Eine schöne Sünde Warum der FC Bayern für Wunschspieler Sané alle Grenzen sprengt

, aktualisiert am 02.08.2019 - 18:13 Uhr
Wunschspieler des FC Bayern: Leroy Sané, derzeit noch bei Manchester City unter Vertrag. Foto: imago/AFLOSPORT

Leroy Sané wird den FC Bayern mehr als 200 Millionen Euro kosten – und den Kader deutlich verbessern.

 

München - Es ist ein Transfervolumen, wie es die Bundesliga, wie es der FC Bayern nie zuvor gesehen hat. Vor wenigen Monaten hatte Präsident Uli Hoeneß einen 100-Millionen-Euro-Einkauf für diesen Sommer noch kategorisch ausgeschlossen – nun werden die Münchner für ihren Wunschspieler Leroy Sané (23) sogar mehr als 200 Millionen zahlen, wenn man die Ablösesumme, das Handgeld und Sanés fürstliches Gehalt zusammennimmt.

Eine schöne Sünde, die der FC Bayern begeht. Aber eine, die wohl notwendig ist, um mit den europäischen Schwergewichten weiter mithalten zu können.

Nach AZ-Informationen ist der wichtigste Dominostein im Transferpoker um Sané gefallen: Der deutsche Nationalspieler will zu Bayern wechseln, er hat sich für eine sportliche Veränderung entschieden – und diesen Entschluss in seinem Umfeld bereits kommuniziert. Was nun folgen muss, ist eine Einigung der Klubs. Manchester City verlangt englischen Medienberichten zufolge fast 160 Millionen Euro Ablöse, so viel will Bayern nicht zahlen.

FC Bayern dementiert Einigung mit Sané

Es sind sensible Verhandlungen. Auch deshalb dementierten die Münchner am Donnerstagabend die Einigung mit Sané via Twitter. Der Deal darf auf der Zielgeraden auf keinen Fall noch scheitern. Öffentliche Statements soll es bis zur Vertragsunterschrift nicht mehr geben. "Dazu ist alles gesagt worden", erklärte Bayern-Trainer Niko Kovac am Freitag nur zu Sané und dem Rüffel von Karl-Heinz Rummenigge.

Der Vorstandsboss hatte Kovac nach dessen offensiven Aussagen im ZDF zurechtgewiesen. Anschließend entschuldigte sich Kovac bei ManCity und Trainer Pep Guardiola, der am Freitag seinen Standardsatz der vergangenen Wochen wiederholte. "Ich habe schon oft gesagt, dass ich unmöglich einen Spieler überzeugen kann zu bleiben, wenn er gehen will", sagte Pep über Sané: "Aber der Spieler hat mir nichts gesagt. Er ist unser Spieler, und wir wollen, dass er bleibt." Doch danach sieht es bei Sané nicht aus.

Das Niederknien vor Sané ist beispiellos

Man kann sich in der Historie des FC Bayern an keinen vergleichbaren Fall erinnern, bei dem sich der Klub derart für einen neuen Spieler eingesetzt hat. Klar: Uli Hoeneß warb einst sehr intensiv für Trainerikone Guardiola, besuchte ihn in New York und überzeugte den Starcoach von einem Wechsel nach München. Doch das Niederknien vor Sané ist beispiellos. Und es offenbart, wie abhängig der Klub von diesem Deal ist.

Sportlich gesehen, ist Sané selbstverständlich ein riesiger Gewinn für Bayern. Er kann offensiv auf fast allen Positionen spielen, der Angriff mit Sané, Serge Gnabry, Kingsley Coman und Robert Lewandowski verspricht Weltklasse-Fußball. Doch Sané wird im Mannschaftskreis auch für Wirbel sorgen.

Torjäger Lewandowski (30) etwa befindet sich mit der Klubspitze gerade in Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. Der Pole würde laut "kicker" gern bis 2023 bleiben, Bayern will offenbar nur bis 2022 verlängern. Mit rund 16 Millionen Euro pro Jahr ist Lewandowski derzeit Topverdiener bei Bayern – Sané soll laut "Bild" etwa 20 Millionen jährlich kassieren. Ob das Lewy gefällt?

Generell dürfte der Sané-Transfer Lewandowski sehr wohl gefallen, denn so erhöhen sich für ihn die Chancen, doch noch die Champions League zu gewinnen. "Das ist ein großer Spieler mit großer Qualität und Potenzial", sagt Lewandowski über Sané: "Solche Spieler können dich direkt ab dem ersten Spiel nach oben bringen und die Mannschaft verbessern."

Darauf hoffen auch die Bayern. Und deshalb begehen sie diese schöne Sünde.


Wie viel 200 Millionen Euro wirklich sind

Leroy Sané wird zum Rekordtransfer der Bundesliga aufsteigen, wenn er von Manchester City zum FC Bayern wechselt. Das Gesamtpaket für den Nationalspieler soll sogar die 200-Millionen-Euro Grenze übersteigen. Wahnsinn!

Die AZ hat sich mal Gedanken darüber gemacht, wie viel Geld das eigentlich ist. Hier ein paar Beispiele, was man für 200 Millionen Euro alles bekommt:

  • ungefähr 4.800 Mercedes- Benz E-Klassen
  • etwa 1.000 Ferrari-Neuwagen
  • ca. 200.000 Mal das iPhone X
  • etwa 28 Strandhäuser in Malibu
  • mehr als 200 Millionen Liter Milch
  • ungefähr 250 Millionen Brezn
  • mehr als 17 Millionen Maß Bier auf dem diesjährigen Oktoberfest
  • ca. acht Mal den Kader des SC Paderborn
  • ca. neun Mal den Bundesliga-Etat der Paderborner
  • zehn Dodi Lukebakios
  • zwei Eden Hazards
  • eineinhalb Antoine Griezmanns
  • mehr als eine halbe Allianz Arena

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