Ziele bis zur Winterpause FC Bayern: Die Acht-Spiele-Agenda von Hansi Flick

"Ich versuche, erfolgreich mit der Mannschaft zu sein – der Rest interessiert mich nicht", sagt Bayerns Interimscoach Hansi Flick. Foto: Sven Hoppe/dpa

Hansi Flick, der Interimstrainer des FC Bayern, bleibt mindestens bis zur Winterpause in der Verantwortung. Die AZ erklärt, welche Aufgaben er zu erledigen hat.

 

München - Hansi Flick wusste, dass die Frage nach Mauricio Pochettino kommen würde. Der Interimscoach des FC Bayern musste lächeln und sagte zu den Gerüchten über seinen möglichen Nachfolger: "Für mich ist es vollkommen egal, welcher Name kursiert. Ich versuche, erfolgreich mit der Mannschaft zu sein – der Rest interessiert mich nicht."

Die Bayern gehen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Fortuna Düsseldorf ins dritte Spiel unter seiner Verantwortung, sieben weitere folgen noch bis zur Winterpause. "Man denkt schon mittelfristiger", gab er zu. Das steht jetzt auf Flicks Agenda bis Weihnachten:

Dem Klub Zeit verschaffen: Bis Weihnachten Interimstrainer

"Das Entscheidende ist, dass der Verein Zeit hat, sich Gedanken zu machen, was für ihn für die Zukunft am wichtigsten ist", sagte Flick, "durch die zwei Siege hat er die bekommen." Vor allem durch das 4:0 gegen Borussia Dortmund haben sich die Gemüter an der Säbener Straße nach Niko Kovacs Entlassung wieder etwas beruhigt. Die Verantwortlichen können so bei der Trainersuche, die im Hintergrund auf Hochtouren läuft, nun deutlich entspannter agieren.

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gab Flick auf der Jahreshauptversammlung eine vorläufige Jobgarantie und präzisierte, "dass ‘bis auf Weiteres’ bis Weihnachten heißt und möglicherweise darüber hinaus". Und dann rückt Flick wieder freiwillig zurück ins zweite Glied? "Fußball ist nicht planbar. Ich möchte alles abwarten, wie die Entwicklung ist", sagte er, "und dann werde ich mich entscheiden."

Sportlicher Erfolg: Ziel sind acht Siege vor der Winterpause

Auf der Mitgliederversammlung wurden klare Ziele formuliert. Rummenigge wünschte sich von Flick sechs Siege in sechs Champions-League-Gruppenspielen, Ehrenpräsident Uli Hoeneß die Tabellenführung in der Liga.

"Ich hätte nichts dagegen, wenn beide Ziele in Erfüllung gehen", sagte Flick auf AZ-Nachfrage und peilt bis Weihnachten acht Siege an. Wenn seine Jungs weiter so mitziehen, könnte das "wirklich zustandekommen". Am Dienstag geht’s in der Königsklasse nach Belgrad, zwei Wochen später kommt es in München zum Showdown mit Tottenham und dessen neuem Starcoach José Mourinho. In der Liga liegen die Bayern aktuell vier Punkte hinter Primus Gladbach, wo sie am 7. Dezember antreten.

Mit Offenheit: Ersatzspieler integrieren

Jérôme Boatengs Rot-Sperre gilt nur noch für das Düsseldorf-Spiel. Zuletzt legte er am trainingsfreien Tag eine Extraeinheit mit Flick ein und drängt zurück ins Team. Corentin Tolisso, Thiago und Philippe Coutinho saßen in beiden Spielen unter Flick auf der Bank. Ihm sei es wichtig, "dass man dem Spieler aber sagt, was man von ihm erwartet und warum er vielleicht nicht spielt", sagte Flick, "ich bin da immer offen, ehrlich und möchte keinem irgendwas vorgaukeln." Die Situation war eine, "die nicht ganz so einfach war". Deshalb habe er "unseren Spielstil ein bisschen verändert" und "auf Spieler gesetzt, die gegen den Ball vielleicht einen Ticken besser sind".

Nun will Flick auch seine beiden Künstler wieder mehr einbinden. "Wir wissen, dass Thiago und Coutinho im Ballbesitz enorme Kreativität haben und uns guttun", sagte er und machte vor allem dem Brasilianer Mut: "Ich würde mir wünschen, dass er hier so richtig das zeigt, wozu er im Stande ist, was für ein toller Fußballer er ist."

Talente fördern: Training mit den Profis

Was Flick am (trainingsfreien) Tag nach dem 4:0-Triumph gegen den BVB machte? Er ging ins Grünwalder Stadion und schaute dort gemeinsam mit Hermann Gerland beim 2:1 der Amateure gegen Magdeburg zu.

Bis zur Winterpause lässt Flick nun Oliver Batista-Meier (18), Joshua Zirkzee (18), Sarpreet Singh (20) und Leon Dajaku (18) bei den Profis mittrainieren. "Wenn diese Talente sich weiterentwickeln wollen und sollen, müssen sie mit den besten Spielern trainieren", sagte er, "bei uns haben sie genügend Beispiele, wo sie sehen, wie man es macht."

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