Abschied naht im Sommer FC Bayern: Bericht - So kam es zum Bruch zwischen Boateng und Kovac

, aktualisiert am 12.06.2019 - 09:35 Uhr
Das Verhältnis zwischen Jérôme Boateng und Trainer Niko Kovac gilt als angespannt. Foto: firo/Augenklick

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hat bestätigt, dass Trainer Niko Kovac ein Veto bezüglich des Wechsels von Jérôme Boateng zu Paris Saint-Germain eingelegt hat. Der Anfang eines schwierigen Verhältnisses.

 

München - Jérôme Boateng war in der vergangenen Saison kein Stammspieler mehr beim FC Bayern – insgesamt kam er nur auf 20 Einsätze in der Bundesliga. Trainer Niko Kovac baute stattdessen vermehrt auf das Duo Niklas Süle und Mats Hummels. Des Öfteren machte Boateng einen lustlosen Eindruck, vieles deutete schon früh in der Spielzeit auf einen möglichen Abschied aus München hin.

Ein Bericht der "Sport Bild" zeigt jetzt die Hintergründe auf, weswegen sich Boateng bei Kovac ins Abseits gespielt haben soll. Demnach kam es zum Bruch Boatengs mit seinem Trainer und Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Boateng beim FC Bayern: Geschichte einer Entfremdung

Die Entfremdung Boatengs zum FC Bayern startete im vergangenen Sommer, als ein möglicher Wechsel zu Paris Saint-Germain verhandelt wurde. Die Parteien waren sich eigentlich schon eining, doch kurz vor Abschluss des Deals stellte sich Kovac gegen den Transfer.

"Am 28. August 2018 gab es ein Angebot von PSG, das wir akzeptieren wollten. Der Trainer hat sein Veto eingelegt", sagte Bayern Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit der "Sport Bild": "Das hat Jérôme nicht gefallen, das habe ich damals gespürt." Die Erklärung des Kovac-Vetos: Der Trainer wollte mit drei Innenverteidigern in die Saison gehen. Dass Boateng jedoch nicht mehr unumstritten gesetzt war, stieß ihm sauer auf.

Als es zwischen Kovac und Boateng krachte

Komplett verhärtet waren die Fronten dem Bericht nach letztendlich im Oktober des vergangenen Jahres, als der FC Bayern in der Champions League bei AEK Athen spielte und Boateng 90 Minuten auf der Bank saß. Nach dem 2:0-Sieg soll Kovac seinen Spieler ins Trainerzimmer beordert haben – dort kritisierte er dessen Einstellung, weil sich der 30-Jährige unter anderem auch lustlos warm machte.

Als sich wenig später Sportdirektor Salihamidzic ins Gespräch einschaltete, soll Boateng laut geworden sein und ihm dem Bericht zufolge entgegnet haben: "Du hast mir gar nichts zu sagen sagen, du wolltest mich im Sommer loswerden."

Der endgültige Bruch: Boateng kam in wichtigen Spielen immer seltener zum Einsatz. So stand er unter anderem auch beim Pokal-Achtelfinale gegen Berlin nicht in der Startelf. Hier soll es zu einer erneuten Spannung zwischen Trainer und Spieler gekommen sein. Boateng war frustriert, weil er in seiner Geburtsstadt nicht von Beginn an ran durfte. Als Kovac ihn einwechseln wollte, zog sich der Innenverteidiger offenbar zu langsam die Schuhe an. In der Folge brachte ihn der Trainer überhaupt nicht. Das nächste Kapitel in der Entfremdung zwischen Kovac und Boateng.

Hoeneß legt Boateng Wechsel nahe

Den bislang letzten Teil dieser Entfremdung lieferte wohl Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der Boateng bei der Double-Feier in München öffentlich einen Wechsel nahelegte. Rummenigge gibt sich da diplomatischer: "Ich glaube, wir müssen eine für beide Seiten seriöse und faire Lösung finden. Das halte ich grundsätzlich für möglich."

Mit Lucas Hernández und Benjamin Pavard kommen zwei neue Innenverteidiger im Sommer zum FC Bayern. Fünf Spieler – das sind mindestens einer zuviel. Dass Zukunftsspieler Süle geht, ist ausgeschlossen. Hummels spielte sich zuletzt wieder in die Startelf, auch hier ist ein Transfer unwahrscheinlich.

Die Zeichen von Boateng beim FC Bayern, sie stehen auf Abschied.

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