Wie sehr prägen die Franzosen? Tolisso, Pavard, Coman, Hernández: Die French Connection des FC Bayern

Tolisso, Pavard, Hernández und Coman - vier Franzosen werden in der kommenden Saison beim FC Bayern spielen. Foto: firo, Rauchensteiner, Minkoff/Augenklick, Francisco Seco/AP/dpa, AZ-Montage

Lucas Hernández ist der insgesamt achte Franzose, der das Trikot des FC Bayern München trägt. "Einer, der uns verstärken wird, der alles spielen kann", sagt Trainer Kovac. Die AZ stellt den Verteidiger vor.

 

München – Antoine Griezmann trauert. Der französische Weltmeister und Topstar von Atlético Madrid hat seinen "kleinen Bruder" nicht aufhalten können.

So nennt Griezmann Bayern-Neuzugang Lucas Hernández (23) in einer Abschiedsbotschaft auf Instagram. Die Verlockungen der Münchner waren zu groß, Hernández verlässt die spanische Hauptstadt und damit auch Griezmann, seinen Kumpel. "Es ist traurig, dich gehen zu sehen, mein Freund", schrieb Griezmann weiter: "Ich wünsche dir nur das Beste bei deinem neuen Verein. Erhol dich gut von deiner Knieverletzung."

Lucas Hernández: Knie-OP gut verlaufen

Hernández, der 80 Millionen Euro teure Rekordtransfer der Bayern, hat die OP am Innenband schon hinter sich. "Ich kann sagen, dass die OP optimal verlaufen ist", sagte Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt: "Der Spieler wird dem FC Bayern zum Saisonstart zur Verfügung stehen." Die Reha soll der Verteidiger bereits in München absolvieren. Eine gute Gelegenheit, um sich nach neuen französischen Freunden umzusehen – und diese wird Hernández in München finden.

Die French Connection der Bayern erhält Zuwachs, mit Hernández, Corentin Tolisso, Kingsley Coman und dem anderen Abwehr-Neuzugang Benjamin Pavard werden es in der neuen Saison – Stand jetzt – vier Franzosen sein. Franck Ribéry erhält ziemlich sicher keinen neuen Vertrag. "Wir haben mit französischen Spielern immer gute Erfahrungen gemacht", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge der AZ: "Ich darf an Willy Sagnol oder Bixente Lizarazu erinnern."

Schon acht Franzosen spielten für den FC Bayern

Hernández ist insgesamt der achte Franzose bei Bayern nach Sagnol, Lizarazu, Ribéry, Tolisso, Coman, Jean-Pierre Papin und Valérien Ismael.

Wird er den Klub genauso prägen wie viele seiner Vorgänger? "Er ist ein Kämpfer, ein Krieger", sagt Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps, der mit Linksverteidiger Hernández im vergangenen Jahr Weltmeister wurde. "Er ist deutlich reifer, als sein Alter vermuten lässt. Das ist Teil dessen, was ihn auszeichnet." Zweifel an Hernández’ Reife gab es im Jahr 2017, als er wegen eines Streits mit Freundin Amelia festgenommen wurde. Strafe: Gemeinnützige Arbeit und 500 Meter gegenseitiger Sicherheitsabstand. Dann versöhnten sich Hernández und seine Amelia wieder, heirateten. Nach der WM 2018 wurde der gemeinsame Sohn geboren.

Wer ist Lucas Hernández?

Generell wird Hernández als sehr ehrgeiziger Profi beschrieben – und als sehr flexibler. "Er kann alles spielen", sagte Kovac am Donnerstag: "Er ist ein Spieler, der jung ist, der Weltmeister ist, der eine sehr gute Mentalität mitbringt. Einer, der uns verstärken wird." Da sind sich die Bayern sicher, auch die, die früher mal für den Klub spielten. Christian Ziege etwa, einst selbst Linksverteidiger, sagte der AZ: "Mit einem Weltmeister, der bei Atlético Madrid spielt, kannst du nichts falsch machen. Die Bayern geben 80 Millionen Euro für ihn aus – das sagt schon alles über seine Qualität."

Paul Breitner äußerte sich am Donnerstag etwas vorsichtiger, sagte: "Ich weiß nicht, ob er den FC Bayern besser macht, aber es klingt zumindest danach. Wenn er fünf oder zehnmal gespielt hat, können wir sagen, was das eventuell für andere bedeutet."

Konkurrenz für Boateng und Hummels

Für Mats Hummels und Jérôme Boateng zum Beispiel, die nach den Transfers von Hernández und Pavard in der Innenverteidigung wohl um ihre Zukunft bangen müssen. Zumindest der Verkauf eines Abwehrstars ist realistisch, außerdem verlässt Rechtsverteidiger Rafinha die Bayern am Saisonende.

In Spanien verabschieden sie den passionierten Tischtennis-Spieler Hernández übrigens nicht nur mit netten Worten. "Lucas ging im Januar, obwohl er bis heute nicht den Mut hatte, das zu sagen", schrieb beispielsweise "El Mundo". Söldner-Vorwürfe begleiten ihn. Bereits in der Winterpause wollte Hernández zu den Bayern, Atlético ließ ihn nicht. Nun hat es geklappt.

"Ich spreche besser Spanisch als Französisch", sagte Hernández einmal. Grund: Er wurde in Marseille geboren, wuchs aber in Madrid auf, weil sein Vater Jean-François bei Atlético spielte. Also nix wie los zum Sprachunterricht! Die French Connection des FC Bayern ist ja groß genug.

 

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