Geht er? Bleibt er? Wie Mats Hummels um seine Zukunft beim FC Bayern kämpft

Will beim FC Bayern bleiben: Mats Hummels. Foto: Sina Schuldt/dpa

Bayerns Abwehrspieler Mats Hummels kämpft um seinen Platz, er will nach AZ-Infos über den Sommer hinaus bleiben. Jérôme Boateng steht dagegen vor dem Abschied.

 

München - Der Bundestrainer sorgte am vergangenen Wochenende für eine Extra-Motivation bei Mats Hummels. Schon wieder. Nachdem Joachim Löw Bayern-Star Hummels kürzlich bereits aus der Nationalelf verbannt hatte, was der Aussortierte mit Topleistungen konterte, schwärmte Löw nun von Hummels’ neuem Rivalen: Lucas Hernández. "Joachim Löw hat uns zu Hernández beglückwünscht", erklärte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei Sky: "Für ihn ist er der beste Abwehrspieler der Welt."

Hernández noch Monate außer Gefecht

Mehr Lob geht nicht. Und man kann sich vorstellen, was diese Aussage mit Hummels macht: Sie wird ihn eher nicht herunterziehen, sondern weiter zu Höchstleistungen treiben. Wie in den allermeisten Partien der Rückrunde. Hummels kämpft um seinen Stammplatz, um seine Zukunft bei den Münchnern.

Trotz der Transfers der jüngeren Verteidiger Hernández (23, für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid; nach Knie-OP noch Monate außer Gefecht) und Benjamin Pavard (23, für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart) will der 30-Jährige nach AZ-Informationen über den Sommer hinaus bleiben und seinen bis 2021 laufenden Vertrag erfüllen. So schnell gibt ein Weltmeister nicht auf!

Boateng zieht es im Sommer zu Tuchels PSG

Im Fall Jérôme Boateng stellt sich die Situation anders dar. Der 30-Jährige wollte Bayern schon im Sommer 2018 verlassen, sein Wechsel zu Paris Saint-Germain scheiterte auf der Zielgeraden. Hinter Hummels und Niklas Süle (23) ist Boateng nur noch die Nummer drei bei den Innenverteidigern, deshalb will er nach dieser Saison weg. Wie die AZ weiß, ist sein bevorzugtes Ziel erneut das von Thomas Tuchel trainierte Team aus Paris.

"Ich habe gesagt: Es wird den ein oder anderen Zugang geben, es wird aber auch Abgänge geben", sagte Rummenigge zu den Personalien Hummels und Boateng und ergänzte, dass "wir mit beiden noch nicht gesprochen haben". Dies wird bald passieren. Boateng ist wie Hummels noch bis 2021 an Bayern gebunden, bei einem Verkauf würde der Klub eine ordentliche Ablöse kassieren. Boatengs Marktwert liegt bei 30 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de).

Der Innenverteidiger wird bei Bayern schon länger kritisch gesehen – nicht erst seit seiner Promotion-Party am Samstag im P1. Boatengs Aktivitäten außerhalb des Platzes stören Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß. Hummels wird positiver beurteilt.

Hummels nach Katastrophen-WM wieder in Topform

Dabei waren auch die Leistungen des früheren Dortmunders in dieser Saison nicht immer brillant. Die Katastrophen-WM nagte lange an Hummels, doch er zog letztlich viel Motivation aus dieser Enttäuschung, der größten seiner Karriere. Speziell in der Rückserie gehört Hummels zu den besten Bayern-Spielern – mit wenigen Aussetzern wie dem verursachten Elfmeter im Pokal-Viertelfinale gegen Heidenheim.

"Seit der WM wird sowieso nur noch auf Negatives geschaut. Wir sind alle 30 und spielen deutlich besser, als wir gemacht werden", monierte Hummels nach dem 5:0-Sieg gegen Borussia Dortmund, bei dem er herausragend gespielt hatte. Die Diskussion um sein Alter stört Hummels immens, er traut sich noch drei, vier Jahre auf Topniveau zu. Am liebsten bei Bayern, seinem Jugendverein.

Kaderverjüngung: Darf Hummels trotzdem bleiben?

Ob das auch die Bosse so sehen? Rummenigge und Hoeneß treiben die Verjüngung des Kaders voran, auf beide, also Hummels und Boateng, werden sie in der neuen Saison aber kaum verzichten. "Ich glaube, dass Mats bei Bayern München bleiben wird", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der in engem Kontakt zu Rummenigge steht. Vorteil Hummels.

Gegen Dortmund gelang dem Verteidiger sein erstes Saisontor, das sorgte für Erleichterung. "Ich dachte schon, dass mir vielleicht eine Bundesliga-Saison ohne Tor durchrutscht, das ist zum Glück nicht passiert", sagte Hummels. Jetzt will er Meister werden: "Es ist ein klitzekleiner Vorsprung, den wir mit allen Mitteln verteidigen wollen." Für Hummels soll es nicht der letzte Titel im Bayern-Dress bleiben.

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