Deutscher Fußball im Hoch Confed Cup und U21-EM: Die Besten der Welt

Die Anführer samt Trophäen: Kapitän Julian Draxler mit dem Confed-Cup-Pokal (links) und U21-Europameister Maximilian Arnold. Foto: gve

Confed-Cup-Sieger, U21-Europameister und dazu amtierender Weltmeister: Der deutsche Fußball thront an der Spitze. Die AZ erklärt, warum das so ist - und was man nun für die WM 2018 erwarten kann.

 

München - Emre Can und Joshua Kimmich führten den deutschen Feierzug an, dann wurde Jagd auf Joachim Löw gemacht: Bier- und Sektduschen musste der Bundestrainer nach dem Confed-Cup-Erfolg auf der offiziellen Pressekonferenz über sich ergehen lassen, die Spieler sangen völlig ausgelassen: "Die Nummer 1 der Welt sind wir."

Jenen Song, den man auch nach dem WM-Triumph 2014 von der deutschen Stars gehört hatte. Und Löw, der mit seinem Team am Montagmittag nach langer Partynacht in Frankfurt landete und seine Spieler in den wohlverdienten Urlaub verabschiedete, sah es ja genauso.

"Deutschland ist immer noch die beste Mannschaft der Welt nach dem Weltmeistertitel 2014 und diesem Cup", sagte der Bundestrainer im Anschluss an das 1:0 im Endspiel gegen Chile. "Dass es gerade diese Jungen geschafft haben, diesen Titel zu gewinnen, ist etwas Historisches und Einmaliges in der deutschen Geschichte."

Die Besten der Welt - nach dem WM-Sieg, dem Triumph bei der U21-EM und nun beim Confed Cup kann man Löw kaum widersprechen. "Deutschland gewinnt immer, Deutschland regiert im Fußball", schrieb die spanische Zeitung Marca. Hier gibt's weitere Pressestimmen!

Die AZ nennt vier Gründe, warum die DFB-Elf an der Spitze thront...

1. Konkurrenz wie nie

Leon Goretzka, Timo Werner, Lars Stindl, Sebastian Rudy, Niklas Süle oder Marc-André ter Stegen: Zahlreiche Spieler, die vor Turnierbeginn nicht gesetzt waren für die WM, haben ihre Chancen deutlich erhöht, andere Akteure wie Joshua Kimmich, Julian Draxler und Jonas Hector ihren Platz dank eines herausragenden Turniers gesichert. 23 Plätze hat Löw für die WM-Mission im kommenden Jahr frei, dafür steht dem Bundestrainer "ein Pool von 50 Klassespielern" zur Verfügung, wie der frühere DFB-Coach Jürgen Klinsmann anmerkte.

"Das ist eine schöne Qual der Wahl. Ich möchte noch gar nicht an die Nominierung im September denken", sagte Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff mit Blick auf die beiden WM-Qualifikationsspiele in Tschechien (1. September) und drei Tage später in Stuttgart gegen Norwegen. Aus dem Weltmeister-Team von 2014 sind weiter einige Stars für die Stammelf unverzichtbar: Torhüter Manuel Neuer, das Abwehrduo Jérôme Boateng und Mats Hummels, im Mittelfeld Toni Kroos. Doch selbst frühere Säulen wie Mesut Özil, Thomas Müller oder Sami Khedira haben plötzlich Druck auf ihren Positionen. "Das ist gut", sagte Bierhoff: "Es gibt wenig Unantastbare."

2. Starker Unterbau U21

Das Team von Stefan Kuntz, Deutschland III, wie man sagen könnte, holte den Titel bei der U21-EM, besiegte im Finale Favorit Spanien mit 1:0. Und zeigte dabei ähnliche kämpferische Qualitäten wie Löws Mannschaft. Das Kollektiv schlug auch hier individuelle Klasse. "Heute seid ihr U21-Europameister und vielleicht irgendwann auch mal Europa- oder Weltmeister", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Bierhoff meinte: "Wenn du den Adler auf der Brust hast, werden gewisse Energien freigesetzt. Wo Mannschaft drauf steht, ist auch Mannschaft drin." Mehrere Spieler wie Niklas Stark, Jeremy Toljan, Mitchell Weiser, Maximilian Arnold, Max Meyer oder Serge Gnabry könnten für Löw interessant werden.

3. Löws Mut

Vor dem Turnier wurde der Bundestrainer teils heftig kritisiert, weil er eine Perspektivmannschaft nominierte und auf etablierte Stars verzichtete. Letztlich muss man festhalten: Er hat alles richtig gemacht. Neue Spieler haben sich in den Vordergrund gespielt, andere konnten sich endlich mal schonen nach einer anstrengenden Saison. "Davon werden wir profitieren", sagte Löw, der konsequent auf eine Dreierkette in der Abwehr setzte und damit ganz nebenbei eine weitere taktische Variante erfolgreich testete. "Jogi war wieder mehr Fußballlehrer, richtig nah dran am Mann, konnte etwas entwickeln", sagte Bierhoff über den Tüftler Löw.

4. Die höchsten Ansprüche

"Jetzt geht es darum, alle Abergläubigen zu widerlegen", sagte DFB-Präsident Grindel: "Denn wir wollen wieder Weltmeister werden. Das ist die Zielrichtung." Noch nie gewann ein Team nach dem Confed Cup auch die WM - doch schon in Brasilien 2014 hatte Deutschland als erstes europäisches Team auf südamerikanischem Boden triumphiert. "Es ist ja schön, Regeln zu brechen", sagte Bierhoff. Jeder im Team weiß, dass es nur um die Titelverteidigung geht. Das schärft die Sinne.

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zur Zukunft der DFB-Elf

 

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