Nach Nafri-Debatte: Grüne verlieren, AfD gewinnt

Zu Beginn des Wahljahrs 2017 vergrößert die Union ihren Abstand zu ihrem bisherigen Koalitionspartner SPD, bei den Oppositionsparteien verlieren die Grünen, der Aufwärtstrend der AfD setzt sich fort.
| AZ/cel
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Hat die von Grünen-Chefin Simone Peter angestoßene Nafri-Debatte ihre Partei Sympathien gekostet?
dpa Hat die von Grünen-Chefin Simone Peter angestoßene Nafri-Debatte ihre Partei Sympathien gekostet?

Berlin - In der Sonntagsfrage des ARD-Deutschlandtrends kommen CDU und CSU auf 37 Prozent, das sind zwei Punkte mehr als im Vormonat. Die SPD sackt demnach um genau jene zwei Prozentpunkte ab, auf nun nur noch 20 Prozent. Die Linke bleibt unverändert bei 9 Prozent.

Vermutlich in Folge der Nafri-Debatte nach der Kölner Silvesternacht 2016/17 verzeichnen auch die Grünen deutliche Einbußen. Sie rutschen um zwei Prozentpunkte ab und rangieren damit gleichauf mit der Linken auf 9 Prozent. Die AfD wiederum profitiert von der Debatte und klettert um zwei Punkte auf nunmehr 15 Prozent. Die FDP stagniert bei 5 Prozent.

Der aktuelle Deutschlandtrend sieht damit keine Mehrheit für Rot-Rot-Grün (39 Prozent), auch für Schwarz-Gelb (42 Prozent) dürfte es trotz Überhangmandaten nicht reichen. Es zeichnet sich damit immer mehr ab, dass es auf eine weitere große Koalition unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel hinauslaufen dürfte. Die AfD zementiert unterdessen ihre Rolle als mutmaßlich stärkste Oppositionspartei im nächsten Bundestag.

Wahrnehmung der Bürger hat sich deutlich verändert

Neben der klassischen Sonntagsfrage ("Wen würden Sie wählen, wenn morgen Bundestagswahl wäre?") bildet der ARD-Deutschlandtrend auch immer das Stimmungsbild in der Bevölkerung ab. Und dort haben sich einige deutliche Verschiebungen ergeben.

So ergab die Umfrage, dass 40 Prozent der Befragten das Thema Flüchtlinge und Zuwanderung für das wichtigste politische Thema halten, um das sich die Bundesregierung in diesem Jahr kümmern sollte. Das sind 26 Punkte weniger als im Januar 2016. Immerhin 11 Prozent halten den Themenkomplex Innere Sicherheit und Terrorgefahr für das wichtigste Thema - ein Plus von neun Punkten im Vergleich zu Januar 2016.

Grundsätzlich fühlen sich die Deutschen in ihrem Land aber sicher. 73 Prozent der Befragten bejahten diese Frage, 26 Prozent verneinten sie. Wenn man diese Frage Anhängern der AfD stellt, sieht das Stimmungsbild jedoch gleich ganz anders aus: Nur 34 Prozent der Befragten, die sich als Anhänger der AfD bezeichneten, fühlen sich in Deutschland noch sicher, zwei Drittel (66 Prozent) hingegen halten Deutschland für unsicher.

Der Polizei und ihrer Arbeit vertrauen 88 Prozent der Befragten, den Geheimdiensten hingegen nur 36 Prozent. Alles in allem sei Deutschland gut gegen Terrorangriffe geschützt, sagt eine Mehrheit von 57 Prozent. Dieser Wert ist trotz zahlreicher weltpolitischer Ereignisse seit Monaten nahezu unverändert: Im Dezember 2015, nach den Anschlägen in Paris, sagten dies 54 Prozent, im April 2016, nach den Anschlägen von Brüssel, meinten dies 58 Prozent. Im August 2016, nach den Anschlägen von Nizza, Würzburg und Ansbach fanden 55 Prozent, dass Deutschland alles in allem gut gegen Terrorangriffe geschützt sei.

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