Skurrile Meisterfeier Bestmarken im Überblick: FC Bayern, der Meister der Rekorde

"Campeones! Campeones!": Die Bayern-Champions feiern in der Kabine den achten Titel in Serie Foto: sampics/Augenklick

Die Meisterfeier des FC Bayern in Corona-Zeiten mutet teils skurril an. "Man gewöhnt sich nicht gerne daran!" Die Münchner stellen in der Saison mehrere Bestmarken auf. Ein Überblick der AZ.

 

München - Es ist 17.34 Uhr am Samstag, als DFL-Chef Christian Seifert seine Rede zur ersten und hoffentlich letzten Meisterfeier unter Corona-Bedingungen auf dem Wolfsburger Rasen mit beinahe beiläufigen, aber doch würdevollen Worten abrundet: "Manuel, hier ist eure Schale!"

Seifert tritt zur Seite und der Manuel, Bayern-Kapitän Neuer, nimmt sich die Meistertrophäe selbst vom Podest – unter lautem Jubelgebrüll der Mitspieler, aber doch in aller Stille. Ohne das Salz im Stadion, ohne Fans. Keine Gesänge, keine Sprechchöre, keine Böller, keine Konfettikanonen, auch keine Weißbierduschen.

Müller: "Man gewöhnt sich nicht gern dran"

Der erste Geistermeister der Geschichte der Bundesliga feiert nach dem 4:0 beim VfL Wolfsburg den 30. Vereinstitel und den achten Triumph in Serie ganz unter sich – ohne Familien und Freunde, die sonst für tausend Fotos und Selfies das Schnipsel-übersäte und Weißbier-getränkte Grün bevölkern. "Wir wussten ja, was auf uns zukommt. Man gewöhnt sich nicht gerne dran", sagte Thomas Müller. So kurz (nur 18 Minuten), so trocken, so merkwürdig hat noch nie ein Meister feiern müssen.

Die Medaillen für den Titel holt Teammanagerin Kathleen Krüger aus einer Pappkiste, die Spieler nehmen sich ihr gutes Stück einzeln selbst heraus. Alles sehr skurril. Dann endlich etwas Gewohntes: Während sich das Team mit Trainer- und Betreuerstab zum Gruppenfoto (ohne Podest) aufstellt, trommeln einige Spieler an das Meisterschild und grölen "Campeones! Campeones!"

FC Bayern: Bosse stoßen auf der Tribüne an

Das erste Meisterbier trinken derweil oben auf der Tribüne die Bosse. Präsident Herbert Hainer, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, die Vorstände Jan-Christian Dreesen, Jörg Wacker, Andreas Jung und Oliver Kahn (erster Titel im neuen Amt) stoßen mit Paulaner aus der Flasche an.

Ehrenpräsident Uli Hoeneß genießt den Titel am Tegernsee. Auf der Ehrenrunde klatschen die Spieler demonstrativ vor dem leeren Gäste-Block, machen mit der Delegation auf der Tribüne "La Ola". Für Trainer Hansi Flick, als Spieler mit Bayern vier Mal Champion, ist der erste Titel als Cheftrainer, "eine besondere Meisterschaft. Mit Bedingungen, denen wir uns stellen mussten – ohne Zuschauer fehlt etwas. Eine Feier mit angezogener Handbremse, aber wir sind trotzdem stolz." Alle neun Geisterspiele seit der Wiederaufnahme der Saison haben die Bayern gewonnen.

Ein wahrer Rekordmeister. Die AZ-Bilanz der Rekorde nach dem letzten Spieltag.

Rekorde des FC Bayern: Geschafft

Beste Rückrunde: 49 Punkte (von 51) und 54:10 Tore toppen die Rückrunde der Triple-Saison (2012/13) unter Jupp Heynckes um einen Treffer – damals 49 Punkte und 54:11 Tore. Meiste Pflichtspiel-Siege in Serie: Flick & sein Team stehen nun bei 16 – der Wert kann beim Pokal-Finale kommenden Samstag in Berlin gegen Bayer Leverkusen ausgebaut werden.

Bester Lauf zum Saisonende: 13 Erfolge am Stück – neuer Liga-Rekord, zuletzt hatte Gladbach 1986/87 zehn Siege geholt.

Rekorde des FC Bayern: Eingestellt

Ungeschlagen in der Rückrunde: Wie 1986/87 und 2012/13 - oder auch Frankfurt 1976/77 und Dortmund 2011/12.

Überhaupt ungeschlagen: Der Vereinsrekord liegt nun bei 25 Pflichtspielen wie in den Jahren 1986 und 1988 (jeweils saisonübergreifend).

Die Auswärtshelden: Mit dem zehnten Bundesliga-Auswärtssieg in Folge egalisierte Bayern den eigenen Liga-Rekord aus der Saison 2013/14.

Rekorde des FC Bayern: Nicht geschafft

Der Baller-Rekord: Mit exakt 100 Toren verpasste man den ewigen Bundesliga-Rekord aus der Saison 1971/72 nur um ein Tor.

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