Der AZ-Transfercheck Auf diesen Positionen hat der FC Bayern Nachholbedarf

Niko Kovac (links) und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Foto: firo/Augenklick

Drei Neuzugänge haben die Münchner bislang für die kommende Saison verpflichtet - doch speziell in der Offensive ist die Bilanz ernüchternd. Wo Bedarf besteht und wo nicht: Der Transfercheck der AZ.

 

München - Der Boss ist jetzt wieder vor Ort - und überwacht die Transferaktivitäten seines Klubs aus nächster Nähe an der Säbener Straße. Uli Hoeneß hat seinen Urlaub in Südfrankreich vorzeitig beendet - in erster Linie, um den Meistertriumph der Bayern-Basketballer live im Audi Dome verfolgen zu können.

Doch angesichts der bislang schwachen Ausbeute der Münchner auf dem Transfermarkt dürfte es dem Präsidenten und Aufsichtsratsboss ein wichtiges Anliegen sein, Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei der Kadergestaltung für die kommende Saison zu unterstützen.

Man werde zum Bundesliga-Start am 16. August eine "gute Mannschaft auf dem Platz" haben, versprach Hoeneß. Exakt 66 Tage vor Ende des Wechselfensters (am 31. August) haben die Münchner allerdings noch große Aufgaben vor sich.

Die AZ macht den Transfercheck.

Defensive: Im Tor sind die Bayern mit dem wiedererstarkten Manuel Neuer, Ersatzmann Sven Ulreich und Nachwuchskeeper Christian Früchtl bestens aufgestellt – im Bereich davor gibt es Unklarheiten.

Warum Mats Hummels offenbar mitgeteilt wurde (der BR berichtete darüber), dass er künftig keine Chance auf einen Stammplatz haben werde und das Duo Niklas Süle/Lucas Hernández gesetzt sei, ist schleierhaft. Hummels hat "eine sehr gute Rückrunde" hinter sich, das räumte auch Uli Hoeneß ein. Doch der Abschied des Trainer-Kritikers Hummels zum Rivalen aus Dortmund sei aus Sicht des Präsidenten zu verkraften, da man ja über "sehr viele Innenverteidiger" verfüge. Tatsächlich?

Mit Süle, Jérôme Boateng sowie den Neuzugängen Hernández und Benjamin Pavard gibt es aktuell zwar vier Kandidaten für die zentrale Verteidigung. Zudem kann Javi Martínez dort im Notfall spielen, wenngleich dem Spanier die Geschwindigkeit fehlt. Doch diese Rechnung ist sehr optimistisch kalkuliert.

Hat Boateng keine Zukunft beim FC Bayern?

Hernández befindet sich nach seiner Knieverletzung weiter in der Reha, er wird zum Vorbereitungsstart am 8. Juli noch nicht mit der Mannschaft trainieren können. Wie sein Weltmeister-Kollege Pavard agiert Hernández im Nationalteam übrigens als Außenverteidiger – und nicht in der Abwehrmitte.

Dort ist die Paradeposition von Boateng, der Weltmeister hat jedoch keine Zukunft bei Bayern. "Ich würde ihm als Freund empfehlen, den Verein zu verlassen", erklärte Hoeneß im Mai. Boateng brauche "eine neue Herausforderung, er wirkt wie ein Fremdkörper." Wie soll man nach diesen Aussagen weiter zusammenarbeiten?

Falls Boateng geht, ist das Aufgebot im Defensivzentrum sehr überschaubar. Als Neuzugang ist Stuttgarts Ozan Kabak im Gespräch – ein 19-Jähriger mit gerade einmal 15 Bundesligaspielen. Coach Niko Kovac wünscht sich noch einen Sechser vom Typ des Chelsea-Profis N’Golo Kanté, obwohl Bayern auf dieser Position eigentlich gut aufgestellt ist.

Bislang kein Ersatz für Ribéry, Robben und Rodríguez

Offensive: Mit Franck Ribéry, Arjen Robben und James Rodríguez haben drei Stars den Klub verlassen, die an guten Tagen zu Weltklasseleistungen imstande waren. Als Ersatz kam bislang – niemand. Stürmer Fiete Arp (19) hatte nicht mal beim HSV einen Stammplatz.

Der umworbene Leroy Sané will lieber bei Manchester City bleiben, auch Spanien-Stratege Rodrigo von Atlético Madrid bevorzugt die Lehre Pep Guardiolas. Und bei Timo Werner sind sich die Münchner Macher intern noch immer nicht einig, ob er die Klasse für Bayern hat.

Klar ist: Offensiv braucht die Kovac-Elf noch einen, eher zwei Top-Spieler, um international konkurrenzfähig sein zu können.

Lesen Sie hierzu den AZ-Kommentar 

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