FC Bayern: Risiken und Nebenwirkungen des Hummels-Hammers

Auf den ersten Blick scheint der Wechsel des Abwehrspielers vom FC Bayern zurück zu Borussia Dortmund für alle drei Parteien ein gutes Geschäft zu sein. Er birgt aber auch Gefahren. Die AZ erklärt's.
| Julian Buhl
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Mats Hummels verlässt den FC Bayern.
Christian Charisius/dpa Mats Hummels verlässt den FC Bayern.

München - Am Ende ging die Rückkehr von Mats Hummels zu Borussia Dortmund ziemlich schnell über die Bühne. Und mit den Konditionen scheinen sowohl der BVB als auch der FC Bayern sowie der 30-Jährige selbst sehr gut leben zu können. Neben den Chancen birgt der Hummels-Deal für alle drei Parteien aber auch Risiken und Nebenwirkungen. Welche, erklärt die AZ hier.

Risiken und Nebenwirkungen für Borussia Dortmund

Die Chancen: Hummels ist nicht nur für Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld der Typ Spieler, der dem BVB gefehlt hat. Ein erfahrener Chef für die junge Abwehr, ein Leader. "Wir glauben, dass wir mit Mats einen deutlichen sportlichen Mehrwert bekommen", sagte Sportdirektor Michael Zorc der "Bild". Nach seiner Ausbootung aus der Nationalelf zeigte Hummels in München gute Leistungen. Er will es Bundestrainer Joachim Löw beweisen. Vielleicht auch den Bayern, bei denen er nicht mehr uneingeschränkter Stammspieler gewesen wäre. Sollte es mit Marco Reus funktionieren, nimmt Hummels einigen Druck von dessen Schultern. Gleiches gilt für Manuel Akanji, der mit 23 Jahren nicht mehr Abwehrchef sein muss.

Die Risiken: Hummels verdient viel und hat Führungsansprüche. Beides könnte für Unruhe sorgen. Spannend wird das Verhältnis zu Kapitän Reus zu beobachten sein. Noch spannender das zu Trainer Lucien Favre, denn mit vielen Trainern (Thomas Tuchel, Joachim Löw, Carlo Ancelotti, Niko Kovac) hatte Hummels zwischenzeitlich Probleme. Als einer, der seine Meinung oft anbringt, kann er anecken. Zudem ist die Investition von mehr als 30 Millionen Euro hoch für einen 30-Jährigen.

Risiken und Nebenwirkungen für FC Bayern

Die Chancen: Der Umbruch wird beschleunigt, nach Arjen Robben, Franck Ribéry und Rafinha ist Hummels der vierte Ü30-Profi, der geht. In der Abwehr, wo Lucas Hernández und Benjamin Pavard kommen, vermeidet Bayern durch den Verkauf ein Überangebot und Bankdrücker-Frust. Die Ablöse könnte für weitere teure Einkäufe wie Wunschspieler Leroy Sané verwendet werden. In Hummels entledigt sich Bayern zudem eines möglichen Unruheherds – in der vorigen Saison hielt er sich mit subtiler Kritik an Kovac nicht zurück. Der wird durch den Deal gestärkt.

Die Risiken: Bayern verliert einen erfahrenen Leader. Dieses Vakuum müssen in der Abwehr Niklas Süle und die zwei neuen Franzosen schließen – dabei kommt Pavard nach einer durchwachsenen Saison als Absteiger aus Stuttgart und Hernández aus einer Verletzungspause.

Auf höchstem internationalen Level müssen sich die zwei als Säulen noch beweisen. Außerdem können die Außenverteidiger David Alaba und Joshua Kimmich nicht so häufig wie geplant entlastet werden. Bei Jérôme Boateng, dem Präsident Uli Hoeneß einen Abschied nahelegte, gerät Bayern nun in eine ungünstige Position.

Risiken und Nebenwirkungen für Mats Hummels

Die Chancen: Der Profi sah sich bei Bayern nicht mehr als Stammkraft, wollte nicht nur Back-up hinter Süle und Hernández sein. In Dortmund soll er wieder klarer Anführer einer jungen Abwehr sein. Darüber hinaus könnte er von den BVB-Bossen mehr Wertschätzung erfahren als in München – zu Klubchef Hans-Joachim Watzke blieb der Kontakt stets eng.

Die Risiken: Die Fans sind gespalten. Viele haben es Hummels nicht verziehen, dass er 2016 nach acht Jahren zurück zu Bayern wechselte. Und auch beim BVB erwartet ihn ein großer Konkurrenzkampf, unter anderem mit Akanji, Dan-Axel Zagadou, Abdou Diallo oder Ömer Toprak. Hummels erlaubte sich vergangene Saison ungewohnte Patzer, die zu einigen direkten Gegentoren führten. Beim BVB muss er beweisen, dass er seine Leistung wieder stabilisiert hat.

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