Hier schreiben Ude, Knobloch, Stoiber und Glas Das sagen Uschi Glas und Linken-Chef Bernd Riexinger

Schauspielerin Uschi Glas „Christlich-sozial ist meine Grundlage“

Zum Thema CSU heute denke ich, dass man das „C“ und das „S“ noch klarer herausstellen sollte.

 

Die Partei heißt christlich-sozial, und ich habe das, seit ich denken kann, auch schon als junges Mädchen, sehr ernst genommen. Ich habe mir immer gesagt, das ist doch gut, was diese Partei auszeichnet.

Christlich, also sprich: Nächstenliebe, und sozial eingestellt, das ist doch was, wo ich dahinterstehen kann. Das ist auch ehrlicherweise mein Benehmen, der Grund, warum ich mich sozial engagiere. Mein Handeln hat immer den Hintergrund, dass ich als Christin – natürlich auch für die Gesellschaft – was tun muss. Das ist meine Grundlage, meine Basis.

Und das, finde ich, kommt gerade in der heutigen Zeit leider etwas zu kurz.

Seehofers Standpauke? „Die hat mir gar nicht gefallen“

Was mir übrigens gar nicht gefallen hat – ohne jetzt Herrn Seehofer abwatschen zu wollen – ist seine höchst unschöne Art, wie er beim letzten Parteitag mit unserer Kanzlerin Angela Merkel umgegangen ist. Wie er sie abgekanzelt hat. So etwas tut man nicht. Das hat auch etwas mit Anstand zu tun.

Generell möchte ich noch sagen, dass es uns hier in München und Bayern verhältnismäßig doch sehr gut geht. Das könnte die CSU ruhig auch ein bisschen deutlicher hervorheben. Nicht nur immer die Sachen betonen, die gerade unrund laufen, wo es Probleme gibt.

Es würde uns allen, glaube ich, hin und wieder sehr gut tun, wenn uns das Gefühl – gerade auch von Seiten der Politik – vermittelt wird, dass es uns in Deutschland gut geht und wir uns auch mal freuen können.

Linken-Chef Bernd Riexinger Die „Alternative für Bayern“

Wer aus dem Rest des Landes das Wirken der CSU in Bayern verfolgt, hat schon immer leicht gefremdelt und sich vieles Unbegreifliche mit regionalen Gepflogenheiten erklärt. Aber die Reaktion auf die gestiegene Zahl der Menschen, die im letzten Jahr nach Deutschland geflohen sind, ließ sich nur noch mit panischer Angst vor der wiederbelebten AfD erklären.

Die CSU hat offensichtlich beschlossen, sich als „Alternative für Bayern“ mit einem strammen Rechtskurs zu profilieren. Klappern gehörte für die CSU schon immer zum Berliner Kerngeschäft. Aber inzwischen hat sie durch politische Querschüsse und Sägen an Merkels Thron für den Rückfall der Koalition in alte Gurkentruppen-Zeiten und einen desolaten Zustand in der Union gesorgt.

Damit wird die Machtoption für 2017 gefährdet: Es ist so weit gekommen, dass mit Kretschmann ein Grüner Merkel zu Kanzlerkandidatin ausrufen muss, während die CSU zaudert und zögert. Die CSU ist das größte Hindernis für Schwarz-Grün. Die Grünen gruselt es bei der Vorstellung, sich zu Merkel ins Bett zu legen und mit Seehofer im Arm aufzuwachen. Auch die Aussicht auf mögliche Nachfolger wie Markus Söder oder Andreas Scheuer, die immer wieder versuchen, rechts zu überholen, bessern die Aussichten nicht.

„Ablenkungsmanöver von den sozialen Problemen“

Weil sich die CSU in Sachen Flüchtlingspolitik so tief im Schützengraben verschanzt hat, hat sie den starken Rückgang der Flüchtlingszahlen nicht mitbekommen und agiert immer noch als selbsternannte Retterin der deutschen Leitkultur und des ganzen Abendlandes. Wer so weit nach rechts gerückt ist, sieht überall einen Linksruck walten.

Dass sich ausgerechnet die CSU berufen fühlt, dem Rest des Landes wieder eine Debatte über deutsche Leitkultur aufzuzwingen, ist lächerlich. Nicht nur viele Flüchtlinge haben – hoffentlich – andere Wert- und Weltbilder als die CSU, wie Herr Söder bitterlich beklagt hat, sondern zum Glück auch sehr viele Bundesbürger.

Außerdem ist das ein jämmerliches Ablenkungsmanöver von den sozialen Problemen. Davon gibt es von Kinderarmut bis Altersarmut zwischen Nordsee und Alpen genug. Aber auch in Bayern, wo sich immer weniger Menschen noch eine Wohnung in München leisten können und die Menschen in Hof eine bis zu zehn Jahre geringere Lebenserwartung als in Starnberg haben. Lösungen für diese Probleme brauchen die Menschen, aber keine Leitkultur-Predigten von einer Regionalpartei auf AfD-Kurs.

 

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