"Moped-Gang" im Angriff Stürmen bald 225 Millionen Euro für den FC Bayern?

, aktualisiert am 07.06.2019 - 07:21 Uhr
Tempo-Trio in der Nationalmannschaft: Timo Werner, Leroy Sané und Serge Gnabry (v.l.) Foto: imago images / photoarena/Eisenhuth

Das DFB-Sturmtrio aus Serge Gnabry, Leroy Sané und Timo Werner könnte künftig gemeinsam beim FC Bayern spielen – noch gibt es aber einiges zu klären.

 

Aachen/Venlo - Leroy Sané hat den höchsten Marktwert des aktuellen DFB-Kaders für die beiden EM-Qualifikationsspiele im Anschluss an das Saisonende, diesen Samstag (20.45 Uhr, RTL) in Borissow gegen Weißrussland und kommenden Dienstag in Mainz gegen Estland. Sané, seit 2016 bei Manchester City und Wunschstürmer des FC Bayern, wird laut den neuesten Zahlen von "transfermarkt.de" mit einem Marktwert von 100 Millionen Euro gelistet.

Sané ist 23, seine Sturmpartner Timo Werner (eingestuft auf 65 Millionen Euro) und Serge Gnabry (60 Millionen Euro) ebenfalls. Macht 225 Millionen Euro zusammen. Die "Moped-Gang" des DFB, eine Wortschöpfung von Verteidiger Niklas Süle angesichts ihrer Spielweise ohne jegliches Tempolimit, gilt als dickes Pfund für die Zukunft der Nationalelf.

Zum (hinkenden) Vergleich: Der gesamte 23er-Kader der Weißrussen, kommt laut "transfermarkt.de" auf einen Gesamt-Marktwert von lediglich 18,75 Millionen Euro. Teuerster Spieler ist Kapitän und Abwehrchef Alexander Martynowitsch mit drei Millionen.

FC Bayern: Das Interesse an Timo Werner ist abgekühlt

Sané, Gnabry, Werner – dieses Speed-Trio, das zuletzt beim 3:2-Erfolg der umgebrochenen Nationalelf im März in Amsterdam gegen die Niederlande brillierte, sähen die Bayern-Macher in den kommenden Jahren gerne in München. Gnabry hat sich in seiner ersten Saison an der Säbener Straße hervorragend entwickelt und ist aus dem Schatten der scheidenden Altstars Franck Ribéry und Arjen Robben getreten. Mit seiner Flexibilität, seinem immensen Antritt und seiner Abschlussstärke erreichte Gnabry zehn Treffer in 30 Bundesligaspielen für die Bayern.

Das Interesse an Timo Werner ist allerdings etwas abgekühlt, da dessen Entwicklungskurve zuletzt etwas gebremster nach oben zeigte. 16 Bundesliga-Tore bei 30 Einsätzen für RB Leipzig stehen auf seinem Saison-Konto. Er galt als Stürmer Nummer eins in Joachim Löws Plänen für die Nationalelf, ob als Front-Mann oder Linksaußen wie auch bei der WM 2018.

Doch im Pokalfinale gegen Bayern (0:3) ging er mit RB unter. Bayern will ihn, in München weiß man nur noch nicht: wann. Diesen Sommer für eine geschätzte Ablösesumme in Höhe von relativ läppischen 30 bis 40 Millionen Euro oder 2020, wenn Werner ablösefrei ist? So holte man einst Robert Lewandowski 2014 vom BVB nach München – mit Geduld und viel Handgeld.

Leroy Sané: Zukunfts-Entscheidung noch nicht gefallen

Im Fall von Sané dürfte ein langes Pokerspiel anstehen – mit ungewissem Ausgang. Nicht mal ein Angebot – das wohl deutlich über 100 Millionen Euro Ablöse liegen müsste, weil Sanés Vertrag bei Manchester City noch bis 2021 läuft – existiert bisher. Der Außenstürmer ist sich noch nicht sicher über seine Zukunft, City-Trainer Pep Guardiola würde ihn ziehen lassen. "Ich finde den Spieler spannend, sowohl von der fußballerischen Qualität als auch als Typ", sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Was darauf schließen lässt, dass die Bayern für solch einen Transfer-Coup Rekorde brechen würden.

"Ich habe Leroy in den letzten Tagen nur mit 'Mia san mia’ angesprochen", witzelte Julian Draxler in Anspielung auf das Bayern-Interesse. Allerdings habe Draxler nicht den Eindruck gewonnen, "dass er einen Wechsel forciert".

Als Vierter im DFB-Angriff ist da ja noch Marco Reus, mit 30 ein alter Fußball-Hase. Aktuell hat der BVB-Kapitän im Kampf um einen der drei Plätze im Sturm die Nase vorn gegenüber Werner. Im 40-minütigen internen Trainingsspiel auf dem Aachener Tivoli präsentierte sich Reus am Mittwoch gut erholt vom Vizemeister-Schock und traf gegen Nationaltorhüter Manuel Neuer doppelt.

"Marco ist ein Spieler, wo man automatisch den Unterschied sieht, wenn er gesund ist und spielfreudig ist mit seiner Leichtigkeit", lobte Marcus Sorg, Stellvertreter des verletzt fehlenden Löw. "Es ist ein Leistungsprinzip, die Besten spielen", sagte Reus (27 Ligaspiele, 17 Treffer, immerhin noch 50 Millionen Euro Marktwert) zum DFB-internen Konkurrenzkampf, "jeder Einzelne muss sich im Training zeigen."

Und in den Spielen. Auch wenn es Weißrussland ist.

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