Maibockanstich im Hofbräuhaus Ein bisserl Stänkern – und viel Markus Söder

Miister Markus Söder und Hofbräu-Chef Michael Möller beim Maibock Anstich im Hofbräuhaus. Foto: Daniel von Loeper

"Burning-Markus": Beim Maibockanstich im Hofbräuhaus haut der Hobby-Kabarettist ein wenig drauf – und lobt sich vor allem selbst.

München - Ein bisserl mutet es ja schon so an, als würde sein Grinsen jedes Jahr ein kleines Stückerl breiter, sein Blick noch ein wenig schelmischer und sein Hieb noch einen Deut fester. Wenn Markus Söder im Hofbräuhaus auf großer Bühne stänkern und danach das erste Fassl Maibock anstechen darf, dann geht ihm dabei sichtlich das Herz auf. Und andere spülen ihren Grant derweil mit Bier hinunter.

Denn wenn der bayerische Finanzminister als oberster Dienstherr bei Hofbräu die Starkbierzeit einläuten darf, dann macht er traditionell auch eine Söder-Show draus. Zum sechsten Mal durfte er das heuer machen, und er tat es mit gewohnter Selbstsicherheit, die einige für Souveränität halten, andere für Selbstgefälligkeit, die aber jedenfalls keinem entgehen kann. Und so viel Platz wie heuer hat sich Söder in seiner Rede noch nie gegeben. Am Anfang gibt es anstandshalber erst einmal ein Kapitel Markus Söder über. . .

HORST SEEHOFER (CSU)
"Was haben George Clooney und Horst Seehofer gemeinsam? Beide sind eingeladen und beide haben abgesagt. Warum? Weil Sie mit Dreharbeiten beschäftigt sind. Clooney dreht einen Film und der Horst dreht am Rad – am großen Rad der Weltpolitik natürlich. Nach der Gefrierschrank-Debatte ist klar: Horst mag es lieber kalt, ich lieber heiß. Er ist fürs Einfrieren, ich fürs Auftauen. Manche nennen uns auch Frozen-Horst und Burning-Markus."

Und schon ist Markus Söder bei sich. Jetzt kann es losgehen. Ein bestens gelaunter Söder spricht über. . .

SEIN KÖNNEN
"Bevor es aber jetzt gefährlich wird, rede ich lieber über den, über den ich wirklich gar nichts Schlechtes sagen kann: über mich selbst. Das schönste Bierschloss ist das Hofbräuhaus. Hier tritt einmal im Jahr der hintersinnigste politische Kabarettist in Bayern auf und danach kommt Django Asül."

SEINE ZUKUNFT
"Als bayerischer Finanzminister habe ich viele schöne Dinge zu verwalten, zum Beispiel Schlösser oder Flughäfen. Ich habe mir da unheimlich viel Wissen angeeignet. Schade, dass ich damit ab 2018 nichts mehr anfangen kann."

SICH UND ILSE AIGNER (CSU)
"Wir sind seit über 30 Jahren eng befreundet. Damals hat sie mich als Landesvorsitzenden der Jungen Union sogar vorgeschlagen. Ilse sagte damals: ,Markus, du bist die Nummer Eins, das Beste für Bayern, du sollst uns anführen.’ Ilse, bleib bei Deiner Meinung! Aber wer weiß ja, was 2018 wird? Wäre schön, wenn der Kontakt zwischen uns nicht abreißt."

Dann fantasiert er übers Schauspielern beim Maibockanstich im Hofbräuhaus – und natürlich über seine möglichen Rollen. Söder über. . .

EIN SINGSPIEL
"Beim Dschungelbuch gab es Ärger: Horst Seehofer und ich konnten uns nicht einigen, wer der Tiger Shir Khan sein soll. Und bei Star Wars hätte ich Chewbacca gemacht. Aber ehrlich gesagt: Mir war das Kostüm vom Riesenaffen einfach zu klein."

Andere Politiker und die Opposition erwähnt er auch noch und stänkert zumindest ein bisserl. Markus Söder über. . .

DIE SPD
"Die SPD in Bayern ist ja nun wirklich eine Kindergarten-gruppe. Dort sitzen Flori und Rindi. Die haben sich bestimmt schon im Kindergarten beschwert, dass der Kakao zu kalt sei."
DIE GRÜNEN
"Nimm dir mal ein Beispiel an Margarete Bause und Toni Hofreiter: Die haben die absolut ultimative Öko-Frisur. Hofreiter sieht aus wie ein veganischer Wolpertinger und Frau Bause wie ein elektrisierter Wellensittich."

ALEXANDER DOBRINDT (CSU)
"Er ist das Lagerfeld-Model der CSU, gilt als sexiest Maut alive. Er trägt regelmäßig elegante Petrocelli-Gedächtnis Sakkos und ist von einer Münchner Zeitung sogar schon zum modischen Trendsetter des Jahres ernannt worden: und zwar zum Trendsetter 1970."

Lesen Sie hier: Gott ermalzs! - Söder zapft Hofbräu-Jubiläumsbier an

Traditionell kommt Django Asül zum Schluss

Und Django Asül? Traditionell ist er wieder als Letzter dran: Nachdem die Mama Bavaria Luise Kinseher beim Nockherberg die Politiker derbleckt und Christian Springer beim Triumphator-Anstich im Löwenbräukeller die Lage in München kabarettistisch zerlegt hat, darf Django Asül beim dritten großen Starkbieranstich in München auf Einladung des bayerischen Finanzministeriums die Zu-, Um- und Missstände in Bayern mit deftigem Witz verreißen und würdigen. Beim Maibockanstich im Hofbräuhaus am Platzl hat er der Polit-Prominenz sauber eigschenkt. Die AZ zeigt, wer es abbekommen hat. Django Asül über. . .

HORST SEEHOFER (CSU)
„Zwischen Seehofer und Merkel gibt es leichte atmosphärische Defizite.
Im Vergleich dazu wirken Obama und Putin so harmonisch wie
Marianne und Michael.“

MARKUS SÖDER (CSU)
„Er entspricht dem Typus Politiker, der andere gern mitnimmt. Wenn auch nur im Schwitzkasten. Dafür wird das Feminine in der CSU in erster Linie von Markus Söder getragen. Allein schon wie der Markus spricht und auftritt. Das hat stets was Elegantes, was Graziles, ja, ich will sogar sagen: was Elfenhaftes. “

ILSE AIGNER (CSU)
„Ilse Aigner steigt jetzt richtig ein in den Kampf um die Seehofer-Nachfolge. Dass sie wie Seehofer ihre Meinung ständig ändert, kann ihr nicht passieren. Die Ilse hat gern mal parallel zwei Meinungen. Das ist nicht beliebig. Das ist Multitasking. Ilse Aigner formuliert ihren Anspruch mehr als deutlich. Zitat Aigner: Ich glaube, dass ich es könnte, ich glaube, dass es Bayern gut tun würde. Ich kämpfe dafür aber nicht ohne Rücksicht und mit allen Mitteln. Oha! Das ist wahrlich nicht mehr die zögerliche Aigner von früher. Das ist schon Hillary Clinton mit einem Schuss Klosterfrau Melissengeist.“

FLORIAN PRONOLD (SPD)
„Über den Heranpirscher wurde schon geschrieben: Strukturiert im Denken, kontrolliert im Auftritt, einer, der wohl nie was Unbedachtes sagt. Über den Florian Pronold! Ich habe gleich gegoogelt, ob es noch einen zweiten Florian Pronold gibt. Aber nein, im Gegenteil. Google sagt, wir haben sogar den einen, den es gibt, gelöscht wegen chronischer Wirkungslosigkeit.“

ALEXANDER DOBRINDT (CSU)
„Es heißt, dass der Alex über die Schummelsoftware bei VW informiert war. Er sagt: Es stimmt, ich war informiert. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich Bescheid weiß.“

MARKUS RINDERSPACHER (SPD): „Im Sommerinterview mit dem BR hat er gesagt: Er mache Politik nicht für Umfragen und Wahlergebnisse. Ja, das bestätigen auch sämtliche Umfragen und Wahlergebnisse.“

EMILIA MÜLLER (CSU)
„Durch ihr Amt als Sozialministerin und vor allem durch ihre Art ist natürlich die Emilia Müller für Wärme zuständig. Die Emilia ist im Prinzip die sympathischste Wärmedämmung, die sich eine Partei wünschen kann. Ich will Emilia hier und heute zum Vorbild nehmen in Sachen Gastfreundschaft. Liebe Emilia, daher auch meine Frage an dich: Bist du gut untergebracht? Ja? Sehr schön. Aber du weißt schon, dass du nachher heim musst?“

Ausstellung im Stadtmuseum: Bier-Stadt München

LUDWIG SPAENLE (CSU)
„Das Thema Bildung liegt dem Ludwig Spaenle wirklich sehr am Herzen. Obwohl es sein Ministerium betrifft.“

LUDWIG HARTMANN (GÜNE)
„Der macht nur den Mund auf, wenn er was zu sagen hat. Dadurch, dass die Grünen in Bayern nix zu sagen haben, ist der Mund meistens zu.“

MARGARETHE BAUSE (GRÜNE) UND HUBERT AIWANGER (FREIE WÄHLER): „Gut, der Hubert hat ganz andere Voraussetzungen als die Margarete Bause. Sie kann überall außer in Bayern Ministerin werden. Der Aiwanger kann außerhalb Bayerns nirgendwo Minister werden.“

JOACHIM HERRMANN (CSU)
„Wer ist gemeint? Unser aller Bär? Der Balu? Der Joachim Herrmann? Der Vorsitzende vom Roberto Blanco-Fanclub!“

 

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