine unglaubliche Torgefahr sticht heraus. 34 Tore stehen dem gebürtigen Stuttgarter über diesen Zeitraum zu Buche. Setzt Nagelsmann auf das System, welches er in Leipzig spielen ließ, bei dem die Außenspieler mehr in die Mitte rücken, dürfte Gnabry die größte Chance der drei Kandidaten auf einen regelmäßigen Stammplatz haben. Zudem kehrte er früher als geplant aus dem Urlaub zurück und erarbeitete sich so einen kleinen Vorsprung. 

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Das spricht gegen Serge Gnabry: Bei der missratenen EM konnte Gnabry nicht wirklich Pluspunkte sammeln. Zu seiner Verteidigung: Das gesamte deutsche Team sah bei der Europameisterschaft nicht besonders gut aus. Dennoch lagen vor allem im Angriff die Hoffnungen auf Gnabry, die Bilanz nach dem Achtelfinal-Aus gegen England ist ernüchternd. In vier Spielen gelang ihm keine einzige Torbeteiligung. Generell wirkte er als Aushilfsstürmer auf verlorenem Posten und nicht wirklich fit. Das enttäuschende Turnier hat auch am lange unantastbaren Status des Bayern-Stars gerüttelt. 

Kingsley Coman: Weiter mit Verletzungssorgen

Das spricht für Kingsley Coman: Während Gnabry der beste Goalgetter ist, kann Coman durch seine Qualitäten als Vorbereiter überzeugen. In der vergangenen Saison hielt er die Münchner in der Hinrunde fast im Alleingang in den Spielen. Im Eins-Gegen-Eins macht dem jungen Franzosen beim deutschen Rekordmeister keiner was vor. Sein Vorteil: Läuft es am Anfang im Kollektiv unter Nagelsmann noch nicht so wie gewünscht, könnten seine individuellen Fähigkeiten schnell gefragt sein. 

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Das spricht gegen Kingsley Coman: Die Verletzungssorgen von Kingsley Coman bleiben ein leidiges Thema für die Münchner Verantwortlichen. Kriegt er diese in den Griff, wäre er wohl längst unbestrittener Stammspieler. Doch in der laufenden Vorbereitung erwischte es den 25-Jährigen mit einer Rippenprellung. Weil er beim Atmen immer noch Schmerzen verspürte, kann er nicht im Mannschaftstraining mitwirken. Ein klarer Nachteil. Die Störfeuer um eine mögliche Vertragsverlängerung werfen ebenfalls kein gutes Licht auf den CL-Finaltorschützen von Lissabon. 

Leroy Sané: Wann platzt der Knoten?

Das spricht für Leroy Sané: Den Kreuzbandriss den er sich vor seinem Wechsel nach München zuzog, scheint er endgültig überwunden zu haben. In der vergangenen Saison verpasste er seit dem 5. Spieltag kein einziges Spiel und etablierte sich als Dauerbrenner unter Ex-Trainer Hansi Flick. Sein Talent ist weiter unbestritten, doch so richtig wollte der Knoten bei ihm noch nicht platzen. Dank des frühen EM-Aus konnte der 25-Jährige die Akkus wieder aufladen. Kommt er früh in einen Rhythmus, könnte er auch bei Nagelsmann die Rolle des Dauerläufers geben. 

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Das spricht gegen Leroy Sané: Die Körpersprache ist weiter ein großes Problem des 45-Millionen-Transfers. Läuft es nicht gut, sieht man ihm die Unzufriedenheit schnell an. Während Gnabry und Coman schon ihren Wert unter Beweis stellen konnten, fehlt Sané diese Phase noch, in der er sich für den FC Bayern als unverzichtbar erwiesen hat. Die hohe Ablösesumme sowie das hohe Gehalt lasten sicherlich ebenfalls schwer auf seinen Schultern. Auch in der kommenden Spielzeit wird die Erwartungshaltung an den Nationalspieler nicht kleiner werden .

Fazit

Es bleibt ein spannender Dreikampf um die Startelfplätze in der letzten Trainingswoche vor dem Auftaktspiel. Sollte Coman weiter nur eingeschränkt trainieren können, geht die Tendenz ganz klar in die Richtung von Sané und Gnabry. Kämpft sich Coman zurück, könnte Sané das Nachsehen haben im ersten Spiel. 

Eines ist vor dem Spiel in Gladbach klar: Auf dem Flügel hat Julian Nagelsmann in dieser Saison einen waschechten Konkurrenzkampf. 

 

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