Abteilung DFB-Attacke: Hoeneß' RTL-Debüt verspricht Hochspannung

Uli Hoeneß debütiert beim Länderspiel gegen Island am Donnerstag als RTL-Experte, vorab spricht der Bayern-Macher schon mal über Thomas Müller: "Er muss bei der EM spielen." Das könnte heiter werden.
| Maximilian Koch
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Uli Hoeneß (links) geht fest davon aus, dass Bayern-Star Thomas Müller bei der EM für Deutschland spielen wird.
Uli Hoeneß (links) geht fest davon aus, dass Bayern-Star Thomas Müller bei der EM für Deutschland spielen wird. © Rauchensteiner/Augenklick

München/Düsseldorf - Island? Uli! Viele Fußballfans werden beim ersten Qualifikationsspiel auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) vermutlich wegen des neuen Experten einschalten - und nicht aus sportlichen Gründen.

Wobei es ja durchaus spannend ist, wie die deutsche Mannschaft im Premierenspiel nach Joachim Löws Rücktrittsankündigung gegen die Isländer agiert.

Müller bei der EM? Hoeneß ist sich "ziemlich sicher"

Aber klar: Uli Hoeneß stellt den scheidenden Bundestrainer in den Schatten. Schon vor seinem Debüt. Denn obwohl der RTL-Neuzugang ankündigt, nicht "alles in Schutt und Asche" reden zu wollen, spricht Hoeneß schon mal Klartext. Zum Beispiel in der Causa Thomas Müller.

Er sei sich "ziemlich sicher", dass der vor zwei Jahren ausgemusterte Angreifer des FC Bayern bei der EM im Sommer wieder für Deutschland auflaufen werde", sagte Hoeneß: "Man kann ja nicht auf einen Spieler verzichten, der in der Bundesliga und in der Champions League eine prägende Figur ist beim FC Bayern. Es geht ja nicht um eine Nachwuchsmannschaft, die man aufbauen muss, sondern um eine Mannschaft, die etwas gewinnen soll."

Hoeneß über Müller: "Er gehört zweifellos zu den Besten in Deutschland"  

Genau solche meinungsstarken Beiträge wünscht sich RTL von Hoeneß - und das erwarten auch die Fans vom Ehrenpräsidenten des FC Bayern. Die Abteilung DFB-Attacke legt los!

Spielten einst gemeinsam in der deutschen Nationalmannschaft. Jérôme Boateng (l.), Thomas Müller (m.) und Mats Hummels.
Spielten einst gemeinsam in der deutschen Nationalmannschaft. Jérôme Boateng (l.), Thomas Müller (m.) und Mats Hummels. © Federico Gambarini/dpa

Löw hatte Müller (31) gemeinsam mit Mats Hummels (32) und Jérôme Boateng (32) vor zwei Jahren aussortiert. "Gerade jetzt, wo es das letzte Turnier von Jogi Löw ist, müssen die Besten spielen. Und Thomas gehört zweifellos zu den Besten in Deutschland. Deshalb muss er bei der Europameisterschaft spielen", forderte Hoeneß klipp und klar.

Hoeneß: "Bin überzeugt, dass beim DFB viel zu verändern ist"

Bei den ersten WM-Qualifikationsspielen fehlt Müller allerdings, Löw will im Mai über seine EM-Nominierung entscheiden. Die Chancen für Müller stehen nach Top-Leistungen gut. Hoeneß, der vorerst nur bei diesen März-Partien gegen Island, in Rumänien und gegen Nordmazedonien als Experte eingeplant ist, kündigte an, die Länderspiele "konstruktiv und kritisch, aber - wenn möglich - auch positiv" begleiten zu wollen.

Das könnte heiter werden für den DFB. Denn dort, im größten Sportverband der Welt. sieht Hoeneß großen Handlungsbedarf. "Ich bin überzeugt, dass beim DFB ohnehin viel zu verändern ist - nicht nur der Bundestrainer", sagte der Bayern-Macher weiter. Löws Rückzug findet Hoeneß gleichzeitig gut.

Hoeneß: "Löw wäre zum Spielball geworden"

Er habe dessen Entscheidung "sehr begrüßt, weil Jogi damit das Heft des Handelns wieder in die Hand bekommen hat", sagte Hoeneß: "Er wäre doch zum Spielball geworden."

Nach dem jüngsten 0:6 gegen Spanien gab es heftige Debatten um Löw. "Nach jedem Länderspiel hätte man die Trainerfrage gestellt", meinte Hoeneß. "So hat er Fakten und klare Verhältnisse geschaffen. Das ist für ihn und für sein Nervenkostüm, nachdem was er geleistet hat, eine gute Lösung."

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Hoeneß begrüßt auch, dass Löw seinen Abschied frühzeitig angekündigt hat. "Jetzt kann sich der DFB in aller Ruhe um die Nachfolge kümmern. Am Ende muss der Schuss sitzen."

Hoeneß nicht nur bei DFB-, sondern auch bei Bayern-Themen gefragt

Auf die Frage nach einem möglichen Trainertausch - Bayern-Trainer Hansi Flick zum DFB und Löw zu den Münchnern - antwortete Hoeneß: "Naja, jetzt wollen wir uns nicht die Köpfe der anderen zerbrechen. Karl-Heinz Rummenigge hat sich ja ziemlich festgelegt, was Hansi Flick anbelangt. Und dem ist im Moment nichts hinzuzufügen."

Vorstandschef Rummenigge hatte einen vorzeitigen Abgang von Flick ausgeschlossen. "Das hat nichts mit Wahrscheinlichkeit zu tun. Das ist Fakt", sagte Rummenigge der "Welt am Sonntag".

Das Spannende an Hoeneß' Expertentätigkeit ist ja: Er wird sich nicht nur zu DFB-, sondern auch zu Bayern-Themen äußern. So lobte der Münchner Ehrenpräsident etwa die Entwicklung von RB Leipzig.

Hoeneß will Honorar für Experten-Job spenden

"Sie haben im Moment Borussia Dortmund als großen Bayern-Verfolger eindeutig abgelöst", sagte Hoeneß über die Sachsen, die den FC Bayern am Ostersamstag zum Ligagipfel empfangen. Dieses Spiel habe "einen großen Reiz".

Das gilt auch für Hoeneß' Debüt am Donnerstag. Das "gute Honorar" für seine drei Einsätze will der Experte übrigens Stiftungen spenden. 

Ein typischer Hoeneß.

 

 

 

 

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