Duell mit Manchester City: So viel Pep Guardiola steckt noch im FC Bayern München

In der Nacht auf Sonntag trifft der FC Bayern in Miami auf Manchester City und seinen Ex-Coach Pep Guardiola. Der hat bis heute seine Spuren beim deutschen Rekordmeister hinterlassen.
| Maximilian Koch
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Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola bei seinem aktuellen Arbeitgeber Manchester City an der Seitenlinie.
Martin Rickett/PA Wire/dpa Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola bei seinem aktuellen Arbeitgeber Manchester City an der Seitenlinie.

Miami - Pep Guardiola hat es eilig, als er kurz nach Mitternacht die Rooftop Bar "Sugar" im Mannschaftshotel von Manchester City in Miami verlässt. Liegt es an der Spielvorbereitung für die Partie gegen den FC Bayern in der Nacht zum Sonntag (19.05 Uhr Ortszeit/1.05 Uhr deutscher Zeit live auf Sport1)?

Oder will er sich einfach nur vor ein paar Selfie-Jägern schützen? Leroy Sané jedenfalls, der deutsche Nationalspieler, der vor der WM aus dem Kader gestrichen wurde, ist eine halbe Stunde vor Pep gegangen. Riyad Mahrez, der 68-Millionen-Euro-Neuzugang von City, steht da noch an der Bar.

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Kovac über Guardiola: "Er ist für mich ganz oben"

Es ist Vorbereitung, da gönnt mancher Trainer seinen Stars und sich auch mal einen entspannteren Abend. Und doch dürfte die Partie gegen Ex-Klub Bayern für Pep Guardiola eine besondere sein. Wie auch für Niko Kovac. Der heutige Bayern-Trainer hospitierte 2014 bei Guardiola an der Säbener Straße. Und die Erfahrungen mit dem Katalanen prägen Kovac bis heute. "Pep achtet auf jedes Detail", erzählte Kovac einmal, "er arbeitet an den Basics. Das beherrscht er in Perfektion." 

Kovac filmte die Trainingseinheiten der Pep-Bayern, tauschte sich mit dem Coach aus. "Er ist für mich ganz oben. Over the top", schwärmte Kovac: "Ein sehr guter Mensch und Trainer."

Gut zwei Jahre nach Guardiolas Abschied stellt sich die Frage, wie viel Pep noch in Bayern steckt – und wie Kovac davon profitieren kann. Die AZ geht dieser Frage nach.

Das Personal

"Es gibt noch viele Spieler, die hier unter Pep gespielt haben", sagt Torhüter Sven Ulreich auf Nachfrage der AZ. Stimmt: Ganze 15 Profis aus dem aktuellen Kader waren schon da, als Guardiola im Sommer 2016 zu Manchester City wechselte. Die Spanien-Fraktion ist ein bisschen kleiner geworden, Ersatztorwart Pepe Reina und Xabi Alonso verließen den Klub. Als wichtigster Neuzugang wurde Mats Hummels verpflichtet.

Im Team ums Team herum hat sich einiges verändert. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt arbeitet inzwischen wieder als Mannschaftsarzt, nachdem er sich 2015 mit Guardiola überworfen hatte. Mull bekommt sogar ein neues Arztzentrum an der Säbener Straße.

Volker Braun ist nicht mehr als Bayern-Doc tätig. Fitnesstrainer Holger Broich wurde als Fitnesscoach zurückgeholt. Das Umfeld: In diesem Bereich, im Management des Klubs, hat sich seit 2016 einiges getan. Uli Hoeneß, während der Guardiola-Ära einige Zeit im Gefängnis, ist als Präsident zurückgekehrt – und so präsent wie eh und je. Hoeneß hat das Mia-san-Mia-Gefühl im Klub gestärkt und Vertrauensleute an Bayern gebunden.

Hasan Salihamidzic wurde überraschend als Sportdirektor installiert, mit Kovac sitzt nun ein Ex-Spieler als Trainer auf der Bank. Unter Guardiola bestand die sportliche Führung aus Sportvorstand Matthias Sammer, Kaderplaner Michael Reschke und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Reschke und Sammer sind weg, Salihamidzic soll als neuer starker Mann aufgebaut werden. Interessant ist, dass Salihamidzic einen ähnlichen Weg verfolgt wie Reschke. Der heutige Stuttgart-Manager hatte für die Verpflichtungen von Joshua Kimmich und Kingsley Coman gesorgt. Auch Salihamidzic legt den Fokus aktuell auf hochtalentierte Youngster wie den Kanadier Alphonso Davies (17). Dafür hat Brazzo mit Chefscout Marco Neppe und Bayern-Jurist Michael Gerlinger zwei Topleute an seiner Seite. „Es war richtig gutes Teamwork“, sagte Salihamidzic zum Davies-Deal. Der Sportdirektor gewinnt immer mehr an Profil.

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Die Spielweise

Den Höhepunkt erreichte der Pep-Fußball bei Bayern im Frühjahr 2016, als im Champions-League-Halbfinale gegen Atlético Madrid das Weiterkommen nur ganz knapp verpasst wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Münchner das spielerisch klar dominierende Team in Europa.

"Er hat beim FC Bayern damals viel Neues eingebracht, was jetzt weitergeführt wird", sagt Ulreich. "Solche Ballbesitzzahlen gab es vorher in diesen Dimensionen nicht." Für den Keeper steht fest, dass Guardiola "das spielerische Element" gestärkt hat: "Deswegen stecken auch noch ein paar Prozent Pep Guardiola im FC Bayern."

Mit Kovac könnten einige Facetten der Guardiola-Zeit zurückkehren. Er kündigte bereits an, "flexibel" sein zu wollen. Kovac lässt die Dreierkette einstudieren, er ist ein Trainer, der auch mal während einer Partie die Taktik ändert. Ähnlich wie Pep, dessen variables Spiel aber wohl unerreicht bleiben wird.

Kovac, dem ein stabiles Zentrum ebenfalls sehr wichtig ist, denkt etwas pragmatischer, defensiver als Pep. Ein bisschen mehr wie Jupp Heynckes. Eine gute Mischung.

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