Mehr Zeit für Rückkehr Wie Bayern-Star Niklas Süle von der Krise profitiert

"Ich bin schon mal zurückgekommen. Ich bin ein gestandener Spieler geworden", sagt Süle selbstbewusst. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Niklas Süle ist einer der wenigen Bayern, die von der Corona-Krise profitieren. Der Hüne hat nun mehr Zeit für seine Rückkehr. Zumindest um seine Haare braucht er sich vorerst nicht mehr kümmern.

 

München - Niklas Süle hat sich optisch ein bisschen verändert während seiner Reha. Gut, der Abwehrmann war jetzt noch nie ein Spieler, der das Haar offen und lang trug wie einst Roque Santa Cruz oder Claudio Pizarro in ihrer Münchner Zeit. Doch mit etwas mehr Mähne und Gel kam der 24-Jährige schon daher. Ehe sich ein erstaunlicher Abend ereignete.

"Das war eine Nacht-und-Nebel-Aktion mit vier Kumpels", verriet Süle am Dienstag bei Sky. "Es ist auch ein bisschen Alkohol geflossen." Oh, oh, wenn das der Ernährungsberater gehört hat! Erzählungen zufolge soll Teamkollege David Alaba (27) Süles "Friseur" gewesen sein. Mittlerweile sei er "ganz zufrieden", erklärte Süle weiter "Vor drei, vier Wochen sah das schlimmer aus."

Niklas Süle: EM zu spielen, wäre möglich gewesen

Süle kann wieder lachen, schon längere Zeit kann er das. Und irgendwie passt die Kampffrisur ja auch zu seiner Situation. Im Oktober 2019 hatte er sich im Spiel beim FC Augsburg (2:2) einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Es war ein Schock für Süle, den FC Bayern und Bundestrainer Joachim Löw. Denn auch die EM-Teilnahme schien in Gefahr zu geraten. Uli Hoeneß meinte damals, dass Süle die EM "total vergessen" könne: "Das ist alles Käse. Er soll sich auf die neue Saison konzentrieren."

Nun wird man nie erfahren, ob Hoeneß recht hatte oder nicht. Schließlich wurde das Turnier auf 2021 verschoben. Süle aber hat einen klaren Standpunkt, einen anderen als Hoeneß. "Ich bin schon davon ausgegangen, dass ich es schaffen werde. Ich war im stetigen Austausch mit Dr. Müller-Wohlfahrt und den zwei anderen Ärzten. Und ich glaube, dass ich auf jeden Fall in der Lage gewesen wäre, zu spielen", sagte er: "Natürlich hätte mir nach so einer Verletzung die Spielpraxis gefehlt, aber man kennt das ja aus anderen Beispielen, etwa von Sami Khedira, der es in viel kürzerer Zeit geschafft hat. Deshalb war ich top-motiviert."

Süle hatte sich als ganz junger Spieler, mit 19, schon einmal das Kreuzband gerissen. "Da habe ich mich schwerer getan", sagte er. "Jetzt wusste ich, ich bin schon mal zurückgekommen. Ich bin ein gestandener Spieler geworden." Süle stieg unter Ex-Trainer Niko Kovac sogar zum Abwehrchef des FC Bayern auf, ehe er sich verletzte. In seiner Abwesenheit probierten sich mehrere Spieler in der Innenverteidigung aus: Lucas Hernández, Jérôme Boateng, Benjamin Pavard, Javi Martínez und Alaba.

Bundesliga-Pause und EM-Verlegung kommen Süle gelegen

Aktuell hat Kovac-Nachfolger Hansi Flick mit Alaba und Boateng ein starkes, gut harmonierendes Duo gefunden, Frankreichs Weltmeister Hernández muss sich hintenanstellen. Für die Zukunft ist aber natürlich Süle als Herrscher der Bayern-Innenverteidigung eingeplant. Sofern er, und darauf hoffen alle, sein altes Topniveau erreicht.

In diesen Tagen schuftet Süle für die Rückkehr auf den Platz, und zwar noch in dieser Saison. Die Spielpause in der Liga bis mindestens zum 30. April sowie die EM-Verlegung geben ihm Zeit. "Ich bin im sechsten Monat der Reha und vom ersten Tag an bis heute sehr zufrieden, das Knie hat nie reagiert", sagte Süle weiter.

"Es ist alles so gelaufen, wie ich es mir erhofft habe. Hätte mir das jemand gesagt, dass ich vielleicht noch spielen kann in dieser Saison, hätte ich es vorher unterschrieben." Süles Kampf fürs Comeback – mit Kampffrisur.

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