Extratraining am freien Tag Bayerns Abwehrfrage: Bekommt Boateng noch eine faire Chance?

Extraschicht am Montag: Bayerns Jérôme Boateng. Foto: fcbayern.com

Jérôme Boateng ist zurück im Training – doch er wird beim FC Bayern wohl keine Chance mehr auf einen Stammplatz bekommen.

 

München - Die Stars des FC Bayern hatten am Montag frei. Nach dem 3:0-Erfolg auf Schalke und dem sonntäglichen Ausflug zum "Traumspiel" nach Vilshofen verordnete Trainer Niko Kovac seiner Mannschaft Ruhe – mit einer Ausnahme: Jérôme Boateng absolvierte an der Säbener Straße ein individuelles Programm, unter Anleitung von Co-Trainer Hansi Flick und Fitnesscoach Holger Broich schwitzte der 30-Jährige rund eine Stunde lang bei verschiedenen Lauf- und Koordinationsübungen. Fleißig!

Boateng mit Extratraining am freien Tag

Und verständlich. Denn Boateng, der das Bundesliga-Spiel am Wochenende krankheitsbedingt verpasst hatte, will wieder angreifen, sich für die Startformation anbieten. Nur: Bekommt er bei Bayern überhaupt eine faire Chance?

In der Innenverteidigung ist der Weltmeister nach den Verpflichtungen von Lucas Hernández (23) und Benjamin Pavard (23) lediglich die Nummer vier, auch Niklas Süle (23) liegt vor ihm. Und das, obwohl Coach Kovac in der Vorbereitung und im Supercup gegen Dortmund (0:2) auf Boateng gesetzt hatte. Der Routinier wusste durchaus zu überzeugen.

In den ersten Pflichtspielen waren Boatengs Dienste dann aber plötzlich nicht mehr gefragt, Pavard und/oder Hernández spielten an der Seite des gesetzten Süle. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Boateng mit seinen Einsätzen vor Saisonbeginn vor allem finanzstarke Klubs anlocken sollte.

Spitzenvereine zeigen kein Interesse an Boateng

"Jérôme ist ein Spieler, der spielen möchte. Und wenn er nicht in einer gewissen Regelmäßigkeit spielt, wird er auch nicht zufrieden sein", sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Die Bayern wollen Boateng loswerden. Nach lobenden Worten während der USA-Reise klingt Rummenigge plötzlich so: "Wenn Boateng den Verein verlassen möchte, dann muss er uns das mitteilen, dann werden wir uns damit befassen. Die grundsätzliche Aussage muss von ihm kommen." Weiter kann man die Tür nicht öffnen. Nach AZ-Informationen würde Boateng die Bayern auch gern verlassen, aber nur für einen europäischen Topklub. Er will um den Sieg in der Champions League mitspielen.

Anders als im Sommer 2018 (Paris Saint-Germain) scheint bislang aber kein Spitzenverein konkretes Interesse zu zeigen. Ein Problem für Boateng – und für Bayern.

Denn sollte der Innenverteidiger bis zum Transferschluss am 2. September keinen neuen Klub finden, droht mindestens bis zur Winterpause Unruhe. Boateng ist auf Dauer kein Mann für die Ersatzbank.

Hernández mit solidem Startelf-Debüt

Dabei könnte er den Bayern auch jetzt noch auf dem Platz helfen – speziell im Spielaufbau. Nach dem Abschied von Mats Hummels (30) wäre Boateng prädestiniert für Pässe aus der Abwehr heraus, sowohl Süle als auch Pavard und Hernández haben in dieser Disziplin Verbesserungspotenzial.

Gegen Schalke lief die Spieleröffnung meist über Hernández, der insgesamt ein solides Startelf-Debüt gab. "Ich bin sehr glücklich. Nach fünf Monaten Verletzungspause hatte ich große Lust, zu spielen. Ich habe versucht, es bestmöglich zu machen, damit alle wissen, dass sie auf mich zählen können, wenn ich auf dem Platz stehe."

Hernández soll der neue Abwehr-Boss werden in der Zeit nach Hummels und Boateng. Aber klar: Nach seiner Knie-OP und anschließender Reha muss der Franzose noch aufholen. Boateng ist in einer besseren Verfassung – doch ihm helfen wohl auch keine Extraschichten mehr.

Lesen Sie hier: FC Bayern - Kann Joshua Kimmich auf der Sechs zur Dauerlösung werden?

Lesen Sie hier: Trotz Coutinho-Verpflichtung - Müller fürchtet nicht um Platz beim FC Bayern

 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading