Bayerns Erfolgstrainer: Was Nagelsmann noch besser macht als Flick

Bayerns neuer Trainer Julian Nagelsmann hat einen Startrekord aufgestellt, gegen Eintracht Frankfurt soll der zehnte Sieg in Folge her. "Wir sind heiß", sagt Leon Goretzka. Das sind die Unterschiede zu Flick.
| Maximilian Koch
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Vorgänger und Nachfolger: Der heutige Bundestrainer Hansi Flick (r.) mit Julian Nagelsmann
Vorgänger und Nachfolger: Der heutige Bundestrainer Hansi Flick (r.) mit Julian Nagelsmann © IMAGO / ActionPictures

München - Diese verflixten Länderspielpausen! Bei den Verantwortlichen des FC Bayern herrscht stets Unbehagen, wenn die Stars in Scharen zu ihren Nationalteams aufbrechen. Denn: Zu oft kehrten Münchner Profis in der Vergangenheit mit Verletzungen zurück und fielen aus.

Die anstehende Oktober-Unterbrechung ist aber noch aus einem anderen Grund ärgerlich: Bayern befindet sich unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann gerade in Topform. Gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN und im AZ-Liveticker) soll der zehnte Sieg in Folge her, nur beim Liga-Auftakt in Gladbach (1:1) gab es bislang einen Punktverlust. Und sonst? Neun Dreier, 46:6 Tore und in vielen Partien Traumfußball wie beim 5:0 in der Champions League gegen Dynamo Kiew. "Wir wollen den zweiten Block erfolgreich abschließen gegen Frankfurt", forderte Nagelsmann. Und Leon Goretzka richtete eine klare Botschaft an die Hessen: "Wir sind heiß."

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Daran gibt es keinen Zweifel, Nagelsmann hat sofort einen Draht zur Mannschaft gefunden, sie noch stärker gemacht. Der Lohn: Keiner seiner Vorgänger - weder Pep Guardiola noch Carlo Ancelotti, Jupp Heynckes oder Niko Kovac - war in den ersten zehn Begegnungen so erfolgreich. Und auch nicht Hansi Flick. Die AZ erklärt, warum Nagelsmann sogar der bessere Hansi ist:

Julian Nagelsmann sorgt für defensive Stabilität

In zehn Spielen kassierte Bayern erst sechs Tore, in der Bundesliga waren es fünf in sechs Partien. Die Abwehr um Neuzugang Dayot Upamecano steht stabiler als unter Flick. Vergangene Saison waren es nach sechs Liga-Spielen neun Gegentreffer, am Ende der Saison sogar 44. "Wir wollen einen Tick mehr Gier im Verteidigen haben, was die Gegentore angeht", so Nagelsmann: "Man kann Körner sparen ohne unnötige Aufholjagden." Torhüter Manuel Neuer stimmt zu: "Für uns alle ist es wichtig, dass wir viele Zu-Null-Spiele haben, dann sind wir selbstbewusst."

Nagelsmann und sein Umgang mit den Sorgenkindern

Sextuple-Coach Flick war in der Mannschaft sehr beliebt, Nagelsmann steht seinem Vorgänger in nichts nach. Der Austausch mit dem jungen Chef finde "auf Augenhöhe" statt, sagte Kapitän Neuer. Der Trainer sei "verspielt" und "trotzdem sehr dominant. Er hat uns von Anfang an gezeigt, wie er Fußball spielen will."

Auffällig: Einstige Sorgenkinder wie Lucas Hernández, Niklas Süle oder Leroy Sané blühen derzeit auf, der neue Coach hat ihnen das Vertrauen ausgesprochen, sie zu unumstrittenen Stammspielern gemacht. Hernández spielt nach dem Abschied von David Alaba meist auf seiner Wunschposition als linker Innenverteidiger, Süle brilliert zentral oder rechts in der Viererkette - und Sané gehört im linken offensiven Mittelfeld oder als zweiter Zehner neben Thomas Müller zu den großen Gewinnern.

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Gegen Kiew konnte sich Sané über "Leroy, Leroy"-Rufe der Münchner Fans freuen, die ihn anfangs der Saison auch mal ausgepfiffen hatten. "Ich arbeite immer hart an mir und versuche immer, mich auf mich selbst zu konzentrieren. In den letzten Wochen klappt das gut", sagte der Nationalspieler glücklich. Nagelsmann bescheinigte seiner Nummer 10 "ein herausragendes Spiel".

Julian Nagelsmann setzt auf kluge Diplomatie

Im Vergleich zu Flick hält sich Nagelsmann mit Forderungen nach Neuverpflichtungen zurück. Einzig Wunschspieler Marcel Sabitzer wurde von RB Leipzig verpflichtet. "Für mich ist es normal, dass man sich mit dem Trainer zusammensetzt, dass man sich austauscht. Das ist immer ein Geben und Nehmen, ein Diskutieren, so sollte das Verhältnis sein", sagte Vorstandschef Oliver Kahn.

Zudem pflegt der Coach ein besseres Verhältnis zu Hasan Salihamidzic. "Das mit Julian passt einfach", sagte der Sportvorstand. So soll es weitergehen - am besten ohne verletzte Stars gegen Frankfurt und in der Länderspielpause.

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