FC Bayern Chelsea: Blockbildung im Nationalteam ist wieder gefragt

Demnächst könnten bis zu acht Münchner in der DFB-Elf stehen, dazu noch drei Profis von den Blues. Uli Hoeneß: "Wenn man die EM erfolgreich gestalten will, muss man mit einem Bayern-Block leben."
| Patrick Strasser
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Neben Leroy Sané und Serge Gnabry sind noch sechs weitere Bayernspieler davor für die EM im Sommer berufen zu werden.
Neben Leroy Sané und Serge Gnabry sind noch sechs weitere Bayernspieler davor für die EM im Sommer berufen zu werden. © Rauchensteiner/Augenklick

Bukarest/München - Der FC Bayern Deutschland, eine Nationalelf voller Profis, die in München unter Vertrag sind - das war stets der große Traum von Uli Hoeneß, als er Bayern-Manager war. Nun, als (natürlich immer noch einflussreicher) Ehrenpräsident, neuerdings mit Nebenberuf TV-Experte, lebt er diese Wunschvorstellung weiter. Auch wenn sie in Zeiten des globalisierten Fußballmarktes ohne Beschränkungen für ausländische Profis nicht mehr so umsetzbar ist wie noch in den 70er Jahren.

Acht Bayern-Profis wahrscheinlich in der Nationalmannschaft für die EM

Als Hoeneß noch spielte und mit der Nationalelf 1972 Europameister sowie zwei Jahre später Weltmeister wurde, prägte ein starker Bayern-Block die Mannschaft von Bundestrainer Helmut Schön. Mit der Achse um Torwart Sepp Maier, Libero Franz Beckenbauer, dessen Adjutanten Katsche Schwarzenbeck, Antreiber Paul Breitner, Torjäger Gerd Müller und Hoeneß selbst, damals ein pfeilschneller Blondschopf-Wirbelwind über die Außenbahn.

Und heute? Stehen acht Bayern-Profis kurz davor, für die EM im Sommer berufen zu werden. In Bukarest liefen fünf Spieler auf: Kapitän Manuel Neuer, der Sechser Joshua Kimmich, der Achter Leon Goretzka, dazu die Angreifer Leroy Sané und Serge Gnabry, der Torschütze zum 1:0. Innenverteidiger Niklas Süle fehlte verletzt. Neu-Nationalspieler Jamal Musiala, der beim 3:0 gegen Island sein Debüt gefeiert hatte, blieb diesmal auf der Bank. Nummer acht ist ein gewisser Thomas Müller, wie Neuer Weltmeister 2014, mit der Erfahrung von 100 Länderspielen (bis zur abrupten Ausbootung im Frühjahr 2019).

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"Wenn man die Europameisterschaft erfolgreich gestalten will, muss man mit einem Bayern-Block leben"

Über den Wieder-Nationalspieler in spe sagte Hoeneß: "Thomas ist heiß. Er wird auch sicher kein Stinkstiefel sein, wenn er mal auf der Bank sitzt." Löw wird an Müller (31), bei Bayern eine prägende Figur, nicht vorbeikommen. Seit Müller unter der Obhut von Coach Hansi Flick ist, explodierte er leistungsmäßig noch einmal, liefert Tore und Vorlagen im Akkord. "Wenn man die Europameisterschaft erfolgreich gestalten will, muss man mit einem Bayern-Block leben", sagte Hoeneß. Nett formuliert: Alle Nicht-Bayern-Fans sollen - und müssen - wohl also damit "leben". Es gäbe übrigens einen Neunten von der Säbener Straße: Jérôme Boateng (32), der Innenverteidiger, unter Flick mit stabiler Form. Ebenfalls im Löw'schen Umbruch aussortiert, aber noch nicht zurückgetreten.

Denkbar ist im Fall der Fälle von Verletzungen ja alles. Die aktuell zweite prägende Vereinskomponente kommt nicht von Bayerns über die letzten Jahre stärksten Konkurrenten, weder von Borussia Dortmund (Emre Can war diesmal als einziger BVB-Profi nominiert) noch von RB Leipzig (nach Marcel Halstenbergs Zwangsabreise wegen eines Corona-Kontakts blieb nur Lukas Klostermann). Nein, der FC Chelsea bildet den Appendix-Block zu den Bayern: Mit dem Offensivspieler Kai Havertz, mit Innenverteidiger Antonio Rüdiger und Angreifer Timo Werner, der allerdings zuletzt zwei Mal nur Einwechselspieler war (siehe unten).

Löw zählt "die Spieler eines Vereins nicht ab"

Mit dem FC Bayern Chelsea könnte Löw eine rot-blaue Mischung aufstellen, die Weltklasse-Format hat. Es fehlt lediglich ein Linksverteidiger, aber da hat Löw ja die Wahl zwischen der Notlösung Can, dem erwähnten Halstenberg sowie den Newcomern Robin Gosens (Bergamo) und Philipp Max (Eindhoven), die im Herbst 2020 Nationalspieler wurden. Löw freut sich über den Bayern-Block mit Champions-League-Sieger-Gütezeichen. "Grundsätzlich ist es so, dass die Bayern untereinander eingespielt sind.

Das hilft uns momentan tatsächlich, weil im letzten Jahr viele verschiedenen Formationen bei uns aufgelaufen sind. Entscheidend ist aber die Qualität der einzelnen Spieler. Ein Block kann helfen, aber das ist für mich kein Kriterium", sagte der Bundestrainer und meinte mit einem Lächeln: "Ich zähle die Spieler eines Vereins nicht ab. Jetzt ist es gut, dass wir den Block haben." Garniert mit dem Chelsea-Trio, angeleitet von Thomas Tuchel. Die Losung für den Sommer könnte lauten: Flick + Tuchel = Löw. Ist gleich EM-Titel?

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