Bayerns Jolly Joker: Flick hat eine klare Forderung an Sané

Star-Neuzugang Leroy Sané kommt derzeit nur als Einwechselspieler zum Einsatz, dabei zeigt er Licht und Schatten. Lässt ihn Hansi Flick gegen Stuttgart starten? "Er ist zu 100 Prozent fit", sagt der Coach.
| Maximilian Koch
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Bislang meist als Joker für den FC Bayern am Ball: Leroy Sané, der - laut Trainer Hansi Flick - noch an einigen Schwächen arbeiten muss.
Bislang meist als Joker für den FC Bayern am Ball: Leroy Sané, der - laut Trainer Hansi Flick - noch an einigen Schwächen arbeiten muss. © imago images/Philippe Ruiz

München - Einen Joker zieht jeder Spieler gern, er ist der Retter in der Not, genau das Blatt, das den Gegner aus dem Nichts überrumpelt und letztlich für den Sieg sorgt. Insofern kann sich Bayern-Trainer Hansi Flick glücklich schätzen, einen Joker wie Leroy Sané zu haben. Eigentlich.

Denn manchmal ist der Joker so unberechenbar, dass er auch fürs eigene Team zur Gefahr wird. Bei Sané war dies schon einige Male zu beobachten, zuletzt nach seiner Einwechslung gegen RB Salzburg, als sein Ballverlust für den Anschlusstreffer der Österreicher zum 1:3 sorgte. Flick tobte.

"Er ist zu 100 Prozent fit, seine Effizienz ist sehr gut", sagte der Coach vor dem Spiel bei Aufsteiger VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker). Doch dann folgte Flicks Kritik, die erklärt, warum Sané derzeit so oft nur auf der Ersatzbank sitzt.

Der 24-Jährige habe "wie viele andere auch gegen Salzburg einige unnötige Ballverluste gehabt und im Eins-gegen-Eins nicht nachgesetzt", erklärte Flick: "Dafür gibt es Gründe – und darüber haben wir gesprochen. Er wird versuchen, es in den nächsten Spielen besser zu machen."

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Darf Sané gegen Stuttgart starten?

Schon gegen den VfB? Auf den offensiven Flügelpositionen zeigt Kingsley Coman aktuell die konstantesten und besten Leistungen, Serge Gnabry schwächelt ein wenig. In zwölf Partien dieser Saison kam er bislang auf nur vier Tore und eine Vorlage. Das geht deutlich besser beim deutschen Nationalspieler. Aber lässt ihn Flick ausgerechnet gegen Ex-Klub Stuttgart draußen? Dort verbrachte Gnabry einen Großteil seiner Jugend und dürfte deshalb besonders motiviert sein.

Vielleicht bekommt doch eher Coman eine Pause – und Joker Sané die Chance von Beginn an. "Wenn er ins Spiel kommt, ist eine Steigerung der Dynamik da. Er ist immer für ein Tor gut und hat enorme Qualität", sagte Flick: "Es ist klar, dass er noch etwas braucht, aber die Zeit bekommt er." Wegen eines Kreuzbandrisses musste Sané von August 2019 an neun Monate pausieren.

Sanés Statistiken bei Bayern stimmen bislang

Als er endlich wieder fit war, verletzte sich der Star-Neuzugang von Manchester City erneut und fiel wegen einer Kapselverletzung vier weitere Wochen aus. Ein verpatzter Bayern-Start. Dabei stimmen Sanés Statistiken, wenn er denn mal auf dem Platz steht.

Bei neun Pflichtspieleinsätzen erzielte er fünf Tore und gab zwei Vorlagen. Eine sehr gute Bilanz, erst recht, wenn man bedenkt, dass Sané erst viermal für die Startelf nominiert und sonst stets eingewechselt wurde. Wie auch am Mittwoch gegen Salzburg, als er prompt per Kopf das 3:0 erzielte.

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Sané soll sich zum entscheidenden Offensiv-Trumpf entwickeln

Sanés Potenzial ist gewaltig – deshalb hoffen Flick und die anderen Verantwortlichen bei Bayern, dass er nun über einen längeren Zeitpunkt gesund bleibt und disziplinierter agiert als in der Vergangenheit. Schon Pep Guardiola, ManCitys Coach und früherer Trainer der Münchner, geriet mit Sané aneinander, weil der Offensiv-Star sich nicht immer an die taktischen Vorgaben halten wollte und bei der Defensivarbeit bisweilen schluderte.

Flick, dessen Team auf ein konsequentes Pressing-System setzt, verlangt von Sané jenen Einsatz, den auch die anderen Angreifer um Gnabry oder Coman zeigen. Sonst wird es auf Dauer schwer mit einem Stammplatz.

Genau dafür hat Bayern Sané aber geholt und 50 Millionen Euro für den Außenstürmer gezahlt. Sané soll nicht der Jolly Joker bleiben – sondern sich zum Ass entwickeln, zum entscheidenden Trumpf in der Offensive. Stuttgart könnte ein Anfang sein.

Nach dem 1:1 gegen Werder Bremen wollen die Münchner einen weiteren Patzer unbedingt vermeiden. Dafür müssen sie die leichten Fehler und Ballverluste abstellen. "Im Tennis sagt man unforced errors. Das müssen wir verbessern", forderte Flick. Und meinte damit nicht zuletzt ihn: Leroy Sané.

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