Hochwasser in Niederbayern Liveblog: Helferansturm sorgt für Behinderungen

, aktualisiert am 04.06.2016 - 15:21 Uhr
Ein Feuerwehrmann geht durch eine überflutete Straße in Simbach am Inn. Noch immer wurde das vermisste Ehepaar nicht aufgefunden. Foto: dpa

Auch am Donnerstag halten die Folgen des Hochwasser die Menschen in Niederbayern in Atem. Mindestens sechs Menschen sind der Flut zum Opfer gefallen. Ein älteres Ehepaar wird noch immer vermisst. Meterologen rechnen am Freitag mit neuen heftigen Regenfällen. Verfolgen Sie die Lage im AZ-Liveblog.

Vier Tage ist die Hochwasserkatastrophe in Niederbayern jetzt her. Die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen – betroffene und Helfer arbeiten unermüdlich im Katastrophengebiet. Der Schock sitzt weiter tief.

Im Zuge des dramatischen Hochwassers sind mindestens sieben Menschen gestorben. Vermisst wird laut dem Bürgermeister von Simbach am Inn niemand mehr. Ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge liegen die Schäden "mindestens im zweistelligen Millionenbereich." Verfolgen Sie alle Meldungen zur Flut in Niederbayern im AZ-Liveblog.

Die aktuelle Unwetter-Lage in Niederbayern – hier im AZ-Liveblog:

+++ Großer Andrang für Soforthilfe am Samstag +++

Auch am Samstagmorgen und -vormittag holten sich etliche Flut-Betroffene ihre 1.500 Euro Soforthilfe ab. "Der Ansturm ist enorm. Eine halbe Stunde nach Öffnung des Rathauses um 7 Uhr haben sich schon 140 Menschen registrieren lassen", sagte der Bürgermeister von Simbach am Inn, Klaus Schmid (CSU). Bis die Menschen letztendlich das Geld in der Hand hatten, dauerte es oft mehr als zwei Stunden.

+++ Helferansturm in Simbach sorgt für Behinderungen +++

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd teilte via Twitter mit, dass keine freiwilligen Helfer mehr nach Simbach am Inn kommen sollen. Wegen des großen Ansturms kommt es aktuell zu massiven Behinderungen. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

+++ 1 Million Euro Soforthilfe am Freitag ausgezahlt +++

Wie der bayerisches Finanzminister Markus Söder über seinen Twitter-Kanal mitteilte, wurden alleine am Freitag 1 Million Euro Soforthilfe an die Hochwasseropfer ausgezahlt.

+++ Bürgermeister: Alle Vermissten gefunden +++

Informationen des Simbacher Bürgermeisters zufolg gibt es seit Samstag keine Vermissten mehr. Jetzt gelte es, die Strom- und Wasserversorgung wieder herzustellen.

+++  Noch keine Entwarnung in Überschwemmungsgebieten +++

In den Überschwemmungsgebieten in Niederbayern gehen die Aufräumarbeiten schrittweise voran. "Von Entspannung kann aber noch nicht die Rede sein", sagte der Bürgermeister von Simbach am Inn, Klaus Schmid (CSU). Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Wasserwacht waren bereits am frühen Morgen dabei, die Straßen von Müll und Schlamm zu säubern. Zudem hatten sich bereits mehr als 100 freiwillige Helfer angemeldet. "Es ist unglaublich, wie viele junge Menschen helfen", sagte Schmid.

+++ Bericht: Vermisstes Ehepaar aus Keller befreit +++

Wie "BR24" am Freitagnachmittag berichtete, wurde das lange vermisste Ehepaar aus Simbach im Inn gefunden. Der 81 Jahre alte Mann und seine 77-jährige Frau wurden aus einem überfluteten Keller befreit und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Laut Polizei blieben beide unversehrt. Hier gibt es weitere Informationen zur glücklichen Nachricht.

+++ Herrmann: "Helfen statt gaffen" +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat Schaulustige im niederbayerischen Überschwemmungsgebiet zum Anpacken aufgerufen. "Sich an menschlichen Katastrophen ergötzen und dabei Menschen im Weg stehen, die anderen Menschen in der Not helfen wollen, ist alles andere als lustig. Das gehört sich einfach nicht. Es ist schlichtweg unverschämt", sagte Herrmann am Freitag. "Helfen statt gaffen – das ist das, was wir in Notsituationen brauchen."

+++ Siebtes Todesopfer in Niederbayern +++

Ein Opfer des Hochwassers in Simbach am Inn ist am Freitag im Krankenhaus verstorben. Das teilte Michael Fahmüller (CSU), Landrat von Rottal-Inn, mit. Damit sind nun insgesamt sieben Menschen infolge der Fluten in Niederbayern gestorben.

Ein Mann habe eine Herzattacke erlitten, sagte ein Sprecher des Landratsamts Rottal-Inn. Der etwa 80-Jährige sei ins Krankenhaus nach Eggenfelden gebracht worden, wo es eine Spezialstation für Herzerkrankungen gebe. Dort sei der Mann gestorben.

+++ OB Reiter bietet Hilfe an +++

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat dem besonders stark betroffenen Ort Simbach am Inn seine Hilfe angeboten.

+++ Deutscher Wetterdienst warnt vor neuen Gewittern +++

Der Deutsche Wetterdienst warnt für das Wochenende vor neuen teils schweren Gewittern. "Wir bleiben in dieser feuchtwarmen Luftmasse bis zum Sonntag", sagte Meteorologe Volker Wünsche am Freitag in München. "Die punktgenaue Vorhersage, wo genau zu welchem Zeitpunkt mit welcher Intensität ein Ereignis auftritt, ist aber nicht möglich."

+++ Bisher 300.000 Euro Soforthilfe ausgezahlt +++

Das Landratsamt Rottal-Inn hat Opfern der Flutkatastrophe am Freitag binnen weniger Stunden Sofortgelder in Höhe von insgesamt 300.000 Euro ausgezahlt. Die meisten holten das Geld gleich früh morgens – allein 150 Menschen waren es in der ersten Stunde bis 8 Uhr. "Ich hoffe persönlich, dass diese erste Unterstützung den schwer getroffenen Menschen eine echte Hilfe ist, um die ersten Tage nach der Katastrophe abzufedern", betonte Landrat Michael Fahmüller. Jeder Haushalt bekommt seit Freitag 1.500 Euro, um die nötigsten Dinge anzuschaffen. Die Auszahlung werde auch am Samstag weitergehen.

+++ Seehofer besucht Krisengebiet +++

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wird am Samstag den Landkreis Rottal-Inn besuchen. Am frühen Nachmittag wird er sich im Rathaus von Simbach über die Lage informieren lassen und Gespräche mit Kommunalpolitikern und Helfern führen, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Anschließend besichtigt er in Simbach die von der Flutkatastrophe betroffenen Gebiete.

+++ Bayerischer Fußball-Verband hilft Betroffenen +++

Mit 50.000 Euro will die Sozialstiftung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) den Hochwasseropfern in Niederbayern helfen. Unterstützt werden sollen Vereine und BFV-Mitglieder, wie Stiftungsvorstand Jürgen Faltenbacher am Freitag in München mitteilte. Jeder habe die schrecklichen Bilder aus den überfluteten Orten vor Augen. Daher sei es selbstverständlich, dass schnell und unkompliziert geholfen werde. Betroffene Vereine und Mitglieder könnten bei dem Verband per Mail einen Zuschuss beantragen.

+++ Taucher suchen weiter nach vermisstem Ehepaar +++

Taucher suchen weiter nach einem vermissten Ehepaar in Simbach. "Wir wissen momentan noch gar nichts", sagte Polizeisprecher Michael Emmer am Freitag. Der Keller des Wohnhauses stehe wie viele andere Keller noch unter Wasser. Der 81 Jahre alte Mann und seine 77-jährige Frau waren am Donnerstag als vermisst gemeldet worden. Es ist aber unklar, ob sie überhaupt zu Hause waren. Da viele Häuser einsturzgefährdet sind, wird erst die Statik geprüft, bevor Taucher oder Helfer hinein können.

+++ Trinkwasser im Simbacher Freibad +++

Das Technische Hilfswerk errichtete am Freibad von Simbach eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung. Im Laufe des Freitags soll dann ein Inn-Damm in Erlach geöffnet werden, um das Wasser aus dem dortigen Polder ablaufen zu lassen. Danach könnten die Trinkwasserbrunnen von Simbach im Gebiet des Polders kontrolliert und die nötigen Maßnahmen eingeleitet werden. "Unser Ziel ist es, die Trink- und Brauchwasserversorgung im Gemeindegebiet Simbach so schnell wie möglich wieder in Funktion zu setzen", sagte Landrat Michael Fahmüller.

+++ Hochwasseropfer holen Geld ab +++

Zahlreiche Flutopfer im Landkreis Rottal-Inn haben am Freitag im Landratsamt in Pfarrkirchen das sogenannte Sofortgeld von 1.500 Euro abgeholt. Bereits eine Stunde nach Öffnung hätten 150 Menschen den Betrag in bar erhalten, mit dem die nötigsten Anschaffungen bezahlt werden sollen, sagte eine Mitarbeiterin. "Der Andrang ist enorm."

+++ Katastrophenfall im Landkreis Passau aufgehoben +++

Die Hochwasserlage im Landkreis Passau hat sich entspannt. Landrat Franz Meyer hob deshalb am Freitag den Katastrophenfall auf, wie das Landratsamt mitteilte. Damit werde auch die zentrale Koordinierung der Einsätze über die Einsatzzentrale im Landratsamt beendet.

Auch im Landkreis Passau hatten am Mittwoch Überschwemmungen große Schäden verursacht. Allerdings war die Lage dort nicht ganz so schlimm wie im benachbarten Landkreis Rottal-Inn, wo durch das verheerende Hochwasser mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen waren.

+++ Asylbewerber helfen in Simbach am Inn +++

Eine Gruppe von syrischen Asylbewerbern hilft den Betroffenen des Hochwassers in Simbach am Inn. Sie selbst sagen: "Wir haben von den Menschen in Simbach so viel Hilfe bekommen, jetzt können wir etwas zurückgeben. Das tut gut." Mehr dazu gibt es hier.

+++ Aufräumarbeiten im Katastrophengebiet +++

In allen betroffenen Gemeinden in Niederbayern laufen die Aufräumarbeiten auch Hochtouren. Hier gibt es die bedrückenden Bilder.

+++ Bundespolizei hilft vor Ort +++

Auch die Bundespolizei ist in Simbach am Inn und Triftern vor Ort und hilft den Betroffenen.

+++ Simbachs Bürgermeister: Wasserversorgung hat Priorität +++

Eine gesicherte Wasserversorgung für die gesamte Bevölkerung hat aus Sicht des Simbacher Bürgermeisters Klaus Schmid (CSU) derzeit Vorrang bei den Aufräumarbeiten in der Hochwasserregion. "Noch ist die Wasserversorgung nicht komplett wiederhergestellt", sagte Schmid am Freitagmorgen. Viele Einwohner müssten sich an Sammelstellen abgezapftes Wasser aus Containern geben lassen.

Wie die Polizei mitteilt, wird noch immer ein älteres Ehepaar vermisst. Die Suche läuft auch Hochtouren.

+++ Trinkwasser fehlt +++

In den am schwersten betroffenen Städten Simbach am Inn, Triftern und Tann ist stellenweise die Wasserversorgung ausgefallen. Die Behörden mahnen die Einwohner, Trinkwasser vor dem Verbrauch abzukochen. "Das Wichtigste ist heute, eine flächendeckende Trinkwasserversorgung und das Straßennetz wiederherzustellen", sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Rottal-Inn. Zumindest die Stromversorgung war am Morgen aber fast flächendeckend wieder intakt.

+++ Probleme bei Aufräumarbeiten +++

Der heftige Regen, der am Mittwoch unvermittelt über die Gegend hereingebrochen war, hat zwar aufgehört. Doch für die Aufräumarbeiten ist das nicht unbedingt günstig. "Das Problem ist, dass der Schlamm rasch abgeräumt werden muss. Wenn er einmal getrocknet ist, wird er steinhart", erklärt ein Sprecher des Technischen Hilfswerks.

+++ Polizei patroulliert weiter +++

Um Plünderungen zu verhindern, patrouillierte die Polizei auch in der vergangenen Nacht im Streifenwagen durch Simbach. Am Donnerstag hatte es bereits zwei Festnahmen gegeben, die die unübersichtliche Lage ausnutzen wollten, um ein Autoradio zu stehlen und Waren aus einem Kiosk zu entwenden.

+++ Heftiger Regen am Freitag +++

In der Nacht zum Freitag beruhigte sich die Wetterlage zwar zunächst. Am Freitag könnte es besonders in Bayern aber wieder zu heftigen Regenfällen kommen, sagte ein DWD-Meteorologe am späten Donnerstagabend.

+++ Sechstes Todesopfer entdeckt +++

Am Donnerstagabend wurde in Sinnbach am Inn die Leiche eines 65-Jährigen gefunden. Mehr dazu hier.

+++ Keine logistische Kapazität für Sachspenden +++

Der Landkreis Rottal-Inn hat hilfsbereite Bürger aufgerufen, mit möglichen Sachspenden noch zu warten. "Wir haben jetzt ganz einfach noch nicht die logistische Kapazität, um Sachspenden anzunehmen, zu lagern und zu verteilen", erklärte Landrat Michael Fahmüller. Derzeit stünden schlichtweg andere Maßnahmen wie die Kontrolle und die Reparatur der Verkehrsinfrastruktur oder die Unterbringung von Menschen, deren Wohnungen unbewohnbar geworden seien, im Mittelpunkt des Handelns.

+++ Schäden in dreistelliger Millionenhöhe +++

Mindestens fünf Tote, mehrere Vermisste und Schäden in dreistelliger Millionenhöhe allein im Landkreis Rottal-Inn - das ist die schreckliche Bilanz in Niederbayern. Simbach am Inn und Triftern sind in weiten Teilen verwüstet, viele Häuser stehen immer noch unter Wasser.Angesichts weiterer angekündigter Gewitter ist vorerst keine Entspannung in Sicht, teilte der Hochwassernachrichtendienst Bayern am Donnerstagabend in seinem aktuellen Lagebericht mit. Die Stromversorgung ist nun aber flächendeckend wieder intakt.

+++ Der Deutsche Wetterdienst hebt alle Unwetterwarnungen vorerst auf +++

Vor "markanten Gewittern" in weiten Bereichen Deutschlands wird aber weiterhin gewarnt. Die Gewitter sollten sich im Laufe der Nacht zum Freitag zwar weiter abschwächen, dennoch sind örtlich unwetterartige Entwicklungen weiterhin nicht ausgeschlossen.

+++ Behörden mahnen: Trinkwasser im Hochwassergebiet abkochen +++

Im besonders betroffenen Landkreis Rottal-Inn haben die Behörden zu einem vorsichtigen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen. So sollte Wasser aus eigenen Versorgungsanlagen oder kleinen Gemeinschaftsanlagen unbedingt abgekocht werden. Sobald das Trinkwasser wieder verwendet werden kann, wird die Bevölkerung unverzüglich informiert.

+++ Neue Details zum Todesfall in Julbach +++

Mit unvorstellbarer Gewalt hat eine Flutwelle in Julbach ein Wohnhaus teilweise mit sich gerissen und die 80-jährige Bewohnerin getötet. Die Leiche der Frau aus Untertürken sei einige Kilometer weiter in einem Bachbett entdeckt worden, bestätigte das Polizeipräsidium Straubing am Donnerstag einen Bericht der "Passauer Neue Presse". Das Haus ist nur noch eine Ruine – nicht einmal mehr die Hälfte des Gebäudes steht.

+++ Polizei nimmt erneut Plünderer fest +++

Nachdem am Donnerstagvormittag zwei Österreicher ein Autoradio stehlen wollten, konnte die Polizei am Nachmittag erneut Plünderer festnehmen. Gegen 13 Uhr wurden drei Jugendliche (16, 16, 14) von der Wasserwacht dabei beobachtet, wie sie versuchten, aus einem unversperrten Kiosk Zigaretten im Wert von rund 300 Euro zu stehlen.

Bis die Polizei eintraf wurden die jungen Täter von Wasserwacht festgehalten. Gegen sie wird nun Anzeige erstattet – der Kiosk wurde von der Freiwilligen Feuerwehr verschalt.

+++ Etliche Schulen bleiben auch am Freitag geschlossen +++

Ein Dutzend Schulen im Landkreis Rottal-Inn bleibt wegen der angespannten Hochwasser-Situation auch am Freitag geschlossen. Wie das Landratsamt in Pfarrkirchen am Donnerstag mitteilte, sind folgende Einrichtungen in Simbach am Inn, Triftern und Tann betroffen:

Grund- und Mittelschule Tann, Grund- und Mittelschule Triftern, Grundschule Simbach am Inn, Mittelschule Simbach am Inn, Grundschule Reut, Grundschule Walburgskirchen, Grundschule Wittibreut, Grund- und Mittelschule Kirchdorf am Inn, Grundschule Prienbach, Realschule und Gymnasium Simbach am Inn sowie Betty Greif Schule in Simbach am Inn.

An den Grundschulen in den Orten Zeilarn, Julbach und Ehring sowie an der Grund- und Mittelschule Ering findet am Freitag wieder Unterricht statt.

+++ Landkreis Rottal-Inn eröffnet Spendenkonto +++

Der Landkreis Rottal-Inn hat nach dem schweren Unwetter in den Gemeinden Tann, Triftern und Simbach am Inn ein Spendenkonto eingerichtet. Entsprechende Anfragen seien vielfach aus der Bevölkerung eingegangen, teilte der Landrat Michael Fahmüller (CSU) am Donnerstag mit. Es sei gut, dass so viele Menschen für die leidgeprüften Bewohner spenden wollten. Er selbst verbürge sich dafür, dass die Spendengelder nur für die Unterstützung der Betroffenen ausgegeben werden.

+++ Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes +++

Die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst warnen vor neuen Unwettern in Bayern. Betroffen sind auch die Krisenregionen im Landkreis Rottal-Inn. Sehen Sie hier eine Auflistung der 16 gefährdeten Landkreise.

+++ Karte der betroffenen Gebiete in Niederbayern +++

Simbach am Inn, Julbach und Triftern hat es besonders schlimm erwischt. Grafik: maps4news.com/HERE/dpa

+++ Rund 3.500 Haushalte ohne Strom +++

Etwa 3.500 Haushalte sind im Hochwasser-Gebiet noch immer ohne Strom. Das teilte der Netzbetreiber Bayernwerk am Donnerstag in Regensburg mit. Seit Donnerstagmorgen seien rund 4.000 Haushalte zwischen Simbach am Inn und Pfarrkirchen wieder ans Netz gegangen. Die Bewohner müssten aber weiterhin mit kurzfristigen Unterbrechungen rechnen. Etwa 3.500 Haushalte, vor allem in den Gebieten um Anzenkirchen, Tann und Triftern, müssen zunächst noch ohne Strom auskommen.

+++ Helfer suchen weiter nach Vermissten +++

Auch am Donnerstagnachmittag fehlt weiter jede Spur von den drei vermissten Personen. Noch immer suchen Taucher mit Hochdruck im überschwemmten Gebiet nach ihnen.

+++ Am Donnerstag: Wenig Regen im Hochwassergebiet +++

Im niederbayerischen Hochwassergebiet ist am Donnerstag zunächst wenig Regen gefallen. Zwischen 8 und 14 Uhr habe man nur zwei bis sieben Liter pro Quadratmeter gemessen, sagte Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München. "Das ist nicht viel."

Entwarnung gab Wünsche jedoch nicht. In ganz Bayern besteht weiterhin Unwettergefahr. Bis in die kommende Woche hinein könne es örtlich zu Gewittern mit starken Schauern kommen, sagte Wünsche. "Wo die Dinge dann entstehen und sich entwickeln und wie mächtig die sind, das kann man erst sehr kurzfristig sagen." Der DWD rechnet teilweise mit mehr als 25 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde.

+++ Hochwasser-Gefahr auch in München? +++

Experten und Meteorologen können ein Überlaufen der Isar aktuell ausschließen. Weitere Informationen gibt es hier.

+++ Bundeswehr steht für Hilfe bereit +++

Die Soldaten der Bundeswehr stehen bereit, um gegebenenfalls bei dem Hochwasser in Niederbayern zu helfen. "Wir sind vorbereitet und kommen, wann immer die zivile Seite danach ruft", sagte Oberstleutnant Carsten Spiering am Donnerstag in München. Zunächst müsse der zuständige Landrat aber eine Unterstützung durch die Bundeswehr beantragen. "Wenn der Antrag bei uns eingeht, werden wir uns in Marsch setzen", sagte Spiering

+++ Fischerdorfer revanchieren sich für Hochwasserhilfe +++

Während der Hochwasserkatastrophe vor drei Jahren reisten Helfer aus dem Landkreis Rottal-Inn nach Deggendorf, um den Menschen im überschwemmten Ortsteil Fischerdorf zu helfen. Nun wollen sich die Fischerdorfer revanchieren: Die Freiwillige Feuerwehr reiste mit rund 130 Männern und Frauen nach Triftern und unterstützt dort die Bewohner bei den Aufräumarbeiten. "Die Hilfe, die wir bekommen haben, wollen wir jetzt zurückgeben. Das ist uns sehr wichtig", sagte Feuerwehrkommandant Dieter Treske am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Merkel trauert um Opfer +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme ausgesprochen. Die Bundesregierung trauere um die Menschen, für die die Hilfe zu spät gekommen sei, und sie trauere mit den Angehörigen, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach den Familien der Opfer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sein Beileid aus.

Die Katastrophenhilfe von Bund und Ländern sei in vielen Orten im Einsatz, um zu helfen und wieder aufzubauen. Auch diese Notsituation zeige, "wie wir in Deutschland zusammenhalten".

+++ Hunderte Millionen Euro Schaden +++

Das verheerende Hochwasser in Niederbayern hat allein im Landkreis Rottal-Inn Schäden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht. "Es sind bestimmt 500 Häuser betroffen, Teile der Bundesstraße 20 wurden unterspült und dort ist auch eine Brücke um einige Meter abgesenkt", sagte der Landrat von Rottal-Inn, Michael Fahmüller (CSU), am Donnerstag in Pfarrkirchen. Die vom Hochwasser betroffene Fläche habe die doppelte Größe des Chiemsees.

+++ Einzelheiten zu den Vermissten +++

Bei den Vermissten handelt es sich um einen 65 Jahre alten Mann sowie um ein Ehepaar. Taucher hatten in den überfluteten Räumen ihrer Häuser nach ihnen gesucht, mussten aber ihren Einsatz wegen der starken Strömung des Wassers zwischendurch abbrechen.

Nach Auskunft Emmers gibt es bis zu 50 Fälle, in denen sich Menschen um Angehörige oder Freunde sorgen, weil sie diese bislang nicht erreichen konnten. Die Polizei stuft diese Fälle allerdings nach bisherigen Erkenntnissen nicht als dramatisch ein. Hier sei es gut möglich, dass die Vermissten einfach telefonisch nicht erreichbar seien, etwa weil das Handynetz zusammengebrochen ist oder der Akku des Mobiltelefons leer sei.

+++ AZ vor Ort in Anzenkirchen +++

In Anzenkirchen in der Gemeinden Triftern herrscht weiter Chaos. Die AZ ist vor Ort - hier gibt es Bilder von den Aufräumarbeiten am Donnerstag.

+++ Fünftes Todesopfer bestätigt +++

Am Donnerstag ist die Zahl der Toten auf insgesamt fünf gestiegen. Nach Polizeiangaben wurde am Donnerstagmittag in Simbach am Inn die Leiche eines 75-jährigen Mannes geborgen. Noch immer werden vier Personen vermisst.

+++ Malteser helfen im Hochwasser-Gebiet +++

Über 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Malteser sind derzeit im Einsatz, um die Menschen im Hochwassergebiet rund um Simbach und Triftern zu unterstützen.

+++ Aiwanger fordert Hilfsfonds für Gemeinden +++

Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger fordert einen Hilfsfonds für die Gemeinden. "Es gibt kleine Gemeinden, die haben Millionenschäden an ihrer Infrastruktur", sagte Aiwanger. "Wenn die nicht entschädigt werden, können sie sich die Instandsetzung nicht leisten." Wenn Straßen, Brücken und Wirtschaftswege über Monate nicht repariert werden könnten, werde das sowohl die Lebensqualität auf dem Land beinträchtigen als auch wirtschaftliche Nachteile für die betroffenen Kommunen bedeuten. "Deswegen brauchen wir einen Hilfsfonds", sagte Aiwanger.

+++ Auch Wasserversorgung unterbrochen +++

Im Hochwassergebiet von Niederbayern wird es Tage dauern, ehe die Wasser- und Stromversorgung wieder hergestellt ist. "Wir sind dabei, die Lücken zu schließen und stellen Wasseraufbereitungsanlagen auf", sagte Johann Prex von der Feuerwehr Rottal-Inn am Donnerstag in Pfarrkirchen. Zudem müssten die vom Heizöl kontaminierten Keller geräumt werden.

+++ 2.000 Hilfskräfte im Einsatz +++

Bei der Pressekonferenz am Donnerstagvormittag sprach der Landrat von Rotal-Inn, Michael Fahmüller (CSU) von rund 2.000 Hilfskräften, die derzeit im Einsatz sind.

+++ Bayerischer Landtag trauert um die Toten +++

Der bayerische Landtag hat am Donnerstag der Toten des Hochwassers in Niederbayern gedacht. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen der Toten, die sich vor den gewaltigen Wasser- und Schlammmassen nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten", sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) am Donnerstag. "Wir stehen fassungslos vor den Bildern der Verwüstungen und können nur ahnen, wie es in den Menschen der betroffenen Regionen aussieht, die buchstäblich um Leib und Leben kämpfen müssen."

+++ Viele Haushalte noch immer ohne Strom +++

Noch immer müssen viele Bewohner in den betroffenen Gebieten ohne Stromversorgung auskommen. Wie viele Menschen betroffen sind, konnte Polizeisprecher Michael Emmer am Donnerstag nicht sagen. Am Mittwochabend seien es noch rund 10.000 Haushalte gewesen, die Situation habe sich über Nacht aber etwas verbessert.

Erste Gebiete in der Stadt Simbach am Inn und in den Marktgemeinden Tann und Triftern konnten am Morgen bereits wieder mit Strom versorgt werden. Polizeisprecher Emmer, der am Mittwoch selbst vor Ort war, berichtete von Bewohnern, die Stromkabel über mehrere hundert Meter zu ihren Nachbarn gelegt hätten, um auszuhelfen.

+++ Staatssekretär Sibler: Hochwasser löst Deja-vu aus +++

Die Bilder in den Hochwassergebieten in Niederbayern haben bei Staatssekretär Bernd Sibler (CSU) ein schlimmes Deja-Vu ausgelöst. "Es hat mich an die Katastrophe von vor drei Jahren in Fischerdorf bei Deggendorf erinnert. Der große Unterschied ist jetzt jedoch die menschliche Tragödie mit mindestens vier Toten", sagte Sibler am Donnerstag in Pfarrkirchen.

+++ "Keine Sicherheit" vor Hochwasser +++

Eine Sicherheit vor Hochwasserlagen wie derzeit in Niederbayern gibt es nach Angaben des zuständigen Regierungspräsidenten nicht. "Kein Mensch konnte mit diesen Wassermassen rechnen. Innerhalb von sieben Minuten war der Wasserstand um fünf Meter angestiegen", sagte der Regierungspräsident von Niederbayern, Heinz Grunwald, am Donnerstag in Pfarrkirchen. "Wenn es eine Lehre gibt, die wir aus dem jetzigen Hochwasser ziehen können, dann die, dass es keine Sicherheit gibt."

+++ Kostenlose Bahnfahrt für Fluthelfer +++

Die Deutsche Bahn will dabei helfen, möglichst viele freiwillige Unterstützer ins niederbayerische Krisengebiet zu bringen. Sie bietet daher auf den Strecken Mühldorf-Simbach und Mühldorf-Passau allen Helfern freie Fahrt:

 

+++ Landrat Fahmüller: Lage ist "weiterhin sehr ernst" +++

Michael Fahmüller (CSU), Landrats-Mitglied von Rottal-Inn sprach bei der Pressekonferenz am Donnerstagvormittag von einem "Schreckensbild" im Katastrophengebiet. Das Areal der Überschwemmung erstreckt sich über einen Bereich der zweimal die Größe des Chiemsees hat. Über die genaue Anzahl der betroffenen Haushalte konnte Fahmüller noch keine Angaben geben. Wie bisher wird von vier Vermissten Personen ausgegangen.

+++ Deutscher Wetterdienst gibt keine Entwarnung +++

Der Deutsche Wetterdienst gibt für das niederbayerische Hochwassergebiet keine Entwarnung. Neue Unwetter mit starken Regenfällen könnten am Donnerstag in der Region nicht ausgeschlossen werden, sagte der Meteorologe Paul Brüser. "Es hat sich gar nicht so viel verändert im Vergleich zum Vortag." Der Schwerpunkt liege aber etwas weiter nördlich vom Landkreis Rottal-Inn in Richtung des Bayerisches Waldes.

Weil die Luft in Bayern feucht sei und kaum Wind wehe, bestehe im ganzen Freistaat die Gefahr von örtlich begrenztem Starkregen mit Gewittern. Lokal könnten mehr als 25 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in einer Stunde und mehr als 40 Liter innerhalb von 6 Stunden fallen. Die geringste Unwettergefahr besteht in Schwaben.

+++ Herrmann: Von Wucht und Tempo des Hochwassers überrascht +++

Das verheerende Hochwasser in Niederbayern war laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nicht vorherzusehen. "Innerhalb von wenigen Minuten ist in einigen Gebieten der Wasserstand um mehrere Meter angestiegen", sagte Herrmann am Donnerstag beim Besuch des Hochwassergebiets in Eggenfelden. Die Menschen und Einsatzkräfte seien davon völlig überrascht worden.

+++ Taucher suchen nach vermissten Personen +++

Nach der Hochwasser-Katastrophe in Niederbayern werden derzeit noch vier Personen vermisst. Bei einer Pressekonferenz vor Ort sagt Bayerins Innenminster Joachim Herrmann (CSU), dass aktuell Taucher im Einsatz sind, die nach den Vermissten suchen. Hunderte Häuser seien betroffen, zahlreiche Gebäude seien total zerstört worden. Bislang haben die Einsatzkräfte vier Tote geborgen.

+++ Plünderer wildern im Krisengebiet +++

Plünderer sind im Katastrophengebiet unterwegs und halten in zerstörten Geschäften, Wohnungen und Autos nach Beute Ausschau. So wurden zwei Männer festgenommen, die gerade ein Autoradio ausbauen wollten. Auch andere Vorfälle hätten sich bereits ereignet.

+++ Etliche Unfälle durch unvernünftige Autofahrer +++

Verkehrsunfälle auf gesperrten Straßen im niederbayerischen Hochwassergebiet halten die Polizei in Atem. Es kam bereits zu mehreren Unfällen, weil die Fahrer die Sperrhinweise ignorierten und dann verunglückten. Dies sei völlig unnötig und ärgerlich, sagte Michael Emmer vom Polizeipräsidium Niederbayern am Donnerstag in Straubing: "Wir können uns nicht dem widmen, was wichtiger wäre, dass wir nämlich die Vermissten suchen und Menschenleben retten."

+++ Umweltministerin Scharf: Extremwetterlagen werden sich häufen +++

Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) geht davon aus, dass mit Extremwetterlagen, wie dem aktuellen Hochwasser, noch häufiger zu rechnen ist. Bedingt durch den Klimawandel werden räumlich begrenzte, besonders starke Niederschläge in der Zukunft vermehrt im Freistaat auftreten, betonte Scharf am Donnerstag in Eggenfelden. "Wir müssen künftig auch in Gebieten aktiv werden, die für Hochwasserschäden bisher nicht bekannt waren", erläuterte Scharf.

+++ 1.500 Euro Soforthilfe für Hochwasseropfer +++

Am Donnerstagmorgen hat der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) eine Soforthilfe für die Opfer angekündigt. "Ähnlich wie beim Hochwasser 2013 werden wir 1.500 Euro zur Verfügung stellen - und zwar schon ab morgen", sagte Söder bei einer Pressekonferenz vor Ort. Innenminister Joachim Herrmann, Finanzminister Markus Söder, Umweltministerin Ulrike Scharf und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hatten sich am Donnerstagvormittag bei einem Hubschrauberüberflug ein Bild von der Lage im Landkreis Rottal-Inn gemacht.

+++ Polizei gibt Einzelheiten zu Todesfällen bekannt +++

Mindestens vier Menschen starben in den Fluten in Niederbayern, jetzt gab die Polizei erste Einzelheiten zu den verstorbenen Personen bekannt. Bei den drei Leichen, die in einem Mehrfamilienhaus in Simbach am Inn gefunden wurden, handelt es sich um Frauen im Alter von 78, 56 und 28 Jahren, die alle zu einer Familie gehören. Bei der gefundenen Leiche in Julbach handelt es sich um eine 80-Jährige.

+++ Seehofer: "Freistaat Bayern wird die Geschädigten nicht alleine lassen" +++

Auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer äußerte sich zu den Vorfällen in Niederbayern und sicherte den Opfern Hilfe zu: "Das Ausmaß und die Folgen der schrecklichen Flut in Niederbayern machen mich tief betroffen. Den Todesopfern und ihren Angehörigen gelten unsere Gedanken und unsere Anteilnahme. Die Schäden der Flutkatastrophe lassen sich zur Stunde noch nicht abschätzen."

+++ Starke Regenfälle auch am Donnerstag +++

Meteorologen kündigten für die betroffene Region und weitere Gebiete in Südbayern erneut starke Regenfälle an, binnen zwölf Stunden könnten am Donnerstag wieder bis zu 30 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. "Zum Teil sind unwetterartige Mengen über 40 Liter pro Quadratmeter in sechs bis zwölf Stunden möglich", berichtete der Deutsche Wetterdienst in München.

+++ Zahl der Vermissten steigt +++

Mittlerweile werden vier Menschen vermisst. "In der Nacht waren es noch zwei Vermisste, seit 7 Uhr rechnen wir mit vier Vermissten", sagte Landrat Michael Fahmüller der Passauer Neue Presse am Donnerstagmorgen.

+++ Söder sagt Hilfe zu +++

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) hat den Betroffenen am Donnerstagmorgen via Twitter finanzielle Unterstützung zugesichert. Gemeinsam mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann wird er am Vormittag in dem Katastrophengebiet eintreffen, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.

+++ Abi-Prüfungen fallen aus +++

Im Hochwassergebiet sollen mehrere Schulen  am Donnerstag geschlossen bleiben, die Prüfungen zum Abitur wurden vielerorts ausgesetzt.

+++ Aufräumarbeiten beginnen +++

Am frühen Donnerstagmorgen wurden die Einsatzkräfte aufgestockt, um in den Märkten Triftern und Tann mit dem Abpumpen der Wassermassen zu beginnen. In der Stadt Griesbach richtete das Technische Hilfswerk eine Notstromversorgung ein.

+++ Tausende ohne Strom +++

9.000 Haushalte mussten die Nacht ohne Strom verbringen. Die Zuschaltung ist laut Bayernwerk weiterhin schwierig.

+++ Unmengen an Wasser +++

Das Radarbild der Unwetterzentrale zeigt die Unmengen an Wasser, die in Niederbayern runtergekommen sind +++

+++ Weitere Person vermisst +++

Im Landkreis Rottal-Inn wird eine weitere Person vermisst. Berichte, wonach die Person in der Gemeinde Zeilarn bereits tot geborgen worden sei, bestätigte die Polizei am Donnerstagmorgen nicht.

+++ Viertes Todesopfer gefunden +++

In einem Bach bei Julbach wurde eine Frauenleiche entdeckt.

+++ Pegel flussabwärts steigen weiter an +++

Die Donau am Pegel Passau-Ilzstadt überschreitet mit 773 Zentimetern Meldestufe 3. Die Rott am Pegel Ruhstorf überschreitet mit 295 Zentimetern ebenfalls Meldestufe 3.

+++ Doch nicht alle Kinder aus der Schule befreit +++

Das Landratsamt hat  bekanntgegeben, dass in Triftern immer noch 50 Kinder und 25 Erwachsene in der Mittelschule ausharren. Noch ist unklar, ob die Kinder in der Schule übernachten müssen, oder diese noch verlassen können.

+++ Drei Tote in Simbach geborgen! +++

In Simbach wurden von Tauchern drei Leichen geborgen. Alle Infos hier.

+++ Flussabwärts steigen die Pegel +++

+++ An diesen Schulen ist morgen frei +++

Das bayerische Kultusministerium gab bekannt in welchen Schulen morgen kein Unterricht stattfindet. Grundschule (GS) / Mittelschule (MS) Tann; GS/MS Triftern; GS Simbach am Inn; MS Simbach am Inn; GS Reut; GS Walburgskirchen; GS Wittibreut; GS/MS Kirchdorf am Inn; GS Zeilarn; GS/MS Bad Birnbach; GS Prienbach; GS Julbach; GS Ering; Förderzentrum Betty-Greif-Schule in Simbach am Inn; Realschule Simbach am Inn; Gymnasium Simbach am Inn (am Gymnasium Simbach am Inn entfällt die mündliche Abiturprüfung an diesem Tag).

+++ Lage in Triftern entspannt sich +++

Die Hochwasserlage im niederbayerischen Triftern hat sich am Mittwochabend entspannt. "Das Wasser läuft zügig ab. Die Feuerwehren haben Zeit, die vollgelaufenen Keller leer zu pumpen", sagte der Einsatzleiter der örtlichen Wasserwacht, Hans Nothaft. "Wir haben etwa 40 Menschen mit Booten und Hubschraubern gerettet", erläuterte Nothaft. Jetzt gehe es darum, die Menschen, die in den Häusern ohne Strom auskommen müssen, zu versorgen. "Die Straßen sind wieder frei und die Kinder können wieder nach Hause", sagte Nothaft über die Rettungsaktion an der Triftener Schule.

+++ Kinder aus Schulen in Simbach und Triftern befreit +++

Wie das Landratsamt Rottal-Inn mitteilte, gelang es nun doch alle eingeschlossenen Kinder in Simbach und Triftern zu befreien. Feuerwehrkräfte befreiten die Schüler und übergaben sie an die Eltern.

+++ Mehrere Schulen morgen geschlossen +++

Im Landkreis Rottal-Inn sollen morgen einige Schulen geschlossen bleiben. Allerdings ist noch nicht klar welche. Die Abiturprüfungen an der Fachoberschule und an der Beruflichen Oberschule in Pfarrkirchen sollen stattfinden. Schüler, die durch die Flut verhindert sind, bekommen schnell und unkompliziert einen Ersatztermin.

+++ Minister vor Ort +++

Umweltministerin Ulrike Scharf und Innenminister Joachim Herrmann wollen sich beide morgen ein Bild des Ausmaßes der Katastrophe machen.

+++ Leichte Entspannung in Birnbach +++

Gute Nachrichten aus Birnbach: Bei 453 Zentimetern hat der Pegel seinen Höchststand erreicht. Jetzt beginnen die Fluten langsam zu sinken.

+++ 9.000 Haushalte ohne Strom +++

Im Landkreis Rottal-Inn sind derzeit 9000 Haushalte ohne Strom. Die Fluten erschweren den Zugang zu Trafostationen und Umspannwerken, teilte der Energieversorger Bayernwerk mit. Mitarbeiter seien unterwegs, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Doch die Sicherheit habe oberste Priorität, so Bayernwerk. So werden wohl Tausende Haushalte die Nacht ohne Strom verbringen müssen.

+++ Neuigkeiten aus Passau +++

+++ Rottaler Landrat appelliert an "Gaffer" +++

Das Landratsamt Rottal-Inn bittet dringend alle, die nicht im Flutgebiet leben, dieses zu meiden. "Wir können keine Gaffer oder Katastrophentouristen in den überschwemmten Gebieten gebrauchen", so Landrat Michael Fahrmüller (CSU). Die Rettungs- und Einsatzkräfte seien vollauf damit beschäftigt, den Menschen, die von der Flut betroffen sind, zu helfen. Fahrmüller drohte notfalls auch mit juristischen Schritten: "Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Gaffer von der betroffenen Region fernzuhalten."

+++ Staatsregierung verspricht Hilfe +++

Bayerns Finanzminister Markus Söder stellt den Hochwasser-Opfern "schnelle und unbürokratische" Hilfe in Aussicht. Bei einer finanziellen Notlage könne man sich auf den Freistaat verlassen, so Söder in der "Passauer Neuen Presse". Ein Entwurf der Hilfe werde im Kabinett schon nächste Woche diskutiert.

+++ Neue Details zu den eingeschlossenen Jugendlichen +++

Neuesten Erkenntnissen des BR zufolge handelt es sich um zwei Schulen. Eine in Simbach und eine in Triftern. In Simbach sind aktuell 350 Schüler eingeschlossen, die nicht in Gefahr sind aber wohl in der Schule nächtigen müssen. In Triftern konnten 200 Kinder gerettet werden. 50 harren noch aus und müssen wahrscheinlich ebenfalls in der Schule übernachten.

+++ Erstes Statement der Umweltministerin +++

Die CSU-Ministerin Ulrike Scharf bezeichnete die Unwetterschäden als "Phänomen des Klimawandels."

+++ Auch Passau betroffen +++

+++ Hoher Sachschaden droht +++

Ersten Schätzungen zufolge erreicht der Sachschaden durch das Hochwasser mindestens eine zweistellige Millionensumme.  Vor allem in Simbach am Inn, Triftern und Tann sei die Situation sehr dramatisch, so Robert Kubitschek, der stellvertretende Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen.

+++ Anzenkirchen unter Wasser +++

+++ Pegel an der Rott steigt weiter +++

Inzwischen hat der Pegel in Birnbach 426 Zentimeter erreicht. Am Morgen waren es noch 150 Zentimeter.

+++ Auch Landkreis Passau ruft Katastrophenfall aus +++

Wie der BR berichtet soll der Katastrophenstab um 17 Uhr die Arbeit aufgenommen haben. Besonders schwer getroffen sollen die Bereiche Bad Griesbach, Kößlarn, Ruhstorf, Harbach, Kirchham und Neuburg am Inn sein.

+++ Rekordniederschläge in Pfarrkirchen +++

In Pfarrkirchen, nahe des überschwemmten Örtchens Triftern, in Niederbayern fielen laut Deutschem Wetterdienst seit Dienstagabend etwa 45 Liter Regen pro Quadratmeter. Allein am Mittwoch zwischen 8.00 und 14.00 Uhr seien es 32 Liter gewesen.

+++ Regen geht wohl weiter +++

Ein Abklingen der Regenfälle scheint nicht in Sicht zu sein. Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst sagte im BR: "Die Großwetterlage wird sich auch in den nächsten Tagen fortsetzen." Auch andere Teile Bayerns könnten noch betroffen sein von den heftigen Regenfällen und Gewittern.

+++ Rasanter Pegelanstieg +++

Augenzeugen berichten dem BR von Dauerregen seit gestern. Seit den Morgenstunden sei das Wasser in Sturzbächen vom Himmel gefallen. Gegen 13 Uhr sei dann der Simbach über die Ufer getreten und stieg innerhalb einer halben Stunde um mehrere Meter an.

+++ Twitter-Bild aus der Turnhalle in Simbach +++

+++ Zufahrt zum Schulzentrum in Simbach weggespült +++

+++ Schlammlawine spült Haus weg - Person vermisst+++

In Untertürken hat eine Schlammlawine ein Haus weggespült. Eine Person konnte sich aus dem Haus retten, eine weitere wird vermisst. Das sagte ein Sprecher der Gemeinde Julbach gegenüber FOCUS Online. Rettungskräfte kommen derzeit nicht in den völlig überschwemmten Ort.

 

+++ Polizei in Simbach am Inn nicht mehr erreichbar +++

Wie der BR berichtet musste die Dienststelle musste evakuiert werden und war telefonisch nicht mehr erreichbar. Das teilte das Polizeipräsidium in Straubing mit. "Da steht das Wasser, da ist keiner mehr", sagte ein Polizeisprecher. Die Kollegen seien nur noch per Handy erreichbar. Allerdings sei auch das Handynetz vor Ort derzeit überlastet.

+++ Pegel in Birnbach/Rott auf Rekordstand +++

Aktuell werden in Birnbach 391 Zentimeter Pegelstand gemessen. Beim Jahrhunderhochwasser 2013 war der Spitzenstand 363 Zentimeter.

+++ Augsburger Schulklasse von Insel im Schwarzen Regen gerettet +++

Auch im Bayerischen Wald kam es bei Unwettern zu einer dramatischen Rettungsaktion. Eine siebte Klasse aus Augsburg ist nach einer Bootsfahrt auf dem Schwarzen Regen in Seenot geraten.

Als das Unwetter aufzog, seien die Kähne ungeordnet auf dem Wasser getrieben und durch die starke Strömung auseinandergedriftet, berichtete die Polizei. Ein kleiner Teil der Gruppe konnte ans Ufer gelangen, die anderen strandeten auf einer Insel und alarmierten von dort den Notruf. Rettungshubschrauber, Bergwacht, Wasserwacht, Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei waren im Einsatz.

Alle Kinder und die Lehrer kamen mit dem Schrecken davon.

+++ Schulkinder in Triftern müssen womöglich in Turnhalle übernachten +++

Die von Wassermassen eingeschlossenen Schulkinder im bayerischen Triftern müssen möglicherweise noch die ganze Nacht in der Schule verbringen. Es sei noch nicht klar, ob sie bis zum Abend nach Hause kommen könnten, sagte Bürgermeister Walter Czech (CSU) am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk (BR).

+++ Pegel steigen weiter an +++

Der Twitter-Account der Webseite pegel-alarm.de, die in Echtzeit Pegelstände bayerischer Flüsse protokolliert, zeigt in Diagrammform den dramatischen Anstieg des Wasserstandes in der Region:

 

+++ Impressionen von Twitter-Usern +++

 

+++ Stromausfälle überlastete Handynetze +++

Laut der Passauer neuen Presse ist in mehreren Gemeinden der Strom ausgefallen. Auch die Handynetze seien stark überlastet, heißt es. Das Simbacher Rathaus steht unter Wasser.

+++ Flüchtlingsheim in Simbach evakuiert - Menschen aus der Luft gerettet +++

Chaos in Simbach am Inn: Eine Asylbewerberunterkunft in einer ehemaligen Turnhalle musste nach Auskunft des Landratsamtes Rottal-Inn geräumt werden. Zahlreiche Bewohner in der Region wurden von Wassermassen eingeschlossen und mussten mit Hubschraubern gerettet werden. Rettungskräfte berichteten, dass Lastwagenfahrer auf der Bundesstraße 12 auf die Dächer ihrer Fahrzeuge geklettert waren, weil sie Angst hatten, von den Fluten davon geschwemmt zu werden.

Auch am Grenzübergang zum österreichischen Braunau herrschte Land unter: Eine Brücke war komplett überspült. Eine Entspannung war am Nachmittag nicht in Sicht: "Es hört nicht zu regnen auf", sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Die Fluten waren so stark, dass sie Autos mit sich rissen. "Mit dieser Wucht hat wohl niemand gerechnet", sagte der Behördensprecher. Erst in der Nacht zum Montag hatte ein Hochwasser in Mittelfranken im Großraum Ansbach verheerende Schäden angerichtet.

+++ Twitter-Bild: Dramatische Lage in Simbach am Inn +++

+++ Augenzeugen-Video aus Triftern +++

 

+++ Land unter in Triftern +++

"Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell", sagte Emil Bumberger von der Polizei in Pfarrkirchen. Von den Wassermassen sind auch die Schule und die beiden Kindergärten von Triftern betroffen. Zum Glück liegt das Gebäude aber auf einem Berg. Vielleicht müssen die Kinder aber die Nacht in der Turnhalle verbringen, weil die Zufahrtswege nicht passierbar sind", erläuterte Czech. Etwa 250 Schulkinder sind noch in ihren Klassen.

+++ Unfassbare Wassermassen +++

Die Menge an Wasser, das seit Dienstagabend ununterbrochen vom Himmel kommt, ist schier unglaublich. In dem nahe des überschwemmten Triftern gelegenen Pfarrkirchen in Niederbayern sind laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) seit Dienstagabend etwa 45 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Allein am Mittwoch zwischen 8.00 und 14.00 Uhr seien es laut meteorologen 32 Liter gewesen. Im ebenfalls teilweise überfluteten Simbach am Inn maß der DWD am Mittwochmittag allein innerhalb einer Stunde 29 Liter pro Quadratmeter - seit Dienstagabend waren bis zu 60 Liter gefallen.

Am Nachmittag sollte der flächendeckende Dauerregen laut DWD jedoch aufhören. Stattdessen kämen aber örtlich begrenzte Gewitter mit Starkregen auf.

 

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