Uli Hoeneß mit klarer Ansage FC Bayern: Niko Kovac angezählt - pikante Parallelen zu Ancelotti

Krisentrainer 2018, Krisentrainer 2017: Niko Kovac (l.) und Carlo Ancelotti, der beim FC Bayern entlassen wurde. Foto: firo, sampics/beide Augenklick, dpa

Bayern-Coach Kovac steht unter Druck – er hat nur einen Punkt mehr geholt als Ancelotti im Herbst 2017. Rotiert der neue Trainer zu viel? "Am Ende muss er den Kopf dafür hinhalten", sagt Hoeneß.

 

München - Das siebte Bundesliga-Spiel wurde Carlo Ancelotti in der vergangenen Saison schon gar nicht mehr gewährt. Nach nur sechs Partien in der Liga – und dem krachenden 0:3 in der Champions League bei Paris Saint-Germain – senkten die Bayern-Bosse den Daumen: Ancelotti musste vorzeitig gehen, Willy Sagnol übernahm für ein Spiel, dann kam Jupp Heynckes zurück. Und rettete die Saison mit der Deutschen Meisterschaft.

Kovac: Ist das Spiel gegen Mönchengladbach schon ein Endspiel?

Ein Jahr später nun wird Niko Kovac, der Nachfolger von Ancelotti, Sagnol und Heynckes, definitiv ein siebtes Liga-Spiel bekommen, um seine Mannschaft aus der Krise zu führen: am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr/ Sky, AZ-Liveticker). Doch was nach dem tollen Saisonstart mit sieben Siegen in sieben Partien unvorstellbar schien, ist inzwischen nicht mehr komplett auszuschließen: Kovac sollte die Partie am Samstag zumindest nicht deutlich verlieren – sonst könnte die Dynamik im und um den Klub herum womöglich dafür sorgen, dass kein achtes Spiel hinzukommt.

Uli Hoeneß mit klarer Ansage an Kovac

"Im Moment haben wir gewisse Probleme, aber das ist normal", sagte Uli Hoeneß am Mittwochabend. Dem Bayern-Präsidenten war anzumerken, dass er Kovac nicht öffentlich anzählen wollte. Mit ein paar kritischen Worten zur Berichterstattung und der Stimmung in der Münchner Arena beim Spiel gegen Augsburg versuchte er, von der sportlichen Situation ablenken.

Gleichzeitig nahm er Kovac in die Pflicht. Es habe "natürlich viel Rotation" gegeben, sagte Hoeneß auf Nachfrage der AZ, "seither ist der Wurm drin". Zu viel Rotation etwa, Herr Hoeneß? "Nein, ich stelle das nur fest. Aber das ist Sache des Trainers, der muss das entscheiden. Am Ende muss er ja auch den Kopf dafür hinhalten", ergänzte er.

Den Druck hat nun Kovac, das ist nach dieser Aussage klar. Die AZ erklärt pikante Parallelen und Unterschiede zu Ancelottis Krise vor einem Jahr.

Das sind die pikanten Parallelen zwischen Kovac und Ancelotti

Stimmung der Bosse: Kovac war nach Heynckes und Thomas Tuchel nur die dritte Wahl von Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge als Trainer für diese Saison. Mit seinem souveränen Auftreten, intensivem Training und einer Siegesserie zu Saisonbeginn begeisterte der neue Coach die Klub-Oberen dann aber ziemlich schnell.
Ancelotti ging in die Saison 2017/18 bereits angeschlagen, nachdem er in der Spielzeit zuvor "nur" die Meisterschaft gewonnen hatte. "Auf die Dauer ist ein Titel schon ein bisschen wenig für uns", sagte Hoeneß im April 2017 der AZ. Der Anfang von Ancelottis Ende.

Stimmung im Team: Es brodelt bei den Bayern. James Rodríguez, Leon Goretzka, Serge Gnabry, Niklas Süle und Sandro Wagner sind mit ihren Einsatzzeiten unzufrieden, was bei einem Topklub allerdings normal ist. Brisanter: Laut "Bild" vermisst die Mannschaft eine klare Spielidee, zudem greife Kovac, der zu Saisonbeginn für seine Kommunikation gelobt wurde, nicht ein, wenn wie beim 1:1 gegen Ajax Schwierigkeiten auftreten würden. Verliert der Coach schon den Rückhalt?
Ancelotti war das Team vor einem Jahr entglitten, weil er zu lasch trainieren ließ und Führungsspieler wie Mats Hummels oder Thomas Müller entmachtete.

Stärke des Kaders: Mit Goretzka und Gnabry kamen zwei neue Spieler zum Nulltarif, Arturo Vidal, Sebastian Rudy und Juan Bernat verließen den Klub. Der Kader ist dünner aufgestellt als in der Vorsaison und um ein Jahr gealtert. Für die Planung sind freilich die Klubbosse verantwortlich – nicht Kovac. (Die Zusammensetzung des Kaders wird übrigens auch von Louis van Gaal sehr kritisch gesehen.)

Übrigens: Ancelotti hatte zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison – also nach zehn Pflichtspielen – gerade mal einen Punkt weniger geholt als Kovac jetzt. Die Situation ist kritisch.

 

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