Ex-Bayern-Star kehrt zurück Thomas Helmer exklusiv: Warum Hummels dem FC Bayern fehlt

Kehrte vom FC Bayern zu Borussia Dortmund zurück: Innenverteidiger Mats Hummels. Foto: firo/Augenklick

Mats Hummels von Borussia Dortmund kehrt nach München zurück. Dort trauert ihm mancher Fan wohl nach. Ex-Profi Thomas Helmer erklärt in der AZ, woran das Spiel des FC Bayern krankt: "Die Defensive bereitet Sorgen".

 

Thomas Helmer (54) hat auf beiden Seiten gekämpft, von 1986 bis 1992 bei Borussia Dortmund gespielt und anschließend sieben Jahre für den FC Bayern – drei Meisterschaften, zwei Pokalsiege und den Uefa-Cup-Triumph 1996 inklusive. Wenn sich ein Mann also mit den beiden deutschen Giganten auskennt, dann ist es Helmer.

Doch vor dem Klassiker an diesem Samstag (18:30 Uhr/"Sky" und im AZ-Liveticker) sagt er im Gespräch mit der AZ: "Ich habe überhaupt kein Gefühl, wie es ausgeht. Beide Teams hatten Schwankungen in dieser Saison. Alles ist möglich." Kein Widerspruch – der Bundesliga-Kracher ist diesmal ein Wundertüten-Gipfel.

Helmer: "Einer wie Hummels fehlt dem FC Bayern"

Was Helmer aber ganz sicher weiß: Die Bayern haben in dieser Saison große Probleme, besonders im Abwehrbereich. Daran ändert auch der 2:0-Erfolg in der Champions League gegen Olympiakos Piräus nichts. "Die Defensive der Bayern bereitet Sorgen", sagt Helmer, der den "CHECK24-Doppelpass" bei "Sport1" moderiert: "Da sehe ich Vorteile bei Dortmund."

Und das liegt nicht zuletzt an einem Rückkehrer – an Mats Hummels. Der 30-Jährige verließ seine Heimat München vor dieser Saison, auch deshalb, weil ihm Ex-Trainer Niko Kovac keine überzeugende sportliche Perspektive aufzeigte. Seitdem stabilisiert Hummels die BVB-Abwehr, spielt meist auf Spitzenniveau. War es ein Fehler der Bayern, ihren Weltmeister gehen zu lassen? Helmer meint: "Einer wie Hummels fehlt dem FC Bayern gerade, seine Erfahrung könnte man schon gut gebrauchen."

FC Bayern: Personalnot aufgrund von Verletzungsmiesere

In der Tat. Jérôme Boateng (31) ist nach seinem Platzverweis in Frankfurt für zwei Spiele gesperrt, Lucas Hernández (23) und Niklas Süle (24) fehlen verletzt noch mehrere Monate. In der Innenverteidigung wird Interimscoach Hansi Flick (54) wohl wieder auf Javi Martínez (31) und David Alaba (27) setzen. "Alaba ist als Linksverteidiger einer der Besten der Welt, aber die Abwehrmitte ist nicht seine Paraderolle", gibt Helmer zu bedenken: "Er hat nicht die Kopfball- und Zweikampfstärke, die man auf dieser Position braucht." Generell fehle es dem Defensivbereich der Münchner an "Konstanz", erklärt Helmer weiter, das liege an den "ständigen Wechseln".

Dortmund (elf Gegentore in der Liga/Bayern liegt schon bei 16) sei stabiler aufgestellt und habe mit Hummels einen wichtigen Führungsspieler hinzugewonnen. "Mats kann auf dem Platz vorangehen – wie auch Witsel, Delaney oder Reus. Beim FC Bayern sehe ich eine solche Achse nicht." Eine alarmierende, aber treffende Erkenntnis: Denn sowohl in der Innenverteidigung als auch im zentral-defensiven wie -offensiven Mittelfeld wird bei den Münchnern in dieser Spielzeit munter durchgetauscht. Mit Joshua Kimmich (24), Leon Goretzka (24) und Thomas Müller (30) scheint Flick nun aber eine dauerhafte Lösung fürs Herz des Bayern-Spiels gefunden zu haben.

Hummels schlägt forsche Töne an

Ob das der Schlüssel ist, um den Ex-Münchner Hummels zu besiegen? "Wir dürfen ihnen nicht das Gefühl geben, dass sie gewinnen können", fordert der Rückkehrer forsch. Hummels weiß: Genau für diese Kräftemessen mit Topteams wie Bayern wurde er verpflichtet, er soll Selbstvertrauen und Siegeswillen vorleben. In der vergangenen Saison traf Hummels noch bei der 5:0-Demonstration in der Allianz Arena gegen Dortmund. Jetzt ist er der große BVB-Trumpf.

"Mir ist auch aufgefallen, dass einer der besten Spieler der Bayern in diesem Spiel nun auf der anderen Seite spielt", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei "Sky". Einen wie Hummels hätte Bayern aktuell bestimmt gern im Team.

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