FC Bayern: Thiagos möglicher Abschied und die Folgen

Thiago zögert noch immer mit einer Verlängerung beim FC Bayern, die Anzeichen für einen Abschied verdichten sich. Und dann? Die AZ erklärt die Folgen eines Wechsels – für Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Kai Havertz.
| Maximilian Koch
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Thiago (l.) könnten den FC Bayern möglicherweise verlassen. Für Trainer Hansi Flick ist er ein "top, top Spieler".
Peter Kneffel/dpa Thiago (l.) könnten den FC Bayern möglicherweise verlassen. Für Trainer Hansi Flick ist er ein "top, top Spieler".

München - Wie wohl sich Thiago in München und beim FC Bayern fühlt, dass er inzwischen eine zweite Heimat gefunden hat, davon berichtet der Spanier immer wieder – und er dokumentiert es auch in den Sozialen Netzwerken.

Erst in dieser Woche etwa stellte der 29-Jährige ein Bild online, das ihn wie einen von Millionen Vätern hierzulande zeigt: Konzentriert steht Thiago im Garten am Grill, die Steaks und Würstchen brutzeln, daneben hockt der Familienhund und hofft auf ein kleines Leckerli. "Grillen", schreibt Thiago auf Deutsch zu dem Foto. Dieses Wort hat er in seinen fast sieben Bayern-Jahren längst gelernt. Präsentiert sich so wirklich ein Mann, der seinen Abschied aus der Münchner Idylle plant?

Wechselt Thiago zum FC Liverpool?

Womöglich schon. Denn laut "Sport Bild" beschäftigt sich Thiago mit dem Gedanken, in seiner Karriere noch mal ein neues Abenteuer zu wagen. Angeblich wird in der Bayern-Kabine über ein Interesse des FC Liverpool spekuliert. Dabei war nach AZ-Informationen schon fast alles klar zwischen Thiago und Bayern. Dem Spielmacher, der 2013 auf Wunsch von Pep Guardiola nach München kam ("Thiago oder nix!"), lag ein neues Arbeitspapier vor, deutlich über Vertragsende 2021 hinaus. Dies entsprach auch Thiagos Wunsch. Bayern "wäre ein wunderbarer Klub, um eine Karriere zu beenden", sagte er der spanischen Zeitung "La Vanguardia".

Doch dann begann das große Zögern und Nachdenken, das bis heute andauert. Und so stellt sich für die Münchner plötzlich die Frage, wie das Zentrum der Zukunft aussehen soll. Denn Thiago prägte das Bayern-Spiel in den vergangenen Jahren maßgeblich. Der Künstler mit den brasilianischen Eltern (Mazinho und Valéria Alcântara) sei "ein Ausnahmekönner", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick (55) erst vergangene Woche: "Er ist einfach ein exzellenter Fußballspieler, der jeder Mannschaft ein tolles Spielniveau gibt und Spielintelligenz einbringt. Ich möchte schon gerne haben, dass er hierbleibt. Das weiß er, das weiß der Verein."

Kimmich und Goretzka harmonieren prächtig

Flick fügte in Bezug auf Thiago und Abwehrchef David Alaba (28), dessen 2021 auslaufender Vertrag ebenfalls noch nicht verlängert wurde, aber auch hinzu: "Letztendlich ist das immer auch eine Entscheidung der Spieler, was passiert." Alaba und auch Thiago seien jedenfalls "top, top Spieler", so Flick. Und eben zwei Stars, die vor ihrem womöglich letzten großen Vertrag ins Grübeln geraten sind.

Wenn man das Mittelfeld-Zentrum der aktuellen Bayern-Mannschaft betrachtet, könnte man meinen, dass ein Thiago-Wechsel nach dieser Saison verschmerzbar wäre, schließlich harmonieren Joshua Kimmich (25) und Leon Goretzka (25) prächtig. Beide dominieren das Spiel mit körperlicher Präsenz, technischem Können und taktischem Geschick. Davor brilliert Thomas Müller (30).

Thiago: Der Mann für die genialen Momente

Für die genialen Momente war in der Vergangenheit aber oft Thiago verantwortlich, an seine Ballsicherheit kommt kein anderer Star heran. Zudem hat er sich in der Defensivarbeit stark verbessert. An der Seite von Kimmich überzeugte Thiago in dieser Rückrunde, zum Beispiel beim 3:0-Erfolg gegen Chelsea im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals. Bayern-Legende Bixente Lizarazu sagte in der AZ: "Kimmich und Thiago zusammen sind wirklich fantastisch, ich sehe kein besseres Duo im Weltfußball."

Und nun soll dieses Duo gesprengt werden? Für Thiago, der derzeit nach einer Leisten-Operation am Comeback arbeitet und beim Pokalfinale am 4. Juli wieder fit sein will, könnte Bayern zumindest eine stattliche Ablöse einnehmen, ebenso wie für andere Mittelfeld-Verkaufskandidaten wie Corentin Tolisso (25) oder Javi Martínez (31).

Geld, das wiederum bei der Verpflichtung von Kai Havertz (21) helfen würde. Der Leverkusener Youngster, von vielen Topklubs umgarnt, hat sich noch nicht final entschieden, wo er in Zukunft spielen wird. Falls Thiago tatsächlich gehen sollte, wäre ein reizvoller Platz im Bayern-Mittelfeld frei.

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